Artikel zum Schlagwort Rezensionen

Eine willige Lebensgefährtin?

Die gar nicht so romantischen Reisen von Clara und Robert Schumann in die Sächsische Schweiz und den Harz

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAndere kümmern sich ausgiebig um Bach und um Wagner. Im Eudora Verlag hat man sich hingegen mit Fleiß des berühmtesten Leipziger Musiker-Paares angenommen: Clara und Robert Schumann. Insbesondere Hans Joachim Köhler hat hier mit dem Band „Blickkontakte mit Robert Schumann“ schon gezeigt, was man in Leipzig alles entdecken kann, wenn man den Spuren Robert Schumanns folgt. Nun gibt es einen zweiten Band zu Schumann. Und ein dritter ist in Vorbereitung. Weiterlesen

Ein Krimi aus herzoglichen Zeiten

Der tragische Tod eines Tabakhändlers im beschaulichen Städtchen Wörlitz

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Ende rollt ein Kopf und es sieht ganz so aus, als hätte es da im kleinen Herzogtum Anhalt einen jener Justizirrtümer gegeben, die besonders tragisch sind, weil sie einen Menschen das Leben kosten, der möglicherweise mit der blutigen Tat nichts zu tun hat. Der Kopf rollt am 15. August 1885 im Hof der Strafanstalt Coswig. Neun Monate nach den Ereignissen, die Antje Penk in diesem Buch erzählt. Weiterlesen

14 Essays für den größten Skeptiker des 20. Jahrhunderts

Stanislaw Lems Gedankenexperimente oder Der gut zu beobachtende Weg der Menschheit in die selbstgestellte Technologiefalle

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeine bekanntesten Titel findet man auch heute noch wie selbstverständlich im Science-Fiction-Regal: Die „Robotermärchen“, die „Sterntagebücher“, sogar „Der Mensch vom Mars“ und „Der Unbesiegbare“ – halt das, was auch beim Lesen irgendwie wie Science Fiction aussieht und nicht allzu anstrengend ist für Leser, die Raketen, Roboter und Marsianer für eine denkbare Zukunft halten. Weiterlesen

Der einzig Wahre soll es sein

Das Heft, in dem die Geschichte zum Bach-Porträt im Alten Rathaus bilderreich erzählt wird

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 18. April, wurde das neue Bach-Kabinett im Alten Rathaus eröffnet. Und zu der Gelegenheit wurde auch gleich noch das neue Heft in der Reihe „Thema.M“ vorgestellt, die Nr. 19 mittlerweile. M steht natürlich für Museum. Und wenn zu jedem Paukenschlag auch Geld da wäre, könnte die informative Reihe noch viel schneller wachsen. Weiterlesen

Jetzt mit Nachwort und CD

Das aberwitzige und kantige Leben des Überlebenden und Schriftstellers Hasso Grabner

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Für alle LeserFrancis Nenik wird wohl noch eine Weile der große geheimnisvolle Schriftsteller aus Leipzig bleiben, der unter Pseudonym sehr eigenwillige Bücher veröffentlicht. Und eigentlich sollte sein 2016 bei Spector Books erschienenes „Doppelte Biografieführung“ noch viel eigenwilliger sein: Es sollte ein Buch über vergessene Schriftsteller werden. Aber wie findet man vergessene Schriftsteller? Und wie kommt man dann auf Hasso Grabner? Weiterlesen

So mitreißend und intensiv wie der erste Band der Trilogie

Mit „Zwischenland“ lässt Kathrin Wildenberger den intensiven Sommer 1990 wieder erstehen

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Für alle LeserMit „Montagsnächte“ landete Kathrin Wildenberger 2007 einen Paukenschlag. Ihr erster Roman erschien damals noch im Plöttner Verlag. Mit ihrem Buch zeigte die junge Wahlleipzigerin, was für ein Romanstoff in diesem aufregenden Herbst 1989 in Leipzig steckte. Eigentlich war es das Buch einer ganzen jungen Generation, die von sich sagen konnte: Wir haben was erlebt. Und dann begann das lange Warten auf den nächsten Band. Weiterlesen

Raus aus den Zuckerbomben

„Eis & mehr“ – Ein Büchlein, in dem man lernt, wie man Eis selber und richtig machen kann

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Für alle LeserSo fix geht das. Gerade noch war Leipzig mit Schnee zugeschüttet und die Kinder konnten Osterhasen-Schneemänner bauen, und schon schnellen die Temperaturen auf sommerliche 20, 25 Grad hinauf. Da steht man sich mit Kind und Kindeskind die Beine am Eisstand in den Bauch. Etwas faulere Menschen sacken sich im Supermarkt die XXL-Eis-Packungen ein. Aber das dürfte ein ziemlich dummer Einfall sein. Man lese nur dieses kleine Büchlein von Katharinas Kleinschmidt. Weiterlesen

Nicht einschüchtern lassen!

Wie die Böckchen-Bande die Sache mit dem furchteinflößenden Rektor zu packen bekommt

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Für alle LeserIm Schwimmbad war die Böckchen-Bande schon. Jetzt bekamen die drei kleinen Ziegenböcke die Aufforderung, in die Schule zu kommen. Vom Rektor persönlich. „Für alle Unerschrockenen ab 4 Jahre“, wirbt der Verlag für dieses Bilderbuch aus Norwegen. Im Katalog gibt’s dann noch eins drauf: „Hey, teacher, leave the kids alone!“ Weiterlesen

Die Bilderwelten des Leipziger Fotografen Olaf Martens

Heimat und Tapeten oder Die lustvolle Inszenierung einer märchenhaft vertrauten Welt

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Für alle LeserVielleicht hat Claas Cordes in seinem Vorwort zu diesem Buch ja Recht, wenn er die „Verdruckstheit der Kritik“ beklagt, die den außergewöhnlichen Leipziger Fotografen Olaf Martens in lauter verschrobene Schubkästen steckt. Und die Einordnung nach Himmelsrichtungen sei dabei nicht einmal der größte Fauxpas. Manche Kritiker können nicht anders. Sie brauchen ihre Schubkästen. Ist eben fatal, wenn man nur ein kleines Spezialgebiet hat. Weiterlesen

Von Hallimasch bis Pfifferling

Ein kleines Pilz-ABC mit lauter wichtigen Tipps und Warnhinweisen

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Für alle LeserIch geb’s ja zu: Das Büchlein hat mich nicht beruhigt. Zu viele leckere Pilze haben giftige Doppelgänger. Die man lieber im Wald lässt und schon gar nicht mal kostet. Edgar Fenzlein ist ehrenamtlicher Pilzsachverständiger. Er weiß, wovon er schreibt. Denn Pilzwissen ist Fachwissen, das einem gewöhnlichen Großstädter in der Regel fehlt. Da braucht man schon ein bisschen Grundlagenwissen. Weiterlesen

Bibliophil wieder aufgelegt

Martin Gumperts Hahnemann-Roman aus dem Jahr 1934 im Südverlag

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Für alle LeserDies ist ein Buch aus einer anderen Zeit. Es erschien zum ersten Mal 1949 im Südverlag. Davor 1934 bei Samuel Fischer in Berlin, zwei Jahre, bevor der Berliner Mediziner und Autor Martin Gumpert in die USA emigrierte. Sein „Hahnemann“ war schon das Ergebnis seines praktischen Berufsverbotes durch die Nazis 1933. Denn fortan schrieb er vor allem über große Forscher, Mediziner und Wohltäter. Weiterlesen

Eigentlich nicht nur ein Buch für kleine große Geschwister

„Meine kleine Schwester“ – Was große Brüder von kleinen, erschrockenen Schwestern so alles lernen können

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Für alle LeserSind Kinder in Schweden besonders frech? Oder sind schwedische Mütter nur viel gelassener als – sagen wir mal – durchschnittliche deutsche Mütter? Gottchen, wie das schon klingt! Nach Mutterverdienstkreuz geradezu. Stocksteif bis in den letzten Konsonanten. Es ist schon schlimm, was die Wertkonservativen immer mit unserer Sprache anrichten. Aber zurück zu Lars. Bestimmt heißt der kleine Frechdachs im richtigen Leben Lars. Oder Ulf, wie sein Erzähler-Papa. Weiterlesen

Wenn der Drei-Land-Sender eine Reise tut

Rezepte aus zehn Jahren „Unsere köstliche Heimat“ im Märchenton aufgetischt

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Für alle LeserEs passt schon, wenn so ein Buch beim Buchverlag für die Frau landet. Dort haben Kochbücher mit Regionalbezug ja längst Tradition. Und dort ist man sich dessen schon lange bewusst, dass sich in Rezepten auch Kultur- und Sozialgeschichte spiegelt. Nu ja. Und dann kam 2008 beim MDR der Redakteur Alexander Zimmeck auf die Idee, auch so was zu machen: Rumzufahren im Drei-Land und Rezepte einzusammeln. Weiterlesen

Heiß! Sticht! Kaputt! – Das pralle Leben als kleiner Mensch

Das viersprache Kinder-Worte-Lern-Buch von Moni Port

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Für alle LeserWenn Moni Port ein Buch illustriert, dann sollte man auf Überraschungen gefasst sein. Mal sind es furchtsame kleine Monster unterm Bett, mal Muscheln, die undeutlich reden, oder winkende Eulen im Wald. Die Illustratorin aus Frankfurt hat sich ihre kindliche Sicht auf die Welt bewahrt. Und deshalb weiß sie auch, was Kinder täglich alles um sich versammeln. Und wie sie Worte lernen zum Beispiel zu vergossener Milch und zerbrochenen Eiern. Weiterlesen

Die Regierung, die die deutsche Einheit machte

17 Ministerinnen und Minister erzählen im Interview, wie es 1990 wirklich war

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Für alle LeserNatürlich ist der Titel falsch. Weil er richtig ist. Weil er von etwas erzählt, was es in der deutschen Geschichte nur einmal gab. Und es kommt in unserer Erinnerung so gut wie gar nicht mehr vor. Überall dominiert die falsche Illusion, Helmut Kohl habe die Deutsche Einheit gemacht. Auch das gehört zum falschen Selbstbild der Ostdeutschen, die nicht wirklich begriffen haben, dass es ihre eigene Regierung war, die die Einheit gemacht hat. Weiterlesen

Liebe als Kapital

„Jenny und Karl Marx“ – Die beeindruckende Liebe der Landratstochter Jenny zum unermüdlichen Dr. Karl Marx

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Für alle LeserSteht sie wirklich noch da im Garten des Hauses Jenny-Marx-Straße 20? Sie steht noch da: die von Heinrich Apel geschaffene Skulptur einer jungen Frau im Kostüm ihrer Zeit: Jenny von Westphalen, Tochter des preußischen Landrats Wilhelm von Westphalen. 1968 haben die Salzwedeler ihr hier ein kleines Museum eingerichtet. Auch wenn sich Jennys große Liebe ganz woanders abspielte – im fernen Trier, wohin ihr Vater als Regierungsrat versetzt wurde. Weiterlesen

Bemerkenswert anrührende Gedichte aus Leipzig

Johanna Schwedes‘ Lebensgedichte aus einer Welt mit Sonne, Sternen und vorwurfsvoll hustenden Krähen

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Für alle LeserLeipzig ist eine poetische Stadt. Nicht auf Ebene der Stadtpolitik. Da hat selbst ein Verleger als Kulturbürgermeister nicht viel Aufmerksamkeit gezeigt für die Autoren in der Stadt. Sind ja alle nicht berühmt, tauchen im Preisrummel der deutschen Literaturpreise nicht auf. Und im Westen werden sie nicht gehypt. Ergebnis: Sie schreiben exzellente Texte. Und die erscheinen fast ausschließlich in kleinen, aber sehr ambitionierten Verlagen. Weiterlesen

Wie das Kochen für Kinder und mit ihnen gemeinsam wieder richtig Spaß machen kann

Die besten Rezepte für Mäkelkinder

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Für alle LeserSpätestens auf Seite 14 wünscht man sich, wieder Kind zu sein. „Kinder spielen lassen“, heißt das Kapitel, in dem die beiden Autorinnen erklären, warum Kinder so gern ins Essen fassen und damit Dinge anstellen, die ein brav erzogener Erwachsener niemals mehr machen würde. „Mit Essen spielt man nicht“, so lautet ja der anerzogene Spruch. Was wir aber vergessen haben: Kinder haben noch ein sehr direktes und neugieriges Verhältnis zum Essen. Weiterlesen

Überforderte Feldherren, falsche Verheißungen und ein belogenes Parlament

Gerhard P. Groß analysiert das letzte Kriegsjahr 1918 und die Erfindung der Dolchstoßlegende

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Für alle LeserSo mancher Leser stellte mit gelindem Entsetzen fest, dass das Stadtgeschichtliche Museum in diesem Jahr zwar zwei ziemlich sinnfreie Ausstellungen zum Sport („Meilensteine der Leipziger Sportgeschichte“) und ab Oktober zur Popmusik („Oh Yeah. Popmusik in Deutschland“) veranstaltet, aber die wirklich großen Jubiläen einfach ignoriert. Und das sind unter anderem das Ende des 1. Weltkriegs und die Novemberrevolution. Gerade in Zeiten der bedrohten Demokratie hochaktuelle Ereignisse. Weiterlesen

Ein Buch aus einem einzigen Satz

„Der ungarische Satz“ – Ein gescheitertes Dichterleben im Europa der Vertriebenen, Verschwundenen und Heimatlosgewordenen

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Für alle LeserEs ist Titel Nr. 23 aus der Reihe „sonar“, mit der Voland & Quist die Literaturen Ost-und Südosteuropas ins Deutsche holt. Es sind Titel von Autorinnen und Autoren, die in ihren Ländern schon für Furore gesorgt haben. Auch weil sie sehr genau beschreiben, wie Menschen sich fühlen, die in gewaltige Transformationsprozesse hineingeschleudert werden. Eigentlich ein den Ostdeutschen sehr vertrautes Thema. Weiterlesen