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Ein wenig Licht im Dunkel um die Leipziger Skala: Skadi Jennicke findet klärende Worte

Michael Freitag & Matthias Weidemann
Centraltheater Leipzig
Centraltheater Leipzig
Foto: Ralf Julke
Schließung ist ein scharfes Wort. So scharf, dass ein paar wenige Äußerungen von Kulturbürgermeister Michael Faber genügten, um die Emotionen hochzukochen. Petitionen, Reaktionen und Empörung gehörten dazu. Nun kommt durch Skadi Jennicke (Die Linke) etwas Klärung zu den eigentlichen Planungen.

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Mit Verwunderung scheint die kulturpolitische Sprecherin der Leipziger Linken im Stadtrat einige Formulierungen in der Petition „Für den Erhalt der Skala“ des Freundeskreises des Schauspiel Leipzig e.V. gelesen zu haben. Auf Anfrage der L-IZ.de fand Dr. Skadi Jennicke Zeit für eine Stellungnahme, die einige Graustellen in den derzeitigen Planungen seitens der Stadt erhellen könnte.

„Der Freundeskreis beschreibt die Skala als eine „wichtige und unabdingbare Brücke ins Centraltheater und ins Theater überhaupt.“ Dieses Bild trifft den Kern dessen, was eine solche kleine Spielstätte in einer Gegenwart des vielfältigen künstlerischen Angebots und der Schrumpfung öffentlicher Freiräume sein kann und soll: ein geschützter Raum, in dem Neues entsteht und der dem zunehmend individualisierten Anspruch an Kunst und Theater gerecht wird. Das Anliegen der Petition wird der Sachlage jedoch nur sehr einseitig gerecht. Denn es geht keineswegs primär um eine endgültige Schließung der Skala, sondern um die Eröffnung einer neuen Spielstätte für diese Bühne. Das steht im Vordergrund.“

Womit die Schließungsdebatte bereits an dieser Stelle in eine vollkommen andere Richtung läuft. Geht es doch scheinbar um einen temporären Umzug der Experimentierbühne des Centraltheaters. Zu den Gründen Skadi Jennicke weiter: „Einerseits ist das Gebäude in der Gottschedstraße baufällig und in hohem Maße sanierungsbedürftig. Andererseits hat die Diskothek Schauhaus zum Ende des Jahres den Mietvertrag mit dem Schauspiel Leipzig gekündigt. Das heißt, dem Haus fallen erhebliche Einnahmen weg und stehen bauliche Sanierungen in Größenordnungen bevor. Um diese Relation zu entschärfen, hat Kulturdezernent Michael Faber den plausiblen Vorschlag unterbreitet, die Skala in die Räume der Diskothek umzusiedeln.“

Skadi Jennicke (l. / bei einer Wahl im Stadtrat): "Denn es geht keineswegs primär um eine endgültige Schließung der Skala, sondern um die Eröffnung einer neuen Spielstätte für diese Bühne."
Skadi Jennicke (l. / bei einer Wahl im Stadtrat): "Denn es geht keineswegs primär um eine endgültige Schließung der Skala, sondern um die Eröffnung einer neuen Spielstätte für diese Bühne."
Foto: Robert Weigel (Archiv)

Und dass auch Schauspielintendant Sebastian Hartmann derzeit nicht zum großen Aufschrei ansetzt, begründet die Kultursprecherin der Linken wie folgt: „Diesen Vorschlag kennen der Intendant und sein Verwaltungsdirektor seit Beginn der laufenden Spielzeit und haben ihn auch selbst mehrfach als mögliche Option angeführt. Die Empörung, die aus dem Brief des Intendanten an den OBM dem Leser entgegenschlägt (und der nicht mit persönlichen Diffamierungen spart), ist für mich vor diesem Hintergrund sehr überraschend und scheint mir etwas angestrengt.“

Zu den eigentlichen Anforderungen dieses Vorhabens bleibt dabei seitens der Linken nur noch soviel zu sagen: „Dass das Centraltheater aufgefordert ist, einen eigenen Anteil am Umbau der zukünftigen Spielstätte am Ring zu leisten, halte ich nicht zuletzt angesichts der Haushaltssituation für absolut legitim. Wenn dieser Eigenanteil aus Sicht des Intendanten nicht darin liegen kann, die Bühne zwei Jahre lang still zu legen oder in einem Interim reduziert fortzuführen, dann ist er in der Pflicht, Alternativen aufzuzeigen.

Das gebietet schon die Solidarität mit den anderen Eigenbetrieben in der Stadt und nicht zuletzt gegenüber der Freien Szene. Denn sie ist im Kampf um die knappen Ressourcen im Kulturhaushalt letztlich immer der Verlierer. Ich würde mir wünschen, dass die Not der temporären Schließung ein Impuls für die Theaterleitung ist, stärker mit der Freien Szene zusammen zu arbeiten, damit am Ende beide Seiten gewinnen können.“

Ein Sturm im Wasserglas? Zumindest läuft hinter den Kulissen augenscheinlich bereits seit längerer Zeit augenscheinlich eine Umzugsplanung, welche so eine Begründung erfährt.


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