Artikel aus der Rubrik Ausstellungen

Gigantismus am Rügener Strand

Projektgalerie des Bundes Bildender Künstler zeigt das Fotoprojekt „Prora“

Copyright: Bund Bildender Künstler Leipzig

Kunst, Zeitgeschichte und kritische Auseinandersetzung mit den monströsen Bauten größenwahnsinniger Ideologien – das geht tatsächlich alles zusammen: in einem Projekt, das ab Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr, im 4D Projektort des BBK LEIPZIG e. V. im Tapetenwerk Leipzig, Haus B (Lützner Straße 91) besichtigt werden kann. Dort ist Vernissage für das Fotoprojekt „Prora“.

Nolde und die Brücke

Ein knisternder Moment aus der Frühzeit der deutschen Kunst-Avantgarde

Copyright: Nolde Stiftung Seebüll

Deutschland war – auch in den scheinbar so kaisertreuen Jahren kurz vor dem 1. Weltkrieg – ein Land, durch das ein tapferer Wind der Moderne wehte. Künstler trauten sich was. Und zwar nicht nur das Andocken an Kunstströmungen, wie sie in den Nachbarländern längst Fuß gefasst hatten, Einige Künstler trauten sich sogar selbst, richtig mutig Avantgarde zu sein. Das ist bis heute legendenumwoben.

„Elisabeth Voigt. Im Strudel der Zeit“

Endlich eine Würdigung für die Leipziger Malerin, ohne die es die Leipziger Schule nicht gegeben hätte

Foto: Sparkasse Leipzig

Wer die am Donnerstag, 2. Februar, eröffnete Ausstellung in der Kunsthalle der Sparkasse besucht, wird da und dort verblüfft sein: Sieht das nicht aus wie ... ? Erinnert das nicht an ... ? Es ist, als würden die Bilder von Elisabeth Voigt, die hier zu sehen sind, sich in den Arbeiten eines Neo Rauch spiegeln. Aber Neo Rauch stellt hier nicht aus. Und Schüler von Elisabeth Voigt war er auch nicht.

Wiedereröffnung am Dienstag, 31. Januar

Besseres Licht, neues Design und mehr Gegenwart im Museum Zum Arabischen Coffe Baum

Foto: Stadtgeschichtliches Museum

Da naht ein Jubiläum, ein rundes und dunkles: 2019 feiert das Gasthaus „Zum Arabischen Coffe Baum“ seinen 300. Geburtstag. Was schon ein Alter ist, das auch unter europäischen Kaffeehäusern Eindruck macht. So lange muss man erst einmal durchhalten. Auch als altes Haus. Was in Leipzig etwas leichter war als anderswo. Kaffee ist hier seit 300 Jahren Kultur. Die Ausstellung dazu ist jetzt generalüberholt.

Die Hybris der Moderne

Yadegar Asisi zeigt ab heute das Riesenpanorama zum Wrack der „Titanic“

Foto: Ralf Julke

Man wird hellhörig, wenn Yadegar Asisi beginnt zu erklären, warum er ausgerechnet jetzt das Wrack der 1912 gesunkenen „Titanic“ in ein riesiges, beeindruckendes Panorama verwandelt hat. Denn der Untertitel, den er Bild und Ausstellung gegeben hat, verrät nicht wirklich, wie ernst dem Künstler das Thema ist: „Die Versprechen der Moderne“.

Galerie D21 lädt zum siebenten Mal zum nächtlichen Schaufenstergucken

Fünf tschechische KünstlerInnen zeigen in Lindenau ihre Videoarbeiten zur verstörenden Gegenwart

Copyright: D21

Nachts Kunst gucken, wo gibt es denn sowas? In Lindenau. Ab heute. In der Demmeringstraße 21. Um 20 Uhr geht es los. Und wer sich warm anzieht, kann die ganze Nacht – bis zum Morgengrauen – Videoinstallationen betrachten. Die Schaufenster sind groß genug. Da passt viel rein.

Die Eitelkeit der Gegenwart als Kunstprojekt im Kunstkraftwerk Leipzig

Eine Ausstellung in Lindenau macht den Besucher zum Selfie-Star

Plakat: Kunstkraftwerk

Nicht nur Künstler haben so einen Aha-Effekt, wenn sie den eitlen Mann da in Amerika problemlos Präsident werden sehen. In einer Kultur der digital vermarkteten Eitelkeiten ist es nur folgerichtig, dass ein Narziss problemlos eine Wahl gewinnt. Das Selfie ist der perfekte Ausdruck einer Zeit, in der Äußerlichkeiten dominieren und die Pose genügt, um zu beeindrucken. Ein bestens für eine Ausstellung geeignetes Thema.

Thomas Steinerts „Et in Arcadia ego“und Jill Luise Muessigs „Stillleben“

Doppelte Fotografieausstellung eröffnet zum Winterrundgang in der Josef Filipp Galerie

Copyright: Josef Filipp Galerie

Am Samstag, 14. Januar, von 11 bis 20 Uhr ist wieder Winterrundgang der Spinnereigalerien. An diesem Tag eröffnen zahlreiche Galerien in der Spinnerei neue Ausstellungen. Auch die Josef Filipp Galerie lockt mit den Fotografien von Thomas Steinert und Jill Luise Muessig, die sich auf stille Weise ergänzen. Arkadien kann überall sein, wenn man es nur zu sehen gewillt ist.

Starke Frauen, eindrucksvolle Fotos, guter Zweck

Katja Kupfer eröffnet am 12. Januar ihre erste Fotoausstellung „the beauty is the beast“

Foto: Katja Kupfer

Für alle LeserDas neue Jahr ist auch ein guter Anlass für neue gute Taten, fand die Journalistin, Redakteurin und Fotografin Katja Kupfer. Zum ersten Mal geht sie mit ihrer Fotoserie „the beauty is the beast“ an die Öffentlichkeit. Ausgewählt hat sie dazu die Szenebar B 10 in der Beethovenstraße, wo am Donnerstag, 12. Januar, die Vernissage gefeiert wird. Und das Ganze für einen guten Zweck: Der Erlös geht an die Leipziger Kinderstiftung. Weiterlesen. Anmelden und weiterlesen.

2017 – was kommt?

Eine Jahrhundertfeier für das berühmteste Ready-made der Welt

Grafik: Reiter Galerie

Es war ein Schock, den der Künstler Marcel Duchamp erlebte, als er 1912 mit seinen Künstlerfreunden Constantin Brâncuși und Fernand Léger die Luftfahrtschau im Pariser Grand Palais besuchte. Die technische Ästhetik der ausgestellten Fluggeräte riss ihm den Boden unter den Füßen weg. „Die Malerei ist am Ende. Wer kann etwas Besseres machen als diese Propeller? Du etwa?“, soll er zu Brâncuși gesagt haben. Was daraus folgte, machte Duchamp weltberühmt.

2017 – was kommt?

Das Museum zum Arabischen Coffe Baum wird im Januar auf den Kopf gestellt

Foto: Ralf Julke

Das Jahr 2017 fängt mit einer Schließung an. Und auch noch das beste Stück wird’s treffen: das Kaffeemuseum oder – im offiziellen Titel – die „Ständige Ausstellung im Museum zum Arabischen Coffe Baum“ in der Großen Fleischergasse. Pilgerort für alle Besucher, die wirklich wissen wollen, wie es um das Land der Kaffeesachsen bestellt ist. Und nun ist der Pilgerort einen Monat lang geschlossen. Aus gutem Grund.

Ausstellungseröffnung „Schichten“ am 28. Dezember im D21 in Lindenau

Wie Ressourcenabbau weltweit das Leben der Menschen verändert

Foto: Katrin Streicher, aus der Fotoserie „Night time tremours“

Kiesabbau im Westen von Leipzig, Kohle im Süden. Obwohl die Landschaft seit Jahrzehnten geschunden ist, geht der Ressourcenabbau weiter, werden Kultur- und Agrarlandschaften abgetragen. Ein Thema, das nicht nur Bürgerinitiativen auf die Barrikaden bringt, sondern auch Künstler beschäftigt. Denn so einen Raubbau an unseren Lebensgrundlagen gibt es weltweit. Und am Mittwoch, 28. Dezember, öffnet dazu auch eine vielschichtige Ausstellung.

Marion Ermer Peis 2016 im Museum der bildenden Künste

Vier Blicke auf eine Gegenwart, in der die Flut der Bilder längst zum Alptraum geworden ist

Foto: Ralf Julke

Ab heute lohnt sich der Besuch im Untergeschoss des Museums der bildenden Künste doppelt. Denn neben der großen Werkschau des Leipziger Malers Sighard Gille gibt es ab heute auch eine kleine Sonderausstellung mit den Arbeiten der vier neuen Preisträger des „Marion Ermer Preises“ 2016. Die erste ihrer Art im Museum der bildenden Künste. Dietrich von Berg, Vorstandsvorsitzender der Marion Ermer Stiftung, schwärmt geradezu.

Das gescheiterte Versprechen der Moderne

Ab Januar ist im Panometer Leipzig der gesunkene Koloss der Titanic zu besichtigen

Foto: Asisi / David Oliveira

Aus dem Asisi Panometer ertönt eine Sirene. Tief und weithin dröhnend – wie die Sirenen der Titanic, als sie auf den Eisberg rammte. Aber die Sirenen aus dem Panometer an der Richard-Lehmann-Straße sind diesmal für all jene bestimmt, die noch einmal das Panorama vom Great Barrier Reef sehen wollen. Denn im Januar kommt tatsächlich die Titanic. Wenn auch schon im gescheiterten und abgesoffenen Zustand. Großer Bilderwechsel unter Wasser.

Auf die Ente gekommen

Das Stadtgeschichtliche Museum zeigt jetzt 10.000 Jahre Kulturgeschichte der Entenheit

Foto: Ralf Julke

Am gestrigen Abend, 22. November, wurde im Stadtgeschichtlichen Museum im Böttchergässchen eine Ausstellung eröffnet, die sich Museumsdirektor Volker Rodekamp schon seit 15 Jahren gewünscht hat. Seit 30 Jahren reist sie schon durch Deutschland und ist damit wohl die am längsten rollende Ausstellung im Land: die „Duckomenta“. Duck wie Donald Duck, wie Ente. Die berühmteste Ente der Welt.

Galerie b2 zeigt eine besondere Gruppenausstellung

Die schrille Kehrseite des Pop

Foto: Galerie b2_

Man vergisst ja gern, welche Vielzahl von Handschriften in der Leipziger Kunstszene zu finden ist. Das muss dann ab und zu doch mal eine Ausstellung in Erinnerung rufen, die sich einem besonderen Aspekt widmet. Wie die, die am Samstag, 26. November, in der Galerie B2 eröffnet wird: „Smuggling Pop“. Quasi eingeschmuggelter Pop. Ganz heimlich, ohne diese Aufmerksamkeitsattitüde eines Andy Warhol.

15 Jahre Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig

Eine Interims-Ausstellung erzählt jetzt eindringlich vom „Provisorium“ NS-Zwangsarbeit in Leipzig

Foto: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig

Bis zum 11. November war die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig noch wegen Umbauarbeiten geschlossen. Aber am 12. November öffnete sie wieder – diesmal mit einer Interims-Ausstellung mit dem Titel „Im Provisorium. NS-Zwangsarbeit in Leipzig und beim Rüstungskonzern HASAG“.

Gilles furiose Erzählung vom unpassenden Menschen in einer närrischen Welt

Werkschau „Sighard Gille. ruhelos“ im Museum der bildenden Künste

Foto: Ralf Julke

Ein kleiner Schlagabtausch zwischen Sighard Gille und Hans-Werner Schmidt, ein paar Lacher im Publikum, eine ziemlich seltsame Journalistenfrage nach den Malzeiten und Kleiderzuständen des berühmten Leipziger Malers – man merkte schon am Freitagmorgen, dass mal wieder überregionale Kulturjournalisten eingeflogen waren nach Leipzig. Was auch im Museum der bildenden Künste nicht allzu oft vorkommt.

Zurück in die Zukunft auf die malerische Art

Heute wird Benjamin Dittrichs Ausstellung „Lokaler Superhaufen“ eröffnet

Foto: Verein der Leipziger Jahresausstellung

Man staunt durchaus, was so im Jahr 2016 alles an Kunst passiert. Als hätten einige junge Leute beschlossen, die Zukunft wieder ganz vorn anzufangen, in jener unter Staub und Schrott begrabenen Zeit, als die Zukunft noch frisch war, nach Robotern, Raketen und Raumreisen schmeckte und ein Illustrator namens Hans Ticha sie in Szene setzte. Als hätte er sich mit Benjamin Dittrich bei einem Ausflug „Zurück in die Zukunft“ getroffen.