Frauenbuchprojekt: Mit Tanz und Tortilla wird "8 km² Integration“ gefeiert (Teil 6)
Vanessa Raab
05.12.2011
Bild: Vanessa Raab
Das Buchprojekt „8 km² Integration – der Leipziger Westen aus interkultureller Frauensicht“ hat am Freitag, 2.Dezember, im Stadtteilladen auf der Karl-Heine-Straße seinen Abschluss gefunden. Mit russischem Tanz und spanischer Tortilla haben die Teilnehmerinnen mit ihren Männern und Kindern die Buchveröffentlichung gefeiert.
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Die 17 Teilnehmerinnen haben es geschafft. Das Buch „8 km² Integration – der Leipziger Westen aus interkultureller Frauensicht“ ist ab sofort im Handel erhältlich. Am Anfang sah es manchmal so aus, dass das Vorhaben vielleicht doch eine Nummer zu groß sein könnte. Doch nun halten die Autorinnen ihr Werk in Händen. „Es ist sehr schön geworden“, lautet das Resümee. Vor allem die Männer blätterten erstaunt durch das Buch.
Die limitierte Erstauflage von 500 Stück wird von „Edition PaperONE“ vertrieben. Der Verlag sitzt im Leipziger Westen in der Merseburger Straße. „Das war nur logisch. Und ich freue mich, dass die Zusammenarbeit so gut und vor allem unkompliziert abgelaufen ist“, sagt eine der Projektleiterinnen, Eva Brackelmann. Verlagsinhaber Michael Schweßinger kann dem nur zustimmen.
Projektleiterinnen Katharina Kleinschmidt und Eva Brackelmann mit den "paperONies" Michael Schweßinger und Daphne Theissen.
Bild: Vanessa Raab
„Jeder Migrant, unabhängig von seiner Nationalität, kommt nach Deutschland mit einer bestimmten Berufs- und Lebenserfahrung“, schreibt Svetlana Delmukhamedova in ihrem Beitrag „Mein Leben als Künstlerin“. Und zeigt damit gleich eine Erkenntnis auf, die aus dem Buchprojekt gewonnen wurde: „Die Migrantin gibt es nicht. Deshalb sind defizitorientierte Konzepte bei der Arbeit mit Migrantinnen neu zu denken und der potenzialorientierte Ansatz unserer Meinung nach zukunftsweisend“, so die Projektleitung.
Jede Frau hat drei Exemplare überreicht und ihre Teilnahme bescheinigt bekommen. Das Buchprojekt gehört zum Bundesprogramm „Stärken vor Ort“ und soll den Frauen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben helfen. Ihren Beitrag können sie nun bei Bewerbungen als Referenz angeben.
Nach dem offiziellen Teil wurde es dann gemütlich. Die Frauen haben das Essen mitgebracht. Und während sich die einen die Tortilla schmecken lassen, schlüpfen Lyudmyla Tarashchanska aus der Ukraine und Helena García Moreno aus Ecuador in ihre Kostüme. Die beiden gehören zur multikulturellen Tanzgruppe „Mileta“ und beglückten das Publikum mit einer kleinen Show. Auf dem Programm standen die typisch russische Polka und Kalinka.
Dabei verwischen die Grenzen der Nationalitäten komplett. Menschen tanzen zusammen und feiern in vertrauter Atmosphäre ein gemeinsam erreichtes Ziel. Das große Fazit dieses Projektes: Es ist egal, woher man kommt, Hauptsache man ist offen und hat Spaß. Denn das ist wohl der erste Schritt zur Integration. Man sollte weg von abgrenzenden Gedanken hin zur Bereitschaft, Neues in sein Leben zu lassen.
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