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Claudia Kellnhofer: Eine Banane mag ich nicht. Foto: Ralf Julke

Eine Banane mag ich nicht oder Die Farben der richtigen Erinnerungen

Wenn man so nach und nach ein bisschen älter wird, dann hat man was zu erzählen. Zumindest, wenn man Augen und Ohren aufgesperrt hat und aufmerksam war für die Schicksale seiner Mitmenschen. Aber wer tut das noch? Wer bewahrt noch die Geschichten seines Lebens auf? Setzt sich hin wie Claudio Kellnhofer und tut sich schwer mit der Schreibfeder?

Leipzig-Kalender 2019. Foto: Ralf Julke

Der Sax-Kalender 2019 entführt wieder in Leipziger Momente jenseits der Hatz

Kaum hat sich dieser sonderbare Dauersommer 2018 in einen richtigen Herbst verwandelt, klopft schon das nächste Jahr an die Tür. Und die Verlage geben ihre Kalender fürs nächste Jahr in den Verkauf, hoffend, das Herz der Käufer wieder anzusprechen. Denn Kalender sind in der Regel Hingucker-Produkte. Sie zeigen oft, was man im Eilen des Jahres selbst gar nicht wahrgenommen hat. Dafür liefen – zum Glück – andere mit der Kamera los.

Franziska Gehm, Horst Klein: Hübendrüben. Foto: Ralf Julke

„Hübendrüben“: Ein kunterbuntes Bilderbuch über ein Deutschland, als es mal zwei war

Als Franziska Gehm 1974 geboren wurde, gab es noch keine Schlussakte von Helsinki, war Wolf Biermann noch nicht ausgebürgert und Renft noch nicht verboten. Es wehte ein Hoffnungslüftchen durch das Land, in dem sie geboren wurde – dicht an der Grenze, in Sondershausen im heutigen Kyffhäuserkreis. Das Land ist verschwunden. Aber nicht ganz. Deswegen spielt es in Franziska Gehms Kinderbüchern eine wichtige Rolle.

Wolfgang Ischinger: Welt in Gefahr. Foto: Ralf Julke

Welt in Gefahr: Wolfgang Ischingers Weckruf für ein Europa, das endlich Verantwortung übernehmen muss

Wolfgang Ischinger ist Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz und einer der führenden Experten für Außen- und Sicherheitspolitik in Deutschland. Er war im Auswärtigen Dienst tätig, hat an vielen wichtigen Konferenzen zur Konfliktlösung (etwa der Dayton-Konferenz zum Kosovo) teilgenommen. Er weiß also, was für ein mühsames Geschäft Diplomatie ist. Und wie das mühsam Austarierte heute durch neue Rambo-Politik in Gefahr gerät.

Harald Meller, Kai Michel: Die Himmelsscheibe von Nebra. Foto: Ralf Julke

Die Himmelsscheibe von Nebra und die Entdeckung eines 4.000 Jahre alten Reiches mitten in Europa

Als Harald Meller 2001 zum ersten Mal von einem besonderen Schatzfund aus dem Süden Sachsen-Anhalts erfuhr, war er gerade frisch auf dem Posten des Landesarchäologen in Halle. Und er ahnte nicht, was für ein Abenteuer in der arg lädierten Scheibe steckte, die auf den Fotos zu sehen war, die ihm sein Berliner Kollege zeigte. Der erste Teil des Abenteuers machte in den Medien schon Furore. Der zweite war ein echter archäologischer Krimi.

Steffi Böttger: Detmold an einem Tag. Foto: Ralf Julke

„Detmold an einem Tag“ – Im braven Residenzstädtchen Detmold über Hermann nachdenken und ein paar rebellischen Dichtern begegnen

Man läuft zwar auch in anderen Teilen Deutschlands über richtig historischen Grund – in Mitteldeutschland zum Beispiel. Dazu muss man nicht ins kleine Land Lippe fahren. Kann man aber. Etwa wenn man nahebei den Teutoburger Wald, die Externsteine und das Hermannsdenkmal auf der Grotenburg sehen will. Und natürlich das Städtchen Detmold, dessen Name älter ist als die Stadt.

Benjamin Hasselhorn, Mirko Gutjahr: Tatsache! Foto: Ralf Julke

Hat Martin Luther seine 95 Thesen nun an die Wittenberger Schlosskirche geschlagen oder nicht?

So richtig toll fand ja der Historiker Benjamin Hasselhorn die Feiern zu 500 Jahren Reformation im vergangenen Jahr nicht. Ihm fehlte das Streitbare, dieses Luthersche „Hier stehe ich“. Und geärgert hat er sich auch über die seltsamen Zungenschläge zum Thesenanschlag 1517. Eine ganze Reihe von Kommentatoren formulierten das Ereignis lieber so, als sei es nur eine hübsche Erfindung. Also doch kein Luther mit Hammer, Nägeln und Thesenplakat?

Moni Port: Das schlaflose Buch. Foto: Ralf Julke

Das schlaflose Buch und die Frage nach dem Wertvollsten im Leben

Man hat es beinah vergessen, denkt sich so als großer Mensch: Kindsein ist doch ganz einfach. Nicht so kompliziert wie das Leben als Erwachsener. Man futtert, spielt, macht sich schmutzig, will nicht ins Bett und – na ja – dann kann man nicht einschlafen. Weil der ganze Tag so aufregend war. Zum Beispiel. Das kennen auch die Großen. Aber was kann man tun, wenn im Kopf die Show immer weiterläuft und nirgendwo ein Aus-Knopf ist?

Andrea Nabert: Immortelle. Foto: Ralf Julke

Immortelle – Eine verschriftlichte Liebeserklärung an die Unsterbliche von Korsika

Immortelle? Kenn ich. Jeder deutsche Dichter, der was auf sein sentimentales Gemüt hielt, hat sie bedichtet. Aber das stimmt so nicht ganz. Denn selbst die Immortelle, die Clemens Brentano im „Schnitterlied“ bedichtet, war wohl nur eine schöne bunte Strohblume. Die richtige Immortelle wächst im Süden. Auf Korsika zum Beispiel, wo Andrea Nabert ihre Liebe zu dieser duftenden Heilpflanze entdeckte.

Heinz Peter Brogiato: Südvorstadt. Foto: Ralf Julke

Mit Heinz Peter Brogiato durch mehr als die Südvorstadt

Wenn Städte etwas größer werden, schafft man sie wirklich nicht mehr an einem Tag zu durcheilen. Das ist bei Berlin so, für das der Lehmstedt Verlag schon einige einzelne Stadtteilführer aufgelegt hat. Das ist aber selbst in Leipzig so. Man ist in völlig verschiedenen Welten unterwegs, wenn man durch Plagwitz flaniert, durch Gohlis spaziert oder im Zickzack durch die Südvorstadt eilt. So wie Heinz Peter Brogiato in diesem Stadtteilführer.

U. S. Levin: Dieses Kribbeln im Schlauch. Foto: Ralf Julke

72 neue moralreiche Glossen des Markkleeberger Satirikers U. S. Levin

Humor erzählt eine ganze Menge über die Befindlichkeiten eines Volkes. Oder Völkchens, wie dem der Ostdeutschen. Wobei sich das nicht viel nimmt. Wenn man die weltoffene Patina abstreicht, kommen ganz ähnliche Befindlichkeiten auch bei den Brüdern und Schwestern in westdeutschen Einfamilienhäusern zutage. Denn Deutschland ist ein nachrichtenguckendes Pantoffelland. Was U. S. Levin mit diesem Buch voller Glossen erneut auf den Punkt bringt.

Anja Reschke: Haltung zeigen! Foto: Ralf Julke

Anja Reschkes Plädoyer für eine mutige Haltung zu dem, was uns wirklich wichtig ist

„Das Bewusstwerden unserer Geschichte allein erklärt noch nicht unsere Haltungen“, schreibt Anja Reschke. „Die Frage ist vor allem, wie wir mit ihr umgehen, was wir aus den Erfahrungen unserer Vorfahren ziehen, was wir für unsere Gegenwart daraus machen.“ Seit August 2015 ist die ARD-Moderatorin vielen ein Begriff – als eine Frau, die keine Scheu zeigt, auch in ihren Moderationen Haltung zu zeigen. Natürlich fällt irgendwann der Name Luther: Für Haltung braucht man Mumm.

Hans-Otto Spithaler, Rolf H. Weber, Monika Zimmermann: Kroch - der Name bleibt. Foto: Ralf Julke

Die 150-jährige Geschichte der Familie Kroch und ihrer legendären Unternehmen in Leipzig

Der Name bleibt. Das stimmt. Mit dem Kroch-Hochhaus und der Kroch-Siedlung bleibt der Name Kroch dauerhaft im Leipziger Stadtbild präsent. Am Kroch-Hochhaus erinnert eine Gedenktafel an die Familie Kroch. Und wer es weiß, bringt auch den Industriepalast und den Jägerhof noch mit dem Wirken von Samuel und Hans Kroch in Verbindung. Doch Fakt ist auch: Zwei gnadenlose Regimes haben die Familie Kroch und ihre Unternehmen aus Leipzig vertrieben. Davon erzählt dieses Buch.

Sören Flachowsky: "Zeughaus für die Schwerter des Geistes", Band 2. Foto: Ralf Julke

Die wahre Geschichte der Deutschen Bücherei in der NS-Zeit

Hier ist jetzt also der zweite Band, sozusagen die fehlenden 800 Seiten zum kompletten Doppelband, in dem der Historiker Sören Flachowsky die Geschichte der Deutschen Bücherei in der NS-Zeit aufarbeitet. Endlich, muss man sagen, denn auch aus Sicht der heutigen Deutschen Nationalbibliothek geht diese Aufarbeitung „über das bisherige Maß“ der offiziellen Hausgeschichte hinaus. Das eigentlich nie ein Maß war, eher nur eine Herumdruckserei und Übertünchung.

Hans Joachim Köhler, Ralf C. Müller: Blickkontakte mit Robert Schumann. Begegnungen im heutigen Dresden. Foto: Ralf Julke

Der dritte Band Blickkontakte mit Robert Schumann

Hans Joachim Köhler ist Musikwissenschaftler und Schumann-Experte. Wie kein anderer hat sich der emeritierte Musikprofessor mit Leben und Werk von Robert und Clara Schumann beschäftigt. 2014 hat er den ersten Band seiner „Blickkontakte“ vorgelegt, in dem er den Leipziger Spuren von Robert Schumann folgte. Eine Art Stadtführer der ganz anderen Art. Etwas extra für alle, die wirklich den Spuren des berühmten Komponisten folgen wollen.

Benjamin Hasselhorn: Königstod. Foto: Ralf Julke

Benjamin Hasselhorns Versuch, das Ende der deutschen Monarchie 1918 anders zu lesen

Noch ein Buch über den Kaisersturz von 1918? Könnte man denken. Aber der Theologe und Historiker Benjamin Hasselhorn hat einen anderen Grund dieses Buch zu schreiben, das eigentlich ein Essay ist, ein Versuch, die Frage zu klären, ob die Abschaffung der Monarchie 1918 vielleicht ein nicht ganz unwichtiger Grund für alle Extreme der Folgezeit war. Man muss sozusagen zwei Schritte zur Seite gehen, um mit ihm über dieses Stück Geschichte nachzudenken.

Martina Baur-Schäfer, Ulrike Verwold (Hrsg.): Himmlisch genießen. Foto: Ralf Julke

Himmlisch genießen: 30 phantasievolle Gerichte zu allerlei biblischen Ereignissen

Die Idee zu diesem ganz speziellen Leib-und-Seele-Kochbuch wurde in Bonn geboren, im Kirchenpavillon Bonn, dem „besonderen Bistro der Evangelischen Kirche im Herzen von Bonn“. Dort hat sich Wirtin Kornelia Kraemer Gedanken darüber gemacht, wie man sich „den biblischen Text sozusagen auf der Zunge zergehen“ lassen kann. Stellen, an denen Speis und Trank erwähnt werden, gibt es jede Menge. Und am Anfang war ja bekanntlich der Apfel. Auch nein: Himmel und Erde.

Petra Köpping (Sächsische Staatsministerin für Soziales) Foto: Michael Freitag

Integriert doch erst mal uns: Petra Köppings fulminante Streitschrift für den Osten

Am Dienstag, 4. September, stellte Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, in Dresden ihre „Streitschrift für den Osten“ vor. Seit 2016 beschäftigt sie sich mit der Frage: Warum gärt es im Osten? Warum sind so viele Leute so unzufrieden? Warum sind sie fast 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution bereit, alles wieder preiszugeben und rechtsradikalen Scharfmachern zu folgen? Was ist da falschgelaufen?

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