Artikel zum Schlagwort Rezensionen

Ein Physiker knöpft sich mal die bekanntesten Mythen der Gegenwart vor

Verschwörungsmythen: Wie wir mit verdrehten Fakten für dumm verkauft werden

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie sogenannten „sozialen Medien“ haben im Internet einen Effekt erzeugt, der seit einigen Jahren auch in die reale Welt schwappt: Mit ihren Algorithmen führen sie Menschen zusammen, die sich ohne Facebook & Co. nie im Leben begegnet wären. Aus einzelnen „Verschwörungstheoretikern“ wurden auf einmal scheinbar große Netzwerke von Menschen, die den allergrößten Unsinn für wirklich halten, als hätten sie in der Schule gar nichts gelernt. Weiterlesen

Franka Blooms dritter Roman über Frauen mitten in der Rumpeltour des Lebens

Anfang Sommer, alles offen oder Caros Railtrip zu sich selbst

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBeim Fernsehen ist sie eher auf die Krimischiene festgelegt. Aber weil sie so viel zu erzählen hat, schreibt die Leipziger Autorin Franka Bloom nun seit einiger Zeit Romane über Frauen in der Mitte des Lebens? im besten Alter? mit Lebenserfahrung? – Sie merken es schon: Wenn man dieses Alter irgendwie fassen will, kommen einem bloß lauter dusselige Worthülsen in den Kopf. Wir sind ein beklopptes Land mit einer verzerrten Selbstwahrnehmung. Weiterlesen

Hartmut Zwahrs Roman über die „sozialistische“ Universität Leipzig

Leipzig. Studentenroman: Die beklemmenden 1950er Jahre im Protokoll eines aufmerksamen Beobachters

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist ein ziemlich dickes Buch geworden, das der Historiker Hartmut Zwahr über seine Studentenzeit in Leipzig in den 1950er Jahren geschrieben hat. Eine Zeit, die man mit Namen so berühmter Professoren wie Ernst Bloch, Hans Mayer, Hermann August Korff oder Theodor Frings in Verbindung bringt. Aber auch mit dem „sozialistischen Umbau“ der Universität. Und Hartmut Zwahr geriet mitten hinein. Weiterlesen

Was die alten Akten des königlichen Hofmarschallamtes verraten

Jens Kunze beleuchtet ein besonderes Kapitel sächsischer Königsgeschichte: König Albert und das alte Jagdschloss zu Wermsdorf

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSachsen ist ein Schlösserland. Manche sind aus der Werbeschleife für den schönen Freistaat gar nicht wegzudenken. Andere führen eher ein Aschenputteldasein, werden von großen Prachtschlössern überstrahlt, so wie in Wermsdorf das Alte Jagdschloss durch das viel berühmtere Schloss Hubertusburg. Wermsdorf ist damit die einzige Gemeinde in Sachsen mit zwei Schlössern. Weiterlesen

Kunsthändler, apostolische Akten und ein fast vergessener Bürgermeister

Das Jahrbuch 2018 des Leipziger Geschichtsvereins widmet sich drei fast unberührten Themen der Leipziger Geschichte

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist ein bisschen schmaler ausgefallen als die vorhergehenden Jahrbücher. Auch im Leipziger Geschichtsverein gab es ein paar Veränderungen. Und so gibt es mit dem Jahrbuch zur Stadtgeschichte für das Jahr 2018 diesmal nur drei tragende Beiträge. Einer freilich hat es in sich: Er widmet sich dem unbekanntesten aller Leipziger Bürgermeister der letzten 200 Jahre. Weiterlesen

Schluss mit der fossilen Politik

Die ALTernative: Franz Alts kompaktes Plädoyer für eine Zukunft ohne Öl und Kohle

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGegen diesen Mann sieht die komplette Bundesregierung uralt aus. Er könnte sich unter die Jugendlichen von „Fridays for Future“ mischen und wäre genau am richtigen Platz. Denn all das, was die streikenden Schüler fordern, ist seit Jahrzehnten Thema in den Büchern des Journalisten und Theologen Franz Alt. Er hat gezeigt, dass auch ein 1938 Geborener lernen kann, wenn er nur aufmerksam ist und sein Herz für das Leben entdeckt. Weiterlesen

Ein erstaunlich zynischer Einblick in die Gefühlswelt unserer heutigen Führungskräfte

Ein Manager im Himmel: Saladins viele Versuche, endlich den Frieden mit sich selbst zu finden

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManager kommen nicht in den Himmel. Und ihr Humor ist irgendwie gewöhnungsbedürftig. Der Schweizer Peter Beeler-Scheidegger war selbst „Jahrzehnte lang im Topmanagement“ tätig. Er kennt also die Kollegen, die Welt, in der sie leben, und ihre Denkweise. Und er hat so eine Ahnung, was dieses Denken in der Welt anrichtet. Und mit den Menschen. Sind Manager noch zu retten? Wenigstens einer? Ein gewisser Saladin, der tatsächlich im Himmel landet? Weiterlesen

Der Begleitband zur Foto-Ausstellung

Camera obscura: Sighard Gilles Lochkamera-Blick auf das Leipzig hinter der hektischen Oberfläche

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit Dienstag, 4. Juni, ist im Stadtgeschichtlichen Museum die Ausstellung mit Fotografien von Sighard Gille „Camera Obscura. Leipzig“ zu sehen. Großformatig aufgezogen zeigt sie Aufnahmen, die der bekannte Maler mit einer Kameratechnik aufgenommen hat, die gerade durch ihre archaische Herangehensweise faszinierende Bilder ergibt. Zumindest bei jedem dritten Bild. Doch diese Bilder werden dann auch zu einem eindrucksvollen Bildband. Weiterlesen

Wie Mauerfall und Einheit in den 1990er Jahren in Büchern erzählt wurden

Fremdheit zwischen Ost und West: Arne Born erkundet die „Wende“-Literatur von 1989 bis 2000

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa nähert sich unaufhaltsam der 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution, ein Jahr später kommt der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Zeit, mal Bilanz zu ziehen, dachte sich der Literaturwissenschaftler Arne Born. Denn augenscheinlich diskutiert die Republik noch immer über die Spaltung zwischen Ost und West. Als schrieben wir immer noch das Jahr 2000, als wir alle noch hofften, die Spaltung würde irgendwann verwachsen. Weiterlesen

„Oh, es ist die Titanic, ja... Aber warum?“

Double Take: Die Künstler Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger rekonstruieren die Fotografiegeschichte auf ihre eigene Weise

Cover: Lars Müller Publishers

Für alle LeserEine Wolke aus dreckiger Watte quillt aus einem der Türme des New Yorker World Trade Centers. Der leckgeschlagene Öltanker Exxon Valdez treibt durch ein Meer aus geschmolzenem Zucker, Lackfarbe und Epoxid. Die Oberfläche des Mondes besteht aus Zementpulver und an den Stränden des Indischen Ozeans trifft der todbringende Tsunami auf Plastikpalmen mit einer Krone aus grün gefärbten Vogelfedern. Weiterlesen

Wenn Liebe ein Bild für die verlorene Heimat wird

September in Varna: SAIDs Gedichte über eine Begegnung weit, weit weg von Teheran

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Konkursbuchverlag ist eher für das Erotische in Büchern bekannt. In Bild und Text. Mittendrin im Programm erscheinen dann auch Lyrikbände, in denen Autorinnen und Autoren in Gedichte packen, wie es knistern kann in der Liebe. Mehrfach knistern kann, denn gerade die Begabten wissen, dass es selbst in der Liebe nie nur um das Eine geht. Oder sogar gar nicht um das Eine, sondern um Sehnsucht und das Gefühl, nicht allein gestrandet zu sein. Weiterlesen

Wer‘s nicht versucht, kommt nicht über die Donau

Ulm an einem Tag: Einmal Baden gehen mit dem Schneider von Ulm und einmal zögern am höchsten Kirchturm Deutschlands

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEr hat sogar einen Eintrag auf Wikipedia: Albrecht Ludwig Berblinger (1770-1829). Die meisten kennen den Mann eher als „Schneider von Ulm“, diesen Tollkühnen, der glaubte fliegen zu können, gar vom hohen Ulmer Münster – und dann abstürzte, wie in Brechts bekanntem Gedicht von 1934. Fast erwartet man vorm Ulmer Münster eine Platte im Boden, die bezeichnet, wo der übermütige Schneider aufprallte. Weiterlesen

Benedikt Feitens nachdenkliche Absage an den schönen Münchner Schein

So oder so ist das Leben: Die erstaunlich gelassene Reise des Anton Lobmeier zu sich selbst

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJe älter der junge Verlag Voland & Quist wird, umso philosophischer werden die Buchtitel, die er veröffentlicht. Was auch an den Autoren liegt. Sie kommen in ein Alter, in dem man nicht mehr so unbeschwert spottet über das, was einem geschieht. Wird man da weiser? Oder irritiert einen das, was einem geschieht, nicht noch viel mehr? Gute Frage. Mit dem „großen“ Anton Lobmeier schickt Benedikt Feiten eine Art alter ego durch München. Weiterlesen

Wo einst die Lüneburger Fürsten residierten

Celle an einem Tag: Ein Residenzstädtchen mit Bauhaus-Attraktionen und ein bisschen Löns-Gefühl

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserImmer mehr niedersächsische Städte vervollständigen die Lehmstedt-Landkarte. Städte, mit denen man ein Stück deutscher Geschichte erleben kann, jener seltsamen Vor-Geschichte, als Deutschland aus lauter kleinen und kleinsten Fürstentümern bestand. Und auch Celle war einmal Residenzstadt des Fürstentums Lüneburg. Zumindest bis 1705. Das Schloss erzählt davon bis heute in seiner Pracht. Weiterlesen

Die Welt verbessern, aber wie?

Wat denkste, Karfunkel? Willy Weglehners augenzwinkernder Roman über einen alten 68er

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm vergangenen Jahr gab’s ja nicht nur die deutsche Revolution von 1918 als Jubiläum, auch das berühmte Jahr 1968 wurde da und dort gewürdigt. Oft mit zitronensaurem Ausdruck in den Kommentaren. Mancher will „68“ gar gleich wieder zu Grabe tragen, das Jahr ausradieren aus der bundesdeutschen Geschichte. Aber was kommt dabei heraus, wenn ein alter ‘68er sich erinnert und das Gefühl hat, er hätte eigentlich noch etwas einzulösen? Weiterlesen

Wenn der Autor sich selbst beim Beobachten beobachtet

Das Haus in Habana: Rapport einer Kuba-Reise mit seltsamen DDR-Erinnerungen im Gepäck

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMarko Martin ist ein Grenzgänger – in mehrfacher Hinsicht. 1970 in der DDR geboren. Noch im Mai 1989 – nach Kriegsdienstverweigerung – in den Westen ausgereist, wurde er zu einem literarischen Weltreisenden, arbeitete als Auslandskorrespondent und ging dafür auch in Länder, in denen heute noch verschlossene Grenzen und autokratische Regierungen der Normalfall sind. So wie in Kuba, das Martin mit den Augen des geborenen Ostdeutschen bereist. Weiterlesen

Eine reiche Stadt, die unbedingt schwäbisch sein wollte

Schwäbisch Hall an einem Tag: Endlich erfahren, wo der Heller rollte

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGibt es überhaupt eine Stadt, die so heißt? Ist das nicht nur eine bekannte Bausparkasse? Es gibt sie wohl tatsächlich. Andrea Reidt war da, hat mehrfach ein Flüsschen namens Kocher überschritten, viele Treppen erstiegen, ist viele Gassen hinabgeeilt. Wer beim Lehmstedt Verlag solche flotten Stadtrundgänge beschreiben möchte, muss sportlich und fit sein. Am besten beides. Weiterlesen

Warum die Pleonexia uns alle so panisch und unglücklich macht und die Welt zerstört

Ich brauche nicht mehr: Eine sehr philosophische Suche nach den Wurzeln des Glücks

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir leben in einer Überflussgesellschaft, einer Konsumgesellschaft, einer Wegwerfgesellschaft - egal, wie man es nennt: Es erzählt von einer Gesellschaft, die nicht mehr weiß, was wirklich wichtig ist und die in ihrer Maßlosigkeit alles verschlingt, auch unsere Lebensgrundlagen. Und das hat mit dem zu tun, was für gewöhnlich als heiliges Wachstum verkauft wird. Die Wachstumsgesellschaft ist kein Gesetz. Man ahnt es bald, wenn man mit Ines Maria Eckermann eintaucht in 3.000 Jahre Geschichte. Weiterlesen

Nicht nur zum Kiffen da

Hanf: Ein kleines Büchlein über eine uralte Kulturpflanze mit mehr als nur berauschenden Fähigkeiten

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit dem, was da draußen in Wald und Heide, auf Feld und Wiese wächst, kennt sich kaum jemand so gut aus wie Grit Nitzsche. Sie kennt sich aus mit den Früchten der Bäume, mit Kräutern, Mohn und Nüssen aller Art. Und mit einer der ältesten Kulturpflanzen des Menschen ebenfalls – mit dem Hanf. Hanf? Schreckt da nicht gleich der kleine Polizist in jedem nüchternen Staatsbürger hoch? Weiterlesen

Die Schönheit einer alten Bischofsstadt

Hildesheim an einem Tag: Die Stadt, wo einst die Bischöfe und Kanzler zur Schule gingen

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn einem die handliche Stadtführer-Serie aus dem Lehmstedt Verlag etwas zeigt, dann die simple Tatsache, wie viele sehenswerte Städte es in Deutschland gibt. Jede einzelne Stadt ein Schatzkästchen, das es wert ist, einen Tag lang besucht zu werden, auch wenn die Touren meist so reich bestückt sind, dass man wohl lieber ein paar Tage mehr einplant. Auch für Hildesheim. Weiterlesen