Artikel aus der Rubrik Bücher

Die Sache mit Umschlungensein, Liebesfleiß und dem harmoniesüchtigen Herrn Leibniz

Stabilierte Saitenlage: Peter Gosses ganz und gar nicht sentimentale Gedichte von der Liebe

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferDass der Leipziger Lyriker Peter Gosse seinen Lesern gern Nüsse zum Knacken aufgibt, das zeigt schon der Titel, den er seinem Band mit Liebesgedichten gegeben hat: „Stabilierte Saitenlage“. Ein kleiner Seitenhieb auf den „bewunderten Mit-Leipziger“ Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen 300. Todestag 2016 gefeiert wurde, und dessen „prästabilisierte Harmonie“. Weiterlesen

Abseits der lärmerfüllten Rummelplätze

Mit Ilona und Peter Traub das Magische in Sachsen entdecken

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Für FreikäuferIn Sachsen-Anhalt waren Ilona und Peter Traub schon unterwegs, um magische Orte zu finden. Was dort eigentlich nicht schwer ist. Eher findet man mehr magische Orte, als in ein Buch passen. Deswegen war da schon klar: Dem Buch muss eine Fortsetzung folgen. Die ist nun da – aber als Ausflug in sächsische Gefilde. In ein Bundesland also, das gar nicht so magisch ist wie das hexenreiche Nachbarland. Weiterlesen

Mal in die Rolle der Lutherin schlüpfen

Christiane Dalichow erzählt die Lebensgeschichte der Katharina Luther

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Für alle LeserWenn Autorinnen und Autoren in die Rollen berühmter historischer Persönlichkeiten schlüpfen, dann ist das immer auch ein Versuch des Unmöglichen. Selbst dann, wenn das Leben der Person so gut erforscht ist wie das der Katharina von Bora, die 1525 den berühmten Martin Luther heiratete. Gleich in der Einleitung stellt es Christiane Dalichow ja bedauernd fest: Ihre Briefe an Martin sind nicht überliefert. Weiterlesen

Leipzig war's nie allein

Rainer Eckert beschreibt, wie die Revolution 1989 auch in Potsdam ins Rollen kam

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Für Freikäufer Die Potsdamer also auch? Natürlich. Was man aus Leipziger Sicht oft nicht wahrnimmt, ist die Tatsache, dass die Friedliche Revolution 1989 fast überall in der DDR gleichzeitig geschah. Die Auslöser waren ja auch überall dieselben. Nur eigneten sich Städte wie Leipzig natürlich eher dazu, auch zum Sammelpunkt der Revolution zu werden. Aber was passierte in Potsdam? Das hat Rainer Eckert nun doch mal interessiert. Weiterlesen

Mit Georg Röwekamp durch Rom

2000 Jahre Bibel-, Kirchen-, Kunst- und Weltgeschichte mal ganz und gar nicht apostolisch betrachtet

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Für FreikäuferLuther war da. Das ist zwar schon 506 Jahre her und im Vatikan würde man das wohl nicht gerade an die große Glocke hängen. Aber er war da, neugierig, wissensdurstig, von seinem Orden auf die 1.500 Kilometer lange Reise geschickt. Er kannte also die Stadt der Päpste, als er später seine harten Urteile fällte über das „gotteslästerliche Rom“, das er auch gern als Babylon beschrieb. Man kann auch wegen Luther nach Rom reisen. Weiterlesen

Mit Ritter Christian im Zeitalter Heinrichs und Ottos

Vom König zum König: Christian Lohmeier versucht, das früheste Kapitel der deutschen Geschichte zu rekonstruieren

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Für Freikäufer Die Deutsche Literaturgesellschaft ist ein Verlag, der Bücher herausbringt, die in anderen Verlagen ihre Schwierigkeiten hätten. Unter anderem, weil sie eigentlich noch viel Arbeit brauchen. Gerade wenn es um historische Themen geht, die einer zum Leben erwecken möchte. Denn wie war denn das damals, als aus dem Ostfrankenreich so langsam Deutschland wurde? Weiterlesen

Der Mann, der Martin Luther ist

Bernhard Naumann erzählt seine Variante von Luthers Leben auf Erden

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Für Freikäufer Vielleicht sollte man Martin Luther tatsächlich in seiner Zeit lassen. Was gar nicht so einfach ist. Wenn Menschen Geschichte formulieren, neigen sie dazu, deren Akteure aufzublasen zu einer Größe, die sie nicht hatten. Sie verwechseln die Wirkung mit der Person. Fast beiläufig erzählt es Bernhard Naumann mit, wenn er in die Rolle von Martin Luther schlüpft. Weiterlesen

Von Prozessionen, Kirchentagen und Kirchenweihen im grauen Osten

Harald Kirschners aufmerksame Bilder aus dem religiösen Leben der späten DDR

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Für Freikäufer Es war nicht der „Kirchentag auf dem Weg“, zu dem Harald Kirschner seine Fotos zeigte über das religiöse Leben in der DDR, sondern der Katholikentag im Vorjahr. Mit großer Resonanz. Da staunte so Mancher, dass es so viel öffentlich gelebte Religiosität in der DDR überhaupt gab. Sogar Wolfgang Thierse irgendwie. Der schrieb nun das Geleitwort für diesen Fotoband. Weiterlesen

Die Analyse eines wortgewaltigen Mannes, der seine Gottesangst in Radikalität verwandelte

Peter Henkels „Schluss mit Luther“

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Noch rollt der große Luther-Express, feiert die evangelische Kirche sich auf den Höhepunkt des 500-jährigen Jubiläums der Reformation zu. Hunderte Luther-Bücher sind erschienen, die den Theologen aus Wittenberg in der Regel glorifizieren, gar zum Vorkämpfer der Moderne und der Aufklärung machen. Nur: Augenscheinlich war Luther das gar nicht, stellt Peter Henkel fest. Weiterlesen

Ein historischer Roman über das spannendste Kapitel in der frühen Leipziger Geschichte

„Was soll vergrabenes Gold …“ – Der Zankapfel Lipsk und die Fakenews der Mächtigen

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Für FreikäuferNa gut, den 800-Seiter wird nicht jeder im Urlaub schaffen. Es sei denn, es gibt jetzt noch sechs Wochen Regenwetter. Selbst dann wird es nicht leicht, denn Joachim Oelßner hat sich mit diesem Buch zu einem der spannendsten Kapitel der Leipziger Geschichte eine Herkulesaufgabe gestellt. Denn vor 800 Jahren war in Leipzig richtig was los. Zutaten: ein König, Markgrafen, Bischöfe, Ritter. Und ein berühmter Minnesänger. Weiterlesen

Ein fast schon politisches Buch zu einer eindrucksvollen Designausstellung

„BIKES!“ Die Zukunft der Städte gehört dem Fahrrad

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Fahrräder, Fahrräder, Fahrräder! Im Museum für angewandte Kunst sieht es derzeit aus wie in einer Designerwerkstatt für flotte Zweiräder. Oder wie in einem Store für die verrücktesten Bikes, die es derzeit zu kaufen gibt. Vom 22. Juni bis zum 1. Oktober ist diese Sonderausstellung zu sehen, die nicht nur zeigt, dass Fahrräder heute zum modernen Lebensstil gehören. Weiterlesen

Fünf neue Fälle von Pater Thomas

Das Böse landet ab und zu auch mal im Krankenhaus

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Es ist nicht gerade der Turm der Peterskirche auf dem Cover, um den die Raben kreisen, auch nicht der Kirche St. Trinitatis. Auch nicht der einer kleinen Kirche in der italienischen Provinz, wo man sich einen eifrigen Don Camillo vorstellen kann. Pater Thomas scheint es so langsam wie Don Camillo zu gehen – nur Peppone fehlt. Dafür landen andere heillose Zeitgenossen in seinem Refugium. Weiterlesen

Der Giftmorde dritter Teil

Wie viel Gegenwart spiegelt sich eigentlich in diesen zum Teil rabenschwarzen Mordgeschichten?

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Dieser dritte Band mit lauter Krimi-Kurzgeschichten, in denen eifrig mit Gift gemordet wird, ist auch ein Beispiel für die Lernfähigkeit der daran beteiligten Autorinnen und Autoren. Denn anfangs setzten sie alle auf Dramatik und einen möglichst überraschenden Plot. Als wenn es beim Morden nur auf eine möglichst clevere Idee ankommt, und nicht auf die Motive der Täter. Weiterlesen

Lesefutter für Freunde der Leipziger Stadtgeschichte

Getaufte Türken, streikende Handwerker, Briefe an die Schwiegermama und die Frage nach dem k in Leipzig

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Mit dem Jahrbuch „Leipziger Stadtgeschichte“ gibt der Leipziger Geschichtsverein jedes Jahr ein Paket von Lesestoff heraus, das den Geschichtsinteressierten zeigt, was es an Leipzigs Geschichte noch alles zu erforschen gibt. Trotz einer ambitionierten vierbändigen Stadtgeschichte blieben noch viele Themen unbearbeitet und etliche Rätsel ungelöst. Wie das um den Namen der Stadt. Weiterlesen

Raus aus der Pubertäts-Falle

„Der Erlöser“ – Warum es vielleicht doch besser ist, die (Alb-)Träume der Jugend hinter sich zu lassen

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Beim Leipziger Einbuch-Verlag dürfen sich Autoren auch mal ausprobieren. Auch mal Texte in Buchform bringen, die eigentlich noch kein Buch sind. Auch kein Roman. Was vorkommen kann. Gerade, wenn man erst mal anfangen möchte in dem Metier. Bei Hans Fallada hat es ja auch zwölf Jahre von seinem wilden Erstling bis zum ersten richtigen Fallada gedauert. Weiterlesen

Die schwarz-weiße Einnerung an ein ein Jahrhundert voller Gelassenheit

Norbert Bunges Fotografien in einem Band

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Am Ende kommt zusammen, was zusammengehört. Auch wenn die Fotografie in Ost und West über 40 Jahre scheinbar getrennte Wege ging. Mit beeindruckenden Fotografien gerade im Ostteil des geteilten Landes, wie nun schon Dutzende Fotobände aus dem Lehmstedt Verlag eindrucksvoll belegen. Aber manche Bände zeigen auch, dass sich die Welten berühren konnten – so wie bei Norbert Bunge. Weiterlesen

Die Schicksale dreier jüdischer Familien aus Schleußig

Eine reich illustrierte Spurensuche in der Leipziger Wirtschaftsgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts

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Noch ist das große Buch über die jüdische Kultur in Leipzig bis 1933 nicht geschrieben. Mit Bernd-Lutz Langes Büchern ist das Thema vor Jahren ja überhaupt erst einmal wieder öffentlich geworden. Und seitdem ist Vieles emsige Nachhol-Arbeit. Denn aus dem Leipziger Stadtbild sind die einstigen jüdischen Nachbarn fast völlig verschwunden. Jane Wegewitz und Tom Pürschel waren in Schleußig auf Spurensuche. Weiterlesen

Es ist nicht schlimm, ein Mensch zu sein

Die stoffreiche Biografie des lange unterschätzten Hans Fallada

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In Leipzig hat Peter Walther seine Fallada-Biographie schon am 15. Juni vorgestellt. Nicht in der Falladastraße, die es tatsächlich gibt, aber etwas weit ab vom Schuss: in Möckern. Dafür im Haus des Buches. Noch besser wäre ein schöner nobler Saal im Bundesverwaltungsgericht gewesen, denn der Vater des später so berühmten Schriftstellers war Richter am damaligen Reichsgericht. Weiterlesen

Band 3 einer militärischen Fleißarbeit

Die sächsische Armee zwischen Königgrätz und den Vorgewittern des 1. Weltkriegs

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Es ist ein Trumm von Buch, voller Zahlen, Daten, Dienstgrade, Truppenstärken und Schlachtverläufe. Geschrieben von einem, für den das Soldatenleben Beruf war und – nach der offiziellen Verabschiedung aus dem Dienst – Berufung. Denn eigentlich könnte Wolfgang Gülich auch noch stolz ein „Brigadegeneral a. D.“ vor seinen Autorennamen schreiben. Bis 2000 war er einer der höchsten Befehlshaber in Sachsen. So etwas verbindet. Weiterlesen

Neue Fundstücke zu einem weltberühmten Dorfdichter und das Subversive am Leben in der Taiga

Zuwachs für die Pratajev-Bibliothek: Haus aus Stein Nr. 9

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Die Legende geht weiter. Mit dem Dichter Pratajev haben Holger Makarios und Frank Bröker ihrem Leben als Russian Doctors eine Hintergrundgeschichte verpasst, die längst ein Eigenleben entwickelt hat. Was auch daran liegt, dass die beiden Musiker natürlich ein gut Teil ihrer Haltung zur Welt in diese diffuse, fragmentarische Geschichte eines nebulös verschollenen russischen Dichters gesteckt haben. Weiterlesen