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Neue Runde zum Barockaltar der Paulinerkirche: Warum man eine demokratische Entscheidung auch einmal akzeptieren sollte, egal, wie berühmt man ist

Es stehen zwar alle möglichen berühmten Namen auf der Liste de Unterzeichner/-innen der Petition „WORT HALTEN! Für die Rückkehr der historischen Barockkanzel in die Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig!“ Aber auch in einer Demokratie gibt es manchmal Punkte, an denen man demokratische Entscheidungen akzeptieren sollte. Auch aus Respekt davor, dass gewählte Gremien manchmal anders denken als man selbst. Auch wenn es möglicherweise aus der eigenen Glaubensperspektive wehtun mag.

Küf Kaufmann (Vorstand der Jüdischen Gemeinde Leipzig) und Rabbiner Zsolt Balla. Foto: LZ
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Rabbiner Zsolt Balla im Kurzinterview: Leipziger Juden und Jüdinnen wandern aus Angst vor Antisemitismus aus

In Leipzig-Gohlis wird eine junge Israelin von ihrer Nachbarin daran gehindert, in das gemeinsame Mietshaus einzutreten. Die Angreiferin schreit sie zunächst an, dass sie Deutschland verlassen solle und die Polizei sie deportieren wird. Im weiteren Verlauf wird sie handgreiflich, versuchte sich gewaltsam Zugang zur Wohnung der jüdischen Person zu verschaffen, klingelte ununterbrochen und rief weiter antisemitische Statements durch den Hausflur.

Schlussbild einer Versammlung mit rund 60 Teilnehmerinnen bei „Bewegung Leipizg“ am 29. Mai 2021. Foto: LZ
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An der Grenze zur Leere: 60 Menschen bei „Bewegung Leipzig“ + Video

Ohne nennenswerten Gegenprotest hat am Samstag, dem 29. Mai, die „Bewegung Leipzig“ auf dem Simsonplatz demonstriert. Etwa 60 Personen versammelten sich vor dem Bundesverwaltungsgericht. Die „Querdenken“-nahe Partei „Die Basis“ war mit einem eigenen Stand vertreten. In den Redebeiträgen auf der kleinen Bühne ging es unter anderem um Kapitalismuskritik, das Geldsystem, den Nationalsozialismus und die Situation im sächsischen Zwönitz. Im Anschluss nahm die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachtes der Volksverhetzung gegen einen der Redner auf.

Leipzig darf sich auf einen schönen Sommer freuen. Foto: Matthias Weidemann
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Inzidenz dauerhaft unter 50: Was sich höchstwahrscheinlich ab Montag in Leipzig ändert

Leipzig hat den vierten Werktag in Folge eine 7-Tage-Inzidenz unter 50. Weil die Stadt wegen „technischer Probleme“ gestern keine Zahlen übermitteln konnte, dürfte die aktuelle Inzidenz von 24,1 etwas zu niedrig sein – doch bereits am Mittwoch und Donnerstag lag sie bei rund 30. Sollte die Inzidenz auch am Samstag unter 50 bleiben, würden ab Montag, dem 31. Mai, einige Lockerungen gelten. Die LZ hat die voraussichtlichen Änderungen zusammengefasst.

Bildquelle: G. Assner
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München: Bewährungsstrafe nach Massenschlägerei unter Fußballfans

Vor dem Schöffengericht München wurde am 27.05.2021 einer der Haupttäter einer Massenschlägerei von etwa 100 Fußballfans anlässlich des Spiels 1860 München gegen Carl Zeiss Jena recht milde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dessen Münchner Rechtsanwalt Gerald Assner (58) ist für Fußballfans in Bayern ein bekannter Name als Fananwalt. Im Anschluss an das Urteil das nun folgende Interview mit Herrn Rechtsanwalt Assner.

Letztlich wenig Dynamik an einem Pfingstwochenende, welches Großdemos der „Querdenken“-Bewegung versprach - und nicht hielt. Foto: LZ/Leon Eisfeld-Mylius
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Querdenken in Berlin: Revolution adé + Video

Berlin, „Querdenken“ und Pfingsten. Eine Kombination, die noch im letzten Jahr mediale Wucht und Großdemonstrationen garantiert hätte. Auch vor dem Wochenende hatten die Ankündigungen seitens „Querdenken“ gewohnt martialisch geklungen, von unterschiedlichen Strecken für einzelne Bundesländer war vorab in Aufrufen die Rede, alles klang gigantisch. Angesichts dessen, was sich nach einem Versammlungsverbot am Samstag und Sonntag tatsächlich in Berlin versammelte, muss man wohl sagen: Die Luft ist raus.

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Leben mit Long COVID

„Ich habe den Eindruck, dass in Deutschland das Problem der Langzeitfolgen nach COVID-19 noch nicht so angekommen ist.“ Was die Berliner Charité-Ärztin Carmen Scheibenbogen kürzlich in einem Interview mit der „Zeit“ sagte, dürfte sowohl bei Betroffenen als auch bei Menschen, die sich vor einer Erkrankung fürchten, auf große Zustimmung stoßen.

Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag
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Gastkommentar von Christian Wolff: Drei Geburtstage – oder: eine gute Verbindung von Heiligem Geist und gesundem Menschenverstand

Morgen fallen sie auf einen Tag: das Pfingstfest, das auch als Geburtstag der Kirche begangen wird, der Verfassungstag und der 158. Gründungstag der SPD. Eigentlich drei Anlässe, kräftig zu feiern – wenn da nicht die tiefe Krise wäre, in der die evangelische wie katholische Kirche in Deutschland stecken; wenn da nicht die Grundwerte der Verfassung, die freiheitliche Demokratie von innen insbesondere durch Rechtsnationalisten und egomanische Querdenker und von außen durch autokratische Systeme einem erheblichen Legitimationsdruck ausgesetzt wären; Wenn da nicht die Auflösungserscheinungen der Sozialdemokratie einen um die Existenz der ältesten Partei Deutschlands bangen ließen.

Foto: Pexels via pixbay
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Keine Ahnung vom Aktienmarkt, dann ist ein Lotse eine gute Entscheidung

Wer die Nachrichten sieht, der liest manchmal recht abstrakt wirkende Zahlen, deren Wirkung auf die eigenen Finanzen sich erst nach und nach erschließt: Hier wird mal über die „Nullzinsphase“ der EZB philosophiert, dort die neue Ausgabe beispielsweise einer Bundesanleihe besprochen. Zum Redaktionsschluss der Erstellung dieses Artikels, am 14. Juni 2021, waren folgende Daten verfügbar.

Foto: pixabay
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Reine Männersache

Männer gehen eher selten mit so intimen Problemen, wie einer Erektionsstörung zu ihrem Arzt, wenn das dann vielleicht sogar noch eine Frau Doktor ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sein Problem an sie heranträgt, gegen Null. Seit der Markteinführung von sogenannten PDE-5-Hemmern, wie z.B. Viagra und Cialis, gibt es ja die passenden Medikamente, die Männern mit Potenzproblemen helfen können, wozu also einer fremden Person diese intimen Dinge mitteilen.

Gegen jeden Antisemitismus - Solidarität mit Israel. Foto: Alexander Böhm
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Gastkommentar von Christian Wolff: Antisemitismus – das immer gleiche Strickmuster

Schon seit Tagen beunruhigt mich der kriegerische Gewaltausbruch in Israel – und die offen antisemitischen Demonstrationen in Deutschland, zuletzt auch am vergangenen Samstag in Leipzig. Heute mahnte der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, Küf Kaufmann, in der „Leipziger Volkszeitung“ mehr Unterstützung „aus der Mitte der Gesellschaft“ an. Das ist absolut berechtigt. Doch mit periodisch geäußerten Lippenbekenntnissen ist es nicht getan.

"Unterschiede vergessen, wir sind alle ein Volk" - welches gemeinsam kämpfen soll. Versammlungsleiter Volker B. am 17. Mai 2021. Foto: LZ
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Eine Pandemie ist nicht genug: Corona-Verharmloser/-innen leugnen auch den Klimawandel + Videos

Erneut haben in Leipzig einige Dutzend Menschen gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert und dabei das Virus verharmlost. Etwa 60 bis 70 Personen versammelten sich am Montagabend, dem 17. Mai, auf dem Parkplatz vor dem Naturkundemuseum. Dort fand auch der von „Leipzig nimmt Platz“ organisierte Gegenprotest statt, an dem sich rund 100 Menschen beteiligten. Obwohl die Teilnehmer/-innen beider Kundgebungen teilweise nur wenige Meter voneinander entfernt standen, kam es zu keinen Zwischenfällen.

Polizeieinsatz. Foto: Lucas Böhme
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Dynamo-Hooligans greifen Polizei und Presse an

In Dresden ist es am Sonntag, dem 16. Mai, zu schweren Ausschreitungen gekommen. Hooligans von Dynamo Dresden griffen Polizist/-innen und Journalist/-innen an. Anlass war ein Drittligaspiel der Fußball-Mannschaft des Vereins gegen Türkgücü München. Durch einen Sieg gelang Dynamo der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Weil in den Stadien weiterhin keine Fans erlaubt sind, hatten sich tausende Anhänger/-innen auf den Straßen versammelt.

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Kundgebungen zum Nahostkonflikt ohne große Zwischenfälle + Videos

Der aktuelle Nahostkonflikt ist am Samstag, dem 15. Mai, auch in Leipzig angekommen. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an Israel-solidarischen und pro-palästinensischen Kundgebungen auf dem Augustusplatz, wobei letztere etwas besser besucht war. Mehrere Polizeiketten trennten die Teilnehmenden auf der Seite des Gewandhauses von den Teilnehmenden auf der Seite der Oper. Zumindest während der Kundgebungen gab es keine so schweren Konfrontationen, wie einige im Vorfeld erwartet hatten.

Foto: Michaela/pixabay
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Sind Dankeskarten im Trauerfall notwendig?

In Zeiten einer weltweiten Pandemie sehen sich viele Menschen mit der Organisation von Beisetzungen konfrontiert. Wer diese Aufgabe zum ersten Mal übernimmt, den beschäftigen viele Fragen. Alleine die Auswahl und Gestaltung der Trauerkarten nimmt Zeit in Anspruch. Weil auch das Budget oftmals limitiert ist, überlegen manche Angehörige, ob Dankeskarten im Trauerfall überhaupt notwendig sind.

Am 15. Mai 2021 wird es zwei Demonstrationen zu den aktuellen Vorgängen in Israel geben. 2014 eskalierte bei einer ähnlichen Konstellation die Lage. Foto: LZ
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Kundgebungen in Leipzig angekündigt: Pro-palästinensisch und Israel-solidarisch + Update

Während der Nahostkonflikt in den vergangenen Tagen wieder eskaliert ist, dominiert das Thema zunehmend auch die Diskussionen in Deutschland. Neben legitimen Äußerungen zu Schuld- und Verantwortungsfragen kommt es dabei auch zu antisemitischen Vorfällen – häufig in der Nähe von Synagogen. In Leipzig sind für den kommenden Samstag zwei Demonstrationen angekündigt. Die Situation erinnert an 2014, als Israel mit einer Militäroperation im Gazastreifen auf anhaltenden Raketenbeschuss reagierte und es in Deutschland zu zahlreichen Demonstrationen kam.

„Gesundheit ist keine Ware": Zum Tag der Pflege fanden verschiedene Aktionen in Leipzig statt. Hier vor dem UKL waren beschäftigte eingeladen, ihre Erfahrungen und Forderungen zu teilen. Foto: LZ
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Gesundheit wieder vor Profit: Aktionen zum Tag der Pflege in Leipzig + Video

Nicht erst seit Corona wird auf die Missstände in den Pflegeberufen aufmerksam gemacht, die Pandemie aber hat das Thema erneut „populär“ gemacht. Traurig, dass es so sein muss, noch trauriger, dass sich nichts ändert. In den letzten Jahren wurde in Krankenhäusern und Pflegeheimen gespart, wo es nur ging. Die Quittung sind zu wenige, unterbezahlte und überlastete Beschäftigte. Am heutigen Internationalen Tag der Pflege, der in diesem Jahr unter dem Motto „Für eine Gesundheitsversorgung mit Zukunft“ stand, machten mehrere Aktionen und Veranstaltungen auf die Missstände aufmerksam. Zu Wort meldeten sich vor allem diejenigen, die direkt „an der Basis“ sitzen: die Pflegekräfte selbst.

Vogelfrei: Ankunft der Mauersegler am 8. Mai in Leipzig. Foto: Ralf Julke
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Nachdenken über … die Grundbedingungen der Freiheit

Sie irren sich, Herr Assheuer, könnte ich hier beginnen. Kann ich auch. Thomas Assheuer hat zwar Philosophie und Germanistik studiert und ist Redakteur im Ressort Feuilleton bei der „Zeit“. Und am 10. Mai hat er dort seinen Beitrag „Die Panik der liberalen Geister“ veröffentlicht. Aber kein Schlachtruf ist so trügerisch wie der der Freiheit.

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Ärger im Erzgebirge: Rechtsradikale feiern und randalieren

Das Erzgebirge zählt mit einer 7-Tage-Inzidenz über 250 derzeit zu den Corona-Hotspots in Deutschland. Dementsprechend sind die Einschränkungen härter als in anderen Teilen des Freistaates, wo die Inzidenz teilweise schon unter 100 gefallen ist. In mehreren Städten im Erzgebirge kommt es immer wieder zu Demonstrationen gegen diese Einschränkungen. Weil diese Demos meistens verboten sind, entstehen Konflikte mit der Polizei – welche zunehmend eskalieren.

Die antifaschistische Fahrrad-Demo in Leipzig am 9. Mai. Foto: Antonia Weber
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9. Mai: Antifaschistische Fahrraddemonstration besucht Kamenzer Straße und weitere rechte Szeneorte

81 rechte Szeneorte, 208 Straftaten im Zusammenhang mit Rechtsextremismus, 304 Betroffene rechtsextremer und rassistischer Gewalt. Diese Statistiken spiegeln die Situation in Sachsen 2020 wider – und stellen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs dar. Am Sonntag, 9. Mai 2021, rief deshalb das Aktionsbündnis gegen Neonazis „Ladenschluss“ zu einer antifaschistischen Radtour durch Leipzig auf.

Kai bei seiner Rede am 10. Mai 2021 nach der zweiten Attacke auf sein Ladengeschäft. Foto: LZ
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Nach antisemitischen Schmierereien in der Eisenbahnstraße: Kais Rede bei der „Bürgerbewegung 2021“ + Video

Mitte April 2021 klebten erstmals sauber ausgedruckte Zettel mit Beschimpfungen an einem Telekommunikations-Laden an der Eisenbahnstraße. Wer der Absender war, ist noch unbekannt. Aus welcher Szenerie er kommt und was er sagen wollte, hingegen nicht, denn „Systemhure“, „Schlafschaf“ und „Coronagläubiger“ war zu lesen. Am Montag den 10. Mai 2021 gab es dann einen „Nachschlag“, noch eine Spur schärfer, antisemitischer und verschwörungsgläubiger als zuvor. Laden-Mitarbeiter Kai hatte daraufhin genug und besuchte gestern die Demo, auf der solche Theorien geteilt, verbreitet und ausgesprochen werden. Und hielt am Montagabend eine Rede vor der „Bürgerbewegung Leipzig 2021“.

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Flexible Arbeitsmodelle als Rezept der Zukunft?

Die Pandemie sorgte sowohl im Privaten als auch im Arbeitsleben für gewaltige Umwälzungen. Der klare Gewinner dieses einschneidenden Events ist das Home-Office, dessen Bedeutung ein ganz neues Niveau erreicht hat.

Am 10. Mai 2021 fand der Ladeninhaber sein Geschäft so vor. QAnon und Davidstern - die Spur für in die Querdenker-Szene. Foto: Privat
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Antisemitischer Angriff auf Ladengeschäft in der Eisenbahnstraße

Das gesellschaftliche Klima wird immer rauer und die Bedrohungslage für einzelne Menschen gefährlicher: Ein Laden an der Eisenbahnstraße, der seine Kundschaft auf die Einhaltung gängiger COVID-19-Schutzmaßnahmen hinweist, wurde bereits zum zweiten Mal Ziel einer hinterhältigen Attacke mit antisemitischem Bezug. Der Betroffene hat bereits eine konkrete Reaktion angekündigt.

Stolpersteine in Leipzig. Foto: Antonia Weber
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8. Mai: Zwischen stillem Gedenken und lautem Protest + Video

An diesem Samstag, 8. Mai 2021, jährte sich zum 76. Mal der Tag der Befreiung durch die Alliierten und das damit verbundene Ende des Zweiten Weltkrieges. „Aber es ist nicht allein dieser Anlass des 8. Mai, an den wir an diesem wichtigen Tag erinnern möchten. Vielmehr steht dieses Datum für uns für die Bedeutung des Erinnerns an die Verbrechen der NS-Vergangenheit wie auch für das Einstehen gegen Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung aller Art“, so Henry Lewkowitz, Geschäftsführer des Erich-Zeigner-Haus e. V.

Am heutigen 8. Mai 2021 ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Gedenksteine an ermordete Juden in Leipzig. Foto: Antonia Weber
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Die Unendliche Geschichte

Ein antisemitischer Angriff in Leipzig und was das über den Umgang mit in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden sagt. Ein Gastbeitrag von Benjamin Damm am Tag der Befreiung: Während das deutsche Feuilleton diskutiert, welche Antisemitismus-Definition am „besten“ wäre, und ob man Israel dennoch „kritisieren“ dürfe, erfahren Jüdinnen und Juden in Deutschland immer wieder, wie sich diese „Kritik“ ganz konkret anfühlt. Der aktuellste Vorfall aus Leipzig verdeutlicht dies sehr drastisch.

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Liveticker mit Fotos und Videos: Schon wieder ein Super-Demo-Samstag in Leipzig vorbei

Den zweiten Samstag in Folge sollen in Leipzig mehr als zehn Demonstrationen stattfinden. Wieder steht die Corona-Politik im Mittelpunkt. Aber auch Antifaschismus, Bienensterben, Geflüchtete, Stolpersteine und Umweltschutz sind heute im Fokus. Besonders im Stadtzentrum ist ab spätestens 14 Uhr mit einer vierstelligen Zahl von Demonstrierenden zu rechnen. Die LZ informiert wie gewohnt im Liveticker über das Geschehen.

Demo-Transparent: Impfstoff für alle. Foto: LZ
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Gastkommentar von Christian Wolff: „Nicht die Starken bedürfen des Arztes …“ – oder: Wer und was hat Priorität?

Es war eine „bemerkenswerte“ Meldung im Lokalteil der Leipziger Volkszeitung (LVZ) vom 6. Mai 2021 (Seite 16): „Das DRK vermied zunächst Infos über die Impfung von Migrantinnen und Migranten, um keinen Unmut zu schüren“. Im selben Artikel wird ein Mitarbeiter des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) zitiert: „Wir haben das (gemeint ist die Impfung von Geflüchteten) nicht kommuniziert, um keine Neiddebatte oder Vorwürfe einer angeblichen Übervorteilung von Geflüchteten zu entfachen.“

Willy auf dem Bagger an der Hildebrandtstraße. Foto: Sabine Eicker
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Krimi in Connewitz: Baggerbesetzer stoppt illegale Baustelle + Video & Update

Erst war es nur eine Idee, dann gab er der Leipziger Zeitung Bescheid und den Hinweis: „Nach meiner Kenntnis hat der Bauherr des Grundstückes an der Hildebrandt/Ecke Bornaische Straße keine Baugenehmigung“, so Willy*. Und wollte dennoch heute, am 7. Mai 2021, mit den ersten Erdarbeiten starten. Hinzu käme, dass sich auf der Brache die streng geschützte Zauneidechse angesiedelt hätte. Tatsächlich stand da ein Bagger in Connewitz, den ein junger Mann heute Morgen kurz nach 6 Uhr besetzte. Und so eine illegale Baustelle vorerst stoppte.

Diskussionsgrundlage: Die Mobile Jugendarbeit Leipzig "nagelt" ihre 25 Thesen ans Internet. Foto: MJA Leipzig e.V.
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#steileThesen: Zündstoff zum Runterladen

Aufmerksame LZ-Leser/-innen werden sich erinnern: Zwei ganze Jahre lang, von Dezember 2018 bis Dezember 2020, gab es hier Monat für Monat die #steilenThesen des Mobile Jugendarbeit Leipzig e.V. zu lesen. Anlässlich des 25. Geburtstages ihres Vereins im Jahr 2018, hatten die Streetworker/-innen ihre Gedanken zu brennenden gesellschaftlichen Themen zusammengetragen, diese als Kalender veröffentlicht und begleitend online weiter vertieft. Jetzt setzen sie sogar noch einen drauf.

Prof. Dr. Eszter Fontana – Musikwissenschaftlerin und Musikvermittlerin aus Leidenschaft, Foto: Winfried Kurtzke
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Langjährige Direktorin des Musikinstrumentenmuseums gewürdigt: Eszter Fontana mit Curt-Sachs-Preis ausgezeichnet

Die ehemalige Direktorin des Musikinstrumentenmuseums der Universität Leipzig und engagiertes Vorstandsmitglied des Notenspur Leipzig e. V., Prof. Dr. Eszter Fontana, ist von der renommierten Amerikanischen Musikinstrumenten-Gesellschaft für ihr Lebenswerk mit dem Curt-Sachs-Award 2021 ausgezeichnet worden. Damit würdigt die Gesellschaft Eszter Fontanas herausragende Leistungen um die wissenschaftliche Erforschung von Musikinstrumenten.

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Die „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ auf den Spuren von Legida

Als der Chef der „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ gegen Ende der Kundgebung auf dem Richard-Wagner-Platz sagte, dass es eigentlich egal sei, wie sich seine Organisation nennt, scherzten anwesende Journalist/-innen: Wie wäre es mit „Legida“? Bei der Veranstaltung am Montag, dem 3. Mai, hörte es sich mehr als einmal so an, als sei die völkische Bewegung, die von 2015 bis 2017 auf Leipzigs Straßen unterwegs war, aus ihrem Grab auferstanden.

20:10 Uhr - die Versammlungen neigen sich dem Ende entgegen: Ein Gruß zum Abschied Richtung „Bürgerwegung 2021“. Foto: LZ
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The same …: Erneute Versammlung der „Bürgerbewegung 2021“ in Leipzig + Video

Erneut treffen am heutigen 3. Mai 2021 die sogenannte „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ und der entsprechende Gegenprotest auf dem Richard-Wagner-Platz aufeinander. Die „Bürgerbewegung“, von welcher sich selbst „Querdenken Leipzig“ als zu rechts abgrenzt, ist in den vergangenen Wochen mit zuletzt 125 Teilnehmer/-innen die derzeit größte Sammlungsbewegung in der Stadt, welche in Teilen mit Reichsbürgerforderungen und nationalistischem Gedankengut auftritt. Zur Stunde haben sich rund 80 hier und etwa doppelte so viele beim Gegenprotest versammelt.

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Liveticker mit Fotos und Videos: Der 1. Mai in Leipzig bleibt Nazi-frei

In Leipzig sind am Samstag, dem 1. Mai, zahlreiche Demonstrationen im Bereich des Stadtzentrums geplant. Während die Kundgebungen von linker Seite wie vorgesehen stattfinden dürfen, wurden drei rechte Versammlungen verboten. Das sächsische Oberverwaltungsgericht bestätigte in der Nacht das Verbot für die Kundgebung der Neonazipartei „Der 3. Weg“. Dennoch ist damit zu rechnen, dass sich Neonazis und Corona-Verharmloser/-innen spontan in Leipzig versammeln. Die LZ informiert im Liveticker über die aktuellen Entwicklungen.

Ines Kuche von Verdi zur Bezahlung von Pflege und Krankenhauspersonal am 1. Mai 2021 auf dem Leipziger Markt. Foto: Tilly Domian
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Videos #le0105: Inhalte, Inhalte, Inhalte vom 1. Mai 2021 in Leipzig + Bildergalerie

Während seit etwa 15 Uhr an diesem 1. Mai 2021 in Leipzig Connewitz eine Spontandemonstration auf der Karl-Liebknecht-Straße abgehalten wird, schauen wir mal auf den Tag und die Redebeiträge zurück. Leipzigs OB Burkhard Jung hinterließ – „natürlich digital“ – am heutigen Mittag ein Grußwort am Leipziger Marktplatz zum Thema Solidarisch durch die Krise, während Gewerkschaftsfunktionäre wie Ines Kuche (Ver.di) am gleichen Ort über Arbeitskämpfe während der Corona-Pandemie berichteten. Und so mancher Beitrag war durchaus ernüchternd, wie der über die angeblichen Bemühungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur besseren Entlohnung von Pflegekräften.

Haupteingang zum Leipziger Zoo: Archivfoto: Zoo Leipzig
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Der Migrantenrat und der Zoo – ein Kommentar von Mustafa Haikal

Wie viel Erinnerung braucht eine Stadt? Wovon wollen wir uns berühren und mahnen lassen? Zu viel Geschichte schade dem Lebendigen, zu wenig nehme ihm seine Würde, schrieb Friedrich Nietzsche in den 1870er Jahren. Natürlich, noch immer erinnern sich die älteren Bürger Leipzigs an den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg, nie wird das aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden. Doch wie steht es mit dem deutschen Kolonialismus, einer Zeit, die anders als der Zweite Weltkrieg, kaum Spuren im Stadtraum hinterlassen hat und die in den privaten Erinnerungen der Leipziger keine Rolle mehr spielt?

Die Erinnerungsstele für die gesprengte Matthäikirche am Matthäikirchhof. Foto: Ralf Julke
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Gastkommentar von Christian Wolff: Der Matthäikirchhof – von der Keimzelle der Stadt Leipzig zum lebendigen Ort der Demokratie

Die Stadt Leipzig will in den kommenden Jahren das Areal des Matthäikirchhofs städtebaulich und inhaltlich zu einem nutzungsgemischten, urbanen Quartier mit besonderen öffentlichen Funktionen entwickeln. Dieser Prozess soll durch Bürger/-innenbeteiligung und öffentliche Kommunikation dem gerecht werden, was der Matthäikirchhof werden soll: Ort der lebendigen Demokratie. Im Folgenden erinnere ich an die Matthäikirche und stelle meine Vorschläge zur Diskussion.

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