SV Meppen vs. Lok-Frauen 3:1 - Emser Salz in Leipziger Wunde
Jan Kaefer
01.10.2012
Beim SV Meppen mussten die Leipziger Lok-Frauen ihre erste Saisonniederlage hinnehmen.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Schlappe 500 Kilometer reisten die Fußballerinnen des 1.FC Lok, um im Emsland einen sehr schmerzhaften Tag zu erleben. Mit der ruppigen Spielweise der Meppener hatten die Probstheidaer ihre liebe Not, fühlten sich zudem von der Schiedsrichterin verschaukelt. Das Ergebnis: erste Saisonniederlage und zwei Spielerinnen, die sich anschließend in der Notaufnahme behandeln lassen mussten.
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Eigentlich hatte Lok-Trainer Hendrik Rudolph gar keine Lust, über dieses Spiel zu sprechen. Traurig und niedergeschlagen wirkte er nach einem Tag, den er am liebsten aus seinem Kalender verbannt hätte. Nach der unerwarteten Niederlage gegen den SV Meppen musste er eine unfreiwillige Verlängerung im Krankenhaus dranhängen. Zwei seiner Spielerinnen waren auf dem Feld buchstäblich kaputtgespielt worden. Kapitänin Anne Heller hatte beim Kopfball einen Schlag von hinten kassiert und dabei vermutlich ein Schleudertrauma davongetragen. Angreiferin Christina Nauesse hingegen bekam was auf die Rippen und musste geröntgt werden. Während sie vermutlich für das nächste Spiel wieder zur Verfügung steht, könnte es bei Anne Heller länger dauern. Die starken Schmerzen begleiteten sie auch auf der langen Rückreise.
Das Spiel an sich war unter diesen Umständen verständlicherweise eher nachrangig. Lok hatte sich von Beginn an von der Härte der körperlich robusteren Emsländerinnen beeindrucken lassen und fand einfach nicht zum eigenen Stil. Eine Unkonzentriertheit führte nach einer knappen Viertelstunde zum schnellen Rückstand. Marlene Ebermann wollte einen Einwurf eigentlich zur Mitspielerin abprallen lassen, doch legte die Kugel dabei den Gegnern in die Füße. Van Eyk ließ sich die Chance nicht entgehen, schob zum 1:0 (14.) für Meppen ein. Bis zur Halbzeit konnte Lok nur phasenweise spielerischen Glanz aufblitzen lassen. Einen Treffer erzielten sie allerdings nicht.
In der Kabine forderte Coach Rudolph von seinem Team, das Spiel jetzt endlich an sich zu reißen. Zunächst sah die Umsetzung auch ganz vielversprechend aus. Bitter, dass genau in diese Bemühungen das 2:0 fiel (62.). Wieder war nur etwa eine Viertelstunde gespielt. Meppen weiterhin bissig und aggressiv, Lok konnte mit spielerischen Mitteln nicht dagegenhalten. Als der Leipziger Abwehr in der 76. Minute erneut ein Ball durchrutschte, enteilte Diekmann und sorgte mit dem 3:0 für die Entscheidung. Das per Kopf erzielte Last-Minute-Tor von Marlene Ebermann (3:1/90.+1), war dann nur noch für die Statistik von Bedeutung.
"Heute lief alles gegen uns", fasste der Trainer das Dilemma zusammen. "Aber solche Tage gibt es, an Niederlagen muss man wachsen. Man darf das Spiel nicht überbewerten, aber vielleicht müssen wir von unserer Euphorie ein bisschen runterkommen und auf den Teppich zurückkehren". Dieser Teppich ist aktuell auf Tabellenplatz 5 ausgerollt - mit drei Punkten Abstand zum führenden BV Cloppenburg.
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