Zum Endspurt ins Nichts: Cornelia Ernst und die EU-Empfehlung für freie Radios
Bernd Reiher
28.11.2009

Cornelia Ernst.
Apollo Radio „bietet Ihnen, halbstündlich wechselnd, einen wohltuend anderen Musikmix aus Jazz und Klassik. Kombiniert mit Genres wie Filmmusik oder Lounge sind Musikmischung, redaktionelle Inhalte und Moderation darauf ausgelegt, unaufdringlich zu wirken“, heißt es auf der Myspace-Seite des kleinen Senders aus Chemnitz.
Anzeige
| Gestalter im Handwerk |
|
Zweijähriger berufsbe-
gleitender Studiengang
|
Ein „Premium-Produkt“ sei das Ganze, für die „positiven Töne, denen Sie als Hörer gern Ihr Gehör schenken.“
Auch eine Möglichkeit, die Marke „Apollo Radio“ zu beschreiben. Mit dem, was im Radio läuft, hat das allerdings wenig zu tun. Hier spielt der Musik-Computer eine große Rolle. Er liefert Konsum-Jazz, Tantra-Techno und Zirkus-Klassik an den Sendemast. Eifrig begleitet vom Kollegen Jingle-Player mit der knarzigen Stimme. Unaufdringlich allerdings sind die redaktionellen Inhalte tatsächlich – sie sind so selten wie die Moderation. Apollo Radio – ein mediales „Premium-Produkt“ aus einem Computer in Sachsen. Oder ein Automatenradio.

Radio Blau wirbt auch mit Plakaten um neue Hörer.
Foto: Bernd Reiher
Fünf Jahre alt ist diese Station jetzt. Ein halbes Jahrzehnt, in dem es auch eine funktionierende Kooperation mit den freien Radios im Freistaat gab. Die Privatfunker bekamen Frequenzen im einstmals heiß begehrten Äther auf UKW. Dafür wurden den freien Radios Programmfenster zur Verfügung gestellt. Und: die teuren Sende- und Leitungskosten bezahlt. Ein Abkommen allerdings, das keine endlose Laufzeit hat. Am 31. Dezember ist Schluss. Dass es keine Verlängerung geben wird, hat sich am Dienstag beim Treffen mit Anwälten herausgestellt.
Die Politik war es, die dazu in den letzten Wochen eher in der Deckung zu finden war. Alle fanden freies Radio wichtig. Alle verwiesen aber auch auf die Gespräche, die noch zu führen sind. Dass das in diesem Falle ein bisschen mager ist, daran erinnerte in dieser Woche die Europaparlamentarierin Dr. Cornelia Ernst. Sie sitzt im Europaparlament und hat die sächsischen Kollegen am Mittwoch an eine EU-Empfehlung aus dem Jahr 2008 erinnert.
Dazu sagte Ernst jetzt: „Erst im vergangenen Jahr hat das Europäische Parlament die Bedeutung von Community Media für eine pluralistische Medienlandschaft und für kulturelle Vielfalt anerkannt und sich für deren Unterstützung ausgesprochen.“ Für Ernst bedeute das, „dass auch Deutschland aufgefordert ist, den nicht-kommerziellen Rundfunk als eigenen Sektor des Rundfunksystems anzuerkennen und den Sendebetrieb – durch Lizenzierung und Förderung der Anbieter – zu sorgen.“

Europaabgeordnete der sächsischen Linken: Cornelia Ernst.
Foto: Linke Sachsen
Die-Linke-Politikerin weiter: „Das Land Sachsen hat hier einiges nachzuholen. Die Freien Radios in Sachsen müssen kurz- und langfristig gesichert werden. Sie dürfen nicht der Willkür von privatkommerziellen Rundfunkanbietern unterworfen werden.“ Dabei werde von den EU-Mitgliedsstaaten „explizit die technische (Zuordnung von Frequenzen), rechtliche (legale Anerkennung und Verankerung) und wirtschaftliche Unterstützung“ eingefordert.
Cornelia Ernst zu dieser Empfehlung schließlich: „Ich erwarte von den politisch Verantwortlichen in Sachsen, dass sie diese Wegweisung der europäischen Ebene in die Tat umsetzen und die Zukunft der drei Freien Radios sichern!“
Leicht wird das nicht. Auch in Sachsen verweist man in solchen Fällen gerne darauf, dass Rundfunk in Deutschland Ländersache ist. Selbst das Gesetz scheint in diesem Falle nur bedingt kompatibel zu sein. „Aufgrund der bestehenden Rechtslage sehe ich für die SLM keine Möglichkeit einer weiteren Unterstützung“, sagte SLM-Geschäftsführer Deitenbeck am 23. Oktober zur Frage nach der EU-Empfehlung in der L-IZ. Damals war aber auch noch nicht von einer möglichen Anzeige des Finanzbedarfes bei der Staatskanzlei die Rede.
In vier Wochen ist Weihnachten. Nur noch fünf sind es bis Silvester. Nicht viel Zeit, um eine Abschiedssendung für den 31. Dezember vorzubereiten – geschweige denn, sie zu verhindern.
Mehr freie Radios:
http://radio.fueralle.org
Heute fällt der Startschuss für Genießer! Ab 10 Uhr steht alles im Zeichen von Genuss und stilvoller Lebensart, wenn die LE GOURMET die Tore der Glashalle auf der Neuen Messe öffnet. Rund 140 Firmen und Marken, zahlreiche Spitzenköche und andere Experten in Sachen Genuss bieten drei Tage lang ein pralles Programm mit Kochshows, Kursen und unzähligen Möglichkeiten zum Probieren, Naschen und Genießen.
mehr…
Nach der überaus erfolgreichen Zweitauflage des Barockfestes im vergangenen Jahr bietet sich am 11. September für die internationale Fangemeinde des Rokoko erneut eine einzigartige Gelegenheit, die farbenprächtigen Säle des Rudolstädter Schlosses Heidecksburg während dieser authentischen barocken Festlichkeit bei Nacht zu erleben.
mehr…
Das Forschungs- und Transferzentrum an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) startet ab Wintersemester 2010/2011 in Zusammenarbeit mit der Otto Benecke Stiftung e.V. (OBS) ein weiteres Mal die Studienergänzung Mechatronik für arbeitslose Akademiker.
mehr…
In der vergangenen Woche wurde in der Klinik für Urologie des Klinikums St. Georg erstmals eine neue minimalinvasive Technik eingesetzt, die über den Nabel den Zugang zur Niere ermöglicht. Kombiniert mit modernster HD-Videotechnik und mikrochirurgischen Instrumenten ist es nunmehr möglich, z.B. bestimmte Nierentumore über den Nabel zu entfernen.
mehr…
Trotz sinkender Schulabgängerzahlen bleibt der Ausbildungsmarkt im Kammerbezirk Leipzig (Stadt Leipzig, Landkreis Nordsachsen, Landkreis Leipzig) in diesem Jahr relativ stabil. Bis zum 31. August wurden bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig 2.692 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse registriert.
mehr…
Am Sonntag, 5. September, laden gleich zwei Veranstaltungen in das Schillerhaus ein. Bei einem Rundgang um 11 Uhr erfahren Besucher, wie Friedrich Schiller im Sommer 1785 beim Bauern Schneider logierte. Das heute älteste Bauernhaus Leipzigs beherbergt eine Sammlung, die an Friedrich Schiller und seine Zeit in Leipzig erinnert.
mehr…
"Kein Schwein ruft mich an ..." - Was Max Raabe in seinem Hit aus dem Jahr 1992 noch bedauert, können unzählige Sachsen heute nicht mehr nachvollziehen. Wenn mehrmals täglich das Telefon klingelt und redegewandte Verkäufer Dienstleistungen und Produkte aller Art schmackhaft machen wollen, möchte der eine oder andere am liebsten den Stecker ziehen.
mehr…
Die Zeichen stehen gut für die Leipzig Lions. Die American Footballer aus dem Herzen Grünaus hegen als momentan Regionalliga-Zweiter einige Hoffnungen auf den Sprung in die 2. Bundesliga. Der Verein beantragte deshalb in dieser Woche die Lizenz für die German Football League 2.
mehr…
Sampler sind für Bands und Fans da. Die Tradition geht weit zurück in die Independent-Kultur der Achtziger Jahre, wo Zusammenstellungen von unterschiedlichen Bands auf eine Vinylscheibe gepresst wurden. Später wurde diese Art der Kultur kommerziell ausgeschlachtet und hat im heutigen Zeitalter von Internet fast seinen Sinn verloren. Wirklich?
mehr…
Seit über dreißig Jahren ist die englische Synthie-Pop-Band Depeche Mode eine Institution für Experimente und Hits. Auch in Leipzig haben Martin Gore, Dave Gahan und Andy Fletcher zahlreichen Anhänger. Mit einer Party zu Ehren ihrer Helden veranstalten und präsentieren die Moritzbastei zusammen mit Darkroom und dem Szene-Klamottenladen X-Tra-X die Depeche Mode & Electro Night im September.
mehr…