Uni-Riesen: 90 Punkte reichen gegen Vechta wieder nicht zum Sieg
Sebastian Beyer
12.12.2012
Die Uni-Riesen haben wieder mal mitgehalten - standen am Ende aber erneut mit leeren Händen da.
Foto: Jan Kaefer
Egal ob ein Gegner aus dem Tabellenkeller ansteht wie vergangenen Samstag oder ein Team mit Anschluss aus der Spitzengruppe, irgendwie schaffen es die Uni-Riesen, immer ein knappes Ergebnis zu produzieren. Mal wieder war es ein spannender Ausgang, doch die Kräfte schwanden sichtlich und der verletzte Chris Gadley wurde drei Viertel lang schmerzlich vermisst. Das bessere Ende hatte der SC Rasta Vechta, 90:98 stand es letztendlich.
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Beide Teams starteten sehr treffsicher, auch bei den Rebounds nahmen sie sich nichts. Dann aber zogen die Rastas aus Vechta die Schrauben in der Verteidigung an, erzwangen einige Ballverluste der Hausherren. Besonders Kai-Uwe Kranz erwischte aber eine gute Phase und brachte die Uni-Riesen zeitweise knapp in Führung. Auch bei den Rebounds lagen die Leipziger voll im Rennen - seltsamerweise war oft gar kein Gegner da, den es auszublocken galt. Chris Gadley wurde früh zum Pechvogel, als er sich bei einem Zweikampf den Knöchel verdrehte. Schon nach achteinhalb Minuten konnte er nur noch zuschauen, der erste Verdacht lautet Außenbandriss.
Andrew Rudowitz (Nr. 32) trug mit 15 Punkten erheblich zur Uni-Riesen-Pleite bei.
Foto: Jan Kaefer
Gäste-Trainer Pat Elzie sah im ersten Viertel nicht allzu begeistert von seiner Mannschaft aus und konnte es zu Beginn des zweiten Spielabschnitts noch weniger sein. Mit einem 10:0-Lauf gingen die Leipziger erstmals deutlich in Führung und ließen auch nach einem gegnerischen Dreier nicht locker. „In dieser Phase haben wir Leipzig wieder das Gefühl gegeben, gewinnen zu können, somit wurde es das erwartet schwere Spiel.“ Vielleicht nahmen die Rastas in dieser Phase das Spiel zu locker, ihr Trainer brachte sie in einer Auszeit wieder auf Kurs. Zur Pause reichte es dann dank zu vieler Ballverluste der Grünen zu einer Führung für die Spieler aus dem Oldenburger Land. Insgesamt wechselte die Führung zehnmal, sechs Mal war ein ausgeglichener Punktestand zu verzeichnen.
In der mit 258 Zuschauern eher leeren Arena waren die Kommentare der Trainer gut zu hören, auffällig oft versuchte Dr. Ivan Vojtko seine Männer in der Verteidigung anzustacheln. Gegen Ende des dritten Viertels schickte er dann die kleinere Aufstellung auf's Feld. Mit Kai-Uwe Kranz, Harry Marshall und Kevin Schaffartzik teilten sich drei Guards die Aufgabe, den Abstand noch mal zu verkürzen, der zwischenzeitlich wieder auf bis zu 10 Punkte (59:69) angewachsen war. Nach dem Spiel kommentierte Vojtko: „Mit unserem kleinen Kader haben wir Probleme in bestimmten Wechselsituationen. Besonders gegen ein Team wie Vechta mit einem der breitesten Kader in der Liga.“ In dieser Besetzung ging es auch ins Schlussviertel. Die Trefferquote taugte zunächst jedoch nicht dazu, den Gästen Angst einzujagen. Das änderte sich aber knapp fünf Minuten vor Schluss.
Der Trainer ist unzufrieden mit Nick Freer - sind dessen Tage in Leipzig gezählt?
Foto: Jan Kaefer
Es wurde ein typisches Uni-Riesen-Spiel, noch einmal bissen sie sich bis auf einen Punkt heran. Endlich erwachte auch das Publikum, das mal wieder einen dramatischen Showdown geboten bekam. „Trotzdem muss sich etwas ändern“, meinte Kai-Uwe Kranz später. „Es hilft uns ja nichts immer mitzuhalten, am Ende aber doch zu verlieren. Das bringt uns jedes Mal dem Abstieg näher. Dennoch glaube ich nicht, dass der Schritt in die ProA ein zu großer war. Die Bedingungen stimmen eigentlich, vielleicht hatte man sich vom ein oder anderen Spieler mehr erhofft.“ Die Hoffnung auf einen wirklich starken Neuzugang hat der Trainer dagegen nicht: „Das würde Geld kosten und davon ist eben nicht mehr da. Vielleicht können wir ein Tauschgeschäft machen, mehr wird sicher nicht gehen.“
Das letzte Spiel des Jahres in Crailsheim wird also auch zu einem Leistungstest für so manchen Zugang dieser Saison. „Nick Freer kann die Rolle des leitenden Amerikaners nicht wirklich erfüllen, aber wir reden mit ihm über eine Lösung“, so Vojtko weiter. Was das heißen mag, muss dann die Weihnachtspause zwischen dem 22. Dezember und dem nächsten Heimspiel am 5. Januar zeigen.
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