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Uni-Riesen reichen 10 Kämpferherzen nicht bei Rückrunden-Auftakt gegen Gotha

Sebastian Beyer
Wieder waren die Uni-Riesen ganz nah dran, aber wieder verließen sie als Verlierer das Feld.
Wieder waren die Uni-Riesen ganz nah dran, aber wieder verließen sie als Verlierer das Feld.
Foto: Jan Kaefer
Im aktuellen Interview sagte Trainer Ivan Vojtko, für die Rückrunde erwarte er, dass die Mannschaft dem Publikum noch einmal etwas bietet. Dies gelang streckenweise, nach schwachem ersten Viertel liefen die Uni-Riesen schnell einem hohen Rückstand hinterher. Zwar spielten sie beherzt auf und führten im dritten Viertel kurzzeitig, ein 0:11-Lauf anfangs des Schlussviertels brach ihnen aber nach großem Kampf doch das Genick und trug zum 67:81-Endstand bei.


Trainer Ivan Vojtko machte die Ursache dafür in der Personaldecke aus. „Uns fehlen unsere besten drei Spieler, wenn wir einen der Amis auf den Platz stellen, sieht das vielleicht schon anders aus, hätten wir alle drei, bräuchten wir über eine Niederlage gar nicht reden.“

Dabei sah es fast schon aus, als gäbe die Heimmannschaft die Partie von Beginn aus der Hand. Zwar führte Leipzig kurzzeitig, dann aber liefen die Dreierschützen der Rockets Gotha heiß und schenkten dem Heimteam heftig ein. Nach 7:7 zogen die Gäste auf 9:22 davon. Sicher, eine unglaubliche Quote von außen sorgt dafür, dass der Gegner schlecht verteidigen kann. Doch teils irrsinnige Ballverluste brachten die Thüringer auch in die Position, oft sehr freie Würfe jenseits der Dreierlinie zu haben. Mit 17:27 waren die Riesen nach der desaströsen Phase noch gut bedient.

Mit Schwung: Algirdas Macevicius.
Mit Schwung: Algirdas Macevicius.
Foto: Jan Kaefer
Gotha setzte im zweiten Viertel auf Schnellangriffe, begünstigt durch weitere Ballverluste der Hallenherren. Verunsicherung und das Fehlen von Chris Gadley auf der Center-Position machten sich schmerzlich bemerkbar, da Jaroslav Tyrna sich bei seinem ersten Heimspiel noch Luft für Verbesserungen ließ. Energischeres Vorgehen beim Rebound und konsequenteres Ausblocken der Gegner wären noch wünschenswert. Insgesamt aber besserte sich die Verteidigung der Uni-Riesen. Gothas Trainer Christoph Nicol machte dafür auch seine Männer verantwortlich: „Im zweiten und dritten Viertel haben wir alles Mögliche gespielt, aber nichts Vernünftiges“. Bis zur Halbzeit verkürzten die Uni-Riesen auf 32:37.

Im dritten Viertel war also alles wieder offen und die Schiedsrichterentscheidungen brachten die Leipziger vollends ins Spiel. In kurzer Folge kassierte Gothas Leo Niebuhr ein persönliches Foul und ein technisches Foul wegen Meckerns. „Da muss er lernen sich zurückzuhalten, es tat weh, ihn wegen vier Fouls auf die Bank setzen zu müssen. Zwei Angriffe später kassierte Derek Selvig ein unsportliches Foul als er einen Schnellangriff durch Jaroslav Tyrna rüde unterband. Beide Male gab es zwei Freiwürfe mit anschließendem Ballbesitz für die Uni-Riesen. Pünktlich zur Hälfte des Viertels versenkte Nick Freer einen Dreier zur ersten Führung seit den ersten Minuten des Spiels. 55:59 Punkte standen am Ende des Viertels auf der Anzeigetafel.

Jetzt allerdings holten die Uni-Riesen wieder ihre Schwächen ein. Schlampige Ballverluste führten zu einem 0:11-Lauf inklusive zweier Dunks von Gordon Jackson. Die Thüringer demoralisierten die Uni-Riesen nun und die Kräfte schwanden zunehmend. Auf diese Weise nahmen die Rockets Gotha auch das Heimpublikum schnell wieder aus dem Spiel, das im dritten Viertel durch die fast schon unglaubliche Aufholjagd doch mal aufgewacht war. Ivan Vojtko fasste zusammen: "Wir haben teils ganz gut gespielt, aber wir hatten zu wenige Leute, die wirklich auch drei Mal die Woche mit trainieren. Wenn die Reservisten viel Spielzeit bekommen müssen, ist das schwierig."

Das Trainerteam Vojtko/ Scholz ist um seinen Job momentan nicht zu beneiden.
Das Trainerteam Vojtko/ Scholz ist um seinen Job momentan nicht zu beneiden.
Foto: Jan Kaefer
Neuzugang Adam Sollazzo hatte von seinem vorigen Verein Timisoara zwar eine Freigabe erhalten, doch die Bestätigung der rumänischen Liga lag nicht vor. Bei einem großen Anteil orthodoxer Christen ist das Dreikönigswochende eben ein ungünstiger Zeitpunkt, um im Ligabüro jemanden zu erreichen. „Ich hatte mich sehr darauf gefreut zu spielen. Es ist ein blödes Gefühl, auf die Heimpremiere hinzuarbeiten und dann nicht eingesetzt werden zu dürfen. Jetzt wird wohl das Auswärtsspiel am Freitag mein erster Einsatz“, so Sollazzo.

Die Statistik zum Spiel:
www.diejungeliga.de/scouting...


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