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Designers’ Open startet am 25. Oktober: Diesmal ganz im Zeichen von Mobilität und Nachhaltigkeit

Redaktion
Ernst-Grube-Halle: Veranstaltungsort der "Designers' open".
Ernst-Grube-Halle: Veranstaltungsort der "Designers' open".
Foto: Designer's open
Es gehört zum Leipziger Festival-Herbst: Mitteldeutschlands größtes Design-Festival "Designers’ Open". Es präsentiert vom 26. bis 28. Oktober wieder nachhaltiges Design für die mobile Gesellschaft von morgen. Große Eröffnung ist am Donnerstag, 25. Oktober, mit hochkarätiger Fachkonferenz und Verleihung des Sächsischen Staatspreises für Design 2012.


Wie viel Mobilität braucht der Mensch und wie kann sein Bedürfnis danach heute, morgen und übermorgen gestillt werden? Kann die Natur Innovationsmotor für neue Technologien sein und wie sieht alternative Energieerzeugung und -nutzung wirklich aus? Diese und weitere Themen stehen im Fokus der 8. "Designers’ Open" in Leipzig. Ab dem 26. Oktober verwandelt sich Leipzig für drei Tage wieder in ein Mekka der Kreativwirtschaft und bietet sowohl interessierten Endverbrauchern als auch der Fachwelt zahlreiche Innovationen, um in aktuelle europäische Designtrends einzutauchen.

Dennoch geht es bei den Designers’ Open um mehr als um schöne Dinge, vielmehr sind Aussteller und Teilnehmer gefragt, sich insbesondere mit Aspekten der Nachhaltigkeit und der Nutzbarmachung natürlicher Ressourcen auseinander zu setzen.

Das Zentrum des Festivals, das jährlich an architektonisch bedeutsamen Orten in Leipzig stattfindet, ist in diesem Jahr die Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig, so dass bezeichnenderweise auch Mobilität eine wichtige Rolle bei den Exponaten spielen wird. So präsentieren nationale und internationale Designer in den Messebereichen DO/Market und DO/Industry unter anderem Konzepte und Ideen, die in punkto urbaner Mobilität neue Impulse geben.

Ganz unter diesem Motto steht Tilt, ein an der Burg Giebichenstein durch die Kunsthochschule Halle entwickeltes Elektromobil, das bereits den Design Award beim Shell Eco Contest gewonnen hat. Bei diesem E-Mobil wurden ausschließlich alternative, ökologisch vertretbare Materialien eingesetzt. So besteht der Sitz etwa aus Lignin-Wabenkernplatten, einem Abfallprodukt aus der Holzindustrie, das zu mehr als 90 Prozent abbaubar ist. Angetrieben wird Tilt durch zwei Radnabenmotoren in den Vorderrädern, die durch Akkus gespeist werden.

Rudolf Weiß vom Institut für Industrial Design der Hochschule Magdeburg Stendal stellt seine Bachelorarbeit mit einem innovativen Fahrradbeiwagen Kompagnon für Kinder vor, der eine kindgerechte und unkomplizierte Alternative zu herkömmlichen Konstruktionen darstellt: Die Anbindung nach dem Pendelprinzip ermöglicht sogar das Befahren von Kurven mit Neigung, und der Beiwagen lässt sich einfach an die gängigen Fahrradrahmen an- und abkoppeln. Das Konzept Beiwagen bringt durch seinen Aufbau das Kind auf die vom Hauptverkehr abgeschirmte Seite, ermöglicht dem kleinen Mitfahrer eine gute Rundumsicht und vermittelt ihm ein Gefühl der Geborgenheit durch den uneingeschränkten Blickkontakt zum Fahrer. Robert Weiß ist mit seinem Projekt für den MDR Designpreis nominiert, der ebenfalls auf den Designers’ Open verliehen wird.

Nicht minder interessant ist das Konzept MS Brightside des Frankfurter Industrial Designers Olaf Schroeder, der Solarboote auf Basis der Katamaran-Architektur entwickelt hat, die in urbanen Naherholungsgebieten zum Einsatz kommen sollen. Die Solarboote, die vor allem im Freizeitbereich bzw. als fahrende Restaurants konzipiert sind, verfügen über leistungsstarke Panels auf dem Dach und ermöglichen sogar bei schlechtem Wetter eine energetisch autarke Energiegewinnung. Besonders Regionen mit einer größeren Seenlandschaft profitieren von Schroeders Konzept, das nicht zuletzt auch dem Tourismus zugute kommt.

Dass man bei großen Festivals oder Events auch Strom erzeugen bzw. sparen kann, zeigt The Electric Hotel des Kasseler Ateliers Fleiter. The Electric Hotel ist ein zu einem mobilen Stromerzeuger umgebauter 60er-Jahre-Airstream-Trailer, der Besuchern von Großevents regenerativ erzeugte Elektrizität zur Aufladung ermatteter Mobiltelefonakkus zur Verfügung stellt. Neben Solar- und Windkraftanlagen ermöglichen durch Muskelkraft betriebene Exponate, die Batterie eigenhändig aufzufüllen. The Electric Hotel versteht sich als Kommunikationsplattform, die regenerative Ideen, nachhaltige Designkonzepte, künstlerische Inhalte und Rock’n’Roll mit einer ersehnten Dienstleistung kombiniert. Gäste begegnen dem Thema erneuerbare Energien so auf eine völlig neue Art.

Energiesparen beginnt aber schon im Kleinen – und zwar bei jedem selbst. Bei Changers, einem Berliner Unternehmen, steht der Community-Gedanke dahinter, bei dem man fast spielerisch vom Stromkonsumenten zum Stromerzeuger wird. Mittels einer extrem flachen und laminierten Platte wird durch Solarenergie ein kleiner Akku gespeist, der im Handumdrehen zum „Notstromaggregat“ für iPhone oder Tablet wird. Das Gerät, das 2012 den IF Design Award und Green Good Design Award gewann, misst darüber hinaus die exakte Menge der erzeugten Energie und CO2-Einsparung und überträgt die Werte via PC in die Changers Community. Der Anreiz zu diesem innovativen CO2-Rationieren liegt unter anderem darin, für jedes Gramm gespartes CO2 Credits zu bekommen, für die man bei teilnehmenden Unternehmen Produkte erwerben kann. Hintergrund dieser Idee ist, die Menschen auf spielerische Art zum Umdenken in punkto Energie und Ressourcen zu bewegen.

Ernst-Grube-Halle: Veranstaltungsort der "Designers' open".
Ernst-Grube-Halle: Veranstaltungsort der "Designers' open".
Foto: Designer's open

Großes Rahmenprogramm für Besucher jeder Couleur

Schon am Donnerstag, 25. Oktober, startet die Ringvorlesung am Campus der Sportwissenschaftlichen Fakultät mit den Schwerpunkten Ergonomie, Design und Mobilität. Besucher der Designers’ Open können sich über Themen informieren, die die Zukunft der Gestaltungsbranche bestimmen. Ebenfalls am Vortag der offiziellen Messe findet eine Fachkonferenz unter dem Dachbegriff "smart technology – new design" statt. Hier diskutieren namhafte Architekten und Designer und stellen Projekte wie das „Bionic Learning Network“ zur Mensch-Maschine-Interaktion oder das Null-Energiehaus „Algenhaus Hamburg“ vor.

Bei der kuratierten Sonderausstellung im Messebereich Bereich DO/Industry können die Themen rund um nachhaltige Zukunftstechnologien weiter vertieft werden. In ganz Leipzig beteiligen sich an den Designers’ Open auch ausgewählte Ateliers, Büros und Galerien, die über die DO/Spots Mitteldeutschlands größtes Design-Festival abrunden. Dass dieses Jahr erstmals der Sächsische Staatspreis für Design sowie der MDR Design Award im Rahmen der Veranstaltung vergeben werden, unterstreicht den Stellenwert, den die Designers’ Open als führende Ausstellung in Mitteldeutschland inzwischen erreicht haben.

Die Designers’ Open sind ein viertägiges Festival für Design für Fachpublikum und Öffentlichkeit, das jährlich wechselnd an architektonisch bedeutsamen Leipziger Orten stattfindet. Mit Messe, Verkauf und umfangreichem Rahmenprogramm präsentieren nationale und internationale Designer Konzepte, Ideen, Prototypen sowie kaufbare Produkte auf zwei Messen: DO/Market wendet sich an den Endverbraucher und zeigt Interior- und Modedesign. Drei Sonderbereiche geben Einblicke in aktuelle Marktentwicklungen: Off/Spring präsentiert Produkte und Ideen für Kinder, Open/Air für Balkon, Garten und andere Outdoor-Bereiche und Spin/Off zeigt mit aktuellen Diplom- und Bachelorarbeiten Ideen des jungen Unternehmertums auf.

Der Messebereich DO/Industry versteht sich als Impulsgeber für den Transfer von Innovationen aus Forschung und Entwicklung hin zu marktreifen Produkten und Anwendungen. Hier tauschen sich Designer mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu deren neuesten Erkenntnissen aus. Intelligente Technologien aus den Bereichen inMOTION, ENERGetic und natureTECH stehen mit "smart technology – new design" in diesem Jahr im Fokus der Fachkonferenz, der kuratierten Sonderausstellung und des eigenen Messebereichs.

Parallel zu den Designers’ Open findet auch in diesem Jahr wieder die Grassimesse statt. Rund 100 Aussteller präsentieren an 75 Messeständen aktuelles Kunsthandwerk und Design. Die jurierten Kunsthandwerker, Designer, Künstler und Fachhochschulen stellen sich mit Unikaten, Kleinserien und Industrie-Erzeugnissen vor. Der Eintrittspreis von 5 Euro ermöglicht den Zugang zum ermäßigten Preis bei den Designers’ Open.

www.designersopen.de

Mehr zum Tilt: http://cad.burg-halle.de/ecoemotion.html



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