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Rätselraten um Unister: FTD berichtet zu Manager-Kündigungen, Baustelle in Leipzig ruht

Ralf Julke
Bauzäune blockieren den Gehweg am Unister-Baugelände.
Bauzäune blockieren den Gehweg am Unister-Baugelände.
Foto: Daniel Thalheim
Gleich zwei Mal beschäftigte sich dieser Tage die "Financial Times Deutschland" (FTD) mit dem Leipziger Portal-Betreiber Unister. Schon am 1. September gab's online die Meldung "Unister steht Aderlass im Top-Management bevor". Am 6. September legte die Zeitung nach mit "Check-out in Leipzig".


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Die Autorin Jennifer Lachmann nahm dabei nicht nur die Kündungswelle von mehreren Managern bei diversen Unister-Portalen wie Travel24.com oder fluege.de unter die Lupe. Sie fragte auch: "Was ist los bei Unister? Fakt ist: Der Konzern ist vor allem in der Reisebranche eine Größe - und er polarisiert." Und - auch das erwähnt sie: Er arbeitet nicht immer transparent. Die 1 Milliarde Euro Umsatz, die sie erwähnt, sind nur extern geschätzt. Die 1.500 Mitarbeiter sind eine vermeldete Zahl von Unister selbst.

Flaggschiff der Unister-Websites ist die Adresse ab-in-den-urlaub.de, das mit seinen rund 2 Millionen Besuchern (laut AGOF) einer der großen Spieler am deutschen Reisemarkt ist. Von der Branche freilich kritisch beäugt. Denn ein wesentlicher Bestandteil des Unister-Geschäftsmodells ist, wie Jennifer Lachmann schreibt, "die Optimierung der Suchergebnisse".

"In der Vergangenheit legte der Konzern Unterseiten an und nutzte hierfür auch Marken von Rivalen", schreibt sie. "Wer etwa L'Tur suchte, landete mitunter nicht auf der Seite des Last-Minute-Veranstalters, sondern wurde auf eine Unister-Seite gelockt.“ Den L'Tur-Chef Markus Orth zitiert sie mit: "Es ist eine Riesensauerei, was Unister mit unserer Marke bei Google macht."

Die Mauern des Nachbargebäudes müssen sdeit dem Abriss des Eckbaus Brühl / Goethestraße abgestützt werden.
Die Mauern des Nachbargebäudes müssen sdeit dem Abriss des Eckbaus Brühl / Goethestraße abgestützt werden.
Foto: Daniel Thalheim
Dass ein Großteil der Unister-Reichweite mit dieser Suchmaschinen-Optimierung zu tun hat, zeigt die Statistik für das Unister-Portal news.de im Frühjahr 2011. Ende Februar hat der Suchmaschinenriese Google seinen Such-Algorithmus geändert, vorrangig, um so genannten "Content Farmen", die die Trefferlisten verstopften, etwas das Wasser abzugraben. Die Änderung traf auch das Arbeitsmodell von news.de: Die Besuchszahlen schrumpften um 80 Prozent.

"Manchen Managern, die jetzt gehen, sagt man nach, dass sie es leid sind, ständig anzuecken - und dass sie auch um ihren eigenen Ruf fürchten", schreibt Lachmann. Vielleicht ist das der Grund. Aber reagieren erfahrene Manager tatsächlich derart emotional?

Denken sie nicht eher rational und praktisch? - Denn gerade die Änderung des Suchalgorithmus im Hause Google zeigt auch, dass Geschäftsmodellen, wie sie Unister verwendet, Grenzen gesetzt sind. Grenzen auch durch Marktteilnehmer, die - wie Google - mit generierten Nachrichten selbst Geld verdienen wollen.

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Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Baustelle an der Leipziger Goethestraße in einem etwas anderen Licht. Im Frühjahr 2010 sorgte hier das Projekt von Unister für Furore, ein zwölfstöckiges Bürohaus aus dem Boden zu stampfen. Mit der Stadt kam es dabei zu heftigen Reibereien um Gestaltung und Höhe. Immerhin wirkte der erste Entwurf für diesen City-Bereich nahe der Oper geradezu erdrückend. Im März meldeten die Unister Holding und die Stadt Leipzig die Erzielung eines Kompromisses. Und dann geschah auf einmal nichts mehr.

Bis heute ruht die leergeräumte Brache. Es ist auch kein Bauschild aufgebaut. Da ein Jahr Baustille zumindest Fragen aufwirft, hat die L-IZ sowohl Unister als auch Stadtverwaltung angefragt, was los ist und wie es wann weitergeht.

Wir sind gespannt auf die Antworten.

Der Beitrag von FTD Online:
www.ftd.de | Unister steht Aderlass im Top-Management bevor


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