Eiertanz um Teilverkäufe: APRIL-Netzwerk fordert ein Ende der "Manager-Spiele" und eine nachhaltige LVV-Strategie
Ralf Julke
01.11.2011
Fraktionen kritisieren Umgang mit Informationen zum Bieterverfahren.
Foto: Ralf Julke
Noch gibt es die offizielle Bestätigung der Zahlen nicht. Aber wenn die Größen, die die LVZ am 29. Oktober vermeldete, stimmen, dann ist das Bieterverfahren um die 49,9-Prozent-Anteile der Stadtwerke-Töchter Perdata und HL komm ausgegangen wie das Hornberger Schießen. Je ein Angebot scheint eingegangen zu sein - und keines von beiden in der von Stadtspitze und LVV angestrebten Größenordnung.
Anzeige
Die Sache sei damit obsolet, meint das APRIL-Netzwerk (Antiprivatisierungsinitiative Leipzig), das sich schon 2007 / 2008 gegen den Teilverkauf der Stadtwerke Leipzig engagierte. "Stets wurde von OB Jung und der LVV-Geschäftsführung als Hauptargument die Verschuldungssituation der LVV GmbH angeführt. Nachdem das Eigentümerdarlehen der Stadt Leipzig bei der LVV offenbar aus juristischen Gründen in eine Eigentümereinlage umgewandelt werden muss, entfällt diese Begründung", stellen Mike Nagler und Wolfgang Franke, die beiden Sprecher des Netzwerkes, fest. Das APRIL-Netzwerk fordere die Verantwortlichen deshalb dazu auf, die Privatisierung endgültig zu den Akten zu legen.
Während andere Kommunen aus dem Outsourcing öffentlicher Aufgaben wieder ausstiegen - sie verweisen dabei auf das gescheiterte Projekt von Arvato im sozialdemokratisch regierten Würzburg - hänge der Oberbürgermeister von Leipzig jedoch Ideen von 100%-Verkäufen nach. "Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass mit den Privatisierungen das Verlustgeschäft aus der erhöhten Beteiligung an VNG kompensiert werden soll", stellen die beiden APRIL-Netzwerker fest. "Vor allem würde ein Verkauf von mehr als 49,9% an den beiden Firmen im krassen Widerspruch zum Stadtratsbeschluss vom Februar stehen und quasi einen Wortbruch darstellen."
Sind tatsächlich nur 18 Millionen für die ganze Perdata geboten worden?
Foto: Ralf Julke
Ganz zu schweigen davon, dass interne Äußerungen von einem Erlös von rund 35 Millionen Euro für beide Firmenanteile ausgingen. Was auch für die 49,9 Prozent der Perdata rund 17 bis 18 Millionen Euro bedeutet hätte. Dass die Bertelsmann-Tochter Arvato nur 18 Millionen für 100 Prozent Perdata bezahlen würde, ist - anders als OBM Burkhard Jung der LVZ gegenüber geäußert haben soll - nichts, was "Sinn macht". Es ist ein klares Zeichen dafür, dass der Markt gesättigt scheint und Privatinvestoren derzeit gar kein großes Bedürfnis haben, solche IT-Dienstleister zu kaufen.
Das Angebot von Versatel für die HL-komm-Anteile scheint noch unnennbarer gewesen zu sein. Mit einer Entschuldung hätte das Ganze bei solchen Abgeboten nichts mehr zu tun. Anders ein Projekt, dass FDP und Grüne schon seit langem vorgeschlagen haben, weil es endlich den Verschiebebahnhof zwischen Stadthaushalt und LVV beendet - die Umwandlung des Gesellschafterdarlehens in eine Einlage.
"Durch die Umwandlung des Darlehens der Stadt in eine Eigentümereinlage, also eine Kapitalbeteiligung, wird sich die finanzielle Situation der LVV schlagartig verbessern und ein Anteilsverkauf lässt sich nicht mehr mit der Sanierung der Finanzen begründen", so Nagler und Franke.
Und die offenbar zusätzlich geplanten Personaleinsparungen im LVV-Konzern, von denen der OBM gesprochen haben soll, sollten nur "Renditeerwartungen" dienen und legten nahe, dass der OB "seine" Unternehmen am liebsten nach sattsam bekannten "shareholder value"-Kriterien führen möchte. "Zu Lasten der Beschäftigten, aber auch nicht zuletzt der Kunden der kommunalen Unternehmen", so die APRIL-Sprecher. Immerhin ist von 10 Prozent der Belegschaft die Rede, die eingespart werden sollen - 500 Arbeitsplätze.
"Wir fordern den OB, die verantwortlichen Stadträte und die LVV-Geschäftsführung dazu auf, die schädlichen 'Manager-Spielchen' zu unterlassen", erklären die Sprecher des APRIL-Netzwerkes. "Stattdessen muss endlich eine nachhaltige Strategie zur gemeinsamen Entwicklung der Potentiale der LVV-Unternehmen einschließlich HL komm und perdata entwickelt werden. - Damit würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter endlich in die Lage versetzt, sich weiterhin auf gute und effiziente Arbeit zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger und auch der Wirtschaft der Stadt Leipzig zu konzentrieren."
Der Richard-Wagner-Platz, Leipzigs nordwestliches Entrée zur Innenstadt, präsentiert sich in neuer, deutlich aufgewerteter Gestalt. Einen Tag vor dem Geburtstag des Namenspatrons, der vor 200 Jahren ganz in der Nähe zur Welt kam, stellte Baubürgermeister Martin zur Nedden den umgebauten Platz am Dienstag, 21. Mai, der Öffentlichkeit vor. mehr…
Die BUND Regionalgruppe Leipzig lädt alle Interessierten am kommenden Samstag, den 25. Mai, zum diesjährigen Mahd-Fest auf die Streuobstwiese Stahmelner Straße 37 in Leipzig Wahren ein. Die Veranstaltung beginnt um 9:00 Uhr und endet um 15:00 Uhr. Es findet ein Sensenkurs statt, in dem das fachgerechte Mähen der Wiese mittels Sense erläutert und vorgeführt wird. mehr…
Sie hatten in Ihrer Kindheit niemals die Gelegenheit, sich die Kunst des Radfahrens zu erschließen? Oder Sie fühlen sich unsicher auf dem Rad, weil Sie lange nicht gefahren sind? Möchten Sie Ihre Fahrkünste verbessern? mehr…
Zu den Leipziger Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der SPD, steuert die SPD Leipzig Alt-West einen musikalischen Beitrag am kommenden Sonnabend, 25. Mai 2013, ab 15:00 bei: Ein Serenadenkonzert mit dem Salonorchester der Musikalischen Komödie, auf dem Hof der der ‚MuKo‘ in der Dreilindenstraße. Der Eintritt ist frei. mehr…
Im Vereinshaus des Wasser-Stadt-Leipzg e.V. (Industriestraße 72) findet am Mittwoch, 29. Mai, um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) der nächste Gewässerstammtisch zum Thema "Alte und neue Perlen an den Leipziger Gewässern" statt. - Mit der Sanierung der Wasserwege und der Stadtviertel in ihrem Umfeld sind zahlreiche Gebäude und Grundstücke wieder zum Leben erweckt worden. mehr…
Vor 150 Jahren wurde in Leipzig der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein gegründet. Aus diesem Anlass hat das Stadtgeschichtliche Museum am Donnerstag, 23. Mai, zwei Sonderführungen in sein Programm aufgenommen. Jeweils um 14 und um 16 Uhr erfahren die Besucher in der Ausstellung Moderne Zeiten im Alten Rathaus von den Anfängen der deutschen Sozialdemokratie und Leipzig als Wiege der Arbeiterbewegung. mehr…
Anlässlich der 150-Jahr-Feier der Sozialdemokratie lädt der Ortsverein Leipzig Ost alle Interessierten zu einem gemeinsamen Bürgerfrühstück ein. Die Veranstaltung findet am Samstag, 25. Mai, um 10 Uhr in der Goldsternstraße 9 im Jugend- und Altenhilferverein Paunsdorf statt. Den runden Geburtstag ihrer Partei wollen die Sozialdemokraten nutzen, um mit anderen in die Vergangenheit und Zukunft der organisierten Arbeiterbewegung zu blicken. mehr…
Am Donnerstag, 23. Mai, findet 11 Uhr die Festveranstaltung „150 Jahre SPD“ im Gewandhaus statt. Zu dieser Veranstaltung werden neben hochrangigen Politikern der SPD auch der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin und zahlreiche ausländische Gäste erwartet. Aus Sicherheitsgründen sind umfangreiche verkehrsorganisatorische Maßnahmen erforderlich. mehr…
Es wird viele Frauen geben, die sich über dieses Buch richtig freuen werden: Es ist nicht nur Ratgeber, sondern auch Mutmacher - und keineswegs nur nebenbei auch ein Aufrüttler. Es hätte auch als Titel drüber stehen können: "Lasst euch nicht mehr fremdbestimmen!" Es ist eine kompetente und tiefgreifende Kritik am heutigen Gesundheitswesen und der Übermacht der Pharmakonzerne. mehr…
Nachdem das Saisonziel erreicht ist, versuchen Fans und Präsidium des 1. FC Lok weiter an allen Fronten, Geld für den Verein zu beschaffen. Während die Fans auf gutem Wege sind, ein Benefizspiel gegen den FC Schalke 04 zu erwetten, bittet das Präsidium Fans und Sympathisanten um ihr reichlich vorhandenes Herzblut. mehr…
Hakenkreuzarmbinden an Uniformen im Audimax am Augustusplatz. Und es ging nicht in aller Theorie um das Godwin-Gesetz, wonach alle Chats irgendwann zum Thema Hitler kommen. Nein, es waren Theaterkostümteile, passend, weil Wagners Werk als Familienchronik dargeboten werden sollte. mehr…
Am 21. Mai ist mal wieder „Report Mainz“-Zeit im ersten deutschen Fernsehen. Und erneut ist ab 21:55 Uhr Sachsen ein Thema. Besser der Lauf der Behörden im Jahre 2000, eine Zeit, in der es noch keine Mordserie gab, dafür ein flüchtiges Trio aus Jena, welches sich in Sachsen herumtreiben sollte. Und Unterstützer, die ihnen dabei hilfreich zur Seite standen. Alles in allem also eine Gruppe. Bis heute wird darum gestritten, wie und wann den Behörden welche Einschätzungen zur Verfügung standen. Ein Zeit-Dokument dazu liege nun der „Report“-Redaktion vor. Und das Sächsische Innenministerium reagierte heute erstaunlich schnell. mehr…
Fußball ist in Deutschland längst keine Nebensache mehr. Ganz akademisch werden Nachwuchstalente auf ihre Profikarriere vorbereitet. So auch in Berlin bei Hertha BSC. Die F-Jugend des SV Lindenau 1848 schaute sich zu Pfingsten die Nachwuchsakademie auf dem Berliner Olympiapark an. Und unterlag der U9 von Hertha in einem Freundschaftsspiel mit 4:7. mehr…
Er war eigentlich noch nicht so alt, was die Sache irgendwie noch ein wenig unerklärlicher macht. Jedenfalls fuhr der 46-jährige LVB-Mitarbeiter die Straßenbahn der Linie 10 auf der Karl-Liebknecht-Straße stadteinwärts, als er wohl gemerkt haben muss, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Jedenfalls brachte er auf der Höhe Steinstraße seine Straßenbahn zum stehen und brach anschließend im Fahrgastraum zusammen. mehr…
Über die aktuellen Gründe liegen noch keine Erkenntnisse vor, als MDR Info am Dienstag, 21. Mai, meldet: „In einem Leipziger Jobcenter ist eine Mitarbeiterin brutal angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, schlug ein Mann mit einem Hammer auf die Frau ein. Sie wurde dabei schwer verletzt.“ Der Angreifer habe bereits Hausverbot gehabt und sei „bereits mehrfach auffällig geworden“. mehr…