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Rockhaus in der Theaterfabrik Leipzig: Mike Kilian über Mädchen, Zwischentöne und Treibstoff

Daniel Thalheim
Bild: www.rockhaus.net
Mit "Bonbons und Schokolade" wirbelten in den frühen Achtzigern vier junge Männer durch die DDR. Die Folge-Werke wurden noch besser aufgenommen. Dann in den Neunzigern das Aus. "Positiv" war das Comeback. Mit "Treibstoff" kommt Sänger und Bandkopf Mike Kilian auch nach Leipzig. Er hofft auf zahlreiche Besucher, Girls und vielleicht auf den einen oder anderen "Prinzen".

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Die Einschläge eurer Tour detonieren jetzt langsam immer lauter und kommen Leipzig immer näher. Wie läuft es bis jetzt auf euren Konzerten?

Zum ersten Mal haben wir ein geheimes Probekonzert vor der Tour gespielt, was rießigen Spaß gemacht hat, obwohl da die ganze "Musikerpolizei" war. (Lächelt) Wir spielen auch zum ersten Mal fast die halbe neue Platte und das Publikum scheint dies auch zu mögen. Die ersten Konzerte waren toll, ein schönes Gefühl mit den neuen Sachen loszulegen und in lauter glückliche Gesichter zu schauen, auf und vor der Bühne.

Ich muss zugeben, "Treibstoff" ist das erste Rockhaus-Album, das ich nach "Bonbons und Schokolade" in den Händen halte. Und ich muss sagen: Chapeau! Rockt schön durch. Woher nehmt ihr die Energie heute?

Das frag ich mich auch. Nein im Ernst, das haben wir zu einem Großteil unserem Produzenten Rainer Oleak zu verdanken. Er hat uns zusammen einspielen lassen, was heute ja nicht mehr üblich ist, und war auch von Anfang an bei dem Entstehungsprozess der Songs mit dabei, hat uns auch angespornt, gute Texte zu machen. Herr Petereit und ich hatten auch noch nie so viele Texte und wir haben erst das OK! gegeben, wenn wir 100 Prozent zufrieden waren. Das Gleiche galt auch bei der Songauswahl. Das stachelt ganz schön an, jetzt weißt du, woher die Energie kommt.

Rokhaus spielt am 2. März in der Theaterfabrik auf.
Rokhaus spielt am 2. März in der Theaterfabrik auf.
Bild: www.rockhaus.net

"Blutrot" hat einen pessimistischen Eindruck bei mir hinterlassen. Mich erinnert es an ein Kommentar zum Weltgeschehen und dass ihr den Finger in die Wunde legt. Woran hast du als Erstes gedacht, als das Lied geschrieben wurde?

Ich mag es zwar nicht, meine Texte selbst zu erklären, weil jeder andere Gedanken dazu hat, aber es kam einfach so aus mir heraus. Herr Petereit hatte diese Bilder und plötzlich flossen die Worte vom Refrain einfach. Pessimistisch soll es eigentlich nicht sein, es soll einfach mal zum Nachdenken anregen. Was machen wir hier, warum sind wir hier, was hinterlassen wir. Das fängt ja schon ganz klein in einer Beziehung an, redet man noch miteinander, schenkt man sich noch Blumen, küsst man sich noch. Wir können und müssen nicht die Welt retten, aber sollten die Augen offen halten. Mit 20 hatte ich nicht solche Gedanken, aber jetzt, wo mehr Tage hinter als vor mir liegen, geht einem doch so manches durch den Kopf. Auch einfach mal den Tag zu genießen, auch wenn es nicht der Beste war, es war wieder ein Tag der dir geschenkt wurde.

Man hört euch an, dass ihr nicht an der Oberfläche kratzt. Altersreife, oder gibt es noch die Jungs aus den Achtzigern?

Sicher, ... wir haben auch noch unseren Schalk im Nacken, aber Rainer Oleak hatte recht: Wieder 'ne lustige Platte, danach war uns einfach nicht, so was muss passen und in Einem drin sein.

"Wie" ist extrem gut. Zwischentöne sind euch wichtig, sehe ich das richtig?

Die neue Scheibe "Treibstoff".
Die neue Scheibe "Treibstoff".
Bild: www.rockhaus.net
Ja, "Bla bla" höre ich jeden Tag genug im Radio. Soll auch so sein - Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden - und man will ja auch nicht immer nur an das Böse erinnert werden (lächelt), aber dafür haben wir ja auch andere Songs auf unserem Album, wo es einfach um die Liebe und Zwischenmenschliches geht.

Schaut ihr überhaupt noch in eure Vergangenheit und fragt euch: Wow, wie hatte es in der DDR überhaupt hinhauen können mit Rockhaus?

Jetzt werden dir die Sachen erst richtig bewusst, dass, wenn wir damals nicht als Vorband vor den Puhdys gespielt hätten, vielleicht alles anders gekommen wäre. Das sind diese besonderen Zufälle im Leben, die manchmal Schlimmes und manchmal etwas Wunderbares bringen.

Woran denkt ihr an Leipzig als erstes?

Ehrlich gesagt an meinen Freund Tobias und den Rest der Prinzen-Bande. Hätten die uns nicht vor ein paar Jahren gefragt, ob wir bei ihnen als Support spielen wollen, wären "Positiv" und jetzt "Treibstoff" vielleicht nicht da. Eben diese besonderen Zufälle. (lächelt) Ihr habt sehr hübsche Mädchen hier und hoffentlich finden sie den Weg in die Theaterfabrik.

Vielen Dank für das kurze E-Mail-Gespräch, Mike. Bis zum 2. März in der Theaterfabrik.


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