Der im Jahr 1878 gegründete Zoo Leipzig mit der Riesentropenhalle Gondwanaland ist 26 Hektar groß und befindet sich am Rosental, nordwestlich der Leipziger Innenstadt. Er zählt zu den artenreichsten Zoos in Europa und steht auf der Rangliste der europäischen Zoos des Engländers Anthony Sheridan immer auf den vordersten Plätzen:
Eröffnung des Entdeckerhauses Arche am 5. Juli 2023. Foto: Zoo Leipzig
Bei dieser Analyse nahm Sheridan 126 wissenschaftlich geführte Zoos in 29 europäischen Ländern für sein Zoo-Ranking unter die Lupe. Seine Beurteilung stützt sich auf 40 Kriterien, wie etwa Artenschutz, Tierhaltung, Zoopädagogik, Artenvielfalt und Besucherzahlen.
Im Rahmen seiner Untersuchungen hat Anthony Sheridan bereits 850 Zoobesuche in Europa absolviert, dabei Gespräche mit Zoodirektoren und leitenden Angestellten geführt, unzählige Informationen analysiert und die Zoos anhand seines Kriterienkataloges bewertet.
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Hier entsteht der Zoo der Zukunft
Der Leipziger Zoo versucht mit den vor 20 Jahren begonnenen Umbauten, die Bedingungen für die Tiere stetig zu verbessern. 1998 nahm ein Planungsteam des Zoos die Arbeiten zu einem neuen Gesamtkonzept für den Zoo auf, die am 14. Juni 2000 zu einem einstimmigen Beschluss des Leipziger Stadtrats für das Konzept „Zoo der Zukunft“ führten. Dieses Konzept sieht vor, den Zoo in einen Naturerlebnispark mit sechs Themenbereichen (Afrika, Asien, Südamerika, Gründer-Garten, Pongoland, Gondwanaland) umzugestalten. Bis 2028 – zum 150-jährigen Jubiläum des Zoos – soll alles fertig sein.
Interessierte finden unter https://de.wikipedia.org/wiki/Zoo_Leipzig eine ausführliche Beschreibung der Geschichte des Zoos und die Schritte beim Umbau zum „Zoo der Zukunft“.
Einleitungstext veröffentlicht am: 13.11.2023
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„Schwierige und anspruchsvolle Bodenverhältnisse“ da, wo der Zoo Leipzig sein Feuerland bauen will? So richtig überraschend kommt die neuerliche Steigerung der Kosten im dritten Bauabschnitt des „Zoos der Zukunft“ nicht. Denn gebaut wird er im Auenland. Warum wird das in Leipzig nur immer wieder vergessen? Denn eigentlich will ja Leipzigs Amt für Stadtgrün und Gewässer hier auch wieder den in den Jahren 1950/1951 zugeschütteten Pleißemühlgraben öffnen.
In den vergangenen beiden Jahren bekam auch Leipzig eine Debatte über den Kolonialismus in der Geschichte der Stadt. Und dabei geriet dann auch Ernst Pinkert, der Gründer des Zoos Leipzig, ins Visier, der eben nicht nur mit Tierschauen das Publikum in seinen Garten lockte, sondern auch mit sogenannten Völkerschauen.
Seit dem 2. November sind zwar die Tore wieder dicht und niemand kann schnell mal mit den Kindern zu den Affen, Löwen und Elefanten. Aber im Angesicht auch des Lockdowns mitten im so wichtigen Frühjahr hat der Zoo Leipzig mit 1,35 Millionen Besuchern im Jahr 2020 dennoch ein achtbares Ergebnis erreicht. Und weitergebaut wurde ja trotzdem, sodass 2021 auch das Aquarium wieder öffnen kann.
Eigentlich sollte es schon 2016 bis 2018 gebaut werden. Aber wirklich begonnen haben die Arbeiten zum neuen Landschaftserlebnis „Feuerland“ im Leipziger Zoo tatsächlich erst 2019. Immerhin ist es eines der aufwendigsten Teile, die im Zoo der Zukunft entstehen. Aber die ersten Tiere für Feuerland sind jetzt schon eingetroffen, meldet der Zoo: drei Kalifornische Seelöwen (Zalophus californianus) aus dem Tierpark Nürnberg.
Die AG Leipzig Postkolonial begrüßt die aktuelle öffentliche Auseinandersetzung über Leipzigs koloniales Erbe, einschließlich der Debatten über den Leipziger Zoo, seinen Gründer Ernst Pinkert und die von ihm veranstalteten „Völkerschauen“. Wir sehen dies als Auftakt für eine überfällige Aufarbeitung der Kolonialzeit und ihrer Spuren in der Gegenwart in der städtischen Erinnerungspolitik. Diese ist heute angesichts aktueller Ereignisse, dem weltweit offenkundigen Rassismus sowie dem Widerstand dagegen, dringlicher denn je.
Manchmal schießt man auch mit einem berechtigten Anliegen über das Ziel hinaus. Den Gründer des Leipziger Zoos Ernst Pinkert als „rassistischen und kolonialen Täter“ zu bezeichnen, ist eine Behauptung, die man sich genau überlegen sollte und die sich nicht mit Blick auf ein paar Wikipedia-Artikel untermauern lässt.
Über die Umbenennung der Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt wird noch diskutiert, der Antrag zur Umbenennung der Jahnallee ist noch im Verfahren. Aber seit vergangener Woche steht auch ein Mann im Fokus der Diskussion, der erst 2010 mit einem Straßennamen geehrt wurde: Ernst Pinkert, der Gründer des Leipziger Zoos. „Ernst Pinkert wird in Leipzig vor allem als der Gründer des Leipziger Zoos rezipiert, einer der großen touristischen Attraktionen Leipzigs. Verschwiegen bleibt dabei: Ernst Pinkert hat in seinem Zoo aber auch sogenannte Völkerschauen veranstaltet“, heißt es in einer entsprechenden Einwohneranfrage.
Da war Zoodirektor Jörg Junhold selbst überrascht, als er die Besucherzahlen für 2019 endlich beisammen hatte. 1,8 Millionen Besucher haben 2019 den Zoo Leipzig besucht. Das sind 100.000 mehr als geplant. Der lange warme Sommer hat dabei ganz bestimmt geholfen. Aber auch das nun seit 20 Jahren umgesetzte Projekt „Zoo der Zukunft“ sei Basis für diese Entwicklung, so Junhold. Und dabei ist das Projekt noch gar nicht fertig. 2020 wird noch an zwei Baustellen gearbeitet, die 2019 begonnen wurden.
Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
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