Neu im Plattenregal: Alice Cooper holt seine Hörer wieder zurück in den "Alptraum"
Daniel Thalheim
02.10.2011
Alice Cooper war 1998 schon einmal in Leipzig, kommt im Oktober mit "Welcome 2 My Nightmare" nach Chemnitz.
Bild: Bigger Picture / Alice Cooper
"Welcome to my nightmare" war das erste Studiowerk, das Vincent Furnier alias Alice Cooper im Alleingang veröffentlichte. Der Pfarrerssohn ist seit 1975 auf Solopfaden unterwegs. Gemeinsam mit Kiss-Produzent Bob Ezrin ist ihm ein wundervolles Konzeptwerk gelungen. Das greift der inzwischen gealterte Furnier wieder auf. Als Alice Cooper ist er mehr als nur zurück. "Welcome 2 My Nightmare" ist die musikalische Fortsetzung der Geschichte von Steven.
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Alice Cooper: Welcome 2 My Nightmare
Es ist die mittlerweile 26. Kerbe. Obwohl viele von Coopers Alben im Wust der Geschichte untergingen, bleiben Werke wie "Billion Dollar Babies", "Trash" und "School's Out" unvergessen, ebenso sein erstes Solo-Album "Welcome To My Nightmare".
Schon beim ersten Lied des neuesten Platte "I am made of you" wird der Rückgriff zum 1975 erschienenen Studiowerk klar. Die Pianomelodie von "Steven" taucht wieder auf, Alice Cooper singt den Refrain und meint damit: Okay, ich habe mich meines Konzeptklassikers bedient, was soll's. Nicht nur Bob Ezrin ist der Rückgriff in die eigene Geschichte, auch Co-Songwriter Desmond Child wirkt mit und sogar ehemalige Mitglieder der Alice Cooper Band aus den Siebzigern; Dennis Dunaway, Neal Smith und Michael Bruce. Man kann so eigentlich nichts falsch machen. Alice Cooper hat auch nichts verkehrt gemacht.
"Welcome 2 My Nightmare" ist seit 16. September im Handel.
Bild: Bigger Picture / Alice Cooper
Sound, Outfit und Songwriting erinnern an die Siebziger als Alice Cooper Bürgerschreck Nummer Eins und an Leute wie Rob Zombie und Marilyn Manson nicht zu denken war. Zombie hat sogar an "The Congregation" mit gewirkt, doch zuvor hören Fans mit "Caffeine" einen fußwippenden Rocker, der sich schnell als Hit entpuppt. In "The Nightmare Returns" greift der einstige Biertrinker mit den schwarzen Augenringen auf die Horrorserie "Nightmare On Elm Street" zurück, bei der er 1991 als Freddys Stiefvater mitgewirkt hat. Hits an Hits reihen sich nach dem kleinen Verschnaufer wie eine Perlenschnur aneinander. Die Reise zurück in die Vergangenheit scheint dem inzwischen 63-jährigen Rocker gut getan zu haben.
"I'll bite your face off" ein weiteres Ohrwürmchen, bis Alice Cooper aus der Siebzigerfrischzellenkur zurückkommt und mit der Rapperin Ke$ha in "What Baby Wants." im Duett singt. Mit "The Underture" endet das aberwitzige und erfrischende Album mit Teilen von elf Titeln beider "Nightmare"-Alben. Man darf Alice Cooper schon ein wenig unterstellen, er sei verrückt, was er auf "Welcome 2 My Nightmare" unternimmt.
Das ist er aber nicht. Nur genial. Nach eher mäßig erfolgreichen aber dennoch guten Werken wie "Along Came A Spider" und "Dirty Diamonds" ist Alice Cooper wieder da, wo ihn seine Fans haben wollen: als erzählender Zylinderhut mit einer Boa Constrictor um den Hals und mächtig viel Druck im Motor. Sein neuestes Schwungrad "Welcome 2 My Nightmare" kann nur ein Auftakt für eine noch umwerfendere Bühnenshow sein. Wer den stampfenden Beat und Witz in "Disco Bloodbath Boogie Fever" hört, weiß, Alice Cooper hat das Album mit einem breiten Grinsen aufgenommen. Chemnitz grinst am 20. Oktober in der Stadthalle auch.
Veröffentlichungsdaten
Album: Welcome 2 My Nightmare
VÖ: bereits a, 16. September 2011
Label: Bigger Picture
Webseite: alicecooper.com
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