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Jahr: 2018

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Matthias Steinborn (Lok) bejubelt seinen Siegtreffer - vor dem leeren Gästeblock mit Spruchband. Foto: Jan Kaefer

Momente 2018: Lok siegt in Leutzsch, doch die Fans jubeln in Probstheida

Es war ein umstrittenes Novum im Leipziger Fußballgeschehen: Das Landespokal-Derby zwischen der BSG Chemie und dem 1. FC Lok Leipzig fand am 15. Dezember 2018 im Alfred-Kunze-Sportpark ohne Gästefans statt. Den Siegtreffer von Matthias Steinborn bejubelten die Probstheidaer Anhänger daher vor der Videowand im Bruno-Plache-Stadion.

Thomas Tenzler. Foto: Privat

Wenn Leipziger träumen: Kein Wunsch für Leipzig

Wünsche sind etwas für den Weihnachtsmann. Und gelbe Westen bringt der eh nicht. Die kommen vermutlich auch nicht an, weil bei Amazon mal wieder gestreikt wird. Also versuchen wir es etwas philosophischer. Und zitieren erst einmal den Barden Reinhard Mey …

Schlagzeuger auf dem Connewitzer Kreuz. Silvester 2017/18. Foto: Alexander Böhm

Schlussstrich 2018: Falsche Bilder lange vor Relotius, ein früher Heli und eine Demo am Connewitzer Kreuz

Dass die falschen Eindrücke, Ausschmückungen und schiefen Bilder eines Claas Relotius im „Spiegel“ niemals ein Einzelfall waren, zeigt der Rückblick auf die Silvesternacht 2017/18. In diesem geht es um die Frage „Was man aus Bildern alles machen kann“. Gleich zum Start des Jahres war Leipzig oder besser der Stadtteil Connewitz in aller Munde. Und natürlich fliegt am heutigen Silvesterabend seit Mittag wieder ein Hubschrauber tief über dem Viertel.

Johannes Bigge Trio. Pressefoto: Johannes Bigge Trio

Das Johannes Bigge Trio konzertiert am 12. Januar im Mediencampus Villa Ida

Das Piano-Trio gehört zu den gängigsten Formationen jener höchst heterogenen Musikform, die wir der Einfachheit halber immer noch Jazz nennen. Wer sich in diesem Format Gehör verschaffen will, muss sich folglich etwas Besonderes einfallen lassen. Einer von denen, die das können, ist Johannes Bigge. Das Besondere im Besonderen des in Leipzig lebenden Pianisten besteht darin, dass es bei ihm gar nicht besonders, sondern ganz leicht, logisch und selbstverständlich klingt.

Wasserwerk Canitz und landwirtschaftliche Bewirtschaftung: In ihren Wassereinzugsgebieten setzen die Leipziger Wasserwerke auf Ökolandbau, um die Einträge in die Böden und damit ins Grundwasser zu minimieren. Foto: Leipziger Wasserwerke

Leipzig startet eine Projekt-Partnerschaft mit dem Wurzener Land

Mit einer Auftaktveranstaltung am 9. Januar um 14 Uhr im Festsaal im Neuen Rathaus soll ganz offiziell ein Projekt mit dem Namen „WERTvoll – Projekt für praxisgerechte Lösungen für die Flächennutzung zwischen Wurzener Land und der Stadt Leipzig“ starten. Auch wenn es ganz still schon im August begann.

Abgeholzt und von Baufahrzeugen zerfahren: Gewässerrandstreifen an der Alten Luppe. Foto: Ralf Julke

Nicht einmal der Gewässerrandstreifen aus dem Sächsischen Wassergesetz wurde an der Alten Luppe respektiert

Nicht nur der sichtlich nicht eingehaltene Abstand zum Wald ist ein Problem bei der Genehmigung für die sechs neuen Einfamilienhäuser am Forstweg in Böhlitz-Ehrenberg. Auch bei einem zweiten Punkt vermisst man den klaren Einspruch der Leipziger Naturschutzbehörde. Denn Ufer dürfen auch in Sachsen nur in ganz wenigen Ausnahmefällen bebaut werden. Und hier wird gleich ein ganzer Uferstreifen bebaut.

Die Alte Luppe mit den Bäumen des Sachsenforst und der direkt angrenzenden Bebauung. Foto: Ralf Julke

Warum versucht die Stadt Leipzig dem Gericht weiszumachen, ein Abstand von 30 Metern zum Wald sei eingehalten?

Was passiert eigentlich in einer Stadt, in der die zuständige Naturschutzbehörde nicht wie eine Naturschutzbehörde funktioniert? Ungefähr wohl das, was die Familie Viecenz in Böhlitz-Ehrenberg nun seit ein paar Jahren als Papierkrieg mit Ämtern und Gerichten erlebt. Im November wies das Leipziger Verwaltungsgericht ihren Antrag gegen den Bau mehrerer Einfamilienhäuser direkt an der Alten Luppe ab. Mit seltsamen Zahlen.

Unverhofft am Hermannkai ... Grafik: L-IZ

Herr L. führt sich Gassi und ist gar nicht überrascht

LeserclubKönnen Sie abschalten? Können Sie ihren Job nach Feierabend im Büro lassen, nach Hause fahren und ein völlig anderer Mensch sein? Herr L. konnte es nicht. Er hätte es nur zu gern gekonnt. Sich verwandelt in einen Wochenendmenschen, der nur noch Wochenendgedanken hat. Zum Beispiel mit Mascha in Olegs Tschaika steigen und losdüsen, den Kofferraum vollgepackt mit Picknickereien. Aber der Tschaika war ja im Eimer.

Der Kohlrabizirkus lädt wieder zum Eislaufen ein. Foto: Jan Kaefer

Momente 2018: Eis statt Kohlrabi

Leipzig hat endlich wieder eine Eishalle - und die Icefighters können nach sechs Jahren in ihre Heimatstadt zurückkehren. Am 30. September trug das Eishockeyteam im frisch umgebauten Kohlrabizirkus sein erstes Oberligaspiel aus. Und nur drei Tage später lud man zum Tag der offenen Tür ein, an welchem die Leipziger die Eisfläche erstmals zum öffentlichen Schlittschuhlaufen erobern konnten.

Zeit füreinander. Foto: L-IZ.de

Wenn Leipziger träumen: „ … wenigstens eine halbe Stunde für ihre Kinder am Tag“

Als Pädagoge zu träumen verbietet sich von selbst. Das habe ich nach sechs und einem halben Jahr im Klassenzimmer gelernt. Ich hätte es aber auch schon als Schüler wissen können, aber da ist die Sicht doch zu eingeschränkt, da hat man mit sich selbst zu tun. Was der oder die „da vorne“ erzählen, machen, fühlen, war doch meistens nicht so relevant wie Musik, Mädchen oder die (Fußball-)Meisterschaft.

Kassensturz mit letztem Knopf. Foto: L-IZ

Je mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze in einer Stadt, umso niedriger die Arbeitslosigkeit

Das große Rätselraten geht ja um: Wie sieht Arbeit in Zukunft aus? Und wer bekommt Arbeit? Und wer hat schlechte Karten? Die jüngste Erhebung des der Bundesarbeitsagentur zugeordneten Forschungsinstituts IAB hat ja schon gezeigt, dass immer mehr Arbeitsplätze computerisiert sind und immer mehr Arbeit künftig durch Digitalisierung ersetzt werden könnte. Das hat noch eine andere Facette, die kurz vor Weihnachten Paul M. Schröder vom BIAJ herausgearbeitet hat.

Gefundenes Fressen: Maisfeld bei Leipzig. Foto: Gernot Borriss

Sachsens riesige Maisfelder laden die Wildschweine geradezu zum Fressen ein

Die Anfrage von Susanne Schaper (Die Linke) zur „Bejagung von Wildschweinen in Sachsen“ haben wir ja schon besprochen. Ob die Wildschweinbestände wirklich zunehmen, ist durchaus eine Frage. „Der Wildschweinbestand in Sachsen nimmt zu – ein Indiz dafür ist laut der Staatsregierung die Tatsache, dass heute fast dreimal so viel Schwarzbild erlegt wird wie noch vor 20 Jahren“, meint nun Susanne Schaper in einem gemeinsamen Statement mit ihrer Fraktionskollegin Kathrin Kagelmann.

Astrid Séville: Der Sound der Macht. Cover: C. H. Beck

Warum Westernhelden in der Politik nichts verloren haben

Am Freitag, 28. Dezember, starb einer der ganz Großen und Nachdenklichen in der Literatur: der israelische Schriftsteller Amos Oz. Der „Spiegel“ veröffentlichte aus diesem Anlass noch einmal ein Interview mit ihm aus dem Jahr 2017. Mit einer kleinen Wahrheit, die beschreibt, warum wir die schönste aller Welten den Trunkenbolden und Westernhelden zum Fraß vorwerfen.

Bernd Weinkauf: Chronik von Auerbachs Keller. Foto: Ralf Julke

Bernd Weinkaufs reich bebilderte Chronik von Auerbachs Keller

Um diese Lokalität ranken sich Mythen und Sagen. Auerbachs Keller ist weit über Leipzig hinaus bekannt. Das Restaurant hat einen Ruf, den nur wenige Restaurants haben. Und das hat natürlich mit der alten Faust-Legende zu tun. Aber war Dr. Faustus jemals hier? Und woher kommt der Fassritt? Keiner hat sich mit der ganzen Geschichte so intensiv beschäftigt wie der Schriftsteller Bernd Weinkauf.

Katja Kramarczyk wird zum Abschied auf Händen getragen. Foto: Jan Kaefer

Momente 2018: Schülki geht – die Amazonen kommen

Zahlreiche ehemalige Wegbegleiterinnen waren am 10. August 2018 nach Leipzig gekommen, um in der Brüderhalle den offiziellen sportlichen Abschied von Katja "Schülki" Kramarczyk zu zelebrieren. Dabei stand die 140-fache Handball-Nationalspielerin eine Halbzeit lang für ihren letzten Verein Bayer Leverkusen im Tor und danach für den neu gegründeten Amazonen Athletic Club Leipzig (AAC).

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Gastkommentar von Christian Wolff: Abwegig und gefährlich – Landesbischof Rentzing im Interview

Im Weihnachtsbrief 2018 von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen der sächsischen Landeskirche hat er noch geschwiegen: Nichts zu dem Ansinnen von Wirtschaft und Politik, für die Braunkohle mit weiteren Dörfern auch Jahrhunderte alte Kirchen abzubaggern; nichts zu den Ereignissen in Chemnitz, zum Rechtsnationalismus, dem auch manche Kirchenvertreter verfallen sind. Kein Wort dazu, in welcher Verantwortung wir Christen im kommenden Jahr stehen bei den Kommunal- und Europawahlen im Mai sowie bei den Landtagswahlen Ende August 2019.

Seebrücke-Demo am 4. August 2018 in Leipzig. Foto: LZ

Wenn Leipziger träumen: Eine wahre solidarische Stadt

Im Sommer 2018 ist ein Ruck durch Leipzig gegangen. Die steigende Anzahl ertrunkener Menschen im Mittelmeer, die Kriminalisierung der Seenotrettung und die fehlende Bereitschaft vieler Anrainerländer, Geflüchtete von den wenigen Rettungsbooten an Land zu nehmen, hat zu Empörung und Schock geführt. Aus dieser Empörung heraus ist die Leipziger Seebrücke entstanden, zu der auch ich gehöre.

Straßenbau - hier in der KarLi 2014. Foto: Ralf Julke

Die Aufhebung der Straßenausbaubeiträge in Leipzig kommt, wenn auch mit Verzögerung

Im September wurden die Ratsfraktionen von CDU und Linke schon unruhig und fragten praktisch parallel an, wo denn die Vorlage zur Aufhebung der Straßenausbaubeitragssatzung für Leipzig bleibe. „Die Ratsversammlung beschloss am 18.04.2018: ‚Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bis 30.06.2018 eine Satzung zur Aufhebung der Straßenausbaubeitragssatzung vorzulegen‘. Diese Aufhebungssatzung liegt bis heute nicht vor“, stellte die CDU-Fraktion fest.

Substituierungspotenzial der sächsischen Kreise. Grafik: IAB

Digitalisierung führt bis jetzt sogar zu deutlich mehr Jobs in Sachsen

Das ganze Orakel: für die Katz. All das Geunke, die Digitalisierung würde Arbeitsplätze zuhauf verschlingen und immer mehr Menschen arbeitslos machen, ist verfehlt. Dass einmal Roboter alle Arbeit machen, ist jedenfalls für die Gegenwart eine Schimäre. Selbst das Forschungsinstitut der Bundesarbeitsagentur schüttelt über das Gequake den Kopf.

Husch und weg: Flexibler Knopf auf Börsenflucht. Foto: Ralf Julke

IWH darf grübeln: Warum sinkt die Produktivität oder fehlen nur die richtigen Daten?

„Manfred Weber wirbt für eine sozialere EU“, titelte die F.A.Z. am 28. Dezember. Einen Tag zuvor gab’s eine recht kritische Buchbesprechung: „Sachbuch ‚Game over‘: Bitte aufwachen zum Systemcrash“. Für eine wirtschaftsnahe Zeitung wie die F.A.Z. sind das durchaus schon zwei muntere Funken. Ein konservativer CSU-Mann wie Manfred Weber fordert mehr Sozialstaat, ein alter SPÖ-Genosse schreibt die Katastrophe herbei.

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