Antwort auf eine CDU-Anfrage: An Zusammenlegung der Kunden- und Mitarbeitermagazine der LVV-Gruppe wird gearbeitet
Ralf Julke
03.12.2012
Was wird aus den Kundenzeitschriften der kommunalen Unternehmen?
Foto: Ralf Julke
Die CDU-Fraktion hatte am 8. November eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt zu "Kundenmagazinen und Mitarbeiterzeitungen der LVV-Tochterunternehmen", zu Auflagenhöhe, Kosten und der Möglichkeit, die Blätter zu fusionieren und damit Kosten zu sparen. Rund 530.000 Euro geben Stadtwerke, Wasserwerke und LVB zusammen jedes Jahr aus für diese Publikationen, teilt nun die Stadtverwaltung mit.
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Ist das viel? Ist das wenig? Immerhin zählten gerade die Kundenzeitschriften in der Vergangenheit auch zur Unternehmenskommunikation. Hier wurde über Aktivitäten der Unternehmen berichtet, wurden eigene Engagements vorgestellt oder auch Fragen ausführlicher behandelt, die die Nutzer von Strom, Wasser oder Straßenbahn direkt interessierten. Zumeist ergänzt durch unterhaltsamere Geschichten. Einen adäquaten Ersatz dazu - etwa im Internet - haben alle drei Unternehmen noch nicht geschaffen, auch wenn zum Beispiel die Stadtwerke ihr Kundenmagazin "energie+" im Web noch einmal präsentieren.
Für die 530.000 Euro wird eine ganze Menge produziert. Die größten Stückzahlen erreichen natürlich die Kundenzeitschriften, die in allen drei Unternehmen quartalsweise produziert und in der Regel per Postzustellung an die Haushalte ausgeliefert werden. Oder als PDF auch auf der Website des Unternehmens erscheinen - in der Hoffnung, ein paar Leute würden auch gern mal ein PDF von 16 Seiten lesen.
Die Kundenzeitung der Wasserwerke Leipzig "aqua L" zum Beispiel erscheint in einer Auflage von 272.000 Stück vier mal im Jahr. Die Kundenzeitschrift der Stadtwerke heißt "energie+" und wird ebenfalls vier Mal im Jahr in einer Auflage von 240.000 Stück hergestellt. Die LVB beschränken sich beim Adressatenkreis ihrer Kundenzeitschrift "traffix" auf ihre Abo-Kunden - was die Auflage der auch vier Mal jährlich erscheinenden Zeitschrift auf 60.000 begrenzt.
Die Mitarbeiterzeitungen, die jedes Unternehmen herstellt, haben naturgemäß eine deutlich geringere Auflage. Bei den KWL sind es 1.050 Exemplare, bei den SWL 1.800 und bei den LVB 3.000.
In den 530.000 Euro sind die Kosten sowohl für Produktion als auch Vertrieb aller enthalten. Was bei über 2 Millionen gedruckten Exemplaren und der anfallenden redaktionellen Honorierung nicht wirklich viel Geld ist. Detailliertere Angaben wird es nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht geben, weil sie nach Einschätzung der LVV unter „Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“ fallen.
Aber: "Falls gewünscht, kann hierzu jedoch die Geschäftsführung der LVV im Verwaltungsausschuss am 05.12.2012 im nicht-öffentlichen Teil ergänzend informieren", so der OBM in seiner Auskunft an die CDU-Fraktion. Die natürlich auch gefragt hatte, ob man einzelne Titel nicht zusammenlegen könnte, wo doch die Steuerung der Unternehmen mittlerweile sowieso schon zentral über die LVV laufe. Was auch so im Stadtratsbeschluss im Rahmen des Neuausrichtungsprojektes „LVV 2015“ vorgegeben sei.
Daran arbeite man wohl. Und im Bereich der LVV werde die Option einer gemeinsamen Mitarbeiterzeitung geprüft.
Was wird aus den Kundenzeitschriften der kommunalen Unternehmen?
Foto: Ralf Julke
Auch bei den Kundenzeitschriften würden Optionen einer engeren Verzahnung und/oder gemeinsamen Herausgabe von Publikationen geprüft. Ob damit auch die MDV-Kundenzeitschrift "Hin & weg" gemeint sei (nach der die CDU besonders gefragt hatte), lässt die Antwort der Verwaltung freilich offen. Denn der MDV ist der Verbund aller Nahverkehrsunternehmen im Raum Halle und Leipzig. Die LVB sind lediglich das größte Mitglied im Verbund. Und die Kundenzeitschrift wird auch nicht an die Abonnenten versandt.
Wobei die Stadtwerke Leipzig wohl schon dabei seien, auf ihre gedruckte Kundenzeitung „energie+“ gänzlich zu verzichten.
Über die entsprechenden Ergebnisse will dann wohl die Geschäftsführung der LVV zu gegebener Zeit im Verwaltungsausschuss im Rahmen der Gesamt-Berichterstattung zur Umsetzung des Ratsbeschlusses Nr. 1112/12 informieren, heißt es noch.
Der Ratsbeschluss RB V - 1112/12 befasste sich mit der "Strategischen Neuausrichtung des LVV-Konzerns", unter den dann auch die Verkäufe von HL komm und Perdata fielen.
Ob der Weg zu einer gemeinsamen Kundenzeitschrift für alle vier Unternehmen - die LVV müsste ja logischerweise auch drin vorkommen - wirklich Sinn macht, wird man sehen. Oft sind die Effekte solcher Wunsch-Gemeinschaften sogar teurer als die Ausgangslage. Die Empfängerkreise sind auch nicht in allen Fällen dieselben, was die Auflage möglicherweise sogar in die Höhe treiben kann.
Und offen bleibt am Ende auch die Frage: Ließe sich das Ganze nicht auch digital darstellen? - Eine wirklich offene Frage. Die bisher zu beobachtenden digitalen Versuche sind zumindest nicht allzu ermutigend.
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