Der Ruf der Georg-Schwarz-Straße sei schlechter als ihre Möglichkeiten, meint Leipzigs Stadtentwickler Stephan Geiss. Mit dem Projekt Landmarken soll das Image der Magistrale verbessert werden. Blickfang an den Fassaden sollen Aufstecker sein. Und überhaupt geht es um mehr Licht am einstigen Broadway des Leipziger Westens.
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Die Georg-Schwarz-Straße sei bunter und kreativer geworden, sagte eine junge Frau bei der Diskussion zum Stand des dortigen Projekts „Landmarken“ am vergangenen Donnerstag, 5. Januar. Doch wenn sich in den Köpfen der Menschen nichts ändere, seien optische Veränderungen nur Dekoration, gab sie zu bedenken. Es brauche mehr Leute, die mit anpacken.
Für Stefan Geiss, Abteilungsleier West im städtischen Stadtentwicklungsamt ASW, wird genau anders herum ein Schuh daraus. „Der Ruf ist schlechter als die Möglichkeiten“, schätzte er im gut besuchten Café Schwarz das Image der einstigen Flanier- und Geschäftsstraße im Leipziger Westen ein.
Die Georg-Schwarz-Straße als Broadway des Leipziger Westens.
Geiss nannte die Straße einen „Schatz, den man haben kann“. Dabei arbeite die Zeit für die Stadtentwickler. Denn die Verkehrsentwicklung auf der Magistrale sei rückläufig, da Umfahrungen wie die Hans-Driesch-Straße und die Hupfeldstraße inzwischen gut angenommen würden.
So ein Schatz soll natürlich nicht im Verborgenen schlummern. Licht lockt Leute, das galt schon vor Jahrzehnten unter Werbeleuten als Erfolgsgeheimnis. Das gilt umso mehr, weil sich das Projekt „Broadway“ als Publikumsfavorit im Rahmen des Projekts „Landmarken“ durchgesetzt hat.
Manchmal scheint sogar die Sonne in die Georg-Schwarz-Straße.
Foto: Gernot Borriss
Wie heißt es doch im Musical: „I always wanted to see the lights of Broadway. I always wanted to hear the traffic roar.” Mehr Licht also soll auch den ehemaligen Broadway des Leipziger Westens wieder lebendiger machen.
Neben Lichtinstallationen geht es in einem ersten Schritt um Aufstecker an den Fassaden von Ladenlokalen, wie Almuth Krause vom Projektträger Spiel.Raum.Planung erläuterte. In den Ausmaßen von 80 mal 80 Zentimetern sind diese an Ladenlokalen genehmigungsfrei. Fünf Graphiker entwickeln nun in einem Werkstattverfahren den Prototyp des Georg-Schwarz-Straßen-Aufsteckers. Für drei von zehn vorgegebenen Standorten sollen sie je einen Vorschlag entwickeln.
Das Bild ist dabei die Botschaft; Buchstaben und Zahlen sollen in den Hintergrund treten. Im Juni 2012 sollen bereits die ersten Ergebnisse realisiert sein. Für insgesamt fünfzehn Aufstecker steht Geld aus dem Forschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) des Bundesbauministeriums zur Verfügung.
Nicht eben viel für eine drei Kilometer lange Straße. Doch die Aufstecker würden so verteilt, dass man von einem Piktogramm das nächste sehen könne, unterstrich Roman Grabolle vom Magistralenmanagement des Broadway. Darüber hinaus hoffe man auf viele private Nachahmer, die die Idee überzeugt.
Für den gemeinsamen Image-Auftritt der Straße besteht zudem ein verbindlicher Farbcode. Im Eingangsbereich der Straße mit den verschiedenen kreativen Nutzern gilt das vitale Rot. Rund um das Brunnenviertel regiert mit Blau die Farbe des Wassers. Mit Grün werden die Erholungsflächen rund um das Wasserschlösschen und das Leutzscher Rathaus farblich betont. Gelb soll schließlich die Signalfarbe im nördlichen Abschnitt der Straße sein.
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