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Bundesweite Werbung für den Katholikentag. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
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Gastkommentar von Christian Wolff: Für Grundwerte streiten – zwei Geburtstage und der 100. Katholikentag

Nun rücken sie ganz nahe: zwei verdrängte Geburtstage und der 100. Katholikentag. Letzterer wird unter dem Motto „Seht, da ist der Mensch“ zehntausende Menschen vom 25.-29. Mai 2016 in Leipzig versammeln, um das in den Mittelpunkt zu rücken, was heute Nützlichkeitserwägungen, egomanischer Hartherzigkeit, sozialer Kälte und den fremdenfeindlichen Abwertungsstrategien der Neurechten zum Opfer fällt: der Mensch. Der Mensch, so wie er in Jesus Christus offenbar wird: der Mensch in seiner ganzen Armseligkeit und gleichzeitig der Mensch, der ein Stück von Gott ist. Der Mensch, der nicht aufgeteilt werden kann in schwarz, weiß, intelligent, dumm, arm, reich, gesund, behindert, erfolgreich, gescheitert. Der Mensch an sich: der Mensch als Geschöpf Gottes.

Das Bildungsalphabet – S wie Schwarmintelligenz. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: S wie Schwarmintelligenz

„Wie oft heutzutage das Wort ‚Intelligenz‘ in den Mund genommen wird, da wird man ja ganz blöde davon.“ Recht hatte er, der aufgebrachte Kollege, der mir letztens auf meine Frage – „Warum verstehen sie nicht, was ‚soziale Kompetenz‘ bedeutet? Das sind doch intelligente Menschen.“ - antwortete. Also alles gleich beim Sich-Wundern, Schmunzeln und Kritisieren? In der eigenen kleinen Welt? Aus der eigenen Scheuklappenperspektive?

Das Bildungsalphabet – R wie Rein rechnerisch. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: R wie Rein rechnerisch

Das sagt man ja so. „Rein rechnerisch gesehen würde man ...“ Oftmals steht der Konjunktiv dabei. Also bekommt diese Phrase auch den ihr entsprechenden hypothetischen Unterbau. Jeder weiß, was damit gemeint ist: Verlasse dich auf das, was du schwarz auf weiß siehst, schau darauf, was abzurechnen ist. Mit wem, das wollen wir meist gar nicht wissen. So werden Prozesse planbar, die Menschen in ihnen werden es auch. „Rein rechnerisch“. Klingt irgendwie glatt und entseelt.

Come on over, have some fun. Foto: Daniel Thalheim
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Gastmanns Kolumne: Vom Sommerträumen mit Bacardi-Feeling-Garantie

Pfingsten. Was hätte das schön werden können! Ich hatte mir bereits alles ausgemalt: In meiner Phantasie schlurften schon Flipflop-Mädchen lieblich durch die Straßen der Stadt, flankiert von der imposanten Riesenschar dahinWGTierender Schwarzer. Auf den Wiesen des Johanna-Parks lagen Geisteswissenschaftler Jura-Studenten bei, als sei dies ein Naturgesetz, vorbeiradelnde Männer warfen Frauen sehnsüchtigen Blickes Kusshände zu und selbst in den Gesichtern der notorischen Sonnenbrillen-im-Haar-Träger spiegelte sich so etwas ähnliches wie Lebensfreude.

Das Bildungsalphabet – Q wie Kuh oder Querdenken? Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: Q wie Kuh oder Querdenken?

„Wir schaffen das!“ Diesen Satz gebrauchte ich Anfang dieser Woche vor dem Deutschkurs der 12. Klasse. So kurz vor dem Bildungsabschluss, der einer Fahrschulprüfung gleichkommt, sind die „Großen“ manchmal Spitze auf dem Weg zum „Erwachsensein“ in unserer Gesellschaft. Sie emanzipieren sich dann als Konsumenten. „Brauche ich Mathe, habe ich davon noch genug im Abi-Kühlschrank? Am Nachmittag gibt gerade ein noch ganz brauchbarer 72-jähriger reaktivierter Spätrentner kostenlos Nachhilfe … Sollte man da nicht zuschlagen? Bei der ‚Herbstferien-Edition‘? Ist ein Angebot.“

P wie Pranger - oder? Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: P wie Poly? Technisch!

Früher war nicht alles besser. Ich weiß nicht genau, wie viele unserer Leser sie noch besucht haben. Die „allgemeinbildende polytechnische Oberschule“ in der DDR. Rein rechnerisch gesehen sind es im „Silberhochzeitsjahr“ der Wiedervereinigung nur die älteren unter ihnen. Schon klar. Für mich als Pädagogen gibt es natürlich wenig Grund, diesem „System“ hinterher zu trauern, denn nicht nur dafür steht das Goethe-Wort des Mephisto, dass „alles, was besteht, wert [ist], dass es zugrunde geht“. Auch klar. Und wer trauert schon einem Ehepartner hinterher, von dem er sich vor 25 Jahren scheiden ließ? Früher war nicht alles besser.

FES-Umfrage: Mehrheit der Deutschen findet Gesellschaft sozial ungerecht. Grafik: FES
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Mehrheit der Deutschen sieht Handlungsbedarf für eine gerechtere Gesellschaft

Ganz so falsch lag der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel also nicht, als er am Montag, 9. Mai, auf der „Wertekonferenz Gerechtigkeit“ der SPD davon sprach, dass die SPD ihr altes Kernthema Gerechtigkeit zurückerobern müsse. Am Mittwoch, 11. Mai, bestätigte nun eine Umfrage, dass die meisten Deutschen in der wachsenden Ungleichheit eine Gefahr für Deutschlands Zukunft sehen.

Das Bildungsalphabet – O wie Omnipräsenz. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: O wie Omnipräsenz

Meine Oma ist noch „Omnibus“ gefahren. Sie meinte damit ganz normale Linienbusse zwischen Engelsdorf und Leipzig. Heute ist vieles „omni“, der Bus ist es immer noch nicht. Heißt jetzt „72“ statt „Linie E“. Heute ist alles „mehr“, mehr Busse, mehr Fahrgäste (?), mehr Geschwindigkeit. Natürlich auch mehr „omni“. Heutzutage ist man „omnipräsent“, „omniversichert“ und – nicht zu vergessen – omnipotent. Meine heutige Grußadresse richtet sich an alle fleißigen Erzieherinnen und Erzieher.

Das Bildungsalphabet – N wie Neigung oder Nutzen? Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: N wie Neigung oder Nutzen?

„Der Nutzen ist das große Idol der Zeit, dem alle Kräfte fronen und alle Talente huldigen sollen.“ Im Namensgeber meiner Schule, Friedrich Schiller, finde ich immer wieder gedankliche Hilfe und gelegentlich Unterstützung in der Arbeit. Schiller schrieb „Ästhetische Briefe zur Erziehung des Menschen“. Während der Revolution, der französischen. Im Frühsommer des Jahres 1793. Zur gleichen Zeit putschte eine Gruppe linker Jakobiner gegen die gemäßigte liberaldemokratische Regierung der bürgerlichen Mitte und errichtete eine blutige Gesinnungsdiktatur. Oder trieb sie die Revolution voran, mit Mindestlöhnen und Maximalpreisen für Lebensmittel?

Das Bildungsalphabet – M wie Muster oder Makel? Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: M wie Muster oder Makel?

Kofferpacken ist bei den Großen angesagt in dieser Woche. Die Bildungsfahrten in der Kursstufe stehen an. England, Italien, Malta, Usedom – je nach Gewöhnungs- und Finanzlage in der Familienhistorie werden die Gesichter verzogen oder hellen sich in meiner ersten Unterrichtsstunde je nach unklarem Motivationsnebel auf. Kafka ist auch angesagt. 12. Klasse. So nebenbei.

Muttertag – Gefangen in der Uhrzeit. Foto: Ulrike Gastmann
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Gastmanns Kolumne: Gefangen im Tag der Befreiung

8. Mai. Tag der Befreiung und Muttertag in einem. Das sieht nach schwerer Bedeutungsschwangerschaft aus. Man kommt kaum umhin, das Verbindende zwischen beiden Gedenkanlässen zu suchen. Reden wir deshalb nicht lange rum. Reden wir über GEFANGENSCHAFT!

Das Bildungsalphabet – L wie Leistung. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: L wie Leistung

Das Jahr beginnt für den ambitionierten Pädagogen fortgeschrittenen Alters im September. Da lässt sich die Annuität seiner schwankenden Körperkräfte nur bedingt ausschalten. Vielleicht ist es ein „Weltfriedenstag-Reflex“, welcher die neoliberale Rundumerneuerung Ende des vergangenen Jahrhunderts hartnäckig überlebte, vielleicht aber auch nur ein fixes Datum im Lehrerkalendarium zwischen Arbeitsfreude und bildungspraktischer Katerstimmung.

Das Bildungsalphabet –K wie Kommunikation. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: K wie Kommunikation

Wer kennt ihn nicht, den Satz des austro-amerikanischen Wissenschaftlers Paul Watzlawick: ALLES ist Kommunikation. Man kann nicht NICHT kommunizieren. Natürlich. Klar doch. Wie man sich nicht NICHT verhalten kann, kann man auch die Kommunikation und Interaktion mit der Umwelt nicht einfach einstellen. Klar ist aber auch, dass alles, was wir pausenlos und in Überfülle produzieren, nicht zwingend von hoher Qualität sein muss.

Das Bildungsalphabet – J wie Jugendlich erwachsen. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: J wie Jugendlich erwachsen

„Der Lehrerberuf erfordert eine Balance zwischen verstehender Zuwendung und Führung. Verstehende Zuwendung bedeutet, den einzelnen Schüler nicht nur unter dem Aspekt seines schulischen Könnens (oder seiner schulischen Schwächen) zu sehen, sondern auch und vor allem als Person, das heißt seine Motive, sein Bemühen, sein Verhalten, seine emotionalen Stärken ebenso wie seine problematischen Seiten wahrzunehmen. Dabei vermeidet sie Kränkungen, Demütigungen und Bloßstellungen. Führung bedeutet die Notwendigkeit, Werthaltungen zu vertreten, Ziele zu formulieren, Schüler zu fordern, als Lehrkraft mutig zu diesen Forderungen zu stehen und Kritik zu üben, Schülerinnen und Schülern dabei aber Mut zu machen und sie in ihren Anstrengungen zu unterstützen.“ (Joachim Bauer, Lob der Schule, Hamburg 2007)

In der Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz geht’s um die Frage „Leben mit und ohne Gott“. Foto: Ralf Julke
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100. Katholikentag geht in den Endspurt und freut sich sogar über eine Erstaufnahmeeinrichtung

Rastlos rückt er näher: der 100. Katholikentag, der vom 25. bis 29. Mai Leipzig in Stimmung bringen wird. Vielleicht sogar eine Stimmung voller Skepsis, Vorsicht, Überraschung und Verwirrung. Denn ganz ohne Grund hat man sich ja die rebellische Stadt im protestantisch-atheistischen Osten nicht ausgesucht. Man will sich reiben. Ist nur die Frage: Spielen die Leipziger mit?

Das Bildungsalphabet – Heute: I wie Ich: Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: I wie Ich

Vorab: Idealismus hätte es eher verdient, in dieser Kolumne beispielhaft beschrieben zu werden. Aber das Ich steht nun einmal weiter vorn in der Reihe des Alphabets. Kann man nichts machen. Wie übrigens auch das „Geben“, was in der Apostelgeschichte des Paulus „seliger denn Nehmen“ ist. Steht auch weiter vorn. Aber diesmal im besseren Sinne.

Das Bildungsalphabet – Heute: H wie Haltung oder „Hitler war’s!“. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: H wie Haltung oder „Hitler war’s!“

„Alles ist Geschichte. Im Unterricht lernt Ihr, dass wichtige Ereignisse, prägende Entwicklungen, Prozesse und Personen zur Geschichte eines Landes gehören. Ja, auch wichtige Personen können die Entwicklung eines Landes, später ganzer Kontinente und Welten bestimmen. Ob uns das gefällt oder nicht. Der Lehrplan sagt uns, wer und was das im Einzelnen bedeutet. Aber, stimmt das auch? Im Einzelnen?“

23 Uhr: Der Kessel ist fast leer. Der Letzte geht auch gleich, während im Umfeld eine Solidaritäts-Party lief. Foto: L-IZ.de
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Liveticker am 02.05.: Legida ohne Anschlusstermin, Polizeieinsatz beendet

Nach der überraschenden Außer-und-ohne-Plan-Demo an einem Donnerstag kehrt Legida heute zum gewohnten ersten Montag des Monats zurück. Gegen die Kundgebung der völkischen Nationalisten, die zuletzt massiv von Neonazis unterstützt wurden, soll es auch im Mai wieder erheblichen Widerstand geben. Sowohl „Leipzig nimmt Platz“ als auch das Bündnis „Leipzig bleibt bunt“ rufen zu Protesten auf. In Gohlis findet zudem eine Antifa-Demo statt.

Roland Ulbrich AfD endlich oben - Premiere auf der Legida-Bühne. Foto: L-IZ.de
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Gastkommentar von Christian Wolff: Die AfD zu Ende denken

Im Deutschlandfunk hat die Publizistin Liane Bednarz auf drei inhaltliche Aussagen der Alternative für Deutschland (AfD) hingewiesen, die den ideologischen Hintergrund der Partei kennzeichnen. Da ist zum ersten der auf dem Parteitag in Stuttgart mit Jubel aufgenommene Ausspruch von Jörg Meuthen: man wolle „weg vom linken, rot-grün verseuchten 68er-Deutschland“ und hin zu einem „wirklich freien, souveränen Nationalstaat Deutschland in der Völkergemeinschaft der Welt“. Was verbirgt sich hinter diesem Ausspruch?

Foto: Ulrike Gastmann
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Gastmanns Kolumne: Eine Ode an den Mozart des Kalenders

Horcht, ich komme gerade von draußen rein und bin damit vermutlich nicht die einzige, die heute mal outdoor nach dem Rechten geguckt hat. In der Rückschau des Draußenherumtreibens kann mit absoluter Sicherheit nur eines festgestellt werden: Er ist wieder da, der Mai - der Gregory Peck unter den Jahreszeiten. Dieser Sonne-Wonne-volle-Kanne-Monat, oder wie Kästner wie stets unübertrefflich formulierte: „der Mozart im Kalender, der im Galarock des heiteren Verschwenders, aus seiner Kutsche grüßend übers Land fährt.“

Protest gegen Entmietung in der Jahnallee. Foto: René Loch
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Entmietungsstreit in der Jahnallee 14: Einigung vor Gericht

Der monatelange Streit zwischen den Eigentümern des Hauses in der Jahnallee 14 und den beiden Mieterinnen einer Wohnung ist beigelegt. Am Amtsgericht Leipzig einigten sich die Parteien auf einen Auszug der Mieterinnen bis spätestens zum 31. Juli. Im Gegenzug erhalten die Frauen jeweils eine Abfindung in Höhe von mindestens 8.000 Euro. Eigentümer oder Dritte sollen die Wohnung nicht mehr ohne Vorankündigung betreten dürfen.

Der Mittelpunkt des Abends nach Twittermeldungen und zusätzlichen Gerüchten. Dr. Thomas Rauscher (am Mikrophon), seit 1993 Uniprofessor in Leipzig. Foto: L-IZ.de
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Meinungsfreiheit? Bitte keine Inhalte.

Für FreikäuferEigentlich wollte die Universität Leipzig über Meinungsfreiheit und deren Grenzen diskutieren. Neben diversen Experten für dieses Thema hatte sie dazu auch den Jura-Professor Thomas Rauscher aufs Podium gebeten. Doch ausgerechnet über dessen neurechte Twitter-Einträge sollte nicht geredet werden. Am Ende wurde es eine Diskussion mit etwa 800 Besuchern, aber ohne echten Inhalt.

Das Bildungsalphabet –G wie Gemeinschaftsschule. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: G wie Gehorsam

Gymnasium und Bildung – geht da was zusammen? Provokante Frage. Die Antwort ist so einfach wie kompliziert, so klar und doch so verworren zugleich. Fast alles und fast nichts. Jeder, der sich mit Bildung beschäftigt, weiß es, spürt es – jeden Tag. Bildung zu vermitteln ist Herausforderung und Kunst zugleich. Und was noch viel schlimmer ist: Das Verstehen eines zwar einfach scheinenden, aber kompliziert verlaufenden Prozesses. Denn das Erklären, Begreiflich machen, Emanzipieren – was wir uns alle so sehr wünschen – das sind oftmals auch Teile eines Entmündigungsprozesses.

Das Bildungsalphabet – F wie Folgen: Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: F wie Folgen

„Das hat Folgen!“ Welcher Pädagoge hat nicht schon einmal diesen Satz gedacht, gehofft, gesagt? Morgens, mittags, prinzipiell immer. Wenn er als „Senderkapitän“ pausenlos bis hin zum SOS piepende Signale in die Lernatmosphäre eines Unterrichtsraumes hinausschießt. Ein oder zwei empfangende Bordmatrosen sich auf den geistigen Hochsitzen eines „Titanic“-Kreuzers befinden, der Rest der Klasse bisweilen den Eindruck macht, als hält er Siesta in den Kajüten … Ignorierend den Umstand, dass der Passagierdampfer Bildungssystem sich kurz vor dem finalen Crash befindet. Ignorieren? Nein. Jeder Kapitän braucht eine Mannschaft. Jeder Trainer Spieler. Schwierig nur, wenn er gleichzeitig auch Schiedsrichter sein muss. Und Platzverweise nicht geben darf.

Das Bildungsalphabet – E wie Elite. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: E wie Elite

„Schauen Sie mal, Herr Jopp, soll det unsere Elite sein?“ fragt mich eine Kollegin während der zweiten Hofrauchpause. Auch die muss vor langer Zeit einmal abgeordnet worden sein, so wie du, schießt es mir durch den Kopf. Für eine „Vertriebene“ scheint sie zu jung und für eine „Versetzte“ doch zu freundlich, denke ich weiter. Spaß beiseite. Da ich sie in der Eingewöhnungszeit an meiner Zweitschule als Deutschlehrerin identifiziert habe, weiß ich sicher, dass es eine rhetorische Frage ist, die sie mir stellt.

Das Bildungsalphabet - D wie Demonstration. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: D wie Demonstration

Dies darzustellen dürfte dringend … Nein. Alliterativen Spielereien zu Beginn eines normalen Unterrichtstages plus Bildungskomponente fehlen im real existierenden Schulorganismus einfach ein atmosphärisches Spaßenzym. Zu oft wird analysiert, interpretiert, visitiert – dadurch viel zu oft simplifiziert, karikiert, intensiviert und oberflächenbehandelt .

Rente sich wer kann. Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: Rentner haben niemals Zeit?

Die Königin 90, aber der Prince tot. En passant stirbt mal wieder so eine richtige Ladung Flüchtlinge im Mittelmeer, aber das hat keine Titelseiten-Qualität mehr. Wir wollen uns ja nicht langweilen. Auch Thomas de Maizière lehnte das offensichtlich für sich ab und unternahm einen – aus seiner Sicht – sehr erfolgreichen „Schlag gegen Rechts“ im sächsischen Freital. Wenn manche hier nur von der berühmten Spitze des Eisbergs raunten, hatten sie sicher nicht den Innenminister gemeint, auf keinen Fall aber den Justizminister Heiko Maas.

Geflüchtete standen bei der Demo in der ersten Reihe. Foto: René Loch
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Gegen Abschiebungen und die „Festung Europa“

Etwa 400 Menschen, darunter zahlreiche Geflüchtete, demonstrierten am Samstagnachmittag in Leipzig gegen die deutsche und europäische Asylpolitik. Die Themen Abschiebung und Grenzen standen dabei im Mittelpunkt. Während des zweieinhalbstündigen Aufzugs vom Augustusplatz zur Stadtbibliothek sprachen sowohl geflüchtete Menschen als auch Vertreter von asylpolitisch engagierten Gruppen.

Das Bildungsalphabet - C wie Cleverness: Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: C wie Cleverness

„Was haben Sie eigentlich gegen das ‚Clever sein’?“ fragt Konrad mich zu Beginn einer Deutschstunde. „Ja, genau!“ pflichtet ihm Maria bei, unterbricht kurz das Nägelkauen. Ich weiß gar nicht, was ich im ersten Moment sagen soll, so absurd scheint mir das Theater morgens um 8. In einer Schule irgendwo in Leipzig. Cleverness. Im Sport beispielsweise sei das doch eine Super-Haltung. Bevor der gegnerische Stürmer, durchgebrochen, frei zum Schuss kommt, foult man ihn möglichst weit vor der eigenen Strafraumgrenze. Ein taktisches Foul. Clever. Keinem, keinem meiner Jungs und Mädels fällt aber auch das Oxymoron auf.

Legida hat sein Anliegen abgeliefert. Foto: L-IZ.de
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Legida: Ein brauner Haufen bewegt sich über den Ring

Kaum mehr als 100 Personen haben an der kurzfristig angesetzten Legida-Demonstration am Donnerstagabend teilgenommen. Mit Neonazi-Unterstützung, NSU-Luftballon und einem künstlichen Riesen-Kothaufen liefen sie vom Richard-Wagner-Platz zur Polizeidirektion und protestierten dagegen, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Mehrere hundert Menschen bekundeten entlang der Strecke lautstark ihren Unmut über Legida. Kurz vor Beginn der Veranstaltungen hatte es eine Bombendrohung gegeben.

Ein eigentlich positiver Begriff in Kollision mit der Demokratie? Die Proteste gegen TTIP und Co. lockten 1.500 Leipziger an. Foto: L-IZ.de
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TTIP: Wirschaftsweise ohne Kenntnis der Verhandlungsdokumente

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus Ausgabe 30Das umstrittene Abkommen „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ – kurz TTIP – zwischen USA und Europa ist seit dem Beginn der Verhandlungen im Jahre 2013 wohl v. a. deshalb in der Kritik, da kaum Transparenz in die Verhandlungen rings um Verbraucherschutzfragen, Normen und fallende Zölle zu bekommen ist. Der letzte Coup in Sachen Ausschluss der Öffentlichkeit namens „Leseraum“ dürfte dabei allen Interessierten gut im Gedächtnis geblieben sein. Unter Androhung „disziplinarischer und/oder rechtlicher Maßnahmen“ durften die Parlamentarier für jeweils zwei Stunden einen Blick in die Verhandlungs- und Vertragsunterlagen – ausnahmsweise auch auf einige Unterlagen mit US-Positionen – werfen.

Keine Gewalt bei Legida. NPD-Stadtrat Enrico Böhm marschiert. Foto: L-IZ.de
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Legida-Demo am Donnerstag: Eins, zwei, drei – gegen die Polizei + Videos

Ungewöhnliche Konstellation am Donnerstagabend: Weil sich Legida von der Polizei ungerecht behandelt fühlt, richtet sich eine kurzfristig angemeldete Kundgebung direkt gegen die Staatsmacht. Das in der Vergangenheit häufig selbst mit den Ordnungsbehörden auf Kriegsfuß stehende Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zum Gegenprotest auf – und ist für einen mit 10.000 Euro dotierten Preis nominiert.

Hat Leipzig ein Gewaltproblem? Foto: Jens-Uwe Jopp
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Gewalt oder nicht Gewalt? 6. Donnerstag-Diskurs in der Universität Leipzig + Video

Ist Leipzig nun eine besondere Stadt? Hat die größte Stadt Ostdeutschlands – „Lassen wir mal Berlin außen vor.“ (OBM Jung) - auch ein besonderes Problem mit politisch motivierter Gewalt? Das ist keine Frage. Darüber waren sich die Teilnehmer des 6. Donnerstag-Diskurses am 14. April in zwei Stunden relativ schnell einig. Moderiert von Jessica Brautzsch (mephisto 97,6) arbeitete man sich durch die hinaufwindende Gewaltspirale in der Stadt, betrachtete nochmals die Ereignisse vom 12. Dezember 2015 und 11. Januar. Vor knapp 100 Zuschauern im großen Hörsaal. Allen voran Oberbürgermeister Burkhard Jung, der vor dem Hintergrund zunehmender Fremdenfeindlichkeit an politischer Kontur zu gewinnen scheint.

Frauen und Autos gehören einfach zusammen. Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: Maas für Maas ODER Wir lassen uns den Busen nicht verbieten

Ohne Frage: Werbung fetzt. Erst kürzlich wurde ich auf einem Werbeplakat für eine Hosenfirma einer Anzeige angesichtig, die einen adrett ausstaffierten Mittfünziger ins Bild rückte. Der smarte Mann zwinkerte dem Betrachter mit seinen attraktiven Fältchen um die Augen derart jovial zu, als wolle er sagen, dass er selbst seine Krähenfüße zur Pediküre trüge.

Das Bildungsalphabet - B wie Begabtenförderung. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: B wie Begabtenförderung

„Geben ist seliger denn nehmen“. Bevor die Apostelmahnung des Paulus aus Kapitel 20 über Gebühr strapaziert wird, sei ihr Gehalt einmal bildungsbezogen betrachtet. Geben. Wer gibt im zähen Prozess der Bildung eigentlich? Logo. Der Lehrer dem Schüler. Er – oder, Pardon, natürlich auch Sie – empfängt vom Lehrer, Pardon, auch der Lehrerin, den Stoff. Klingt komisch. Ist aber so. Wie sollte es auch anders sein? Schüler empfängt Stoff vom Lehrer. Faltengebirge, Induktionsschleifen, Schwefelsäure, Goethe. Er nimmt es dann auf, also ihm wird es aufgeschwatzt. („Vermittelt“ klingt besser.) Sind Lehrer in allererster Linie Verkäufer? Pardon, VerkäuferInnen?

Am 20. Dezember 2015 bei fast frühlingshaftem Wetter neu am Bürgerbahnhof gestartet, genügend Spielfläche ist vorhanden: Der Westbesuch ist am 14. Mai zum zweiten Mal zu Gast. Foto: Westbesuch
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Der Bürgerbahnhof Plagwitz bleibt als neuer Westbesuch-Standort bestehen

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus Ausgabe 30Neuer Ort, bewährtes Konzept, zweiter Anlauf. Nach zehn spannenden, erlebnis- und erkenntnisreichen Jahren auf der Karl-Heine-Straße hat das Kultur- und Stadtteilfest Westbesuch im vergangenen Dezember eine neue Ära auf dem Bürgerbahnhof Plagwitz eingeläutet. Und bleibt diesem auch in Zukunft treu: Einen erneuten „Westbesuch“ auf der Karl-Heine-Straße wird es auch im Mai nicht geben.

A wie Anschwärzen. Foto: L-IZ.de
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Das Bildungsalphabet – Heute: A wie Aufmerksamkeit

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Im Bildungskontext der Jahrhunderte ein ungeschlagener Satz, beinahe sakrosankte Wahrheit, ähnlich dem Lutherwort vom 18. April 1521 vor dem Wormser Reichstag. Der sagte, dass er „hier“ stünde und „nicht anders“ könne. Alles klar, Martin. Eine Autorität, der Heilige Vater höchstpersönlich, sagt einem normalen Erdenmenschen, er solle seinem Gewissen folgen, selbst aufpassen, was richtig oder falsch, Wahrheit oder Häresie sein soll. Damit „Der Gerechte aus dem Glauben leben“ kann. Römer I, 17.

Foto: L-IZ.de
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Gastkommentar von Christian Wolff: Böhmermann – wo ist das Problem?

Eine Satire gerät zur Staatsaffäre. Warum? Weil die Bundesregierung, insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der Satire von Jan Böhmermann so umgeht, als handele es sich um eine bedeutungsvolle Einlassung einer relevanten politischen Gruppierung und als ginge von ihr eine Gefahr aus. Dabei ist das viereinhalbminütige kabarettistische Ping-Pong-Spiel zwischen Böhmermann und seinem Kompagnon Ralf Kabelka lediglich eine zugespitzte Reaktion auf eine politische Reaktion auf einen satirischen Beitrag eines anderen Kabarettisten, Christian Ehring.

Foto: CH Beck
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Der Philosoph und Bildungswissenschaftler Christoph Türcke warnt vor Normierungs- und Kompetenzwahn und fordert eine „Lehrerdämmerung“

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus Ausgabe 29Es ist schon ein Dauerthema. Die „nicht gebildete“ Bildung an unseren Schulen. Abbrecher, Angsthasen, Armutszeugnisse – trotz hervorragender Noten. Gymnasien rühmen sich mit Abtiturbestehensquoten um die 100 % und alle – Schüler, Eltern, Erzeuger, Pädagogen und nicht zuletzt „die Wirtschaft“ – sind dennoch unzufrieden. Alles jammert, alles verzweifelt, alles weiß Bescheid, wie es besser sein sollte.

Raymond J. Bowman (links) und Clarence Ridgeway auf dem Balkon des Hauses Frankfurter Straße 39 (heute Jahnallee 61),18. April 1945. Foto: Robert Capa, Copyright International Center of Photography/Magnum Photos
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Am 17. April werden Robert Capa und Raymond J. Bowman am und im Capa-Haus in Lindenau gewürdigt

2012 – wer erinnert sich noch? – stand die Existenz des Hauses Jahnallee 61 auf der Kippe. Ein Dachstuhlbrand hatte das schon seit Jahren leerstehende Haus an der Ecke Lützner Straße / Jahnallee noch weiter zerstört. Das Wort „Abriss“ stand im Raum. Und das bei einem Haus, das wie kein zweites in Leipzig für das Ende des Zweiten Weltkriegs steht. Denn hier entstand das berühmte Foto von Robert Capa „Der letzte Tote des Krieges“.

Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: Mehr Mut zum Public Viewing

Als schick und tiefgründig gilt heutzutage, wer sagt, dass er quasi nie fernsehe. Stattdessen wird gern mit wichtiger Miene verkündet, man hole sich höchstens und gegebenenfalls in der Mediathek was runter. Die Leute tun so, als sei das bloße Negieren eines (auch noch zu Unrecht) verpönten Mediums schon ein Qualitätskriterium an sich. Dies ist natürlich absurd, denn schließlich kann man ja in der Zeit, in der man NICHT in die Röhre guckt, auch viel Frevelhaftes leisten. Jack the Ripper z. B. hat doch gewiss nicht allzu viel ferngesehen und bekanntlich wenig Löbliches zustande gebracht.

Binnen weniger Minuten strömten etwa 100 Menschen auf das Gelände. Foto: René Loch
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Asylunterkunft Braunstraße: Wie eine Pension für Geflüchtete

Viele Interessierte nutzten am Freitagnachmittag die Einladung der Landesdirektion Sachsen, sich ein eigenes Bild von der neuen Asylunterkunft in der Braunstraße 3-5 zu machen. Hier sollen am Montag zunächst 50 Geflüchtete ankommen. Ausgelegt ist die Einrichtung für bis zu 600 Personen. Sie sollen in der nahe gelegenen BAMF-Außenstelle ihren Asylantrag stellen und möglichst nur einmal hier übernachten.

Etwa 150 Interessierte kamen zur Info-Veranstaltung in Stötteritz. Foto: René Loch
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Asylunterkunft in Reudnitz-Thonberg: Sorgen bereitet vor allem die Parkplatznot

Wenn Sozialbürgermeister Thomas Fabian und Sozialamtsleiterin Martina Kador-Probst zur Infoveranstaltung über die Unterbringung von Geflüchteten laden, kann es schon mal hoch hergehen. In der Vergangenheit ließen Bürger ihren rassistischen Ansichten teils freien Lauf. Bei der Diskussion zum Bauvorhaben auf dem Barnet-Licht-Platz in Reudnitz-Thonberg ging es gemäßigter zu. Sorgen bereitete vor allem die Parkplatzsituation.

Das Koalamännchen Oobi-Ooobi. Foto: Dierenpark Planckendael Jonas Verhulst
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Am 12. Mai wird das Koala-Haus im Leipziger Zoo eröffnet

Eigentlich war Australien gar nicht geplant im großen Projekt „Zoo der Zukunft“. Afrika, Asien und Südamerika sollten vorkommen. Dazu Pongoland und Gondwanaland. Aber als 2012 die letzten Bewohner aus dem alten Tieraffenhaus auszogen, kam der Planungsstab des Leipziger Zoos doch schwer ins Grübeln: Wer sollte eigentlich künftig in die denkmalgeschützte Anlage einziehen? Insekten vielleicht?

19:15: "Die Rechte" vor Ort - Rolf Dietrich, Alexander Kurth und OfD - Veranstalter Silvio Rösler bei der Zwischenkundgebung. Foto: L-IZ.de
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Legida unter neuer Führung und mit Neonazi-Unterstützung

Seit es Legida gibt, hat es mehrmals Pläne für gleichzeitige Unterstützerdemos gegeben. In der Anfangszeit sollten diese vor allem den Zugang zu den eigentlichen Kundgebungen sichern. Beim einjährigen Legida-Geburtstag war es die OfD, die ursprünglich separat mitdemonstrieren wollte. All dies hat jedoch nie stattgefunden. Am kommenden Montag soll es nun so weit sein: Legida greift erstmals offen auf die Unterstützung von organisierten Neonazis insbesondere aus dem Umfeld der NPD zurück.

Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: Was ist Erotik?

Als sich neulich ein Freund einmal unter vier Augen darüber beklagte, er habe das Gefühl, die jungen Dinger pfiffen ihm nicht mehr so hinterdrein wie früher, obwohl im das nichts ausmache, weil es diesen irgendwie an Erotik fehle, habe ich erst einmal herzlich gelacht und ihm zu diesem köstlichen Scherz gratuliert.

Mal wieder am Rad, äh Uhr, gedreht. Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: Summertime and living is easy?

Seit gestern Nacht zwei Uhr wird wieder zurückgeschossen. Die Winterzeit ist hinterrücks von der Sommerzeit überfallen worden und liefert uns endlich mal wieder einen konkreten Feind. Wahlergebnisse Sachsen-Anhalts, IS, Terror, sexuell veranlagte Nordafrikaner und Angst vor Altersarmut können einpacken in ihrer diffusen Luschigkeit. Wir haben jetzt erst mal mit uns zu tun. Über 70 % der Deutschen lehnen mittlerweile die Zeitumstellung ab, heißt es in Umfragen. Sie sähen keinen Mehrwert darin, stattdessen koste sie die eingebüßte Stunde zu viel Wohlgefühl. Müdigkeit, Schlafstörungen und Verstimmungen nähme das Zepter ihrer Tage in die Hand.

Trotz allem: Ostern feiern. Foto: Daniel Thalheim
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Gastkommentar von Christian Wolff: Trotz allem – Ostern feiern

„Ostern feiern?“ fragt der bedeutende Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) in einem Brief vom 27. März 1944. Ostern feiern? Diese Frage stelle sicherlich nicht nur ich mir am 27. März 2016: Wie ist das möglich, das freudige Fest des Lebens zu begehen in Zeiten des Terrors, im Angesicht der schlammigen Verrottung von Flüchtlingen in Idomeni vor durch Stacheldraht verschlossenen Grenzen, in der Erschütterung über so viel Ich-besoffenem Hass und verrohender Menschenverfeindung in den europäischen Gesellschaften?

Fruchtbombe, gebastelt und fotografiert von Leo Leu.
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Mit glühenden Augen immer schneller, nerviger und panischer

Irgendwann reicht es. Nicht nur neugierigen Menschen wie mir. Ich bin zwar gern gut informiert über all den Blödsinn, der da draußen in der Welt passiert. Aber für Hasenjagden bin ich nicht zu haben. Und was die Herren und Damen Kollegen da seit Dienstag veranstalten, das ist nur noch Kaninchenjagd. Kein Wunder, dass die Leute ringsum in hysterisches Kreischen ausbrechen. Seid Ihr völlig verblödet?

Alexander Loos, Dr. Jörg Junhold und Dr. Daniel Hanus vor der Schimpansenanlage im Pongoland. Foto: Ralf Julke
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Mit einer pfiffigen Lernstation kann man im Pongoland jetzt jeden einzelnen Schimpansen persönlich kennenlernen

1997 war's. Da ging es um die spannende Frage: Wohin kommt das neue Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie? Denn darüber entschied nicht nur die Schönheit der erwählten Stadt, sondern auch die Frage: Gibt es einen Zoo vor Ort, der bereit ist, in ein nachhaltiges Primaten-Forschungsprogramm mit einzusteigen? Glück für Leipzig: Es gab ihn.

Die Säule der mitteleuropäischen Kultur – das Christentum. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
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Gastmanns Kolumne: Palmarum

Es soll Menschen geben, die heute, am Sonntag vor Ostern, an Ostern denken. Mir fällt dann aber auch immer gleich Holger Zastrow ein. Was aber hat nun dieses nassforsche Urgestein der sächsischen FDP ausgerechnet mit dem Osterfest zu tun? Eine ganze Menge. Es hat sogar etwas mit der aktuellen Diskussion um unsere westlichen Werte zu tun, von denen keiner so richtig weiß, wann diese zum letzten Mal gesehen worden sind. Aber Hauptsache man verteidigt diese vor dem Islam.

Das war's: Nach neun Monaten gibt Markus Johnke den Legida-Vorsitz ab (hier am 11. Februar 2016). Foto: L-IZ.de
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Legida braucht einen neuen Anführer

Das selbsternannte Volk steht am Scheideweg. Nachdem der bisherige Orgachef von Legida in der Nacht auf Samstag seinen Rückzug vom Vereinsvorsitz erklärte, ist unklar, wer in Zukunft das Ruder in die Hand nehmen soll. Ein Kandidat wäre Szeneanwalt Arndt Hohnstädter.

Politik wirkt auf den Wahlbürger immer öfter wie ein Fahren im Nebel. Foto: Ralf Julke
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Gastkommentar von Christian Wolff: Nichts beschönigen, nichts kleinreden, nichts ignorieren

1. Für das Ergebnis einer Wahl sind die Bürgerinnen und Bürger verantwortlich. Sie entscheiden, welche Partei wie viele Stimmen bekommt, nicht die Parteien selbst. Diese machen ein Angebot; ob es angenommen wird, ist Sache der Wähler/innen. Wenn also die AfD in drei Bundesländern zwischen 10 und 25 Prozent Stimmenanteil bei relativ hoher Wahlbeteiligung erreicht, dann heißt das: die Wählerinnen und Wähler der AfD haben ganz bewusst für eine Partei gestimmt, die – unabhängig von der Frage, wie wir mit Flüchtlingen umgehen – massiv rechtes Gedankengut propagiert und den Wertekanon des Grundgesetzes zur Disposition stellt.

Das Goerdeler-Denkmal am Fuße des Leipziger Neuen Rathauses. Foto: Stadt Leipzig
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Gastmanns Kolumne: Denkmal!

Am Fuße des Leipziger Neuen Rathauses findet der aufmerksame Spaziergänger ein eigenwilliges Denkmal, eine Art Stufenschacht, der von einer Arena beschrifteter Steine umrundet ist – das Goerdeler-Denkmal. Die Zitate auf den Steinen stammen aus den Reden, Texten und Briefen Carl von Goerdelers. Goerdeler war in den Jahren zwischen 1930 und 1937 Oberbürgermeister von Leipzig.

Bitte draußen bleiben. Foto: L-IZ.de
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Gastkommentar von Christian Wolff: Flüchtlingskrise zu Ende?

„Ist die Flüchtlingskrise zu Ende?“ fragte gestern die in Dresden erscheinende „Sächsische Zeitung“ (SZ) mit erleichtertem Unterton. Schließlich passieren seit Tagen nur noch um die 100 Flüchtlinge die Grenzen nach Deutschland. Ist damit erreicht, was Ziel vieler Debatten der vergangenen Wochen war: eine deutliche Reduzierung der Anzahl der Menschen, die bei uns Zuflucht suchen? Mitnichten! Dass nur noch ein paar hundert Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, Mitteleuropa erreichen, bedeutet nicht, dass weniger Menschen auf der Flucht sind. Es zeigt vielmehr an, dass sich die Krise potenziert und die Lasten verschoben haben.

Rauchend zogen 800 feministische Demonstranten durch die Straßen. Foto: René Loch
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Feministische Demo: Antirassismus, besoffene Macker und bunter Rauch

Vier Tage nach dem eigentlichen Frauenkampftag zogen am Samstag etwa 800 Menschen für feministische Inhalte durch Leipzig. Sie riefen dabei auch zum Engagement gegen Rassismus auf und gedachten der ermordeten Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres. Am Rande der Demo kam es zu einer Schlägerei mit betrunkenen Teilnehmern eines Junggesellenabschieds.

Gebärdensprachdolmetscherin. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
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Hintergrund: Die UN-Behindertenrechtskonvention und die Frage nach der Inklusion

Sachsen soll ein neues Schulgesetz bekommen. Im Vorfeld wird über die Inklusion besonders hitzig diskutiert. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention ist auch Sachsen zur Inklusion verdonnert. Behinderte Menschen dürfen nicht aufgrund einer Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden. Der Zugang zu einem „einbeziehenden (inklusivem), hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht“ soll allen Kindern ermöglicht werden.

Über 50 Teilnehmer kamen zusammen. Foto: Alexander Böhm
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Weltfrauentag: International auf dem Augustusplatz + Video

Zum internationalen Frauentag hatten für Dienstagnachmittag der Frauen für Frauen e.V. und Convivendum, ein gemeinnütziger Dienstleister rund um die Betreuung von Asyl- und Flüchtlingseinrichtungen, alle Frauen zu einer Feier auf dem Augustusplatz eingeladen. Anlässlich des Tages wurde ein Aufruf in sieben verschiedenen Sprachen verlesen.

Manchmal hilft es schon, die Sonnenbrille abzusetzen. Foto: L-IZ
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Herr K. kann keine Nazis mehr sehen

Herr K., Sie schreiben uns: „Jetzt wird von verschiedenen Mitgliedern der ‚guten’ Parteien bestimmt, wer bei der Buchmesse ausstellen darf. Das erinnert mich an die gute alte DDR. Nur dort gab es keine Demokratie. Bei uns soll es ja noch eine geben.“ Wie Sie sicher bemerkt haben werden, stimmt an ihrer verbalen Sonntagskutsche nichts.

20:56 Uhr: "Friedrich Fröbel" gibt den Germanen. Foto: L-IZ.de
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Liveticker am 07.03.: Wie weit darf Legida gehen? + Videos

Zur Stunde ist noch nicht klar, ob für Legida an der „Runden Ecke“ die Wende kommt oder ob sie wie gewohnt bis zum Neuen Rathaus laufen dürfen. Eine Verkürzung durch die Ordnungsbehörde hatte das Verwaltungsgericht zurückgewiesen. Dagegen ist wiederum die Stadt in Widerspruch gegangen. Aktuell liegt der Fall beim Oberverwaltungsgericht Bautzen. Die Entscheidung fiel nach einigem Hin und Her für die längere Streckenführung.

Geburtstagstorte: OBM Jung schneidet sich ein Stück vom Social Center ab. Foto: René Loch
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Aktivisten kämpfen weiter für ein „Social Center“ – möglichst in der Platostraße

Für den Moment sind die Türen wieder verschlossen. Gut 48 Stunden nach Beginn der Besetzung der ehemaligen Führerscheinstelle in der Platostraße haben die „Social Center“-Aktivisten das Gebäude am Montagnachmittag friedlich wieder verlassen. In einem Gespräch mit Oberbürgermeister Burkhard Jung verständigte man sich auf eine grundsätzliche Zusammenarbeit bei der Standortsuche. Jung schloss die Immobilie in der Platostraße dafür aus – die Aktivisten wollen jedoch weiter daran festhalten.

„Frauenkampftag ist jeden Tag“. Foto: Alexander Böhm
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Demonstrationen am Montag: Gegen den Antifeminismus von Legida

Nicht nur der kommende Legida-Aufmarsch am Montagabend, sondern auch der Weltfrauentag, beziehungsweise Frauenkampftag, am Dienstag wirft seine Schatten voraus. Was läge also näher, als den Kampf für feministische Positionen einen Tag vorzuziehen, dachten sich die Aktivisten des Netzwerkes „Leipzig nimmt Platz“. Eine der beiden großen Gegendemos steht deshalb unter dem Motto „Für einen grenzenlosen queeren Feminismus – Sexismus angreifen!“. Start ist 18 Uhr auf dem Augustusplatz.

Der Mensch ist verständigungsinteressiert. Foto: Daniel Thalheim
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Gastmanns Kolumne: Frankie: Isch geh Hollywood. Kommste mit?

„Ey Alder, ich bin Shakespeare. Ich geh dann Bahnhof”. So hörte ich kürzlich einen jungen Mann in der Südvorstadt in sein mobiles Endgerät hineinsprechen. Man muss weder Frauen- noch Bahnhofsversteher sein, um nachvollziehen zu können, warum ich lachen musste. Der Kontrast zwischen dem göttlichen William und dem Jungmann im knallroten Turnschuhwerk, der hier gerade vor mir herschlich, war einfach zu wunderbar. Natürlich muss hinzugefügt werden, dass es sich bei dem Aufgeschnappten um desaströses Kurzdeutsch handelte. Und ja klar, wir sollten besorgt über den Umgang mit der deutschen Sprache sein. Aber müssen wir das wirklich?

Durch Transparente machen die Aktivisten auf die Besetzung aufmerksam. Foto: Alexander Böhm
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Social Center Leipzig – Der zweite Tag: Plena, Workshops und Entrümpelung drinnen

Am zweiten Tag der geduldeten Besetzung eines Gebäudes in der Platostraße veranstalteten die „Social Center“-Aktivisten zwei Workshops, luden Geflüchtete zum gemeinsamen Essen ein und setzten die Aufräumarbeiten fort. SPD und Grüne kritisierten das Geschehen mit deutlichen Worten. Am Montag sollen die Besetzer das Gebäude gemäß Vereinbarung verlassen. Zudem steht ein Gespräch mit Oberbürgermeister Burkhard Jung auf dem Programm.

800 Jahre Dresdner Kreuzchor - Eine Abschiedssymphonie der besonderen Art. Foto: Matthias Krueger
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Gastkommentar von Christian Wolff: Eine kritische Nachlese zum Festakt „800 Jahre Dresdner Kreuzchor“

Am Freitag war der große Tag: 800 Jahre Dresdner Kreuzchor. Der feiert aber nicht allein, auch die Kreuzschule und die Kreuzkirche begehen das 800-jährige Jubiläum. Jedoch: gefeiert wird nicht gemeinsam. Denn beim Festakt in der Semperoper geht es nur um den Kreuzchor – reduziert auf drei Ziffern: 800. Kreuzschule und Kreuzkirche sind nicht präsent, das Kreuz und die Kirche, die Marke und der Ursprungsort scheinen vergessen.

Am Ende bleiben einige Polizeieinheiten weiter vor Ort. Foto: Alexander Böhm
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Social Center – Zweiter Versuch in Leipzig: Finale für heute, am Wochenende bleibt besetzt, Montag Gespräch mit OB Jung + Video

Als rund 60 Aktivisten kurz vor Weihnachten für 24 Stunden einige Räume der Universität Leipzig besetzten, war dies noch als Warnung zu verstehen: Wir meinen es ernst mit unserem Anliegen. Nun wagen mehr als 100 Personen einen zweiten Anlauf, um ein sogenanntes Social Center für Geflüchtete und andere marginalisierte Gruppen zu errichten. Seit 14:15 Uhr besetzen sie die ehemalige Führerscheinstelle in der Platostraße.

Turm der neuen Propstei vor dem Neuen Rathaus Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
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Neue Propstei am Ring erhält Architekturpreis des Bundes deutscher Architekten

Ein Einkaufszentrum? Die neue Feuerwache? Verwaltungsgebäude oder eine Schule? Die neue Propstei am Ring ist nicht für jeden sofort als Kirche erkennbar. Mancher entdeckt seine Liebe zu dem Gebäude eher beim zweiten Blick und andere sprechen despektierlich von Sankt Tetris - in Anspielung auf ein Computerspiel aus vergangenen Zeiten. Doch zumindest den Architekten gefällt das Gebäude. Daher gibt es jetzt den Architektur-Preis des BDA Sachsen für den Sakralbau.

Bei Legida immer dabei, auf der Buchmesse auch. Gegen letzteres macht ein Aktionsbündnis mobil. Foto: L-IZ
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Aktionsbündnis veröffentlicht Offenen Brief gegen rechtes Monatsmagazin „Compact“

Das Aktionsbündnis „NoCompact“ wendet sich mit einem Offenen Brief gegen den Auftritt des rechten Monatsmagazins „Compact“ auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse. In einem am Donnerstagmorgen veröffentlichten Schreiben heißt es: „In Zeiten von Pegida und beinahe täglichen rassistischen Brandanschlägen ist das ein fatales Signal.“ Zu den Unterzeichnern gehören verschiedene Leipziger Institutionen und Einzelpersonen.

Lügenpresse halt die Fresse - hier der Spruch mal in "nett" auf einem T-Shirt des Ordners (rechts im Bild), der laut Ordnungsamt Leipzig bei Attacken auf Presse eingreifen wird. Noch weiter rechts Legida-Veranstalter Markus Johnke. Foto: L-IZ.de
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Blendlichter, Angelruten & Angriffe auf Journalisten: Was tat das Ordnungsamt bislang gegen die Gewalt bei Legida?

Von Beginn an galt der Pegida-Ableger in Leipzig als radikaler und auch gewaltbereiter als die Islamfeinde in Dresden. Bereits mit dem 21. Januar 2015 wurde klar, dass sich gewaltbereite Hooligans, rechtsextreme Kameradschaften und NPD-Mitglieder unter die Legida-Demonstranten gemischt hatten. Schon an diesem Tag traten sie teils vermummt auf, um anschließend Journalisten zu hetzen, warfen Steine auf Kamerateams und skandierten „Lügenpresse“. Auch wenn sich die Zahl der Teilnehmer seither von rund 5.000 immer weiter reduzierte – die Aggressivität blieb. Und bis zuletzt schaute das Ordnungsamt Leipzig dieser offenbar nur noch zu.

Bar Kochba Denkmal unter einem Haufen Schutt vergraben. Foto: Privat
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Jüdische Sportgeschichte planiert: Bar Kochba – Denkmal unter Schutt beerdigt

Dass die Bauaktion auf dem Platz an der Dübener Landstraße ein Nachspiel haben wird, ist bereits klar. Seit zwei Wochen begradigen Baumaschinen den Sportplatz des ehemaligen jüdischen Fußballclubs Bar Kochba in Leipzig. Das kleine Denkmal am Rande ist nicht mehr zu sehen, Schutt und Geröll wurden einfach drüber gekippt. Offenbar soll hier, wo ein gehöriges Stück Leipziger Fußballtradition zu Hause war, zukünftig ein Parkplatz für das nahe liegende VW-Autohaus entstehen. Dabei waren offenbar Denkmal und eine kleine Mauer mit einem eingelassenen Davidstern ebenso egal, wie die Geschichte des Ortes an sich.

Der Mond ist aufgegangen ... Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
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Gastkommentar von Christian Wolff: Endlich

Endlich scheint sie aufzuwachen – die SPD. Es wird auch höchste Zeit – nicht im Blick auf die Landtagswahlen, aber im Blick auf eine den Aufgaben angemessene Integrations- und Sozialpolitik. Endlich also legt die SPD zwei grundlegende Forderungen auf den Tisch: ein Sozialpaket für die Bevölkerungsschichten, die in den vergangenen Jahren am meisten unter dem sog. „schlanken Staat“ und der damit verbundenen Vernachlässigung öffentlicher Aufgaben gelitten haben, und eine Integrationsinitiative, damit in den kommenden Jahren die Aufnahme der Geflüchteten in die Gesellschaft Deutschlands gelingt.

„Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun.“ Foto: Alexander Böhm
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Gastmanns Kolumne: Faust auf Faust

Außer Lesen nix gewesen? Wohl in wenigen Dingen gehen die Sichtweisen der Menschen so weit auseinander wie in den Erinnerungen an die eigene Schulzeit, den Deutschunterricht inklusive. Klar. Für die einen Erinnerung an einen charismatischen Deutschlehrer, der machen konnte, was er wollte, dem man einfach gerne folgte, auch wenn er einem aus der „Gartenlaube“ oder den „Drei kleinen Schweinchen“ vorgelesen hätte. Für die anderen hingegen führen die Gedanken ausschließlich zurück zu unzähligen Stunden, die sich zogen wie zäher Schlamm.

Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
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Von Ben Becker bis Ute Gabelmann: 100 Menschen am Weg zum Katholikentag

100 Menschen werden derzeit von den Veranstaltern des Katholikentags in Leipzig vorgestellt - jeden Tag einer. Mit der Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann wurde eine vehemente Kritikerin befragt. Auch bei anderen Porträts wäre es allerdings nicht richtig, von Fans des Katholikentags zu sprechen. So kommt auch manches zur Sprache, was in der Vorbereitung schiefläuft. Jenny Winkler etwa befürchtet, dass das Projekt an den Leipzigern vorbeigeht.

Der Polizeikessel bleibt für die meisten Betroffenen ohne strafrechtliche Folgen. Foto: Alexander Böhm
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Anti-AfD-Protest im November hat nun ein Nachspiel

Immer wieder geraten Menschen, die gegen Legida, AfD und ähnliche rechtsradikale Gruppierungen demonstrieren, in den Fokus der Ordnungsbehörden. Das Vorgehen gegen eine vermeintlich unerlaubte Ansammlung Anfang vergangenen Jahres hat sich mittlerweile als rechtswidrig herausgestellt. Nun droht Aktivisten Ungemach wegen einer Polizeimaßnahme am Rande einer AfD-Kundgebung im November.

Der Siegerentwurf für die Ahmadiyya-Moschee. Visualisierung: Mustafa Ljaic
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Hintergrund: Die Spur der Schweine auf den Moscheebaustellen führt nach Sevilla

Es geschieht so sicher wie das Āmīn in der Moschee beim Gebet zum Abschluss der ersten Sure (Al Fatiha) des Koran: Unbekannte legen an den Ort des geplanten muslimischen Gotteshauses ein Schwein. In Gohlis musste ein Ferkel dran glauben. „Mutti Merkel“ hatte jemand draufgeschrieben. Eine Botschaft an die Bundeskanzlerin - und an die Gemeinde: die Moschee könne nicht mehr gebaut werden, meinen die Täter. Das soll in Sevilla geklappt haben. Stimmt das?

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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