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Kurt Biedenkopf

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MDR-Hochhaus in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Freitag, der 3. September 2021: Manipulation beim MDR, Preis für Leipziger Journalist/-innen und antisemitische Straftaten in Sachsen

Klingt sympathisch, ist mit journalistischen Grundsätzen aber nicht vereinbar: Ein MDR-Mitarbeiter hat für einen TV-Beitrag eine Videoaufnahme so manipuliert, dass auf einem Mikrofon plötzlich das „Bild“-Logo fehlt. Außerdem: Für eine Recherche zu privatem Waffenbesitz haben Leipziger Student/-innen den Deutschen Radiopreis gewonnen und im ersten Halbjahr gab es fast 100 antisemitische Straftaten in Sachsen. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 3. September 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Michael Bartsch: Das System Biedenkopf. Foto: Ralf Julke

Nachdenken über … König Kurt

Die Nachrufe sind alle veröffentlicht. Fast alle rühmten sie den „Glücksgriff“ (Christian Hartmann, CDU), den „charismatischsten, erfolgreichsten und beliebtesten Politiker nach der Wiedervereinigung in Sachsen“ (Burkhard Jung, SPD) oder den „großen Menschen und bedeutenden Politiker“ (Martin Dulig, SPD). Nur die Grünen hielten sich sichtlich zurück, während die Linksfraktion durchaus auch Kritisches in ihren Nachruf auf Kurt Biedenkopf schrieb.

Kurt Biedenkopf 2011 in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Freitag, der 13. August 2021: Biedenkopf tot, 60 Jahre Mauerbau und rechtswidrige Abschiebung

Kurt Biedenkopf ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Parteien und Amtsträger würdigten Sachsens ersten Ministerpräsidenten fast einhellig – nur aus der sächsischen Linksfraktion gab es Misstöne. Außerdem: Der Mauerbau jährt sich heute zum 60. Mal, die Abschiebung einer Familie nach Georgien war rechtswidrig und das Innenministerium gibt fehlerhafte Infos der Polizei nach der Flughafen-Blockade zu. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 13. August 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Franziska Schubert (B90 / Die Grünen). Foto: L-IZ.de

Bündnisgrüne zum Tod von Kurt Biedenkopf

Heute wurde bekannt, dass der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf am Donnerstag im Alter von 91 Jahren verstarb. Franziska Schubert, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, erklärt: „Im Namen der gesamten Bündnisgrünen-Fraktion spreche ich seiner Frau Ingrid sowie der gesamten Familie von Kurt Biedenkopf unser aufrichtiges Beileid aus.“

Christian Hartmann (CDU), Foto: CDU Sachsen

„Wir haben einen großen Sachsen verloren“

Gestern verstarb Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt H. Biedenkopf ist im Alter von 91 Jahren. Dazu sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion Christian Hartmann: „Für Sachsen war Prof. Kurt Hans Biedenkopf ein Glücksgriff.“

Frank Müller-Rosentritt. © Deutscher Bundestag / Achim Melde

FDP Sachsen betrauert den Tod von Kurt Biedenkopf

Frank Müller-Rosentritt, Landesvorsitzender der FDP Sachsen, betrauert den Tod von Kurt Biedenkopf: „Mit Kurt Biedenkopf ist eine große politische Persönlichkeit von uns gegangen, die Sachsen enorm geprägt hat.“

Kurt Biedenkopf 2011 in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Gedenken an Kurt Biedenkopf

Nach dem Tod von Kurt Biedenkopf hat Ministerpräsident Michael Kretschmer eine dreitägige Trauerbeflaggung an den öffentlichen Einrichtungen des Freistaates Sachsen angeordnet. Die Trauerbeflaggung gilt vom 13. August bis 16. August 2021.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Archivfoto: Matthias Rietschel

Ministerpräsident Kretschmer zum Tod des ersten Regierungschefs nach der Wiedergründung des Freistaates Sachsen

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat Kurt Biedenkopf als eine große deutsche Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts und als klugen Visionär für den Freistaat Sachsen gewürdigt. Zum Tod des ersten Regierungschefs nach der Wiedergründung des Freistaates Sachsen, sagte Kretschmer am 13. August 2021: „Ein großer Sachse ist von uns gegangen. Als Ministerpräsident hat er von 1990 bis 2002 das Fundament für eine erfolgreiche Entwicklung unserer Heimat gelegt - stark in Deutschland, geachtet in der Welt, bereit für die Zukunft.“

Minister Günther zum Tod von Kurt Biedenkopf

Kurt Biedenkopf war eine der prägendsten Persönlichkeiten Sachsens. Er hat entscheidende Weichen gestellt, als Gesellschaft und Verwaltung sich im jungen demokratischen, sozialen und rechtsstaatlichen Bundesland neu fanden. Ingrid Biedenkopf und der gesamten Familie gilt mein aufrichtiges Beileid.

Markus Schlimbach. Foto: DGB Sachsen

DGB Sachsen zum Tod von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf

Mit tiefer Bestürzung und Anteilnahme hat der DGB Sachsen den Tod von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf aufgenommen. „Prof. Dr. Kurt Biedenkopf hat sich bleibende Verdienste für den Aufbau des Freistaat Sachsens und für die wirtschaftliche Stärke des Landes erarbeitet. Prof. Dr. Kurt Biedenkopf hat maßgeblich dazu beigetragen, dass mindestens einige industrielle Schwerpunkte in Sachsen, trotz einer gegenläufigen Politik der Treuhand, erhalten werden konnte.“

Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig an Prof. Dr. Kurt Biedenkopf © Pawel Sosnowski

Universität Leipzig verleiht Kurt Biedenkopf die Ehrendoktorwürde

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig hat Prof. Dr. Kurt Biedenkopf heute (28. April 2021) die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit würdigt sie das Lebenswerk des früheren sächsischen Ministerpräsidenten, insbesondere seine Verdienste um die Entwicklung der ostdeutschen Hochschullandschaft im Allgemeinen und der Universität Leipzig im Besonderen, vor allem Biedenkopfs Engagement für die von der Fakultät vertretenen Wissenschaftsgebiete.

Kurt Biedenkopf und das Cover des ersten Tagebuchbandes „Von Bonn nach Dresden“. Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Warum Biedenkopfs Tagebücher der unlesbare Platzhalter für ein nie geschriebenes Sachsenbuch sind

Eigentlich muss André Schollbach, der Sprecher für Kommunalpolitik in der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, nicht mehr nachfragen. Schon 2016 verkauften sich die von der sächsischen Staatsregierung so kräftig subventionierten Tagebücher von Kurt Biedenkopf nicht mehr, 2017 erst recht nicht. Und 2018 lagen sie eigentlich nur noch angestaubt im Lager. Entsprechend fiel dann auch die Antwort der Staatskanzlei aus.

Kurt Biedenkopf und das Cover des ersten Tagebuchbandes „Von Bonn nach Dresden“. Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Auch 2017 interessierte sich kein Käufer für die Biedenkopf-Tagebücher

Eigentlich hätten wir an dieser Stelle auch einfach den Artikel von April 2017 noch einmal hochladen können. André Schollbach, Landtagsabgeordneter der Linken, wollte es unbedingt noch einmal wissen. Vielleicht interessierten sich ja doch noch ein paar Leute für die 2015 mit so viel Pomp veröffentlichten Tagebücher des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf. Aber Oliver Schenk kann ihn nicht trösten.

Sachsen-Fahne im Himmelsblau. Foto: Ralf Julke

Was die sächsische Heimattümelei mit der fehlenden politischen Gesprächskultur in Sachsen zu tun hat

Kommentar Quatsch aus Chemnitz, könnte man das nennen, was Sascha Aurich, Ressortleiter Newsdesk und Mitglied der Chefredaktion bei der „Freien Presse“ aus Chemnitz, am Wochenende als so eine Art Erwiderung auf einen Kommentar von Janko Tietz auf „Spiegel Online“ verfasste. Der hatte diese seltsame sächsische „Heimattümelei“ aufgespießt. Und Aurich: „Debatte über Rechte in Sachsen. Ist mal gut jetzt“. In Chemnitz braucht man wohl auch einen Wecker.

Muntere Flagge für starkes Sachsen. Foto: Ralf Julke

Gastkommentar von Christian Wolff: Neuanfang in Sachsen?

KommentarAm vergangenen Mittwoch hat er seinen Rücktritt angekündigt: Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen. Er war nach dem schlechten Abschneiden der sächsischen CDU bei den Bundestagswahlen am 24. September 2017 stark unter Druck geraten. Dass sich die als unschlagbar gerierende sächsische CDU, deren rechte Flanke immer weit geöffnet war, der völkisch-nationalistisch ausgerichteten AfD geschlagen geben musste, hat die Partei geschockt.

Kurt Biedenkopf und das Cover des ersten Tagebuchbandes „Von Bonn nach Dresden“. Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Biedenkopf-Tagebücher haben sich als echter Flop erwiesen

Bei diesem Buch ist wohl so alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte. Die Tagebücher von Kurt Biedenkopf (CDU), die im September 2015 im „Siedler Verlag“ in drei Bänden veröffentlicht wurden und die Jahre 1990 bis 1994 des früheren Ministerpräsidenten umfassen, sind ein echter Ladenhüter geworden. Teuer bezahlt von der sächsischen Staatsregierung.

Kurt Biedenkopf und das Cover des ersten Tagebuchbandes „Von Bonn nach Dresden“. Foto: Ralf Julke / Cover: Siedler Verlag

Eine ganz konkrete Antwort auf die neueste Nachfrage zu den Biedenkopf-Tagebüchern

Der linke Landtagsabgeordnete André Schollbach bleibt dran. Er will unbedingt wissen, welche Rolle Ministerpräsident Stanislaw Tillich bei der Finanzierung der Biedenkopf-Tagebücher, die im Siedler-Verlag erschienen, wirklich spielt. Zuletzt hatte die Staatsregierung nicht mehr so recht antworten wollen. Irgendwie ist die Sache für sie erledigt. Auch in der neuesten Antwort hält sich Dr. Fritz Jaeckel kurz.

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