Die Zeit wird knapp: Stadt schreibt Stelle für Erstellung des "Masterplans Naturkundemuseum" aus
Matthias Weidemann
15.12.2011
Naturkundemuseum Leipzig.
Foto: Matthias Weidemann
Das leidige Thema Naturkundemuseum und dessen erbarmungswürdiges bisheriges Schicksal liegt nicht nur vielen Leipzigern am Herzen sondern einigen sicher auch schwer im Magen. Nicht nur dass die Leipziger CDU-Fraktion in Sachen Masterplan und Konzept das Kulturdezernat drängt, „endlich Gas zu geben“ und hinsichtlich Fabers Entwicklungskonzept von „einem schlechten Witz“ spricht.
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Denn von „Gas geben“ kann nicht die Rede sein, wenn erst jetzt der lange geforderte Posten eines Projektplaners ausgeschrieben wird.
Diese Stellenausschreibung des Kulturdezernates vom 5. Dezember ist nämlich auf der Online-Jobbörse des Deutschen Museumsbundes zu finden. Darin heißt es u.a. „Die Stadt schreibt für das Naturkundemuseum, das zurzeit in Folge baulicher Mängel am Gebäude für die Öffentlichkeit nur eingeschränkt zugänglich ist, folgende Leistung aus: Erstellung eines Masterplanes, zur Vorlage bis zum 1. September 2012.“
Heißt also, dass Brutto neun Monate verbleiben, um den von allen so heiß ersehnten, lange angekündigten und von vielen Vorschlägen begleiteten Masterplan vorzulegen. Das mutet, angesichts des bisherigen eher schleppend verlaufenden Prozesses eher knapp, wenn nicht blauäugig an.
Stefan Billig, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Leipziger Rathaus ist schon fast froh, dass sich überhaupt etwas tut: „70 Stadträte und die Leipziger Bürger sind mit einer für uns unverständlichen Verzögerungstaktik quasi auf die lange Bank geschoben worden. Was bisher von Seiten des Kulturdezernats vorgelegt wurde ist ein schlechter Witz.“ Zur jetzt vorliegenden Ausschreibung meint Billig weiter: „So gesehen ist es ja gut, dass etwas geschieht. Dass da schnell gearbeitet werden kann, zeigt ja auch das, was die Firma actori in Sachen Theater abgeliefert hat. Das ging auch sehr zügig. Und es liegen ja nun von vielen verschiedenen Seiten Konzepte und Vorschläge vor, die dann auch berücksichtigt werden müssen und bei der Erstellung des Masterplanes sicher helfen können.“
Erst 5 nach ultimo gibt die Stadt einen Masterplan fürs Museum in Auftrag.
Foto: Matthias Weidemann
Dieser Aspekt wird auch in der Ausschreibung zur Bedingung gemacht, heißt es dort doch: „Zum Auftrag gehört die Präsentation des Masterplanes vor Gremien und in der Öffentlichkeit. Der Masterplan soll in enger Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat des Museums und unter Einbeziehung des Fördervereins des Museums und Anhörung des Arbeitskreises Naturkundemuseum erfolgen.“
Weiterhin gilt als Bedingung: „Der Masterplan soll umsetzungsfähige Aussagen für die Bereiche Sammeln, Bewahren und Zeigen des Museums, inklusive Museumspädagogik enthalten. Erwartet wird eine Ausstellungskonzeption (zeitgemäßes Profil), ein untersetzter Vorschlag für die räumliche Unterbringung (Museumsstandort) und ein tragfähiges, an den Möglichkeiten der Stadt Leipzig ausgerichtetes Finanzierungskonzept für die Umsetzung des Masterplans.“
Das klingt doch irgendwie ... genau, sehr vertraut. Denn schon seit langem liegen Konzepte, Vorschläge und Pläne, zum größten Teil, sehr detailliert vor. Und viele Leipziger verstehen nicht, warum man sich jetzt noch Expertise von außen holen will. So wie es Freunde des Naturkundemuseums in einem Brief an die L-IZ formulieren: „Wir können nicht verstehen, warum die Erstellung einer Ausstellungskonzeption extern ausgeschrieben wird, wo doch schon mehrere interessante Konzepte dafür existieren, samt konkreten Plänen für einen modernen Umbau des Hauses! Auf der Plattform des Naturkundemuseums im Leipzig-Netz (http://leipzig-netz.de/index.php5/Naturkundemuseum) kann man sich unter http://leipzig-netz.de/index.php5/NKM.Konzepte darüber informieren.“
Das werden sich sicherlich auch die sich bewerbenden Kandidaten anschauen, inklusive der anderen vorliegenden und schon veröffentlichten Konzepte. Ob sie dann genau mit diesen Vorschlägen ankommen und sagen: „Alles meins?“ Dann dürfte ihnen die berechtigte Frage entgegenschallen: „Wer hat's erfunden?“
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