So liest man heute. Foto: L-IZ
·Leben·Satire

Eine Gonzo-Rezension zu einem Gonzo-Backpacker-Roman

Es reizt geradezu, über einen Gonzo-Roman auch eine Gonzo-Rezension zu schreiben. Da schreit der innere Gonzo geradezu: Tu’s! Hau’s so raus! Die anderen machen das doch auch nicht anders! Die lesen bestenfalls den Waschzettel. Das ist das Zeug, was hinten auf dem Umschlag steht, kopieren den Namen des Autors aus Wikipedia und verteilen dann Schulnoten: Prima. Miserabel. Unlesbar. Setzen. Prost.

Umberto Eco: Vier moralische Schriften. Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Nachlesen bei Eco oder Das Armageddon-Denken des (Proto-)Faschismus

Bücher, die man vor ein paar Jahren gelesen hat, die setzen sich irgendwo im Kopf als Denkmuster fest. Manchmal leicht wiederzuerkennen, manchmal als kleine Erkennungsmelodie. Und als nun Susan Neiman in ihrem Buch „Widerstand der Vernunft“ ganz beiläufig einen Umberto-Eco-Essay von 1995 erwähnte, da machte es Bing. Natürlich: Der italienische Professor ist heute so aktuell wie vor 20 Jahren.

Neben der ganzen Welt der Bücher üben auch Globen nach wie vor Faszination aus Foto: Sebastian Beyer
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: We are the world – Oder: Wann wird man je verstehen?

Wieder viel Wirbel um das als Präsident verkleidete Kleinkind drüben „in der USA“, wie ja gerne mal gesagt wird. Diesmal ging es nicht um irgendeine erneute Donaldsche Dekretabsonderung oder um Trumps fragwürdiges Frauenbild, was ohnehin längst vergessen ist, da Melania in konservativen Kreisen bereits – wenn auch überraschenderweise – öffentlich als „feministische Avantgarde“ angesehen wird. Nein, Donalds mangelnde Sorge ums Große und Ganze, ums Weltklima, geriet aufs Tapet.

Erfrischende Abkühlung beim Tag der Offenen Tür der Bereitschaftspolizei. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

2.900 Besucher schauen der Bereitschaftspolizei über die Schulter + Video

Am Samstag veranstaltete das Polizeipräsidium der Bereitschaftspolizei Leipzig einen Tag der offenen Tür. Interessierte Besucher von groß bis klein konnten sich über die unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Bereitschaftspolizei informieren, ob zu Fuß, zu Pferd, zu Luft oder zu Wasser. Pressesprecher Stefan Walther zeigte sich zufrieden mit dem Andrang von 2.900 Besuchern.

Demo gegen Abschiebungen in Leipzig. Foto: René Loch
·Leben·Gesellschaft

500 Menschen demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan + Video

Nach dem tödlichen Anschlag nahe der deutschen Botschaft in Afghanistan haben sich die Ereignisse in den vergangenen Tagen überschlagen. In Nürnberg sorgte am Mittwoch ein Polizeieinsatz zur Abschiebung eines Berufsschülers für Empörung. Am Donnerstagabend gingen dann unter anderem in Leipzig mehrere hundert Menschen auf die Straße. Die Bundesregierung hat mittlerweile reagiert und Abschiebungen nach Afghanistan teilweise ausgesetzt.

43-Jähriger muss knapp 2.000 Euro zahlen. Foto Landgericht Leipzig: Ralf Julke
·Leben·Fälle & Unfälle

Mord an Dolmetscher: Angeklagte schweigen eisern

Der Prozess um den Mord an Dolmetscher Farhad S. (35) tritt auf der Stelle. Seit August 2016 bemüht sich die 3. Strafkammer, das mysteriöse Verschwinden des Geschäftsmanns aufzuklären. Nachdem Forstarbeiter Ende März die Leiche des Chemnitzers in einem Waldstück bei Burg (Sachsen-Anhalt) gefunden hatten, bestand zumindest die Gewissheit, dass der Verschollene tatsächlich auf nicht natürliche Weise aus dem Leben geschieden war. Doch die drei Angeklagten schweigen eisern.

Landgericht Leipzig. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Fälle & Unfälle

Leichensuche im Baggersee: Wie die Polizei in Thekla zwei Mordopfer aufspürte

Im Prozess um den Theklaer Doppel-Mord haben am Dienstag zwei Kripo-Ermittler über die Arbeit der Polizei rund um den „Bagger“ berichtet. Der beliebte Badesee war ab dem 28. Juli 2016 aufgrund der umfangreichen Such- und Spurensicherungsmaßnahmen eine Woche lang weiträumig abgesperrt. In dieser Zeit durchkämmten unter anderem Polizeitaucher auf der Suche nach Leichenteilen systematisch das Gewässer.

Volk und Reconquista: Solche Produkte finden sich im Online-Shop. Screenshot: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Identitäre Bewegung: Leipziger Firma Spreadshirt verkauft Kleidung mit völkischen Motiven

Wenn sich der angebliche Untergang des Abendlandes schon nicht verhindern lässt, dann möchte man dabei zumindest gut gekleidet sein. Das hat sich offenbar ein Nachwuchspolitiker der AfD gedacht, welcher der „Identitären Bewegung“ nahesteht. In einem Online-Shop bietet er Produkte an, deren Motive auf völkische Ideologie verweisen. Als Plattform dient ihm die Leipziger Firma Spreadshirt.

Kirchentag in Leipzig: Probe am 26. Mai kurz vor 20 Uhr auf dem Leipziger Marktplatz. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Kirchentage auf dem Weg: Trotz mancher Highlights ein Flop mit Ansage

Das Positive am Anfang: Die lange Kaffeetafel am Samstagnachmittag in der Leipziger Petersstraße, organisiert von evangelischen und katholischen Kirchgemeinden. Es werden Tausende gewesen sein, die sich im Laufe der vier Stunden an die Tische gesetzt und miteinander gesprochen haben. Das hat funktioniert. Warum? Weil hier Beteiligung gefragt war, Organisation von unten. Ein überzeugendes Beispiel dafür, was ehrenamtliches Engagement bewirkt. Kosten? So gut wie keine. Hier hatte der Kirchentag Gastgeber und viele Gäste.

Und dann bekommen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen. Und tun, was wir schon immer wollten. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Revolution mit Lichtschutzfaktor

Ein warmer, farblich einwandfreier Frühsommer-Samstagabend gestern da draußen. So einer von der Sorte, wo man keinen hellen Strickpullover mitzuführen genötigt ist, den einem die Tante früher immer geschenkt hat - "falls es mal kühl wird am Abend auf der Terrasse." In Leipzig jedenfalls hatte alle Welt Platz genommen. Mit und ohne Pullover. Meist aber im schwarzen T-Shirt. Draußen vor der Tür.

DIE-PARTEI-Demo: „Luther war ein Schmock“. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Die PARTEI marschiert gegen Luther und für Sonneborn + Video

Am Nachmittag demonstrierten circa 60 Personen gegen das 500. Martin-Luther-Jubiläum und thematisierten den Lutherischen Antisemitismus. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Partei Die PARTEI. Der Demonstrationszug zog ab 13 Uhr vom Connewitzer Kreuz zum Neuen Rathaus. Zentrale Forderung war die Umbenennung des Martin-Luther-Rings in Martin-Sonneborn-Ring.

Am Amtsgericht Leipzig.
·Leben·Fälle & Unfälle

Twitter-Bombendrohung gegen LEGIDA endet mit Geldstrafe

Unter dem Druck der Beweislast knickte Dirk S. am Ende schließlich ein: „Ich habe das geschrieben. Ich habe es aus Wut gesagt“, gestand der 37-Jährige mit leiser Stimme. Gemeint war eine gegen LEGIDA gerichtete Bombendrohung auf Twitter vom 21. April 2016, die der Angeklagte zuvor vehement geleugnet hatte. Nun kommen 2.250 Euro Geldstrafe auf ihn zu.

Leipziger Straßenbild. Foto: Marko Hofmann
·Leben·Gesellschaft

Wer die Suburbias nicht befreit, wird im Kampf gegen den Terror kaputtgehen

Man erlebt ja Zeichen und Wunder. Dass ein Jakob Augstein in seiner „Spiegel“-Kolumne klug genug ist, zu begreifen, woher der moderne Terror, der Europas Großstädte erschüttert, tatsächlich kommt, das war nach dem neuesten Anschlag in Manchester zu erwarten. Dass aber auch bei der konservativen FAZ ein Groschen fällt, das verblüfft schon. Wachen jetzt unsere bürgerlichen Bürger auch langsam auf?

Oreotorte mit Erdbeeren und Himbeeren. Foto: Maike Klose
·Leben·Topf & Quirl

Topf & Quirl: Oreokeks-Torte mit Erdbeeren und Himbeeren

Und endlich sind sie auch wieder in der heimischen Region verfügbar – Erdbeeren! Kaum eine Saisonfrucht wird so schmerzlich über die dunklen Monate vermisst und dann, sobald in die Obstläden eingezogen, massenweise gekauft und Tag für Tag in unterschiedlichsten Formen verputzt. Während sie natürlich pur fast am besten schmecken, eignen sie sich auch wunderbarst als Einlage im morgendlichen Müsli, als Basis eines leckeren Shakes und als Star im Sonntagskuchen.

Eine Aktion der Giordano Bruno Stiftung: Der alte Luther auf dem Kirchentag in Leipzig. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Auf dem Weg: Luther beim Kirchentag + Video

Er kam spät, aber er kam. Noch auf der betonierten Fernstraße von Preußen gen Sachsen war Luthers Reise bereits das erste Mal beinahe zu Ende, als seine Reisekutsche nicht mehr starten wollte. In Berlin mit einem „Volksverhetzungs“-Bannfluch der Obrigkeit belegt, reiste der Reformator trotz Panne mutig weiter durch das Land seiner Protestanten und neuer Atheisten. Immerhin in Begleitung von Moses selbst – was konnte da schon schiefgehen – rollte er gegen 16:30 Uhr in Leipzig ein. Am Augustusplatz jedoch versuchten ihn erneut Büttel des Staates zu stoppen und zur Abkehr von seinem Weg zu zwingen. Doch der Reihe nach: Luther ein Antisemit? Moses in Leipzig? Und was hat das Spaghettimonster damit zu tun?

Der nackte Luther in Berlin. Foto: gbs, Maximilian Steinhaus
·Leben·Gesellschaft

Giordano-Bruno-Stiftung kommt mit nacktem Luther nach Leipzig

Nicht nur die Schriftstellerin Thea Dorn hadert mit diesem Luther, der dieser Tage wieder im Mittelpunkt des Kirchentages steht und die Scharen der Protestanten auch nach Leipzig lockt. Auch die Giordano-Bruno-Stiftung tut sich schwer – nicht nur mit Kirchentagen an sich (und ihre Finanzierung aus öffentlichen Kassen), sondern auch mit Martin Luther. Den bringt sie heute sogar mit nach Leipzig: nackt. Eine anstößige Sache.

Skadi Jennicke betont in ihrem Grußwort die Notwendigkeit von Kunstvielfalt und lobt das Engagement der Leipziger Bürgergesellschaft. Foto: Jens-Uwe Jopp
·Leben·Gesellschaft

3. Schiller-Kolloquium des Stadtgeschichtlichen Museums in der Alten Handelsbörse

15 Uhr und Kolloquium. Ist wahrlich nicht die beste „Sendezeit“ für schwere wissenschaftliche Kost. Dazu noch am Samstagnachmittag. Umso bemerkenswerter, wenn sich Menschen aufmachen, um sich über die Vielseitigkeit eines innerweltlichen Einzelgängers – und das war Schiller zeit seines Lebens, trotz Heirat und 4 Kinder – ein neues, um Aspekte reicheres Bild zu machen. Das ist der Anspruch, wenn es alljährlich und nun schon zum dritten Mal im Mai, dem Sterbemonat des zeitweiligen Sommergastes in Gohlis (1785), heißt: „Schiller aktuell – Leipziger Gespräche zu Friedrich Schiller in Europa heute“.

Mit dem wirtschaftlichen Erfolg Leipzigs kommen auch die Probleme. Panorama Zentrum, Blick Richtung Süd-Ost. Foto: L-IZ.de
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Das lange Polizei-Interview (Teil 4): Leipzigs Untergang?

Leipzig ist dem Untergang geweiht – könnte man meinen, wenn man so manchen Artikel der vergangenen Wochen mal revue passieren lässt. Platz 2 hinter Berlin, das angebliche Sodom hat sein kleines Gomorrha offenbar in der Messestadt gefunden. Doch wie kam es zu dem ungewöhnlichen Schub in den Einbruchs- und Diebstahlszahlen? Vom Himmel sind sie jedenfalls nicht gefallen und göttliche Fügung war ebenfalls nicht im Spiel. Im vierten und letzten Teil sprechen wir mit Andreas Loepki über die aktuellen Informationen und die Bewertungen dazu.

Die Polizeidirektion Leipzig am Eingang zum Süden von Leipzig. Foto: LZ
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Das lange Polizei-Interview (Teil 3): Sisyphosarbeit an der Kriminalitätsfront Leipzigs

Nicht nur die mediale Begleitung der täglichen Vorfälle und Kriminalität liegt auf dem Tisch von Polizeisprecher Andreas Loepki. Einmal im Jahr erscheint die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), sozusagen der polizeiliche Kassensturz über das Vorjahr. Und wieder gibt es zu vermitteln, denn nicht jeder kann glauben, was da so geschrieben steht. Schwerpunkt 2016 waren demnach Drogendelikte, Einbrüche und Fahrraddiebstähle in Leipzig. Teils mit explosionsartigen Wachstumsraten und polizeilichen Überstunden en masse. Dazu mehr in Teil 3 des langen Interviews mit Andreas Loepki von der PD Leipzig.

Es könnte schlimmer sein. Foto: Marko Hofmann
·Leben·Gesellschaft

Mal wieder im Tagebuch von Francis Nenik gelesen und (leider) Straßenbahn am Sonntag gefahren

Sonntags fahre ich in Leipzig sehr ungern mit der Straßenbahn. Denn sonntags fahren lauter Leute mit, die man unter der Woche nie trifft, die aber glauben, in der Straßenbahn laut verkünden zu müssen, was sie denken. Als müssten sie den ansonsten zumeist friedlich dösenden Fahrgästen klarmachen, dass sie sich in Leipzigs Straßenbahn genauso zu Hause fühlen wie in Dachau oder Schwabing.

Andreas Loepki versuchts mit einem weiten Blick von der PD Leipzig aus. Foto: LZ
·Leben·Gesellschaft

Das lange Polizei-Interview (Teil 2): Humor im Polizeidienst?

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 42In den letzten drei Monaten gabs für und von der Polizei in Leipzig ziemlich ordentlich „um die Ohren“. Da waren verbale Scharmützel mit dem Conne Island rings um eine Polizeimaßnahme im Connewitzer Szene-Club. Hinzu kamen die Debatten rings um den 18. März 2017 vor allem im Vorfeld des Demonstrationsversuches seitens der Partei „Die Rechte“, aber auch generelle Fragen rings um die Wahrnehmung von Kriminalität in Leipzig durch die Bürger. Immer mittendrin Andreas Loepki, Sprecher der PD Leipzig. Es gab also einiges zu besprechen im langen Interview, auch, wie eigentlich eine Öffentlichkeitsfahndung gehandhabt wird.

Foto: Jonas Rother
·Leben·Gesellschaft

Pyro Games 2017 – Tickets gewinnen für das Duell der Extraklasse

VerlosungAm 31. Oktober 2017 treten die vier der deutschlandweit besten und preisgekrönten Feuerwerksprofis in Leipzig gegeneinander an. Sie inszenieren, eigens für diesen Abend, ihre harmonischen, effektvoll abgestimmten Feuerwerke zum Rhythmus der Musik. Auf den Takt der Klänge ragen Fontänen imposant in den Sternenhimmel und beeindrucken die Besucher in der Dunkelheit. Ein spektakuläres Rahmenprogramm sowie die Cateringmeile mit allerhand Leckereien lassen obendrein keine Wünsche offen. +++Die Verlosung ist beendet!+++

Claudia-Schmutzler-Go-Trabi-go-Gedächtnis-Riss. © Bavaria Studios
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Sicher ist sicher

Potsdamer Hauptbahnhof, ein Samstagabend im Mai: Die Sonne ging zu Ehren des Alten Fritz und Wolfgang Joops form- und farbschönst unter, viel Jugend mit Flaschen in den Händen hatte sich in kleinen Trüppchen zusammengefunden, um fröhlich ins Nachtleben Berlins hinüberzulärmen, einzelne ältere Herren in Jackett und Cordhose führten ihre Süddeutsche noch mal vor dem Abendbrot spazieren. Frauentrauben in Turnhosen und identischen T-Shirts des AVON-Frauenlaufs kicherten ausgelassen und zu Recht glücklich, während sie mit dem Bahnpersonal ihrer Regionalbahn entgegenscherzten.

Andreas Loepki, leitender Sprecher der Polizeidirektion Leipzig im langen Interview. Foto: LZ
·Leben·Gesellschaft

Das lange Polizei-Interview (Teil 1): Lückenpresse oder Wie entsteht eine Polizeinachricht?

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 42Wenn man sich in den regionalen Medien umsieht, kann man leicht auf den Gedanken kommen, Mord und Totschlag, Raub und Verbrechen lauerten praktisch hinter jeder Hecke – vor allem in ganz bestimmten Stadtteilen Leipzigs. Tagein, tagaus wird medial überfallen, niedergestochen, betrogen und gestohlen. Wenn dann einmal jährlich die offiziellen Polizeistatistiken für Sachsen und Leipzig veröffentlicht werden, staunt mancher nicht schlecht, wenn die eigentlichen Probleme zumindest einmal jährlich fassbarer werden, sich aus dem hektischen Tagesgeschäft abheben und analysierbare Zahlen liefern.

Ausschnitt des Filmplakats. Foto: „Vaxxed“
·Leben·Gesellschaft

Passage-Kinos streichen Propagandafilm „Vaxxed“ aus dem Programm + Interview mit Virologen

Dass Impfungen angeblich Autismus begünstigen, hat vor einigen Jahren sogar der heutige US-Präsident Donald Trump behauptet. Er stützte sich dabei auf die jahrzenhnte alten und anschließend nicht verifizierbaren Studien des britischen Arztes Andrew Wakefield. Dessen Propagandafilm „Vaxxed“ sollte eigentlich heute in einer Woche in den Leipziger Passage-Kinos laufen. Doch diese haben die Vorführung nun abgesagt. Im Interview zum Thema selbst erklärt der Virologe Uwe Gerd Liebert in der aktuellen LEIPZIGER ZEITUNG die Hintergründe zu Impfungen und gefährlichen Behauptungen.

Ausschnitt des Filmplakats. Foto: „Vaxxed“
·Leben·Gesundheit

Interview zum Film „Vaxxed“: „Keiner hat ein Recht auf seine eigenen Fakten“

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 43Vor knapp 20 Jahren hat der mittlerweile mit einem Berufsverbot belegte Arzt Andrew Wakefield die wissenschaftlich heftig widersprochene Behauptung aufgestellt, dass es zwischen Impfungen und Autismus einen Zusammenhang gäbe. In seinem Film „Vaxxed“ wiederholt er dies. Die Passage-Kinos werden das Werk Ende Mai zeigen. Dies führte bereits jetzt zu heftiger Kritik, zumal das Kino nicht ernsthaft Bemühungen unternahm, dem Film eine wissenschaftliche Expertise an die Seite zu stellen. Mittlerweile wurde die Vorstellung abgesagt.

Viele Kinder kommen auch schon mit eigenem Mobil in die Kita. Foto: Marko Hofmann
·Leben·Familie & Kinder

Leipziger Kita-Initiative formuliert sechs Forderungen an die Stadt zur Verbesserung der Situation

Eigentlich ist es ein Grund zur Freude: Die Geburtenzahlen in Leipzig steigen, es gibt immer mehr Kinder. Aber die nötigen Infrastrukturen wachsen nicht mit. Auch bei Kindertagesstätten kommt es immer wieder zu Engpässen, weil nicht schnell genug gebaut wird. Die Leipziger Kita-Initiative fordert jetzt echte Mitwirkungsmöglichkeiten. Und eine bessere Informationspolitik.

Bundesverwaltungsgericht. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Fälle & Unfälle

Peinlicher Rechtsirrtum: Indigene Germaniten sind kein anerkanntes Volk

Indigene Germaniten sind kein Volk. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in einer heute versandten Pressemitteilung klargestellt. Zuletzt versandten Personen, die sich als Angehörige eines „indigenen Volkes Germaniten“ verstehen, ein mit Dienstsiegel versehenes Anschreiben des Bundesverwaltungsgerichts an Behörden und Gerichte. Die Absender betrachten in der Adressierung eine Anerkennung der rechtlichen Existenz eines derartigen „Volkes“ und seines Sonderstatus.

Luan vor dem verschlossenen Tor der Max-Klinger-Schule in Grünau. Foto: René Loch
·Leben·Gesellschaft

Luan darf wahrscheinlich in Deutschland bleiben

Die sächsische Härtefallkommission hat entschieden: Luan soll bleiben. Das bedeutet, dass der Neuntklässler wahrscheinlich seine schulische Ausbildung in Deutschland beenden darf. Anschließend bestehen nach Ansicht von Experten gute Chancen, ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu bekommen. Zuvor muss allerdings noch das sächsische Innenministerium dem Ersuchen der Härtefallkommission stattgeben. In der Regel geschieht dies.

Christian Worch bei der Schlussansprache auf dem Bayrischen Platz. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Neonazipartei „Die Rechte“ will am 1. Mai 2018 zum Völkerschlachtdenkmal laufen

Christian Worch will es offenbar noch einmal versuchen: Der sächsische Landesverband der Neonazipartei „Die Rechte“, deren Bundesvorsitzender Worch ist, hat für den 1. Mai 2018 eine Demonstration in Leipzig angemeldet. Diese soll vom Hauptbahnhof zum Völkerschlachtdenkmal führen. Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte Worch regelmäßig in Leipzig demonstriert. Beliebtes Ziel war dabei das Völkerschlachtdenkmal.

Nu grade! Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Eine Landtagsrede, die sich mal mit christlicher Mäntelchen-Politik beschäftigt

Am Mittwoch, 17. Mai, gab es im Sächsischen Landtag wieder mal eine dieser aktuellen Stunden, bei denen man sich fragt: Wer will hier eigentlich wen auf den Arm nehmen? Die Fraktionen von CDU und SPD hatten sie beantragt: „Dem Volk aufs Maul schauen – Luther heute – Kennen und Leben christlicher Werte in heutiger Zeit“. Warum sich ein Landtag mit christlichen Werten beschäftigen muss, erschließt sich auch nach 27 Jahren CDU-Regierung nicht. Und geht am Thema vorbei, wie Franziska Schubert feststellt.

Bevölkerungsentwicklung in der Leipziger Südvorstadt. Grafik: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
·Leben·Familie & Kinder

Wie eine brave Elternschlange zum Anlass für eine deutschlandweite Chaos-Meldung wurde

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 43Manchmal fasst man sich nur noch an den Kopf: Sind die Kollegen jetzt völlig durchgedreht? Läuft bei denen ein Panikclown durch die Redaktion und ruft ständig „Schrecklich! Schrecklich! Schrecklich!“ Am Samstag, 13. Mai, war wieder so ein Moment. Da meldete erst die „Bild“ und dann der ganze Fischschwarm überdrehter Medien: „Ansturm auf Kita in Leipzig. Polizei-Einsatz wegen Elternschlange“. So „Spiegel Online“ in rasender Hast im Windschatten des Boulevards.

Leipzig-Panorama. Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Interview mit Benjamin Heinsohn: „Sein Glück kann Luan nur in Deutschland finden“

LEIPZIGER ZEITUNG/Ausgabe 43Das Schicksal des 18-jährigen Luan Zejneli, der womöglich in den Kosovo zurückkehren muss, sorgte vor drei Monaten bundesweit für Schlagzeilen. Zahlreiche Mitschüler hatten sich mit einer Petition für ein Bleiberecht in Deutschland ausgesprochen. Andere jedoch kritisierten dieses Engagement. Am kommenden Freitag, den 19. Mai, wird sich die sächsische Härtefallkommission mit Luans Fall befassen. Benjamin Heinsohn, ein Mitschüler und zugleich Ersteller der Petition, hat der Redaktion im Vorfeld einige Fragen beantwortet.

Landgericht Leipzig. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Fälle & Unfälle

Doppelmord vom Baggersee: 37-Jähriger soll Ehepaar aus Habgier erstochen haben

Seit Anfang Mai sitzt ein 37-Jähriger wegen Doppelmordes auf der Anklagebank des Landgerichts. Faouzi A. soll am 23. Juli 2016 gegen 0:15 Uhr seinen Kollegen Ali T. (37) und dessen Frau Hadia B. (32) in deren Wohnung in der Zollikoferstraße mit insgesamt 21 Messerstichen niedergestreckt haben. Die Leichen zerstückelte der Bauarbeiter und entsorgte sie anschließend im Theklaer Baggersee.

Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Muttertag ODER Wenn ich mir was wünschen dürfte

Wir saßen – wie so oft – in einem Zug. Guckten aus dem Fenster, beobachteten die vorbeifahrende Landschaft und sie beobachtete uns. Wir hatten einen Kaffee und einen Kakao vor uns auf dem Tischchen, die Weintrauben von gestern passten zwar nicht dazu, schmeckten aber trotzdem. Der Zug rauschte leise seinem Ziel entgegen, kein Zuginsasse zerschnitt die Luft mit Wortbeiträgen. Da sagte die Leibesfrucht: „Mami, uns geht’s gut, was?“ Da hatte der Tag doch für einen kleinen Moment ein wirkliches Muttertagskleid angezogen ...

Pizzabrötchen mit Spargel und Ziegenkäse. Foto: Maike Klose
·Leben·Topf & Quirl

Topf & Quirl – Pizzabrötchen mit grünem Spargel und Ziegenkäse

Der Spargel sprießt an allen Verkaufsständen und drängelt sich einem förmlich auf, so dass man nicht umhin kommt, dieses wunderbare Saisongemüse in den kulinarischen Alltag zu integrieren. Während viele Gerichte durchaus etwas Zeit verlangen und nicht unbedingt für den kleinen Hunger zwischendurch geeignet sind, lassen sich diese wunderbaren Pizzabrötchen mit grünem Spargel und aromatischem Ziegencamembert in Nullkommanix zubereiten, schmecken dabei herrlich und machen ordentlich satt.

Die Beratung für Geflüchtete fand trotzdem statt. Foto: Stadtverwaltung Borna
·Leben·Gesellschaft

Flüchtlingsorganisationen werfen sächsischen Ausländerbehörden rechtswidriges Verhalten vor

Mehrere sächsische Flüchtlingsorganisationen, darunter der Sächsische Flüchtlingsrat, werfen den Ausländerbehörden des Freistaates rechtswidriges Verhalten vor. Anstelle von Duldungen würden vielen abgelehnten Asylbewerbern lediglich sogenannte Grenzübertrittsbescheinigungen ausgestellt werden. Dies sei jedoch rechtswidrig und behindere die Integration. Auch der 18-jährige Luan Zejneli hatte zunächst eine solche Bescheinigung erhalten. Am kommenden Freitag, 19. Mai, wird sich die sächsische Härtefallkommission mit ihm befassen.

Bürgermeisterin Skadi Jennicke, Thomaspfarrerin Britta Taddiken und Uni-Rektorin Beate Schücking beim 2017er Thesenanschlag. Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Ist Kirche nur noch Moralagentur oder Bekenntnisgemeinschaft oder geht das Thema auch den Rest der Gesellschaft an?

Die historische Disputation zwischen Dr. Johann Maier aus Eck und Dr. Martin Luther im Sommer 1519 im Markgräflichen Schloss zu Leipzig war das Vorbild für die 2009 gestartete Reihe der Leipziger Disputationen in der Thomaskirche. Und die nächste wird mitten hineinfallen in den "Kirchentag auf dem Weg". Am Freitag, 26. Mai, um 20 Uhr, geht es in der Thomaskirche um die "Kirche der Zukunft". Und nicht nur um die.

Dr. Jens Katzek. Pressefoto: Dr. Jens Katzek
·Leben·Gesellschaft

Dr. Jens Katzeks Aufruf zu einem fairen Wahlkampf und die Rolle der Manege im medialen Zirkus

Nein, Donald Trump hat nicht angefangen, die Brexit-Befürworter und all die Populisten ringsum auch nicht. Auch wenn sie alle wie ausgebuffte Straßenkämpfer wirken, die sich jetzt in politische Kämpfe werfen, als wäre es wirklich (nur) eine Straßenklopperei. Und dabei Leute wie Dr. Jens Katzek, den Bundestagskandidaten der SPD für den Leipziger Süden, dazu bringen, ein Fairness- und Wahlkampfabkommen vorzuschlagen.

Gehört nicht auch ein Hund zwingend zur Leitkultur? Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Ratlosigkeit zwischen Leitkultur, Patriotismus und falschen Binsenwahrheiten

In seinem Gastbeitrag „Wir sind viel zu zurückhaltend“ auf „Spiegel Online“ bringt es Jörg Bong auf den Punkt – und im Grunde ist es eine fast beiläufige, aber sauber gesetzte Kritik an der Predigt, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière da am 30. April mit seinem „Leitkultur“-Beitrag via „Bild“ losgelassen hat. Augenscheinlich gehört unser Grundgesetz nicht zur regelmäßigen Lektüre unserer Minister.

Ein erneuter Übergriff auf die Räume des FC Inter Leipzig. Foto: L-IZ.de
·Leben·Fälle & Unfälle

Erneut Randale im Mariannenpark: Cui Bono?

Manchmal überschlagen sich die Ereignisse. Da hatte die L-IZ.de in der vergangenen Woche noch beim Sportamt nachgefragt, wie es nun im Mariannenpark weitergehen soll – mit oder ohne den SV Wacker Leipzig – und in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai knallte es erneut auf dem Gelände. Nachdem am 21. April gegen 2:45 Uhr der Sozialtrakt des FC Inter einer Brandstiftung zum Opfer gefallen war, zogen nun unbekannte Täter in der Nacht übers Gelände und zerstörten, was greifbar war. Festgestellt wurden die Schäden am 7. Mai 2017. Die Frage hinter den weiteren Attacken im Mariannenpark: Was steckt eigentlich hinter diesem ganzen Irrsinn?

Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Eine europäische Frage

Boah, Leute, die Wetterlage macht einem die Biographie heute nicht gerade leichter: Das Gefühl, morgen erneut auf einen klatschnassen Fahrradsattel aufsteigen zu müssen, erfordert innere Stärke und jede Menge Work-Life-Balance. Der Mitmensch auf den Straßen ist schneller: Er trägt den Fahrradsattel entweder bereits in der Mimik oder nichts unter dem Regencape außer amorphe armeegrüne Kapuzen-Sweatshirts sowie seine Hate-Speech-Tattoos. In denen er immer wieder gern verwunderlicherweise a priori vermutet, er werde von aller Welt gehasst ("You hate me because I'm different, I hate you because you are all the same").

Impfungen retten Menschenleben. Nicht nur das eigene. Foto: Pixabay
·Leben·Gesellschaft

Lobby für Impfgegner: Passage-Kinos Leipzig wollen „Vaxxed“ zeigen

Mit dem „March for Science“ wollten die Organisatoren am 22. April 2017 in 600 Städten weltweit ein Statement setzen: für Fakten und wissenschaftliche Erkenntnis, gegen Fake News und Verschwörungstheorien. Beim Ableger in Leipzig waren der jüngste Masernausbruch und Impfungen ein großes Thema. Offenbar aus gutem Grund: Die Passage-Kinos wollen Ende Mai den umstrittenen Impfgegnerfilm „Vaxxed“ zeigen. Diese Entscheidung stößt auf Kritik.

Ein erstes Treffen auf dem Leipziger Marktplatz. Pulse of Europe in der Messestadt. Foto: Lucas Böhme
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: „Pulse of Europe“ oder „Leitkultur für Deutschland“

Seit März treffen sich auch in Leipzig sonntags ab 14:00 Uhr hunderte Bürgerinnen und Bürger, um sich zu einem geeinten Europa zu bekennen. Damit soll den Neu-Nationalisten a la AfD, Front Nationale oder PiS entgegengetreten werden. Es war gut, dass sich die Initiative „Pulse of Europe“ Ende letzten Jahres gebildet hat und auch in Leipzig auf Resonanz gestoßen ist. Doch nun zeigt sich, dass die Europa-Hymne zu singen, die Europa-Fahne zu schwenken und den Segen der offenen Grenzen bei Urlaubsreisen zu beschwören nicht ausreicht, um eine politische Begeisterung für Europa und Erneuerung der Europäischen Union in Gang zu setzen. Auch wenn sich „Pulse of Europe“ als überparteilich versteht – die politischen Ziele für Europa müssen deutlich benannt und Widersprüche aufgezeigt werden.

Vermummungsabsichten im Umfeld von Demos kosten Geld. Foto: L-IZ.de
·Leben·Fälle & Unfälle

Mit dem Schlauchschal zur Demo: Geldbuße von 100 Euro bleibt bestehen

Weil ein Mann auf dem Weg in die Innenstadt von der Polizei mit einem Schlauchschal erwischt wurde und angeblich sagte, gegen Legida demonstrieren zu wollen, erhielt er einen Bußgeldbescheid in Höhe von 100 Euro. Dagegen legte er Einspruch ein und bestritt, eine solche Absicht geäußert zu haben. Das Amtsgericht glaubte jedoch dem Beamten, sodass der Einspruch zurückgenommen wurde.

Selbst in der Zigarettenwerbung dominiert ein verlogenes Freiheitsbild. Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Warum der Star-Ökonom Marcel Fratzscher von Freiheit keine Ahnung hat

Die einen feiern ihn noch, weil er das zunehmende Auseinanderklaffen von Armut und Reichtum in unserem Land als Problem benannt hat. Doch dass auch der Berliner Makroökonom Marcel Fratzscher nicht frei ist von den Vorurteilen seines Gewerbes, das machte er in seiner jüngsten Kolumne auf "Zeit Online" deutlich. Doppelt, wie einem auffällt, wenn man diese Überschrift liest. Diese Überschrift ...

Timur Vermes' Roman "Er ist wieder da". Cover: Bastei Lübbe
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Er ist immer noch da

Am 30. April wird ja nicht nur in den Mai getanzt, sondern es jährt sich bekanntlich zum 72. Mal der Tag, an dem sich des SPIEGELS beliebtestes Covergirl, Adolf Hitler, über die Wupper gemacht hat. Doch das moderne Liedgut weiß es längst: Wenn man tanzt, ist man woanders, für den Moment. Ich frag mich dann manchmal, wie’s gelaufen wär, ohne Hitler ... Dabei ist die Frage relativ schnell zu beantworten: Die Welt wäre nicht um alle, aber viele Millionen furchtbarer Schicksale ärmer. Um Millionen Hitler-Vergleiche allerdings auch.

Erdbeer-Rhabarber-Fool. Foto: Maike Klose
·Leben·Topf & Quirl

Topf & Quirl: Erdbeer-Rhabarber-Fool

Ein langes Wochenende steht bevor und laut Prognose soll das Wetter am kommenden Maifeiertag auch recht warm und sonnig werden. Das heißt also Pläne für eine Wald-und-Wiesen-Aktion schmieden, mit lieben Menschen, spritzigen Getränken und leckerem Essen. Wer neben herzhaften Sandwiches noch nach einem schnellen Dessert sucht, sollte sich an diesem fruchtigen Fool versuchen.

Amtsgericht Leipzig. Foto: Martin Schöler
·Leben·Fälle & Unfälle

Geldstrafe für Legida-Gegner: Ein Tritt im Gerangel

Straftaten aus den Anfangstagen von Legida beschäftigen noch immer die Gerichte in Leipzig: Aktuell wurde ein Fall verhandelt, in dem ein Student aus dem antirassistischen Spektrum am 21. Januar 2015 einen Polizisten getreten und eine Festnahme gestört haben soll. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen des ersten Sachverhalts zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro und sprach ihn in dem anderen Anklagepunkt frei.

Am Amtsgericht Leipzig.
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Lok-Fan gegen Polizei: Geldstrafe für Mittelfinger und Widerstand, aber Körperverletzung nicht bewiesen

Das Amtsgericht Leipzig hat eine Anhängerin des 1. FC Lok Leipzig zu einer geringen Geldstrafe verurteilt. Die Frau soll im November 2015 einem Polizisten den Mittelfinger gezeigt und sich anschließend gegen eine Identitätsfeststellung gewehrt haben. Ein angeblicher Faustschlag ins Gesicht eines weiteren Polizisten wurde hingegen nicht bestraft – das Gericht sah diesen nicht als erwiesen an. Insbesondere die Zeugenaussage eines „fankundigen Beamten“ hatte der Angeklagten geholfen.

·Leben·Fälle & Unfälle

Aussage gegen Aussage: Staatsanwältin glaubt Polizisten und fordert Geldstrafe

Eine Anhängerin des 1. FC Lok Leipzig soll Polizeibeamte nach einem Spiel beleidigt und geschlagen haben. Sie selbst und ihre Tochter behaupten das Gegenteil: Die Polizisten hätten sie beleidigt, bedroht und geschlagen. Ein „fankundiger Beamter“ der Bundespolizei spricht von „aggressiver Stimmung“ sowohl bei seinen Kollegen als auch den Lok-Fans. Am Ende beschuldigt die Verteidigung die Staatsanwaltschaft, sich schützend vor die Beamten zu stellen. Das Urteil wird am Mittwoch verkündet.

FC Union Berlin Keeper vor BSG Chemie Fans
·Leben·Gesellschaft

Leipziger Fanprojektmitarbeiter und Chemie-Fans im Visier der sächsischen Staatsanwaltschaft

Ein Mitarbeiter des Leipziger Fanprojekts ist wegen seiner Arbeit mit den Anhängern des Fußballclubs Chemie Leipzig ins Visier der sächsischen Ermittlungsbehörden geraten: Gegen ihn und 13 weitere Personen war wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt worden. Selbst eine Bildungsfahrt in den sächsischen Landtag schien der Staatsanwaltschaft Dresden offenbar verdächtig.

Wandspruch, jetzt mit Inhalt gefüllt. Montage: L-IZ
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Leo korrigiert den kämpferischen Fassadenspruch

Und bevor wir uns jetzt die Hosen mit der Kneifzange anziehen, noch ein kleiner Lernvorschlag für die Herren mit der kraftmeierischen Pose. Ich habe Ihren Aufruf zum Struggle ein klein wenig abgeändert – was ja leicht möglich ist. War ja eh kein Inhalt drin. Und ich habe Ihnen eine kleine Wahrheit draus gemacht, die nicht nur Sie allein immer wieder vergessen.

Erichs Lampenladen, z. T. auch bekannt als Palast der Republik. © Deutscher Bundestag
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Gastmanns Kolumne: Ein Jubiläums-Grußwort

„Komm erst einmal runter!“, dachte ich so bei mir, als ich gestern Abend verabschiedet von einem traumhaften Sonnenuntergangslicht in Rom ins Flugzeug nach Berlin stieg: „Komm erst mal runter und ärgere dich dann über das Wetter!“ Und so geschah es. Ich und der, mit dem ich vor einigen Jahren nicht runter, aber niedergekommen war, begannen umgehend erbärmlich zu frieren und zu schlottern. Und verschoben die für heute noch vorgesehene Tour der Hauptstadt um ein paar Wochen.

„Deutschland am Abgrund – nur noch vereinzelt Deutsche zu sehen“. Foto: L-IZ.de
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Gastkommentar von Christian Wolff: Die drei Säulen der AfD

Er gilt als „Liberal-Konservativer“ in der AfD, als jemand, der die AfD im sogenannten bürgerlichen Lager salonfähig machen kann: Jörg Meuthen, der zweite Sprecher der Bundes-AfD und der Fraktionsvorsitzende der AfD im baden-württembergischen Landtag. Doch Meuthen ist nur Teil der Fassade, mit der sich die AfD seit ihrer Gründung gerne umgibt. Dahinter spielt sich etwas ganz anderes ab: die schleichende Manifestierung der AfD als nationalistische, rechtsradikale Partei.

Teilnehmer einer Demonstration für Fakten und Wissenschaft. Foto: Lucas Böhme
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Fakten, Fakten, Fakten: 1.000 Menschen beteiligen sich am „March for Science“

Seit Anfang des Jahres haben Organisationen weltweit zum „March for Science“ aufgerufen. Ausgangspunkt war zunächst die Wahl des Klimawandel-Skeptikers Donald Trump zum US-Präsidenten, doch auch der generelle Vertrauensverlust in Wissenschaft und Fakten spielte eine zunehmende Rolle. In Leipzig beteiligten sich am Samstag etwa 1.000 Menschen an der Demonstration. Redner thematisierten unter anderem den Masernausbruch und die Hetze gegen Geflüchtete.

Ein unzeitgemäßer Zeitgenosse, wie er in der Grimmaischen Straße steht. Foto: Ralf Julke
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Was nutzt uns alle Wissenschaft, wenn die Mehrheit nicht wissenschaftlich denken kann?

Auch der StuRa der Uni Leipzig hat den gestrigen „March for Science“ unterstützt. „Meinungsfreiheit, rationale Fakten und freie Forschungen werden in einer Zeit, in der zunehmend mehr Menschen ‚alternativen Fakten‘ und gefühlten Wahrheiten vertrauen, immer wichtiger und sind für ein harmonisches Miteinander essentiell“, meinte Matthias Albers, Referent für Hochschulpolitik.

Die Peterskirche. Foto: Michael Freitag
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„Die größte Ausgrenzungsmöglichkeit des 21. Jahrhundert ist der Wohnungsmarkt!“

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus der Ausgabe 42Pfarrer Andreas Dohrn ist kein gewöhnlicher Vertreter seiner Zunft. Der geistliche Vorsteher der Peterskirchgemeinde in Zentrum-Süd ging vor zwei Jahren mit „seinem“ Kirchenvorstand voran und vermietete eine Wohnung im Pfarrhaus an eine 13-köpfige syrische Familie. Daraus entstand die „Kontaktstelle Wohnen“, über die zurzeit über 500 Flüchtlinge Wohnungen in Leipzig suchen. Demnächst zieht das Projekt auch nach Borna und will sich darüber hinaus anderen Menschen in Wohnungsnot widmen. Ein Gespräch über kaputte WGs, überforderte Ämter und die „Klopperhammerthemen“ in dieser Stadt.

Der FC Inter Leipzig hat sein Quartier im Mariannenpark aufgeschlagen, Seit an Seit mit dem SV Wacker. Foto: Jan Kaefer
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Am Maschendrahtzaun (2): Das LZ-Interview mit FC Inter Leipzig-Vorstand Christopher Siebenhüner

Es ist nicht leicht, Ordnung in das Gewirr von Anschuldigungen und Verdächtigungen zu bringen, die derzeit über dem Mariannenpark schweben. Während mittlerweile Pächter 1, der SV Wacker, eine Kündigung seines Pachtvertrages erhielt, brannte in der Nacht vom 20. auf den 21. April 2017 auch noch der vom FC Inter Leipzig (Pächter 2) neu aufgestellte Container auf ihrer Pachtfläche aus. Die Polizei spricht von gezielter Brandstiftung und ermittelt in alle Richtungen. Mit Marketing-Vorstand Christopher Siebenhüner hat die LZ vor dem Brand ein Interview geführt, um die bis zum Anschlag aufgetretenen Probleme und Sachlagen im Mariannenpark zu erfragen.

Die Vereinsgaststätte am Mariannenpark. Foto: L-IZ.de
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Am Maschendrahtzaun (1): Das LZ-Interview mit SV Wacker Leipzig-Vorstand Holger Drendel

Jan Böhmermann würde vielleicht sagen, es gäbe gerade mächtig Beef auf dem Sportgelände am Mariannenpark. Und Stefan Raab wohl die Begleitmelodie anstimmen. Wenn es nicht so ernst wäre und nun (nach dem Interview) nicht auch noch der aufgestellte Container des FC Inter gebrannt hätte. Scheinbar unversönlich stehen sich mit dem SV Wacker und dem FC Inter Leipzig zwei Pächter seit nun einem Jahr mehr oder minder unfreundlich gegenüber. Zuletzt ging nun auch das Sportamt der Stadt Leipzig dazwischen und kündigte Pächter Holger Drendel vom SV Wacker zum 28. April 2017 seine Pachtvertrag für zirka drei Viertel des Gesamtgeländes. Die LZ hat ihn interviewt, so wie auch den FC Inter Leipzig, um Licht ins Dunkel zu bringen. Herausgekommen sind ein langer Beitrag in der LZ Nr. 42 und zwei Interviews, hier Teil 1, die Sicht des SV Wacker.

Kita in der Gustav-Freytag-Straße. Foto: Ralf Julke
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Linksfraktion beantragt Task Force für den Kita-Ausbau in Leipzig

Eigentlich hat Leipzig sogar noch Glück gehabt im letzten Jahr: Es wurden 200 Kinder weniger geboren als prognostiziert. Die Zahl der Neugeborenen übersprang noch nicht die 7.000er-Marke. Eine ganze Kita weniger ist das. Zumindest für ein Jahr. Denn dass die Geburtenzahlen trotzdem über die 7.000 springen, ist sicher. Und der Kita-Ausbau ist wieder viel zu schleppend, kritisiert die Linksfraktion.

Kita-Demo vorm Leipziger Neuen Rathaus 2013. Foto: Marko Hofmann
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Das ganz und gar nicht unsichtbare Leben der Alleinerziehenden in Sachsen

Die Lebenswelt der Sachsen hat sich verändert. Was auch mit der radikal veränderten Arbeitswelt zu tun hat. Die Bedingungen, die früher das Thema Familie bestimmten, haben sich verändert. Und immer mehr junge Menschen leben allein, nicht immer freiwillig – das Thema Alleinerziehende liegt ungelöst auf dem Tisch. Am 12. April waren sie – aus Anlass einer Grünen-Anfrage – Thema im Landtag.

Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: „Jetzt weiß ich, dass es das Paradies war“

„Ostern ist das neue Weihnachten“. Mit dieser verwegenen These wurde ein Hamburger Trendforscher am Wochenende in der Thüringer Allgemeinen zitiert. Ich habe nichts gegen Hamburg, aber das frische Wetter da oben weiß vielleicht doch manchmal dem einen oder anderen mehr in die Rübe zu fahren als Trendforschermeinungslesenden lieb sein kann. Oder kurz gesagt: Der Trendforscher erzählt natürlich Quatsch. Ostern ist nicht das neue Weihnachten, Weihnachten ist schlichtweg das Fest, an dem der Mensch mit der Bling-Bling-Weihnachtsmannmütze an der Nahrungskette durchs Dorf geführt wird.

Verunfallte Kinder in Sachsen. Tabelle: SMI, Montage: L-IZ
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Steigende Zahlen bei verunfallten Kindern, Radfahrern und Senioren

„Auf den sächsischen Straßen hat es im vergangenen Jahr deutlich weniger Verkehrstote gegeben. 162 Menschen kamen 2016 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Ein Jahr zuvor waren es noch 192. Die Zahl der Unfälle insgesamt ist um ein Prozent auf 109.736 leicht gestiegen“, meldete das Sächsische Innenministerium (SMI) am 9. April. Aber was sagt das über sichere Straßen in Sachsen? Nichts, stellen Linke und Grüne fest.

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Ein Messerangriff mit Konsequenzen: Kevin D. muss für acht Monate ins Gefängnis

Einer der Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Naziangriff in Connewitz am 11. Januar 2016 muss ins Gefängnis – allerdings aus anderen Gründen. Am 20. Oktober 2015 hat Kevin D. (45) im Leipziger Hauptbahnhof mehrere aus Dresden zurückkehrende Pegida-Gegendemonstranten mit einem Messer genötigt. Drei Wochen später setzte er nach einer Legida-Veranstaltung Pfefferspray ein. Das Amtsgericht Leipzig hat ihn nun zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Österliche Vorfreude. Foto: Pixabay
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Gastmanns Kolumne: Über die Erotik des guten Herzens

Was für ein Frühlingstag! Da draußen überbietet die Sonne übermütig die Zielvorgaben, die der Wetterbericht mit ihr vereinbart hatte, es ist Sonntag, einer der bezauberndsten Tage der Woche, die Natur leistet sich den schönsten verzeihlichen Kitsch des Jahres, sogar der Flieder will tatsächlich schon raus und man selbst schleicht nicht mehr hustend und schwach wie eine Schwindsüchtige durchs Gedränge. Und dennoch: Die meisten der Passanten schleppen sich nicht recht glücklich aussehend umher. Kaum einer lacht oder scherzt mit der Begleitperson, missmutig oder leer so viele Gesichter. „Verdammt“, möchte man rufen, „was braucht es denn nun noch zum Frohsinn ...?!“

Entwicklung der Diebstähle in Leipzig. Grafik: Polizeidirektion Leipzig
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Beschaffungskriminalität und Verstöße gegen das Ausländerrecht treiben die Leipziger Zahlen nach oben

Die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung, die Polizeipräsident Bernd Merbitz am Freitag, 7. April, vorlegte, sind heftig. „Für die Kreisfreie Stadt Leipzig wurden 88.615 Fälle (Vorjahr: 73.614 Fälle; +20,4 Prozent) erfasst. Mit 47,2 Prozent fiel die Aufklärungsquote trotz erheblich zunehmender Fallzahlen höher als im Vorjahr (46,0 Prozent) aus.“ Aber 15.000 Fälle mehr als im Vorjahr? Was ist da los?

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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