Wovon Leipziger träumen: Sarah Köhler - Die Fans müssen auch gehört werden
Sarah Köhler
29.12.2012
Sarah Köhler
Foto: Jan Kaefer
Das Jahr 2012 war für Fußballfans sportpolitisch kein Gutes. Schlagwörter wie „vom Dach fallende Bengalos“ oder die „Taliban der Kurve“ prägten die eigentlich sensibel zu führende Debatte um die Sicherheit in deutschen Stadien. Sarah Köhler vom Fanprojekt Leipzig hat sich in 20 Jahren Fußball nie unsicher gefühlt. Doch trotzdem muss sich etwas ändern – zum Guten der Fans …
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Es kommt mir vor, als sei 2012 wie im Flug vergangen. Viel Arbeit steckt im Fanprojekt Leipzig: Viele Stunden an Gesprächen in Netzwerken und mit Behörden, Tage im Aufbau der Geschäftsstelle und der Fanräume, Wochen in der Planung und Durchführung von Fanturnieren, Veranstaltungen und Lesungen und viele Monate im Kontakt- und Vertrauensaufbau zu den Fanszenen. Am Ende dieses erlebnisreichen Jahres kann ich sagen, dass wir eine solide Basis geschaffen haben, auf der sich aufbauen lässt. Verschweigen möchte ich dennoch nicht, dass mancherorts noch viel Weg vor uns liegt – wir sind bereit ihn zu gehen!
Das nicht nur die Fans in den oberen Ligen beschäftigende Thema des Jahres war zweifelsohne die „Sicherheitsdebatte“. Ob „Taliban der Kurve“, „Sogenannte Fans“, „Problemfans“ oder „Chaoten und Gewalttäter“ – die Etikettierungen waren so vielfältig wie oftmals hanebüchen.
Ich selbst gehe seit nunmehr nahezu 20 Jahren privat und beruflich zum Fußball. Auch nach längerem Überlegen fällt mir keine Situation ein, in der ich mich nicht sicher gefühlt hätte. Kostenübernahme der Einsatzkosten der Polizei durch die Vereine, Reduzierung der Kartenkontingente für Gästefans, Abbau der Stehplätze – Abbau der Vorurteile, möchte ich den Forderungen, die nahezu täglich durch die Presse geistern, entgegnen. Denn: Wenn wir über Sicherheit reden, findet die Stimme der Fans und Ultras in den Kurven oftmals wenig Gehör.
Sarah Köhler
Foto: Outlaw Fanprojekt
Sicherheit gelingt nur gemeinsam, und „von oben“ verordnete Papiere, Chartas oder Kodexe provozieren im Ergebnis nur die Ablehnung derer, über die gesprochen und geschrieben wird. Das mag weniger an den (teils vernünftigen) Inhalten liegen, denn an der Art und Weise der gefühlten „Verordnung richtigen Verhaltens“. Die KOS, Koordinationsstelle Fanprojekte, weist schon seit Langem darauf hin, dass ohne ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen dem jeweiligen Verein und seinen Fans alle Maßnahmen zum Scheitern verurteilt sind. Der investierten Leidenschaft der Fankurven muss eine entsprechend große Wertschätzung und Unterstützung entgegengebracht werden – nicht nur den VIPs und Sponsoren.
Selbst- und Mitbestimmung, Teilhabe und Transparenz bei Entscheidungen sowie Konsequenzen – Kennzeichen einer demokratischen Gesellschaft und etwas, von dem ich für den Leipziger Fußball träume. Ich werde nicht müde zu betonen, dass die Einbindung von Fans auch und gerade in Fragen von Sicherheit gelingen kann und die Rückgabe von Verantwortung an Fans und Fangruppen, und sei es „nur“ in der freien Wahl des Weges zum Stadion, wichtige Schritte sein können.
Ich denke, wir haben im vergangenen Jahr hier in Leipzig viele positive Ansätze diesbezüglich erlebt. Sei es über die Einbindung von Fanordnerinnen und Fanordnern, der Möglichkeit für Gästefans den Rückweg zum Bahnhof frei zu gestalten oder die weitgehend selbstbestimmten Auswärtsfahrten mit der Bahn einiger Fanszenen.
Ich träume davon, und möchte die Verantwortungsträgerinnen und -träger ermutigen, diesen Weg weiter zu gehen. Natürlich wird es Rückschläge geben. Diese kann niemand ausschließen und sie sind auch „normal“ vor dem Hintergrund, dass wir es vielfach mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Gruppen zu tun haben, deren Kennzeichen es ja gerade ist, Grenzen auszutesten und zu überschreiten. Die selbst gegebenen Grenzen und „Spielregeln“ jedoch, an deren Erstellung und Diskussion die davon Betroffenen beteiligt waren, haben eine vielfach höhere Verbindlichkeit in der Einhaltung – sowohl für die Fans als auch für die Vereine, Ordnungskräfte und nicht zuletzt die Polizei.
Dazu gehört nicht zuletzt auch ein verbindliches Anhörungsrecht für von Stadionverboten Betroffene. Keine Aussprache ohne Anhörung, auf diese simple Formel kann ich einen meiner Träume reduzieren.
Wir, das Team des Fanprojekts Leipzig, arbeiten daran, dass diese Träume Wirklichkeit werden. Kommunikation schafft Vertrauen, dazu sind wir bereit: In Workshops und Veranstaltungen, in der Arbeit mit den Fans, im Dialog mit den Vereinen, Verbänden und der Polizei.
Wenn im Ergebnis die Sicherung und der Erhalt der Fankultur und Freiräume für junge Fans und Ultras unter dem Strich stehen, dann schreibe ich in einem Jahr ganz bestimmt: Träum weiter, Leipziger Fußball!
Der Gerichtssaal ist übervoll. Alle 30 Besucherstühle, die sich gegenüber der Richterbank aufreihen, sind belegt. Als ein paar Minuten nach Eröffnung ein weiterer Mann den Saal betritt, schiebt die Rechtspflegerin den letzten freien Stuhl hinter der Richterbank vor. Es geht um zwei kleine Wohnungen an diesem Morgen im Amtsgericht Leipzig. Die eine ist 37 Quadratmeter groß, die andere 54. Das Verkehrswertgutachten setzt 10.000 Euro für die kleine - im Hausplan als Wohnung Nummer drei erfasst - an, für die größere - Nummer vier – setzt es 34.000 Euro an. mehr…
Mit ihm hatte wohl kaum einer gerechnet. Als die Kandidaten für den Posten des Sozialbürgermeisters heute im Leipziger Stadtrat benannt wurden, tritt NPD-Mann Klaus Ufer vor: „Ich nominiere Winfried oder Wilfried Meißner.“ Oberbürgermeister Burkhard Jung fragte nach: „Ja, wie denn nun?“ Er heißt Wilfried Meißner. „Entschuldigung, ich war mir nicht sicher“, so Ufer. mehr…
Eine Boulevardzeitung mit großen Buchstaben hat gestänkert: Der Leiter der Branddirektion Leipzig, Karl-Heinz Schneider, war während des Hochwassers im Urlaub. Angeblich habe er am Balaton Badeferien gemacht. So ein Skandal, oder? mehr…
Die Edouard-Manet-Schule wird stärker als bisher als die Grundschule der Stadt Leipzig für die Ausbildung der Thomaner-Anwärter positioniert. Dies beschloss der Stadtrat auf seiner heutigen Sitzung. „Wir sind nicht gegen eine private Grundschule auf dem Campus des Forum Thomanum, stellte Stadtrat Stefan Billig (CDU) fest. „Wir sind für beides, nämlich auch für eine Grundschule in kommunaler Trägerschaft.“ Beide sollten nicht in Konkurrenz stehen sondern in Symbiose. Die Elternvertreter wüssten dies. mehr…
Ein tragischer Todesfall eines Kleinkindes kostete Jugendamtsleiter Siegfried Haller im vergangenen Jahr das Amt. In dessen Folge wurde das Amt für Jugend, Familie und Bildung neu gebildet. Nun muss Oberbürgermeister Burkhard Jung extern prüfen lassen, ob dies seine Sach- und Strukturziele erfüllt. mehr…
Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) geht offenbar schlampig mit seinen Aktenbeständen um. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte und die vom Sächsischen Staatsminister des Innern eingesetzte Expertenkommission haben bei der Prüfung des Ablagesystems erhebliche Mängel festgestellt.Dass im Archiv der Schlapphüte wie aus dem Nichts neue Unterlagen zur Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) aufgetaucht sind, überrascht angesichts der Pannenhäufung bei der Verfolgung der Rechtsterroristen nicht wirklich. mehr…
2017 läuft der Nutzungsvertrag der Stadt mit der ZSL Betreibergesellschaft aus. Schon jetzt möchte die CDU die Stadtverwaltung verpflichten, in einem Folgevertrag sicherzustellen, dass die ursprünglich geplante Nutzung von 70 % zu Zwecken des Sports auch umgesetzt wird. Derzeit sind es viele Konzerte und Unterhaltungsveranstaltungen, die die Halle auslasten. mehr…
Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat heute den Antrag der SPD-Fraktion angenommen, sich zur Unterstützung der Ziele des EBI zu bekennen. Dieser steht für die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist Menschenrecht“ und setzte sich zum Ziel, die Privatisierung der Wasserwirtschaft zu verhindern, sowie den Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen zu verbessern. mehr…
Gefahr in Verzug in Plagwitz? - Das befürchten jedenfalls die Mitstreiter der Schaubühne in der Karl-Heine-Straße. Es geht um den legendären Felsenkeller – das eigentliche Wahrzeichen von Plagwitz. Am historischen Ballhaus und der traditionsreichen Kulturstätte Felsenkeller geschieht seit Jahren nur wenig. Jetzt aber scheinen die Eigentümer zu planen, im Felsenkeller einen Supermarkt zu errichten. mehr…
Seit zwei Jahren schon beantragt die Fraktion Die Linke die Errichtung eines Hauses für die Leipziger Szene. „Wir haben der Stadtverwaltung vertraut, dass es hier Fortschritte geben würde, nun beantragen wir, dass im dritten Quartal eine Vorlage in die Ratsversammlung eingebracht wird, die den Investitionsbedarf und mögliche Investoren nennt“, sagte Skadi Jennicke. mehr…
Die Bürgeranfragen im Leipziger Stadtrat heute handelten von drei ganz unterschiedlichen Themen. Frankziska Riekewald wollte wissen, ob es richtig ist, dass sich der Bau der Mittelschule in der Goyaschule bis ins Jahr 2018 verzögert wird. Darauf antwortete der frisch wiedergewählte Bürgermeister für Schule, Thomas Fabian: Ja, frühestens im Herbst 2018 wird der Schulbetrieb dort aufgenommen. In der Folge muss die Grundschule fünf, die in die Räume der Spotmittelschule ziehen soll, weiter als Containerschule erhalten bleiben. mehr…
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Fast neun Monate hat es gedauert von der Bürgermeisterwahl in Markanstädt bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts Leipzig am Mittwoch, 19. Juni: Die Klage gegen die Wahl von Jens Spiske zum Bürgermeister von Markanstädt wird abgewiesen. Wahlanfechtungen verhinderten schon gleich nach der Wahl am 30. September den Amtsantritt des Wahlsiegers. mehr…
Thomas Fabian bleibt Leipzigs Beigeordneter für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule. Der Stadtrat bestätigte ihn heute um 15:18 Uhr im Amt. Fabian bewarb sich um seine zweite Amtszeit mit einer Rede, die sowohl das Erreichte als auch das Geplante erläuterte. „In meiner Amtszeit wurden 200 Millionen in Schulen und Kitas investiert, wir haben allein 55 neue Kitas gebaut, sowie die Schulsozialarbeit sowie die offene Seniorenarbeit ausgebaut“, sagte er. mehr…
Eine große Überraschung ist es mangels anwesender Gegenkandidaten nicht, dass Heiko Rosenthal (Die Linke) Bürgermeister für Ordnung, Umwelt und Sport bleibt. In seiner Kanditaturansprache brauchte es Rosenthal mit dem einzigen Gegenkandidaten Ludger Hinsen (ein Wahlvorschlag von Stadtrat Klaus Ufer, NPD) nicht aufnehmen, denn Herr Hinsen war nicht anwesend. Und so lud Heiko Rosenthal die Abgeordneten auf eine fiktive Flussfahrt von Lützschena bis zum Connewitzer See ein, bei der er die Errungenschaften seiner ersten Amtszeit einflocht. mehr…
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- Termine Stadtrat 2013 am 23.01., 20.02., 20.03., 17.04., 15.05., 19.06., 10.07., 18.09., 16.10., 21.11., 11.12.
- Positionierung: in ungeraden Monaten: Die Linke oben, Die Grünen unten