Bürgerforum Georg-Schwarz-Straße: Akteure nennen erste Ziele der Magistralenentwicklung
Gernot Borriss
27.06.2011
Informationsveranstaltung in Leutzsch.
Foto: Gernot Borriss
Füllung aller Läden in eigenem Eigentum, Einweihung eines neuen Ärztehauses, Klarheit über den Umbau der Straßenbahnhaltestelle Diakonissenhaus. Diese ambitionierten Ziele wollen Akteure an der Georg-Schwarz-Straße bis zum Sommer 2012 umgesetzt haben. Zugleich präsentierte sich auf einem Bürgerforum das Team des Magistralenmanagements.
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Es war die Woche der Georg-Schwarz-Straße. Am Dienstag präsentierte die Leipziger Stadtverwaltung ihr Konzept der Entwicklung dieser Magistrale im Leipziger Westen (L-IZ berichtete). Tags darauf stieß sie damit auf breite Zustimmung im Leipziger Stadtrat. Und mit dem Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" (SOP) gibt es auch eine Förderkulisse, die aus rund 700.000 städtischen Euro gut zwei Millionen Euro Fördermittel macht. Am Freitag folgte ein Bürgerforum zur Zukunft der Magistrale, zu dem der Lindenauer Stadtteilverein, der Bürgerverein Leutzsch und kunZstoffe e.V eingeladen hatten.
Doch es sind nicht die Fördermittel allein, auf die sich die Hoffnung auf die Wiederbelebung der Georg-Schwarz-Straße gründet. Die Straße habe sich „in der öffentlichen Wahrnehmung von einem schwarzen Loch zu einem Potenzialraum gewandelt“, hob eingangs des Bürgerforums Stefan Geiss, Abteilungsleiter West im städtischen Stadtentwicklungsamt ASW, hervor.
Informationsveranstaltung am 24. Juni in Leutzsch.
Foto: Gernot Borriss
Das rief private Investoren auf den Plan. So will die Leipziger Stadtbau AG in einem Jahr „alle Läden, die uns gehören, gefüllt haben“, erklärte deren Vorstandsvorsitzender Patrick Fahrenkamp auf besagtem Forum. An dieser Aussage wolle sich das Unternehmen messen lassen. „Wir wollen in einem Jahr sehen, dass das Quartier 2 fertig sein wird“, gab er als Ziel für die Entwicklung des Brunnenviertels gegenüber dem Diakonissenkrankenhaus aus, in dem sich die Stadtbau AG engagiert.
In diesem Prozess setze die Stadtbau AG weiter auf Dialog, stellte Fahrenkamp klar. Ebenso wie das Konzept für das Brunnenviertel gemeinsam mit lokalen Akteuren entwickelt worden sei, strebe man eine gute Nachbarschaft mit den Eigentümern der angrenzenden Häuser an.
„In einem Jahr wollen wir unser Diakonissen-Ärztehaus einweihen“, sagte Christoph Möllering, Betriebsdirektor des Diakonissenkrankenhauses. Sein Haus sei schon über 110 Jahre Begleiter der Entwicklung der Straße. Ein zweites Ärztehaus soll 2012 gemeinsam mit der Stadtbau bereits „in guter Planung sein“. Darüber hinaus habe man sich Sanierungen auf den Stationen des Krankenhauses vorgenommen und schiebe ein Projekt Kunstpark auf dem Gelände an.
Das Team der Aktiven in der Georg-Schwarz-Straße.
Foto: Gernot Borriss
Von besonderer Bedeutung ist der Gesundheitseinrichtung in konfessioneller Trägerschaft die Straßenbahnhaltestelle der Linie 7 vor dem eigenen Haus. „Die Straßenbahn spielt für viele Menschen eine große Rolle, die zu uns kommen“, erläuterte Möllering. Im Vorjahr fanden laut Möllering im Diakonissenkrankenhaus 12.000 Patienten stationäre Aufnahme, in der Notaufnahme waren 14.000 Menschen zu behandeln, die radiologische Gemeinschaftspraxis im Haus zählte 70.000 Patienten.
LVB-Geschäftsführer Ronald Juhrs nahm diesen Ball auf. Die Haltestelle habe eine hohe Priorität, und bis 2013 wolle man eine Lösung haben. Schließlich sei die Linie 7 durch die Georg-Schwarz-Straße „eine ganz wichtige Straßenbahnlinie, die überhaupt nicht zur Disposition steht“, so der Technikchef des Nahverkehrsunternehmens. In einem Jahr wolle man „Klarheit haben bei Planung und Finanzierung“ und „wissen, wann wir bauen“.
Auch der Haus Halten e.V. engagiert sich in der Georg-Schwarz-Straße.
Foto: Gernot Borriss
Sowohl vor dem Diakonissenkrankenhaus, als auch im Eingangsbereich der Georg-Schwarz-Straße in der Nähe der Merseburger Straße „fassen wir Gleise an, die wir nicht anfassen müssten“, erinnerte Juhrs an den ordentlichen Zustand der Gleise dort. Aber bei der Entwicklung der Straße wolle man durch Umbaumaßnahmen helfen.
Anders sieht es nördlich des Leutzscher Rathauses aus. Hier, bis hin zur Kreuzung Hupfeldstraße, habe man nach Juhrs „drängenden Erneuerungsbedarf an den Gleisen. „Man weiß, was man mit der Straße will, allein der Haushalt der Stadt lässt die Umsetzung nicht zu“, verriet Stefan Geiss, warum das Konzept zur Erneuerung im Verkehrs- und Tiefbauamt schlummert.
Für den Eingangsbereich an der Merseburger Straße ist eine Verkehrsberuhigung in der Diskussion. Die dort ansässige Buchhändlerin Birgit Grallert mahnte hierzu an, dass die Kunden der Gewerbetreibenden Parkplätze vor der Tür verlangten. Beides müsse sich nicht ausschließen, so Abteilungsleiter Geiss.
Vorgestellt wurde am Freitag auch das Team des Magistralenmanagements. Dessen Zusammensetzung ist insofern eine Novität, dass hier engagierte Stadtteilakteure als Gemeinschaftsprojekt den Zuschlag erhielten. Daniela Nuß, Christina Weiß, Anja Wirl, Jochen Gauly, Roman Grabolle, Fritjof Mothes und Tim Tröger werden sich in den nächsten Jahren um die Entwicklung der Magistrale kümmern. „Zuhören, die goldene Mitte finden, mit der alle leben können“, beschrieb Daniela Nuß als wichtigste Aufgabe. Die Politologin, die sich bisher in KunZstoffe engagiert, wird als Magistralenmanagerin das Gesicht des Teams. Vorgesehen ist zudem die Bildung eines Magistralenrats aus Bürgern des Quartiers.
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