Andreas Thiesen: Die transformative Stadt. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Essay über die Frage, warum das heutige Verständnis von Stadtentwicklung scheitern muss

So geht es nicht. Das ist im Grunde das Fazit aus Andreas Thiesens Buch „Die transformative Stadt“, in dem er sich essayistisch mit der Stadtentwicklungspolitik der letzten zwei Jahrzehnte beschäftigt. Die war zwar schon ein Fortschritt gegenüber der Reparaturpolitik der Vorjahre. Aber sie ist trotzdem wieder ein Großprojekt, das Stadtteilentwicklung ohne die Bewohner macht.

Norbert Marohn: Die Angst vorm Andern. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

„Die Angst vorm Andern“: Sieben Essays über die Diskriminierung des Anderen in Geschichte und Gegenwart

Das Andere hat die eine Hälfte der Menschheit schon immer geängstigt und in skurrilste Abwehrposen gezwungen. Die anderen hat es eher neugierig gemacht. Denn ohne Widerspruch und Irritation gibt es keine Veränderung, keine Innovation. Ach ja, und für die Herren Mauerbauer: keinen Fortschritt. Immer war das Andere der Stachel im Fleisch der Regierenden. Stoff für jede Menge Essays, die Norbert Marohn geschrieben hat.

Schule im Herbst. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Zweite Bildungsempfehlung entfällt und Eltern haben in Sachsen wieder ein Wörtchen mitzureden

Die Reform des sächsischen Schulgesetzes ist ins Stocken geraten, weil die CDU-Kultusministerin zwar einen hübschen Dialog mit vielen Beteiligten geführt hat – aber die fanden sich im neuen Gesetzentwurf nicht wieder. Trotzdem drängt die Zeit, damit wenigstens ein Einzelpunkt geklärt wird: Was wird aus der Bildungsempfehlung? Dafür gibt es jetzt ein Extra-Gesetz.

interDuck: 100 Werke der Duckomenta. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Der kleine Katalog zur großen Kulturgeschichte der Enten

Es ist nicht die Regel, dass es zu den Ausstellungen im Stadtgeschichtlichen Museum auch einen Katalog gibt. Der kostet nun einmal Geld. Da ist es schon eine hübsche Ausnahme, wenn es zur am Dienstag, 22. November, eröffneten Ausstellung „Duckomenta. Entenhausen in Leipzig“ gleich zwei Kataloge gibt: einen großen Dicken für die, die alles über die Kulturgeschichte der Enten wissen wollen. Und einen handlichen, wie den hier.

Muss der nun, oder kann man den auch ...? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Forschung

Leipziger Max-Planck-Institut versucht die Einbahnstraßen im Kopf von Binge Eatern zu verstehen

Am Ende läuft alles auf dieses wunderbare Netzwerk in unserem Kopf hinaus, dieses Geflacker der Botschaften, die zu Bildern und Entscheidungen werden. Oder auch mal zu Nicht-Entscheidungen, wenn man sich regelrecht in eine Sackgasse gedacht hat und nicht mehr herauskommt. Ein Problem, das Binge Eater nur zu gut kennen. Dabei hat es möglicherweise mit dem Essen selbst gar nichts zu tun.

Leos Kaffeepause. Foto: L-IZ
·Bildung·Medien

Nichts ist so kalt wie der Kaffee aus den Talkshows

Na, mach du mal, Leo. Du hast hier noch am meisten Zeit von allen. Erklär’ mal den Leuten, warum wir an all diesen Fragebogenaktionen nicht teilnehmen. – Stimmt ja. Seit ein paar Monaten ist das Postfach verstopft. Alle möglichen Medienlehrstühle wollen auf einmal wissen, wie es uns geht. Uns als Journalisten in Zeiten, wo so ein selbsternanntes Volk da draußen „Lügenpresse“ skandiert. Ehrlich?

Andreas Schulz (Hrsg.): Die Reise des Kurprinzen Johann Georg von Sachsen nach Dänemark 1665. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Kurprinz Johann Georg auf Verlobungsreise ins ferne Dänemark

Die meisten Sachsen werden erst mal ins Grübeln kommen: Johann Georg III. von Sachsen? Wer war das eigentlich? Muss man den kennen? Zu den Oftgenannten aus der Riege der Wettiner gehört er nicht. Obwohl: Eigentlich sollte man ihn und seine Braut, die dänische Prinzessin Anna Sophie, kennen. Sie waren die Eltern von August dem Starken.

Nur heiße Luft ... Grafik: LZ
·Bildung·Medien

Mark Zuckerbergs lächerliche Reparaturliste für ein Medienunternehmen, das keins sein will

KommentarAch Gottchen, jetzt freuen sie sich wieder: „Facebook will gegen gefälschte Meldungen vorgehen“, titelt die FAZ. „Schluss mit Fakebook“, meint Zeit Online. Bei „Spiegel“ ist es Zuckerberg, der „gegen erfundene Nachrichten“ vorgehen will. Und man lobt den Knaben auch noch für seine lächerliche Liste der Ankündigungen. Die nichts, gar nichts bewirken wird.

Viktor Martinowitsch: Mova. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die geheimnisvolle Droge Mova und das Menschbleiben in Zeiten eisiger Autokraten

2014 brachte Voland & Quist das Kunststück fertig, Viktor Martinowitschs Roman „Paranoia“ auf den deutschen Markt zu bringen und damit einen Autoren bekannt zu machen, der mehr erzählt als nur über die seltsamen Verhältnisse in seinem Geburtsland Belarus. Dort ist „Paranoia“ seit 2014 inoffiziell verboten. Und auch „Mova“ erzählt von diesem Land. Aber auch von einer Sprache, die eine Droge sein kann.

Gottfried Schellenberger: An Absender zurück, gefallen für Großdeutschland. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Alte Feldpostbriefe lassen die Tragik des jungen Seiffeners Gottfried Storch lebendig werden

Wahrscheinlich sind es wirklich erst die Enkel, die die Dramen ihrer Großvätergeneration wirklich aufarbeiten. Die Kinder prallten noch ab an der Mauer des Schweigens ihrer Eltern, die an ihre Jugend in der Nazizeit nicht erinnert werden wollten. Doch den Enkeln bleibt meist nur der graue Karton mit den alten Feldpostbriefen. Was drinsteht, ist auch aus 70 Jahren Entfernung noch erschütternd.

Campus der Universität Leipzig am Augustusplatz. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Grüne beantragen eine deutliche Anhebung der Grundfinanzierung für Sachsens Hochschulen

Ganz so einfach ist es auch für die SPD nicht, in der sächsischen Regierung das alte, von Zukunftsangst besetzte Denken zu verändern. Auch nicht im Hochschulbereich, wo man den geplanten Personalabbau ab 2017 zwar gestoppt hat. Aber gerade im Mittelbau fährt Sachsens Hochschulwesen noch immer „auf Sicht“, die Finanzierungshorizonte sind eng. Das System ist unterfinanziert, kritisieren die Grünen.

Leipziger Zeitung Nr. 37. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Medien

Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 37 kümmert sich mal um knappe Haushalte, fehlende Weichenstellungen und ein paar Gründe für den Frust in der sächsischen Provinz

Für alle LeipzigerDas war so nicht geplant. Ehrlich nicht. Als die neue LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 37 in Druck ging, war nicht abzusehen, dass die 43 Staaten des „Climate Vulnarable Forum“ (CVF) auf der Klima-Konferenz in Marrakesch bekanntgeben würden, dass sie so schnell wie möglich auf Kohle, Öl und Erdgas verzichten wollen. Als Erste, die von den Folgen des Klimawandels direkt betroffen sind, wissen sie, dass man der Katastrophe mit windelweichen Versprechungen nicht mehr ausweichen kann. Und Sachsen?

Facebook-Preise für alle? Grafik: L-IZ
·Bildung·Medien

Wer Journalisten durch Algorithmen ersetzt, zerstört die Gesprächsbasis der Demokratie

Nein, auf die Nase gefallen ist Mark Zuckerberg noch nicht. Aber unangenehm aufgefallen. Sein Netzwerk war es, das zur großen Müll- und Lügenschleuder im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf geworden ist. Es wurde zur „Fake News“-Schleuder. Das als „Social Media“ verkaufte Privatnetzwerk entpuppt sich als riesige Nachrichtenplattform, deren Inhaber so tut, als sei er für die Inhalte gar nicht verantwortlich. Gier hat Verantwortung gefressen.

Herr L. als Miezekätzchen. Grafik: L-IZ
·Bildung·Medien

Herr L. wird mal für ein Telefonat zum Miezekätzchen

LeserclubWie redet man mit einem Sprecher der Staatsanwaltschaft, der niemals zugeben würde, dass er über das Ziel hinausgeschossen ist? Den man aber auch nicht verärgern durfte. Staatsanwälte können so schrecklich nachtragend sein. Und so hübsch zynisch, wenn sie sich am Telefon verweigerten. „Es ist doch alles gesagt, Herr L.“

Frère Alois, Siegfried Eckert: Mehr Ökumene wagen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Höchste Zeit, mal wieder über die Grundlagen menschlicher Gemeinschaft nachzudenken

2017 soll das große Reformationsjubiläum auch ein großes Fest der Ökumene werden. Was sich 1517 so streng geteilt hat, versucht wieder zueinanderzufinden. Stehen die großen christlichen Kirchen wieder vor einer Vereinigung? Wäre die Gemeinschaft von Taizé dafür nicht das richtige Vorbild? Siegfried Eckert jedenfalls ist happy, dass die Edition Chrismon sein Buch mit ins Programm genommen hat.

Tino Hemmann: Die Zeit schlägt ihre Ratten tot. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Tino Hemmanns Roman über ein seltsames Experiment und die falschen Rollenbilder unserer Gesellschaft

Buch um Buch schreibt der Leipziger Tino Hemmann und veröffentlicht es auch gleich in seinem Verlag. Was Nachteile hat – denn so entgeht er der Aufmerksamkeit des großen Feuilletons, das bestimmt, welche Bücher und Themen als relevant zu gelten haben – und welche nicht. Dabei beschäftigt ihn nichts so sehr wie die Verstörungen unserer Gesellschaft. Die echten, die das Leben zur Hölle machen können. Gerade das von heranwachsenden Jungen.

Max Rademann: Der barbarische Kalender. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Der erste Abreißkalender über und für echte Barbaren

Wie fühlt man sich eigentlich als Musiker, DJ, Filmemacher, Bücherschreiber und Zeichner in Dresden in dieser Zeit? Dieser Stadt kurz vor der wilden Sächsischen Schweiz, die nun seit zwei Jahren fast nur noch mit grimmig wallenden Protestbürgern und einer ratlosen Regierungsgarde in den Medien präsent ist? Kann es sein, dass man sich da so richtig barbarisch fühlt? Regelrecht unter die Barbaren geraten?

Uwe Schimunek: Balduin und das goldene Mikroskop. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Balduins zweite Zeit-Fenster-Reise ins Land der berühmten Erfinder

Balduin geht wieder auf Zeitreise. In „Balduin und das Geheimnis des weißen Goldes“ hat Uwe Schimunek seinen jugendlichen Helden zum ersten Mal mit Opas Fenster in die Vergangenheit geschickt. Da ging es darum, einen kleinen Fehler in den Geschichtsbüchern zu korrigieren, weil irgendwer verpasst hat, das Porzellan zu erfinden. Wenn Opa schon so ein geniales Zeitfenster hat – warum nicht gleich die nächste Stippvisite machen?

Ursula Oehme: Die Ruhestätten der Familie Wagner auf dem Alten Johannisfriedhof zu Leipzig. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie man auf dem Alten Johannisfriedhof einen Großteil von Richard Wagners Familiengeschichte entdecken kann

Der Fall Wagner ist eigentlich genauso exemplarisch wie der Fall Bach. Das späte 19. Jahrhundert suhlte sich zwar in lauter Inszenierungen einer ritterlich-romantischen Vergangenheit. Aber mit den echten Erinnerungen an prägende Persönlichkeiten der eigenen Vergangenheit ging man – ratzfatz – völlig geschichtsvergessen um. Der Umgang mit dem Alten Johannisfriedhof ist nur allzu exemplarisch.

An der ehemaligen Wohnadresse von Leopold Bartfelds Familie sind seit Mai 2016 Stolpersteine eingelassen. Foto: L-IZ.de
·Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (5): Max und Leo Bartfeld – Eine Leipziger Geschichte von unzähligen

Es sind zwei Menschen, derer seit zwei Jahren beim internationalen Fußballbegegnungsfest stellvertretend für viele Menschen jüdischen Glaubens gedacht wird: die Brüder Max und Leo Bartfeld. Sie beide waren Leipziger, Sachsen, Deutsche und Juden. Max und Leo waren erfolgreiche Kaufleute, engagiert für die Stadt Leipzig und besonders für ihren Fußballclub Bar Kochba, zu deren besonders rührigen Mitgliedern sie zählten. Beide spielten in der 1. Fußball-Herrenmannschaft, wirkten noch in anderen Sportarten des Vereins mit.

Gedenkstein in Leipzig am früheren Standort der 1938 niedergebrannten Synagoge.
·Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (4): Die Zäsur 1935 und das Ende Bar Kochbas + Video

Die Nürnberger Rassegesetze, welche am 15. September 1935 formell auf dem Reichsparteitag der NSDAP beschlossen werden, erschüttern die Überzeugungen im „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ (RjF) in eine Vereinbarkeit von jüdischem Glauben und dem nationalsozialistischen Führerstaat endgültig. Und verengen gleichzeitig die Möglichkeiten der Makkabi-Bewegung wie auch des Bar Kochba Vereins, in Deutschland zu wirken, deutlich. Was die Nazis von den Bemühungen des RjF halten, zeigt sich im unmittelbar folgenden Verbot jeglicher politischen Tätigkeit bereits 1936 und die Auflösung des Bundes 1938.

Frauenfussballmannschaft im Jahr 1930, Bar Kochba. Foto: SML Kopie v. Orig. Gerda Landsberg
·Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (3): Das Hakenkreuz hält Einzug in Leipzig + Video

Vergleicht man die Zeit ab 1933 mit den Zuständen in der Weimarer Republik, sprechen viele heute noch von den sogenannten „Goldenen 20ern“. Für die jüdischen Sportvereine des Landes sind es in jedem Fall die Jahre, in denen sie an allen regulären Ligen teilnehmen und ihr Vereinsleben weitgehend störungsfrei leben können. Sie sind damit vollständig in das damalige Sportwesen integriert, wenn sie auch intern noch gespalten auftreten.

Der nagelneue Sportplatz von Bar Kochba 1922. Quelle: SML Pauckert S. 131 / Tüpfelhausen e.V.
·Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (2): Bar Kochba wächst immer weiter + Video

Bereits in den Jahren 1922 bis 1924 kann Bar Kochba Leipzig auf 900 aktive Sportler verweisen und ist zu dieser Zeit einer der größten Vereine im Verband der Mitteldeutschen Ballspielvereine. Trotz der Namenswahl tritt Bar Kochba nach außen unpolitisch und neutral auf, was eine Bedingung für die Teilnahme am Ligabetrieb Sachsens der damaligen Zeit war. Mehr noch, Bar Kochba wird auch ein gesellschaftlicher Anlaufpunkt für die Leipziger, wenn der Verein im Krystallpalast oder dem heutigen Schauspiel Leipzig (ehem. Centraltheater) das Chanukka-Fest ausrichtet.

Juristenfakultät an der Burgstraße. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Jura-Studium in Leipzig erhält Stellenzuwachs und wird künftig mehr Studierende aufnehmen können

Als die damalige sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer 2011 die Kürzungen für 1.000 Dozentenstellen an sächsischen Hochschulen verkündete, bekam die Universität Leipzig ein besonders heftiges Kürzungspaket aufgeschultert. Ganze Studiengänge waren von der Einstellung bedroht. Nun, nach fünf Jahren Bangen und Kämpfen gibt es für etliche der betroffenen Studienfächer neue Lösungen. Da atmen selbst die Juristen auf.

Norbert Nicoll: Adieu, Wachstum! Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein Buch über die Erfolgsgeschichte der kapitalistischen Wachstumsidee und ein vermeidbar katastrophales Ende

Alle schauen wie gebannt auf die diversen Klimagipfel – nun auf den in Marrakesch. Als wäre zu erwarten, dass die versammelten Staatsoberhäupter dort einen Ausweg aus der Krise beschließen könnten, in die die komplette Staatengemeinschaft mit Vollgas hineinrast. Möglichst einen Ausweg, der niemanden zu einem Verzicht zwingt. Schon gar nicht uns. Dabei gibt es einen solchen Weg nicht – nicht, wenn wir uns nicht gründlich ändern.

Der Stolz einer wachsenden Stadt. Das Neue Rathaus um 1914 herum. Foto: Stadtarchiv Leipzig
·Bildung·Zeitreise

Ein kleiner Exkurs durch jüdische Sportgeschichte (1): Bar Kochba – Leipziger Sport unter dem Davidstern + Video

Seit gerade einmal drei Jahren ist die Erinnerung an einen Teil Leipziger Stadtgeschichte dank der Bemühungen des Tüpfelhausen e.V., der Initiative 1903, dem Netzwerk Blau-Gelb und dem Sportmuseum Leipzig Stück um Stück ins Gedächtnis der Stadt zurückgekehrt. Der einstige jüdische Sportverein „Bar Kochba“ prägte nicht nur die Sportlandschaft der Messestadt und das jüdische Gemeindeleben mit. Er war bis zu seiner Auflösung 1939 in Folge der Novemberpogrome 1938 in Leipzig ein wichtiges Stück Heimat für die jüdischen Mitbürger der Stadt. Was über die Geschichte des Vereins und die Tage vom 7. bis 13. November 1938 bislang bekannt ist, beschreibt diese Serie.

Marianne Harms-Nicolai: Powerfood. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein kleines Buch zu „Powerfood“

Vom Titel des Büchleins darf man sich nicht erschrecken lassen. Hier geht es nicht um diverse Kraftmischungen für Bodybuilder und Leistungssportler. Mit „Powerfood“ erinnert Marianne Harms-Nicolai daran, dass es in unserer Welt zahlreiche gesunde Früchte gibt, die gesünder sind als das Meiste, was es als Fertigprodukt zu kaufen gibt. Aber wer weiß das schon?

Die Eisenbahnstraße um 1904. Bild / Postkarte von Harald Stein
·Bildung·Zeitreise

Vor 130 Jahren (5): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Es riecht nach Boulevard im Reudnitzer Tageblatt, denn ein gesellschaftliches Ereignis kündigt sich an. Damals wie heute mit großen Worten und ohne Quelle für die wichtigen Insiderinformationen gepriesen. Gleichzeitig steigt der Fleischverzehr, was die „lokale Schlachtsteuer“ steigen lässt. In Sellerhausen haben derweil die Bürger die Nase gestrichen voll und rufen nach mehr Transparenz des Gemeinderates. Gleichzeitig werden Erfindungen verkündet, während der Handel noch sehr stark reguliert ist. Und eine bekannte Leipziger Zeitung klopft perspektivisch an die Tür.

Maritta Angotti, Rainer Küster: Leipzig - einfach Spitze! Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ein nicht ganz perfektes Buch über den Stolz, die Märchen und die Charaktereigenschaften der Leipziger

Die Auswahl wird immer größer. Ob 99, 111 oder 100 Gründe – wer in den Buchläden nach einem Tippgeber zum Leipzigbummel sucht, wird nicht nur fündig. Er wird erschlagen. Es gibt die Stadtführer für Kinder, für junge Leute, für Musikbegeisterte und für Liebhaber der Nacht. Jetzt also noch einer – wahrscheinlich für Leipziger, die mal wieder wissen wollen, warum man auf diese Stadt stolz sein könnte.

Protest der Pharmazie-Studierenden im Dezember 2011. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Leipzigs Pharmazie-Studium wird nicht nur bewahrt, sondern zu einem neuen Modellstudiengang umgebaut

Das war wirklich ein harter, langer und zäher Kampf bis zu diesem Donnerstag, 3. November, als das sächsische Wissenschaftsministerium vermeldete: Die Pharmazeutenausbildung an der Universität Leipzig bleibt bestehen. Ende 2011 war sie in die Kürzungsstrudel an der Uni Leipzig geraten, weil der Universität ein großes Paket von über 300 zu streichenden Dozentenstellen aufs Auge gedrückt wurde. Jetzt wird mit dem sächsischen Doppelhaushalt 2017/2018 die Weiche umgelegt.

Stefan Bützow: Die besten Fischrezepte aus Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Lauter leckere Fischrezepte aus Mecklenburg-Vorpommern

Es gibt sie tatsächlich: Menschen, die bei Mecklenburg-Vorpommern zuallererst an leckere Fischrezepte denken, an Urlaub, an Sonne, Strand und Ostsee. An nichts Schlimmes. Nur an schöne Tage und was Schönes auf dem Teller. Wie Stefan Bützow, der dieses Buch mit lauter Rezepten von Aal bis Zander zusammengestellt hat.

Droschke, Polizei und Straßenbahn auf einem Bild vor dem Rathaus auf dem Markt von Leipzig vereint. (1914) 1886 begannen die ersten Erschließungen dazu auch auf der Eisnebahnstraße. Foto: Stadtarchiv Leipzig
·Bildung·Zeitreise

Vor 130 Jahren (4): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

In den alten Zeitungsmeldungen des Reudnitzer Tageblattes finden sich heute in scheinbaren Kleinigkeiten Informationen, die, geht man etwas in die Tiefe, durchaus Einblick in die Zeit der beginnenden Industrialisierung Leipzigs geben können. So geht es dieses Mal um einen Finder einer Geldbörse, erfassten Straftaten im November 1885, die Anzahl der Todesfälle im Leipziger Osten binnen einer Woche und der journalistische Umgang mit Polizeimeldungen vor 130 Jahren. Vor allem aber ist es finster auf den Straßen, der Winter schlägt zu zum Jahresbeginn 1886. Und die Kinder im Viertel gehen einer beliebten Freizeitbeschäftigung in den Treppenhäusern nach.

John Eliot Gardiner: Bach. Musik für die Himmelsburg. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das Buch, mit dem John Eliot Gardiner Leipzigs berühmtesten Komponisten endlich vom falschen Sockel holt

Wer, wenn nicht John Eliot Gardiner hätte so ein Buch über Johann Sebastian Bach schreiben können? Der ambitionierteste Dirigent der Gegenwart, der sich seit einem halben Jahrhundert mit der Musik des Barock beschäftigt. Da kommt man an Bach nicht vorbei. Erst recht nicht, wenn man so ein Wagnis eingeht wie Gardiner und seine Musiker, als sie 2000 eine regelrechte Bach-Odyssee durch Europa starteten.

Die Melchiorstraße als Beispiel der typischen Bebauung aus dem Ende des vorletzten Jhd.s in Neuschönefeld. Foto: Harald Stein
·Bildung·Zeitreise

Vor 130 Jahren (3): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Das nachfolgende Ereignis erscheint heute vielleicht nebensächlich, doch damals war der Nachrichtenwert hoch. Die Leipziger Vororte haben selten mehr als einen Arzt für alle Einwohner, immerhin für einige tausend Personen. Von daher war das Wohlbefinden von Herrn Dr. med. Kohl für die Bewohner des Leipziger Ostens nicht unwichtig. Zumal die meisten noch durch eine Hausbeleuchtung tappern mussten, welche den Namen kaum verdient. Unterdessen bekommt der Osten das erste Mal echte Wachstumsschmerzen, vor allem entlang der Eisenbahnstraße – es wird Geld benötigt. Und die Polizei wird angefordert, weil an der Konradstraße vermehrt Steine fliegen.

Stille Wasser gehören meistens jemand anderem. Grafik: L-IZ
·Bildung·Medien

Vorsicht, Haie!

Leserclub„Eure Sorge kann erdrückend sein“, maulte Herr L. hinten auf der Rückbank des „Tschaika“, der mitten am Tag hinausschnurrte ins Grüne, dorthin, wo hinter (oder vor) der Stadt noch ein paar Bäume standen, Schilf raschelte, Enten schnatterten und sich ein paar Seen tummelten. Oder eher gelangweilt herumlagen, weil gerade Werktag war. „Gibt neue Nachricht von Chaifisch.“

Bergung eines Blockes des Tors Nektanebos I. Foto: Ägyptisches Museum, Universität Leipzig
·Bildung·Forschung

Auf den Spuren Ramses II. und der wichtigsten Tempelanlage des Alten Ägypten

Andere Länder hätten einen Zaun drumherum gebaut und das Gelände für die Ewigkeit gesichert. Aber Ägypten ist ein an über 2.000 Jahre alten Ruinen und Fundstätten so reiches Land, da sind auch die Reste des alten Heliopolis scheinbar verzichtbar. Jahrelang lagen sie unter einer Müllhalde. Jetzt werden dort Häuser gebaut und ein Leipziger Archäologe macht die Funde seines Lebens.

Dalibor Markovic: Und Sie schreiben auf Deutsch? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Satte Beats gegen die Angst, die Dummheit und die Heimatlosigkeit der Welt

Unsere Sprache ist Musik. Beat hat sie auch, wenn man sie zu benutzen weiß und nicht lyrelt und säuselt. So wie Dalibor Markovic, Dichter, Lautpoet und Beatboxer mit kroatischen Wurzeln, was auch der Verlag betont, weil damit alle Irritationen anfangen. Denn geboren ist er als echter Hesse in Frankfurt. Und erst wenn die Leute seinen Namen hören, stellen sie sich doof: „Und Sie schreiben auf Deutsch?“

Volkmarsdorf 1860. Quelle: wikicomm
·Bildung·Zeitreise

Vor 130 Jahren (2): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Schauen wir mal nach Volkmarsdorf, wo auch das Sterben mit der wachsenden Bevölkerung Schritt hält und manchem der Weg zum bisherigen Friedhof zu weit scheint. Also wird eifrig im Reudnitzer Tageblatt räsoniert, ob es nicht ein eigener in Volkmarsdorf werden solle. Auch die heute prägende Lukas-Kirche steht noch nicht, doch das wachsende Selbstbewusstsein der Bewohner und ihre Menge ruft nach einem neuen Gotteshaus im Viertel. Dabei erregt man sich kräftig über die Bauweise einer anderen Leipziger Kirche und lehnt den „überaus widerwärtigen Eindruck“ dieser schlankweg ab. Und mal wieder geht es um Zucht und Ordnung beim Nachwuchs.

Die ehemalige Erich-Kästner-Schule wird bis 2018 wieder nutzbar gemacht. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Leipzig hat derzeit Schulbauten für über 300 Millionen Euro geplant und im Bau

Am 20. April hat die Ratsversammlung den Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig beschlossen. Tatsächlich ist es ja eine Fortschreibung, die den aktuellen Stand der Planung beschreibt. Und auch schon wieder veraltet war, weil Leipzig deutlich mehr Schulen bauen muss, als im April schon geplant waren. Eine Übersicht über das Geplante gab es jetzt für die Ratsfraktionen noch einmal extra.

Lisa Kaufmann: Warum ich für Gott backe und was mein Hund mit Hoffnung zu tun hat. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie Lisa Kaufmann Gott sucht und dabei einen Haufen seltsamer Dinge findet

Manche suchen Gott und finden sie nicht. Dafür finden sie etwas anderes, so wie Lisa Kaufmann im Sommer 2015. Da setzte sich die 25-Jährige hin und begann eine Kolumne zu schreiben über ihre Suche nach Gott. Ein halbes Jahr später begann daraus ein Buch zu werden. Und wer jetzt glaubt, sie hätte das Buch begonnen, weil sie Gott gefunden hat, der irrt. So einfach ist das nämlich nicht.

Die Hauptstraße von Schönefeld um 1900 herum. Foto: Stadtarchiv Leipzig
·Bildung·Zeitreise

Vor 130 Jahren (1): Eine Zeitreise in den Leipziger Osten des Jahres 1886

Die Zeitreise ist zurück. Es wurde quasi auch irgendwie – Zeit dafür. Und erst recht Zeit wurde es, mal nach Osten zu schauen. In den Teil Leipzigs, der auch in unserer, genau, Zeit wieder etwas attraktiver wird, nachdem er jahrzehntelang irgendwie das Stiefmütterchen der Stadt war. Dies ist vor 130 Jahren ähnlich, doch der Zustrom an neuen Bewohnern wächst, es muss gebaut, gelebt und gehandelt werden. Steigen wir also ein in die ersten Tage des Jahres 1886, als Neustadt-Neuschönefeld, Sellerhausen, Volkmarsdorf, Schönefeld, Neuschönefeld und Reudnitz noch nicht dieser enge und weiter wachsende Ballungsraum sind wie heute.

Vielleicht doch lieber über Schönheitsköniginnen schreiben? Grafik: L-IZ
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Herr L.s zweites Stelldichein auf dem Friedhof

LeserclubManchmal fühlte er sich dann doch wie Stülpner Karl, mit schlechtem Gewissen im Wald unterwegs, auf Schwarzkitteljagd. Nur der Oberförster durfte ihn nicht erwischen. Nur dass für Stülpner die Lage überschaubar war. Die Obrigkeit näselte und setzte Kopfprämien auf ihn aus. Nur mit seinen erlegten Schweinen durfte er sich nicht erwischen lassen.

Eine höchst kompetente leere Tafel. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Warum Sachsens Spitzenplatz im IQB-Test 2015 mit guter Bildung nichts zu tun hat

Am Freitag, 28. Oktober, veröffentlichte die Kultusministerkonferenz die Ergebnisse des jüngsten bundesweiten Schülervergleichs. Sozusagen ein fachspezifisches PISA für Deutsch und Englisch. Die Bundesrepublik hat – in Anlehnung an PISA – spezifische Bundesvergleiche entwickelt. Dazu gehört auch der „IQB-Bildungstrend 2015. Sprachliche Kompetenzen am Ende der 9. Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich“. Sachsen lag mal wieder vorn. Jubel gab’s auch gleich.

Dieter Bellmann: Unterwegs in Sachsen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

27 völlig unterschiedliche Puzzle-Teile aus der reichen Landschaft des heutigen Sachsen

Wenn Dieter Bellmann im Zusammenspiel mit Liane Steinbrecher in diesem auch für den Lehmstedt Verlag eher ungewöhnlichen Buch etwas gelingt, dann ist es, zu zeigen, was für ein reiches und letztlich unübersehbar buntes Land Sachsen eigentlich ist. Es fällt kein einziges politisches Wort im ganzen Buch. Die beiden sind einfach nur unterwegs, wie sie es schon 2005 bis 2015 für den MDR waren.

Immer öfter laufen Öffentlichkeitsfahndungen auch im Netz. Manchmal rechtswidrig. Foto: Alexander Böhm
·Bildung·Medien

Menschenjagd im Boulevard

Die Veröffentlichung von Bildern von Menschen ist und bleibt presserechtlich ein schwieriges Thema. Besonders heikel wird es, wenn Personen schwerwiegende Straftaten vorgeworfen werden. Es ist daher immer eine Abwägungsentscheidung der Staatsanwaltschaften und Richter, ob es der polizeiliche Ermittlungsstand und der Tatvorwurf selbst rechtfertigen, Abbildungen mutmaßlicher Täter der Öffentlichkeit zu zeigen. Und die Art und Weise, wie diese, angefangen bei den verbreitenden Medien, damit umgehen wird, in die Überlegungen mit einzubeziehen.

Eingang der „Apollonia-von-Wiedebach-Schule“ bei abendlicher Beleuchtung. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Endlich ein Maßnahmepaket zum Lehrermangel in Sachsen, das Hoffnung macht und vielleicht doch noch nicht reicht

Da musste dann tatsächlich eine Nachtsitzung eingelegt werden. In der Nacht vom 25. zum 26. Oktober einigte sich das sächsische Regierungskabinett endlich auf das lange angekündigte und im ersten Anlauf gescheiterte Maßnahmepaket gegen den Lehrermangel in Sachsen. Kritik hagelte es zwar trotzdem. Aber mit 213 Millionen Euro ist das Paket doppelt so gut finanziert wie ursprünglich geplant.

Jürgen Roth: Schmutzige Demokratie. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

„Schmutzige Demokratie“: Wie die europäischen Demokratien von korrupten Seilschaften systematisch zerstört werden

Natürlich ist Demokratie nicht schmutzig. Sie ist nur ein hartes Brot für alle, die sie wirklich ernst meinen. Und sie ist permanent in Gefahr, zerstört zu werden. Die Stimmen, die für Deutschland eine starke Demokratie diagnostizieren, werden leiser. Denn die Zeichen sind unübersehbar, dass die Demokratiezerstörer auch hierzulande auf dem Vormarsch sind. Und das hat eine Menge mit Staatsversagen, Machtmissbrauch und Korruption zu tun.

Volkmar Joestel: Lutherstadt Wittenberg. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Einmal durch Wittenberg auf der kompakten Luther-Tour

Natürlich ist Wittenberg nicht allein Luther. Es ist auch Melanchthon, Cranach und Bugenhagen, Katharina sowieso, Schwerter zu Pflugscharen und Hundertwasser, Wilhelm Weber und – naja – irgendwie auch Hamlet. 2017 wird das Städtchen an der Elbe wahrscheinlich überrannt. Gute Frage: Wann plant man da am besten seinen Besuch im „Paradies auf Erden“?

Eröffnung der KinderLeseInsel mit Angelika von Fritsch. Foto: Rald Julke
·Bildung·Medien

Die Umweltbibliothek im Haus der Demokratie hat jetzt eine eigene KinderLeseInsel

Mit Kindern fing alles an, 1828, als der königlich-sächsische Rentamtmann Karl Benjamin Preusker (1786-1871) am 24. Oktober 1828 in Großenhain eine Schulbibliothek für Lehrer, Schüler und den „gewerblichen Bürgerstand“ gründete. Kinder spielten auch am „Tag der Bibliotheken“, dem 24. Oktober 2016 die Hauptrolle. In der Leipziger Umweltbibliothek wurde an diesem Tag die KinderLeseInsel ereöffnet.

Dörthe Schimke: Fürsorge und Strafe. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie Leipzig im Georgenhaus versuchte, seine armen Sünder zu korrigieren

Erst war es eine Bachelorarbeit im Geschichtsstudium an der Uni Leipzig, dann kam noch eine Masterarbeit obendrauf. Und dann fand Prof. Enno Bünz, dass die Geschichte eigentlich als Buch in die Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Leipzig“ gehört. So ist es geschehen: Wer wissen will, was das Leipziger Georgenhaus mal war, kann jetzt zum Buch greifen.

Zumindest am Schulgebäude hübsch getrennt. Foto: Marko Hofmann
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Eine Bildungsempfehlung darf auch in Sachsen den Eltern nicht die Entscheidungshoheit über die Zukunft ihre Kinder kappen

Im Grunde war das, was das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen am Donnerstag, 20. Oktober, feststellte, eine Ohrfeige für den sächsischen Obrigkeitsstaat. Auch wenn es diesmal „nur“ um die Bildungsempfehlung ging und die simple Feststellung, dass es die Eltern sind, die entscheiden dürfen, ob ihr Kind nun aufs Gymnasium geht oder nicht. Einschränken lässt sich das Recht nur vom Gesetzgeber, nicht von der Ministerin.

Am Ende eine Notiz im Polizeibericht. Grafik: L-IZ
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Die zarte Seele des Stachelschweins

LeserclubUnd so entdeckte Herr L. an diesem unverhofften Morgen – etwas spät, das musste er zugeben – dass sein wohlgeschätzter Kollege Stachelschwein so etwas wie Herz hatte. Ein verstocktes zwar, ganz gewiss keines aus Marzipan. Aber auch er hatte tief in den Verliesen seiner schwarzen Seele eine Geschichte versteckt, die nie zu Ende erzählt wurde.

Fabian Vogt: Luther für Eilige. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Selbst kurz und knapp wird die Streitfreude des Dissidenten Martin Luther erlebbar

Noch ist ein Jahr Zeit bis zum großen Jubiläum. Aber natürlich haben etliche Verlage die Gelegenheit genutzt, sich mit dem Thema Luther und der Reformation einmal deutlich umfassender zu beschäftigen. Die Evangelische Verlagsanstalt natürlich vorweg. Sie hat sogar extra das Imprint „Edition Chrismon“ auf den Weg gebracht. Und da gibt es jetzt dieses flotte Taschenbuch für alle, die ganz schnell wissen wollen, was eigentlich an Luthers Schriften wichtig ist.

Protest gegen die sächsische Lehrerpolitik im Jahr 2012. Foto: Marko Hofmann
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Herr Tillich, sind Sie unfähig, eine konstruktive Personal- und Bildungspolitik zu betreiben?

Wer nun glaubt, nur der kleine Koalitionspartner SPD habe nun auf einmal genug von der Unfähigkeit der dauerregierenden CDU, die Personalprobleme des Freistaats Sachsen zu lösen, der irrt. Grüne und Linke haben von der Aussitz-Politik genauso die Nase voll. Denn die zerstört mittlerweile die Funktionsfähigkeit des Landes. Deswegen haben sie jetzt einen Offenen Brief verfasst. Gemeinsam. Ans Sächsische Regierungskabinett.

Noam Chomsky: Wer beherrscht die Welt? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wer beherrscht die Welt? Teil 2 der Besprechung

Hat Noam Chomsky wenigstens die Hoffnung, dass eine der beiden großen Parteien in den USA die Lage retten und das Steuer herumreißen kann? Nein. Auch die Demokraten sind längst verfangen in der engen Verquickung mit den mächtigen Kapitalgebern, die ihre Wahlkämpfe finanzieren. Auch wenn sie scheinbar nicht ganz so unberechenbar wie die Republikaner sind, die sich die Feinde schon mal erfinden, wenn sie welche brauchen.

Noam Chomsky: Wer beherrscht die Welt? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wer beherrscht die Welt? Teil 1 der Besprechung

Europa diskutiert über TTIP und CETA, mit riesigen Kanonen schießen die Verteidiger dieser Investorenschutzverträge auf den breit gestreuten Protest, als gelte es, sich zwischen „Rette sich wer kann!“ und Niedergang zu entscheiden. Doch das Spiel, das da läuft, ist ein völlig anderes. Aber um das zu sehen, darf man die Welt nicht mit der üblichen Brille betrachten. Da muss man einen Schritt zur Seite gehen und genau die Frage stellen, die Noam Chomsky stellt.

Benedikt Feiten: Hubsi Dax. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Legende von Hubsi Dax und der Traum des Musikers Mark von einem mutigeren Leben in einer von Geld regierten Zeit

Ein Bayer im Programm von Voland & Quist? Ein Berliner in München? Kann das gutgehen? Mit Benedikt Feiten hat der eigensinnige sächsische Verlag jedenfalls einen neuen Autoren im Programm, der auch neue Töne anschlägt. Das Leben der Künstler ist in der bayerischen Metropole genauso prekär wie in der viel verleumdeten Hauptstadt Berlin. Und wenn der Hausbesitzer einen Rappel bekommt, geht’s genauso rabiat zur Sache.

Orte der Reformation: Zwischen Pleiße und Mulde. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die ganze bunte Reformationszeit zwischen Pleiße und Mulde erleben

Luther war da! Manche Städte und Dörfer in Mitteldeutschland verkünden das mit Stolz, Denkmal und Luthererinnerungstafeln. Und wenn er nicht da war? Dann suchen auch sächsische Städtchen nach Verbindungen. Gerade wenn man in einem so hin- und hergerissenen Landstrich lebt wie dem zwischen Mulde und Pleiße. Denn als die Reformation begann, war das eine mittendurch zerrissene Landschaft.

Studentengruppe beim Online-Spiel LandYOUs. Foto: UFZ / Ralf Seppelt
·Bildung·Leipzig bildet

Mit einem Online-Spiel können Lehrer Schülern erklären, worauf es bei nachhaltiger Landnutzung ankommt

Es ist unsere Erde. Und ihre Ressourcen sind begrenzt. Auch und gerade die Landressourcen. Wenn alle Nationen so leben würden wie Nordamerikaner und Westeuropäer, die Erde würde an uns ersticken. Doch obwohl das Wort Nachhaltigkeit seit dem Bericht der Brundtland-Kommission 1987 in aller Munde ist, weiß kaum jemand, was es bedeutet. Kann man es vielleicht schon in der Schule vermitteln, fragten sich Wissenschaftler des UFZ.

Günter Fred Fuhrmann: EAGLE-Starthilfe Pharmakologie. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wie Arzneien in unserem Körper wirken und wie Pharmakologie erst zur Wissenschaft wurde

Je mehr Starthilfen die Edition am Gutenbergplatz Leipzig veröffentlicht, umso deutlicher wird, wie umfassend unser heutiges Wissen schon ist und wie komplex viele Einzelwissenschaften, die von Politikern behandelt werden, als wären es nur überflüssige Bauteile in einem Hochschulsystem, auf die man aus „Effizienzgründen“ einfach mal verzichten kann. Pharmazie zum Beispiel.

Steffen Raßloff: Mitteldeutsche Geschichte. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Geschichte der heutigen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mal im Versuch einer rotierenden Großerzählung

Kann man ein Geschichtsbuch für eine ganze Region schreiben? Eine, die heute als „Mitteldeutschland“ durch die Nachrichten taumelt, aber aus drei eigenbrötlerischen Kleinbundesländern besteht? Die niemals, niemals zusammenkommen werden, wie der Historiker Steffen Raßloff vermutet? Eigentlich ist er sich sogar sicher, erzählt aber trotzdem die ganze Geschichte. Er versucht es zumindest.

Universität Leipzig. Foto: Alexander Böhm
·Bildung·Leipzig bildet

Die Universität Leipzig startet mit mehr als 7.500 Studienanfängern ins Wintersemester 2016/2017

Der Mensch denkt. Aber: Wer lenkt? Es gibt ein paar Leute in Dresden, die sich wirklich einen Kopf machen, um irgendwie vorauszusehen, was die Zukunft bringt. Und trotzdem liegen sie immer wieder daneben. Sie schauen sich die Hochschulpaktmittel des Bundes an, die 2020 auslaufen. Weniger Geld ab 2021 aber bedeutet: Es müssen weniger Studierende werden. Aber Sachsens Hochschulen werden weiterhin überrannt. Die Uni Leipzig meldet nicht nachlassenden Zuspruch.

Stephan Lessenich: Neben uns die Sintflut. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Neben uns die Sintflut, eine Buchbesprechung in zwei Teilen (2)

Der Klimawandel ist nicht nur menschgemacht oder Ergebnis eines heiß diskutierten „Anthropozän“, er ist direkte Folge unserer Externalisierungsgesellschaft. 150 Jahre lang haben wir eifrig fossile Brennstoffe verheizt und so getan, als wenn der ganze Ruß und die Treibhausgase in der Atmosphäre einfach verschwinden. Aber in einem so kleinen System Erde „verschwindet“ nichts. Alles hat Folgen.

Stephan Lessenich: Neben uns die Sintflut. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Neben uns die Sintflut, eine Buchbesprechung in zwei Teilen (1)

Deutsche Autoren können es auch. Wenn sie Mumm haben und den Mut zu klaren Worten: Den Zustand der Welt so kritisch beschreiben, wie man das bislang eher nur von Naomi Klein (Kanada), Arundhati Roy (Indien) oder französischen Autoren wie Stéphane Hessel oder Alain Badiou gewohnt war. Dabei haben Autoren wie Stephan Lessenich natürlich einen Standort-Nachteil: Sie kritisieren die irre Maschine aus dem luxuriös ausgestatteten Cockpit heraus.

Dr. Julia Dobroschke entwickelte in ihrer Dissertation ein Konzept, wie Schulbücher für blinde und sehbehinderte Kinder einfacher hergestellt werden können. Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig
·Bildung·Medien

Wie man bessere Bücher für blinde und sehbehinderte Schüler bekommen kann

Man muss nicht immer extra Bücher für Blinde und Sehschwache machen, dann, wenn die Bücher für alle anderen schon fertig sind. Viel sinnvoller ist es, Bücher von Anfang an so zu konzipieren, dass sie auch ganz leicht für besondere Bedürfnisse umgesetzt werden können. Das war die Dissertationsidee der HTWK-Studentin Julia Dobroschke. Dafür hat sie jetzt einen Preis bekommen.

Franziska Gehm: Pullerpause im Tal der Ahnungslosen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Eine furiose Zwischenlandung in einem Land der Kofferdiebe, Rennpappen und Bud-Spencer-Verehrer

Es ist mausetot, dieses Ländchen namens DDR. Eigentlich. Nur da hinten liegt es noch irgendwo herum, 30 Jahre zurück. Als traurige Konservendose voller Gefühle, Erinnerungen, lächerlicher Sprüche und Bilder. Da will keiner wieder hin. Dumm nur, wenn man beim Urlaub mit dem Zeitreisekoffer da landet. Und nicht wieder weg kommt, wie das Jobst und seiner Mutter Susanne passiert.

Heinz Peter Brogiato: Leipziger Spaziergänge. Plagwitz. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mit Heinz Peter Brogiato durch 150 Jahre Industrie-, Kultur- und Gewässergeschichte in Plagwitz

Was man für große Städte machen kann, ist genauso auch im Kleinen möglich, auf Stadtteilgröße. Anhand einiger Berliner Statteile hat es ja der Lehmstedt Verlag schon vorgemacht, auch wenn diese Stadteile größer sind als die meisten deutschen Großstädte. Nun startet der Verlag so ein Detail-Projekt auch in Leipzig. Und wo fängt man da an? In Plagwitz, entschied Heinz Peter Brogiato.

Alte Fotos erzählen zuweilen erhellende Geschichten. Grafik: L-IZ
·Bildung·Medien

Höchste Zeit für die Dunkelkammer

LeserclubEs war gerade diese todtraurige Melodie in der Warteschleife, die Herrn L. auf die Idee brachte, die alten Chemikalien des Fotolabors herauszuholen, das sie mal betrieben hatten, als diese Zeitung noch schwarzweiße Fotos druckte und man Filme in Kameras legte. Filme, die sich im Archiv stapelten. „Was soll denn das, Herr L.?“

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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