Artikel zum Schlagwort Rezensionen

Wie wir eigentlich denken müssen, um der Spezies Mensch den Hintern zu retten

Klaus Simon: „Zur Welt kommen“ oder Wie alles mit allem verbunden ist

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUm das Büchlein bin ich gedanklich mehrfach herumgelaufen: Bespricht man es noch? Unseren Lesern ist das doch alles klar! Spätestens, seit wir die jüngsten Bücher von Richard Dawkins besprochen haben. Dann weiß man eigentlich, dass ein wissenschaftlicher Blick auf die Welt glücklich macht. Denn dann tut sich die faszinierende Größe eines Kosmos auf, den wir nur staunend bewundern, aber nie ganz erfassen können. Weiterlesen

Ein georgischer Erzähler im Sonar-Programm von Voland & Quist

Unerledigte Geschichten: Ein mitreißender Roman über das Überleben im Krieg, die Freundschaft und die Sache mit den Frauen

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Für alle LeserMit ein klein wenig Verspätung kommt dieses Buch nach Deutschland. Erstmals veröffentlicht wurde es 2008 in Tbilissi. Das ist die Hauptstadt Georgiens. Und in Georgien lebt Gela Tschkwanawa im Exil. Denn geboren ist er in Sochumi. Aber das gehört zu Abchasien. Und genau das ist Thema seines Romans, der zurückblendet in einen der vielen vergessenen Kriege der jüngeren Zeit. In diesem Fall dem Sezessionskrieg Abchasiens. Weiterlesen

Die Freundschaft zweier Mathematiker

Der Briefwechsel Emil Artin – Helmut Hasse und die Frage nach dem Anständigbleiben in finsteren Zeiten

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Für alle LeserSo langsam mausert sich die Archiv-Reihe in der Edition am Gutenbergplatz zu einer kleinen historischen Bibliothek der Mathematik in Deutschland. Ausgehend von den großen Mathematikern, die zum Teil auch in Leipzig wirkten, wird die Reihe zu einem Puzzle der Mathematik in den vergangenen 200 Jahren. Und manchmal auch eine, die die Grenzen der Mathematik überschreitet. Mathematiker sind auch nur Menschen. Oder auch: Mathematiker sind auch Menschen. Weiterlesen

Utz Rachowskis Gedichte, eine kleine, kompakte Auswahl

Ein spätes Poesiealbum für den nachdenklichen Dichter aus dem Vogtland

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Für alle LeserMit seinem Hamlet-Gedicht war Utz Rachowski auch in der jüngst in der Reihe „Poesiealbum neu“ erschienenen Auswahl „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ vertreten. Er war nie so präsent als dissidentischer Dichter wie etwa Lutz Rathenow oder gar Wolf Biermann. Und wahrscheinlich würde er sich auch verwahren, in dieser Schublade zu landen. Denn eigentlich ist er ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie schnell sensible Dichter in die Mühlen der DDR-Behörden gerieten. Weiterlesen

Flusswaschanlage, Seglerparadies und Badeidyll

Das dicke, reich bebilderte Buch zur kompletten Geschichte des Elsterstausees

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Für alle LeserDas Aus für den Elsterstausee kam 2017, als Leipzigs Stadtrat der Argumentation der Stadtverwaltung folgte, dass eine Rettung des Elsterstausees viel zu teuer wäre – 4 Millionen Euro allein wegen der neu zu bauenden Dämme. Damit scheiterten auch die Bemühungen des Fördervereins Elsterstausee, diesen einst beliebtesten Leipziger See zu retten. Aber wer erinnert sich noch? Das Buch hilft jetzt dabei. Weiterlesen

100 Gedichte über das Erleben der Zeit

My generation: Poetische Spurensuche nach lauter Schubladen, die es gar nicht gibt

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Für alle LeserDichter sind die Nachdenklichen unter uns, die beim Treppeputzen Bob Dylan hören und über das Wohlwollen der Nachbarn sinnieren, die bei alten Armeejacken über deren Träger im Vietnamkrieg nachdenken oder beim Kauf einer Jeans über die biologische Abbauarbeit von Hosen, Flugblättern und rechtsradikalen Parteien. Sie wissen, wozu man die riesige Bibliothek im Kopf nutzen kann. Weiterlesen

Sie wollten schon immer wissen, wo unsere Steuergelder verschwinden?

Eine Beamtenposse mit starker Neigung zur Wirklichkeit: Die Geschäftsstelle

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Für alle LeserDie Suche auf Willy Weglehners Homepage spuckt zwar zu den Namen Ilf und Petrow keinen Treffer aus. Aber Ilja Ilf und Jewgeni Petrow sind, wenn man es recht bedenkt, die eigentlichen Vorbilder für das, was Willy Weglehner in seinen Büchern anstellt. Man kann den Olymp auch um Michail Sostschenko und Nikolai Gogol erweitern. Denn eins wussten die Russen nur zu gut: Ämter und Behörden führen ein bizarres Eigenleben. Und Revisoren und Ministerialbeamten ist nicht über den Weg zu trauen. Weiterlesen

Kubisch, praktisch, völlig unterschätzt

Mit Hans Walser die erstaunlichen Welten des Würfels erkunden

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Für alle LeserDer Würfel ist ein braves und unschuldiges Wesen. So auf den ersten Blick. Eine klare dreidimensionale Figur. Gar nichts Kompliziertes, so beim ersten Betrachten. Aber Hans Walser wäre kein ausgebuffter Mathematiker und Pädagoge, wenn er mit diesem scheinbar so simplen Klotz nicht allerlei Dinge anstellen könnte, die Leute mit gutem Vorstellungsvermögen so richtig in Aufregung versetzen können. Weiterlesen

Papstbeerdigung, Radetzkymarsch und eine erhellende Kurreise nach Polen

Kathrin Aehnlichs „Grenzgänge“ – ein Reisepaket zu Traum-Orten und fast vergessenen Gefühlen

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Für alle LeserDas hat sie mit Thomas Fritz gemein oder mit Bernd Schirmer, mit Andreas Reimann oder Kathrin Wildenberger: Für Kathrin Aehnlich sind Grenzen etwas, das man überschreitet, überfliegt oder überfährt. Seit 29 Jahren ist dieses Land offen und wir können in die Welt fahren und nachschauen, was es da alles Spannendes zu entdecken gibt. Manchmal auch einfach mit spontanem Entschluss in letzter Minute – so wie in der Papst-Geschichte „Niemandsland“. Weiterlesen

Schwarz-Weiß aus Überzeugung

Die nur scheinbar beiläufigen Porträts des Norbert Bunge

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Für alle LeserEigentlich hätte man erwarten können, dass mit dem Aufkommen der Digitalfotografie die gute alte Schwarz-Weiß-Fotografie endet. Aber bunte Farben lenken ab. Sie zeigen zwar eine farbenfrohe Welt. Und in der leben wir ja tatsächlich. Aber sie erschlagen den Betrachter oft, fixieren die Sicht aufs bunte Ganze, helfen aber nicht wirklich, den Blick aufs Wesentliche zu konzentrieren. Und auch Norbert Bunge bleibt dem Schwarz-Weiß-Film treu. Weiterlesen

So aktuell wie 1938

Martin Gumperts biografische Rückschau „Hölle im Paradies“

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Für alle LeserDas erste Buch von Martin Gumpert – seinen „Samuel Hahnemann“ aus dem Südverlag – haben wir an dieser Stelle nicht nur wegen Hahnemanns Zeit in Leipzig besprochen, sondern weil Gumpert auch zu den ersten Autoren des legendären Kurt Wolff Verlages gehörte, wo zwei Gedichtbände von Martin Gumpert erschienen, der zeitweilig viel zu sehr vergessen war. Auch dieses Buch beweist es. Weiterlesen

Warum manche Pflanzenöle so wohltuend und heilsam sind

Eine kleine Stippvisite in der Welt der Duft- und Heilöle

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Für alle LeserKlar: Frauen lieben so etwas. Es muss duften. Aber es geht nicht nur ums Duften in Katharina Kleinschmidts kleinem Ratgeber zu Duft- und Heilölen. Dazu begleiten diese die Menschheitsgeschichte schon zu lange. Und dass einige ätherische Öle aus Pflanzen auch noch heilende Kraft haben, gehört ebenfalls schon die ganze Zeit dazu. Weiterlesen

Vom Schützenhaus bis zum neuen Wohnquartier

Das große Buch zum Leipziger Krystallpalast

Bettina Baier: Der Leipziger Krystallpalast. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt mittlerweile so viele Bücher zum alten Leipzig, dass man das Gefühl bekommt, es sei jetzt alles zu allem erzählt. Aber dann kommt so ein Buch, leuchtet mal in eine Ecke genauer hinein – und siehe da: Klar, das Areal des alten Krystallpalastes war eine Leerstelle. Und das war sie auch deshalb, weil sich vorher niemand wirklich damit beschäftigt hat. Weiterlesen

Eine Starthilfe für junge Leute, die Mathematik auf dem Kasten haben

Die Grammatik der Computer oder Computeralgebra im Abitur

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Für alle LeserHans-Gert Gräbe ist Informatikprofessor an der Universität Leipzig und er mag junge Leute mit mathematischem Denkvermögen. Und er nimmt auch kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, mehr junge Leute in der Schule zum mathematischen Denken zu befähigen. Gerade deshalb, weil in immer mehr Berufen ohne mathematische Logik nichts mehr geht. Denn das steckt ja hinter seinem Plädoyer für Computeralgebra. Weiterlesen

Wieder in Einklang kommen mit Sonne, Wind und Regen

Die Wetterküche oder Was das Wetter mit dem Reigen unserer schönsten Rezepte zu tun hat

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Für alle LeserDer eine ist Spitzenkoch, die andere erzählt den Leuten in Dreiland, wie das Wetter wird. Und dahinter steckt dann noch ein Verlag, der seit Jahren immer neu Bücher herausbringt, die den Bewohnern einer konsumwütigen Gegenwart erzählen, was eigentlich eine gute Küche mit Gesundheit, Jahreszeiten und Aufmerksamkeit für unsere Umwelt zu tun haben. Ergebnis: Ein Buch über die Küche im Wandel von Wetter und Jahreszeiten. Und über Wolken, Regen und Schnee. Weiterlesen

Die Sache mit dem Abnabeln und dem Verlassensein

Magdalena Jagelkes „Ein gutes Verbrechen“

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Für alle LeserDer Umschlagtext gibt noch Hoffnung: „Die Tochter kämpft und überlebt.“ Das klingt fast so, als hätte es die Heldin in Magdalena Jagelkes Geschichte am Ende geschafft, hätte das Trauma der fehlenden Mutter überwunden und ihren Platz im Leben gefunden. Ist es denn „ein gutes Verbrechen“, wenn Mütter ihre Töchter verlassen? Weiterlesen

Monarch im Abseits

Kaisertage: Was die Aufzeichnungen der Kammerdiener und Adjutanten über die letzten Regierungsjahre Wilhelms II. verraten

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Für alle LeserKaisertage – das klingt wie Kaiserwetter und Kaiserschmarrn. Darum geht es aber gar nicht in diesem Buch – oder besser: nur indirekt. Und es geht auch eher nicht um die Kammerdiener und Adjutanten Kaiser Wilhelms II., auch wenn ihre Aufzeichnungen den Hintergrund bilden für diesen konzentrierten Blick auf Wilhelm II. in den Jahren 1914 bis 1918. Es erklärt einiges von dem, was damals geschah. Weiterlesen

1968, Prag und der Umgang mit kritischen Geistern in der DDR

Klaus Auerswalds Buch „Sonst kommst du nach Schwedt!“ neu aufgelegt

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Für alle LeserDieses Buch ist seit 2010 schon zweimal in verschiedenen Verlagen aufgelegt worden – und jedes Mal war es vergriffen. Nun hat es der Sax Verlag ins Programm aufgenommen. Und es liest sich so beklemmend wie 2010. Und der Ortsname hat sich eh bei vielen Männern im Osten tief eingebrannt. Schwedt war eine Drohung für alle, die in der NVA zum Gehorsam gedrillt wurden. Weiterlesen

Flucht ins Autoritäre oder Warum autoritäre Einstellungen in unserer Gesellschaft überhaupt nichts Neues sind

Das Buch zur neuesten „Autoritarismus-Studie“ aus Leipzig

Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Flucht ins Autoritäre. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserPolitik ist Psychologie. Das weiß niemand besser als die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Uni Leipzig. Seit 2002 untersucht die Leipziger Arbeitsgruppe um Elmar Brähler und Oliver Decker die rechtsextremen Einstellungen in Deutschland. Mehrfach sorgten ihre „Mitte“-Studien für einen Aufschrei in den Medien. Jetzt heißen sie nicht mehr „Mitte-Studien“. Aus einem guten Grund. Weiterlesen

Von harten Nüssen und mehr als nur Studentenfutter

Grit Nitzsches lehrreicher Grundkurs über Nüsse und ihre gesunden Inhaltsstoffe

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSie gehören zu unserer Grundversorgung: Nüsse. Und zwar seit Jahrmillionen. Was eben auch bedeutet, dass unser Stoffwechsel ideal auf das abgestimmt ist, was Nüsse zu bieten haben. Auch wenn nicht alle Nüsse nach wissenschaftlicher Deklination richtige Nüsse sind. Aber wen interessiert das, wenn sie gesund sind und tatsächlich lecker und knackig sind? Weiterlesen