Meisterschülerin mit Gefühl für Poesie: Birknerpreis für Katrin Stangl
Ralf Julke
10.02.2005
Katrin Stangl.
HGB/Marion Sprenger: Der Birknerpreis für herausragende Illustrationen geht in diesem Jahr an Katrin Stangl, Meisterschülerin von Professor Pfüller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Damit ermöglicht die Birkner-Stiftung nun bereits zum achten Mal die besondere Würdigung von Arbeiten Studierender, die mit zeichnerischen Mitteln auf Texte reagieren, beziehungsweise durch ihre narrative Arbeitsweise Geschichten durch Bilder entstehen lassen.
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Die Birknerstiftung unterstützt durch den mit 1.500 Euro dotierten Preis bemerkenswerte Kunsttendenzen abseits des Mainstreams. Illustration wird hier nicht in ihrer bibliophilen Besonderheit, sondern als aktuelle bildnerische Äußerung im Kontext der Medien gefördert. Der Jury gehörten in diesem Jahr die Professoren Volker Pfüller, Ingo Meller, Fritz Best, vom Institut für Buchkunst Julia Blume sowie Hannelore Seidel von der Birknerstiftung an.
Der Preis würdigt die jüngsten Arbeiten Katrin Stangls, von denen besonders ihre subtilen Holzschnitte zu Aglaja Veteranyi: "Warum das Kind in der Polenta kocht" hervorzuheben sind. Die Bilder zum Buch sind während des Rundgangs in der HGB (1. Etage) zu sehen. Auch das Buch zeigt die junge Künstlerin: aufwändig in mehrfarbigen Holzdrucken gestaltet und selbst gesetzt. Die Liebhaberauflage beträgt - mehr lässt der Holzschnitt kaum zu - 40 Exemplare. "Aber Bücher illustrieren, das reizt mich", sagt die frischgebackene Preisträgerin.
Katrin Stangl.
Katrin Stangl vermag es, der Poesie der Texte in ihren Bildern atmosphärisch Raum zu geben. Die von ihr gewählte Technik, der Druck von der verlorenen Form in pastellhaften Farbklängen, unterstreicht die Anmutung der Zeichnungen auf besondere Weise. Durch die Drucktechnik und Konstistenz der Farbe erreicht sie eine Wirkung, die eine gewisse Porösität jedes Grundes nahe legt.
Die Birkner-Stiftung wurde im Andenken an den Leipziger Illustrator und Buchgestalter Karl-Heinz Birkner gegründet. Sie ist aus dem Nachlass des am 13.10.1995 verstorbenen Künstlers hervorgegangen. Acht seiner Erben und Freunde, die überwiegend aus dem Raum Leipzig stammen, haben die gemeinnützige Stiftung ins Leben gerufen. Birkner illustrierte und gestaltete in den Jahren 1951 bis 1995 über 300 Bücher. Die Auszeichnung wurde der jungen Illustratorin am Abend der Rundgangseröffnung überreicht. Die Arbeiten Katrin Stangls werden an diesem Ort bis zum 26. Februar zu sehen sein.
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