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Novelle des Sächsischen Hochschulgesetzes: Sachsens Studierende sind maßlos enttäuscht

Redaktion
Leibniz-Denkmal im Uni-Campus.
Leibniz-Denkmal im Uni-Campus.
Foto: Ralf Julke
Das sächsische Kabinett hat am Dienstag, 20. Dezember, den Hochschulentwicklungsplan 2020 verabschiedet sowie die Novelle des Sächsischen Hochschulgesetzes zur Anhörung freigegeben. "Das Verhalten des SMWK wird immer obskurer", erklärt dazu Michael Moschke, Sprecher der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS).

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"Das Ministerium selbst entzieht einer ordentlichen Hochschulentwicklung mit dem nun veröffentlichten Plan jede Grundlage. Nicht nur, dass die Hochschulen in zweifelhaften Verfahren 300 Stellen zwischen 2013 und 2015 kürzen müssen, obwohl insgesamt mehr Studierende als je zuvor an Sächsischen Hochschulen studieren und einzelne Fachbereiche bei Auslastungen weit über 200 Prozent liegen, auch der restliche Hochschulentwicklungsplan ist eine Farce", stellt er fest. "Qualität an Hochschulen wird nicht durch die Auslotung eines Lehrpreises oder ähnlichem erreicht. Uns scheint, als möchte Frau von Schorlemer den Hochschulen spotten."

Anni Fischer, Sprecherin der KSS, ergänzt: "Es ist ein einziges Trauerspiel. Vor allem die Wiedereinführung des Grundschullehramts an der Technischen Universität Chemnitz ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Vor wenigen Jahren abgeschafft, soll nun wieder eingeführt werden, wofür weder Ressourcen noch die finanziellen Mittel vorhanden sind. Eine derartige Planung an der Realität vorbei ist unbegreiflich. Viel sinnvoller wäre es doch, die jetzt schon vorhandenen Lehramtsstudiengänge in Dresden und Leipzig ordentlich zu stärken, als das Rad neu zu erfinden."

Ratlos im Uni-Campus: Studieren in Sachsen wird immer unkalkulierbarer.
Ratlos im Uni-Campus: Studieren in Sachsen wird immer unkalkulierbarer.
Foto: Ralf Julke
Bereits im Sommer dieses Jahres äußerte sich die KSS in größerem Umfang zum Hochschulentwicklungsplan und legte eine eigene Alternative vor. Dabei wurde vor allem bemängelt, dass der Hochschulentwicklungsplan kaum konkrete Problemfelder behandelt. Themen wie die Flexibilisierung des Studiums, lebenslanges Lernen und die Arbeitsbedingungen an Sächsischen Hochschulen wurden nach Meinung der KSS bei Weitem nicht ausreichend berücksichtigt.

"Die Novellierung des Sächsischen Hochschulgesetzes reiht sich in das sächsische Hochschuldrama ein. Es ist schlicht nicht tragbar, von Freiheit zu sprechen, wenn im gleichen Atemzug Langzeitstudiengebühren eingeführt werden sollen", zeigt sich Anni Fischer erbost. "Schon jetzt ist es einer Vielzahl Studierender nicht möglich, ihr Studium in Regelstudienzeit zu beenden, da die Hochschulen aufgrund der exzessiven Stellenkürzungen nicht genug Lehrveranstaltungen anbieten können. Eine schöne Freiheit ist das, wenn die Studierenden für die Fehlplanung der Politik am Ende auch noch zur Kasse gebeten werden."

Michael Moschke erkennt trotzdem auch einige positive Aspekte: "Wir begrüßen natürlich jegliche Flexibilisierung des Hochschulzugangs und die Erleichterungen bei kooperativen Promotionsverfahren."

www.kssnet.de


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