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Schweinevogel von Schwarwel (233): Zeitfenster

Es gibt ja wirklich riesige Probleme. Krieg und Frieden, Hunger und Überfluss, Mann und Frau. Aber da ganz unten, am Ende der Gedankenschleifen, da, wo es nicht viel hilft, mit Aufrüstung und Emanzipation zu argumentieren steht ein Schrank. Der wichtigste Schrank in jedem Haus, will man nicht zum Fleischfetzentragen in den Keller hinabsteigen. Und genau beim Öffnen der Türe dieses freundlichen Zimmermöbels entscheiden sich alle anderen Fragen.

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Schweinevogel von Schwarwel (232): Fahrradtour

Die Zeit ist reif, die Winde lau und freie Tage gibts auch noch dazu. Beste Gelegenheit also, die Herzkranzgefäße mal positiv zu belasten und der aufsteigenden Venenverkümmerung so richtig in den Hintern zu treten. Also die Zahnkränze geölt, den Luftdruck überprüft und kurz am Lenker gerüttelt. Pedal oh Pedal, Kunst der Beschleunigung durch Muskelkraft - Wiesen und Felder, wir kommen geflogen!

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Schweinevogel von Schwarwel (231): Schuld

Du bist schuld. Nö. Doch. Wenn ich so drüber nachdenke, eigentlich bist DU schuld. Ach was? Ja, Du. Bist. Schuld. So. Und jetzt kommst Du! Wie ich eingangs schon sagte, Du bist schuld und ich kann das auch beweisen. Denn ich bin sicher, dass ich nicht schuld bin. Also musst Du schuld sein. Quod erat demonstrandum! Ha! Das wollte ich auch gerade sagen, da siehst Du, wie Du mir immer die Worte im Mund herumdrehst, um von Deiner Schuld abzulenken! Worum ging es eigentlich? Es war jedenfalls etwas, wo Du schuld bist. Aaaah ja. Aber gut, dass wir uns mal ausgesprochen haben.

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Schweinevogel von Schwarwel (230): Frühjahrsputz

Aufbruch, Neues, Innovation! Der Frühling verführt doch immer wieder zu der einen oder anderen neuen Idee. Erst reift sie leise und versonnen vor sich hin, während es langsam wärmer wird, keimt sie empor und schließlich erblickt sie freudig, ja trunken das Licht! Kein Grund nervös zu werden. Ruhig bleiben, atmen. Es geht vorüber.

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Schweinevogel von Schwarwel (229): Haarschnitt

Ach Jugendjahre, wo seid ihr hin? All die straffe Haut, der Duft von Hormonen in der verheißungsschwangeren Frühlingsluft, das unbekümmerte Alles oder Nichts beim Betreten der nächsten Räume? Eine Glatze war noch ein selbst gewählter Haarschnitt, eine Zahnspange noch der Kampf um ein schöneres Morgen und die Augen schweiften weit auf der Suche nach Unbekanntem. Verweht und ausgelöscht, ersetzt durch Erfahrung und Mattheit zugleich. Nun weiß man, wie es ginge, doch es geht nicht mehr. Das mit dem Verfall ist wirklich nichts für Weichvögel.

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Schweinevogel von Schwarwel (228): Patientenverfügung

Alt werden wollen alle. Alt sein niemand. Alt und krank schon gar nicht. Und das womöglich noch ohne wenigstens Möff sagen zu können. Möff - ich mag nicht mehr. Gut, machen wir die Maschine halt aus. Ja, wenn da der olle Hippokrates nicht wäre, aber der alte Grieche kannte ja nicht einmal eine Herz-Lungenmaschine. Man starb gänzlich unbeschlaucht, gern im Stehen mitten in der Schlacht oder am harten Tagwerk. Heute gilt: Beim Essen schwitzen und bei der Arbeit frieren. Dafür gibt es aber nun Patientenverfügungen. Möff.

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Schweinevogel von Schwarwel (227): Pausensnack

Pause? Was bitte ist eine Pause? Gegönnter Zwischenraum, nach und vor dem man etwas macht? Aber wirklich gar nichts machen ist unmöglich. Selbst wo man nur herumliegt, geschieht irgendetwas - man wird älter, irgendwelcher Käse geht einem durch den Kopf, die Augen schauen so vor sich hin, Muskeln kontrahieren, das Herzchen bummert. Eine Pause ist also unmöglich, wie zu beweisen war. Was um Himmels Willen soll dann ein Pausensnack sein?

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Schweinevogel von Schwarwel (226): Spießerphobie

Spießer, die. Arme Bürger, welche ihre Heimat mit dem Spieß verteidigten. Galt einst im fernen Mittelalter. Aber halt! Spießbürger oder auch Kleinbürger haben eine ganz besondere gesellschaftliche Eigenschaft. Sie bildeten und bilden seit Marx sein Manifest schrieb "in Deutschland die eigentliche Grundlage der bestehenden Zustände." Ihr Einfluss wird also nachhaltig unterschätzt. Andererseits gibt es sie gar nicht - denn keiner ist einer. Krank machen sie einen dennoch. Paradox.

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Schweinevogel von Schwarwel (225): Selfie

Seht einmal, da steht er. Unser Struwwelpeter. Ist es nicht bezaubernd, wie kontinuierlich indoktrinierende Erziehung ihre Wirkung entfaltet? Wer ist die Schönste im ganzen Land? Eine Frage auf Leben und Tod. Zumindest, wenn man 15 ist. Ein neues Spiel, welches mittlerweile zu spektakulären Fotos mit fahrenden Zügen im Rücken führt. Könnte einen neuen Reim ergeben: Mit dem Handy in der Hand in ein andres fernes Land.

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Schweinevogel von Schwarwel (224): Wut

Da ist sie also, die kleine schmuddelige Schwester des Zorns. Ohne Ziel und Richtung treibt sie dem Ohnmächtigen den Blutdruck bis in die Notaufnahme, gilt dem Philosophen als reiner Ablasshandel für ungelöste Widersprüche und lässt dem sprichwörtlichen kleinen Mann das Türchen offen, an welchem steht: Hier vermeiden sie frühe Krebsschäden, toben sie sich aus. Frei von Konsequenzen natürlich, ohne Nebenwirkungen also. Der beste Freund der Macht - bei Lichte besehen - ein dünnes Pfeifen im Sturm.

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Schweinevogel von Schwarwel (223): Demut

Wie entspannt das Leben geworden ist, seit das ruhige Auge lange weilt, die offensichtlichen Widersprüche dieser Welt in einer duftenden Logikwolke voll Gotteswille zerstäuben und das Verständnis für das Wachstum der Pflanzen durch jede Pore rauscht. Die Welt ist überwältigend und schön, was ist da des Menschen Wille, sein kleinliches Streben nach ein paar Metern Erde Eigentum? Zurückgelehnte Wonne der Demut. Es wird alles gut.

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Schweinevogel von Schwarwel (222): Dienstberatung

Es läuft alles prima. Priemstens sozusagen. Um diesen herausragenden Zustand auf ewig festzulegen, muss man sich eigentlich nur weiter so verhalten, wie bisher. Miteinander reden, hart arbeiten und das gelingt am Besten bei Meetings. Meetings, für ganz harte Arbeiter natürlich "Dienst"-Beratungen, sind dafür am Wichtigsten. Also Wichtigstens. Dann ist man so geklärt und aufgeräumt für die kommende Teamarbeit, das Gemeinsame und den Fortschritt. Also das große Ganze eben.

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Schweinevogel von Schwarwel (221): Zahnschmerzen

Wo dem Einen die einzige Bildung die Einbildung, dem Anderen der satte Geruch einer Gastküche Grund, mit dem fröhlichen Klingeln von Münzen zu zahlen, ist doch fast allen gemein: Bei Schmerzen hört das Einfühlungsvermögen wohl auf. Doch Obacht! Noch so manch spottendem Zeitgenossen wurde schon umgehend mit einem harten Tritt des Schicksals selbst dieses noch beigebogen.

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Schweinevogel von Schwarwel (220): Monatsende

Freidenker und eine geregelte Arbeit? Was für ein Widerspruch, ungelöst in all den Jahrhunderten. Marx, van Gogh, Luther - was wären diese Namen heute ohne die lange Zeit unbekannten Gönner und angetrauten Eheweiber. Was werden nachkommende Schichten einst über diese, unsere gönnerlose Zeit zu berichten haben? Bleibt standhaft! Egal wie kurz die Monate ohne Kellner- oder Callcenterjob sind.

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Schweinevogel von Schwarwel (219): Wintereinbruch

Ein trautes Heim ist eben doch die Grundlage jeder Aktivität im Leben. Da bettet sich Haupt und Hirn, da ist Anlaufpunkt nach geschlagener Arbeitsschlacht, da ist Wärme und die Lieben lauern gierig auf die Rückkehr aus fernen Landen. Schön, wenn das ein oft genug glückspielsüchtiger Vermieter auch so sehen kann. Vor allem in der Zeit, wo der Zeltaufbau keine echte Alternative für mitteleuropäische Leistungserbringer ist.

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Schweinevogel von Schwarwel (218): Fruchtfleisch

Es gilt eine fast schon philosophische Frage zu klären. Geht man frei von Bedachtsamkeit durchs Leben, ists oft ein leichteres. Das Gemüt unbelastet von Wissen und Angst, bleibt es fröhlich ungetrübt. Krankheit, Tod und Ungemach ist damit irgendwas "von oben". Auf der anderen Seite droht allzu viel Wissen, also seltsame Assoziationen, unter Umständen Verzweiflung, Neurosen und ... Fruchtfleisch.

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Schweinevogel von Schwarwel (217): Neustart

Gemeinsam sind wir stark. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg und dabei kann man auch getrennt marschieren, aber vereint schlagen! Zehn Finger kann man brechen, doch eine Faust nicht. Voran und auf zu neuen Taten und immer daran denken: "Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg." (Henry Ford). Und "nichts ist besser geeignet, die Verschmelzung der widerstrebenden Elemente zu fördern, als gemeinsame Arbeit an gemeinsamen Aufgaben." (Bismarck). Gibt schon tolle Sprüche. Nur irgendwie vergessen immer alle, zuerst den Chef vor die Tür zu setzen.

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Schweinevogel von Schwarwel (216): Schwabbelbauch

Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Ein jeder weitere bringt neue Landschaften, Begegnungen, vielleicht ein ganz anderes Leben. Aus Schritten werden Hüpfer, Sprünge und ab und zu ein rasanter Tanz. Jede Reise beginnt doch nur mit einem Schritt.

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Schweinevogel von Schwarwel (215): Countdown

Last-Minute-Wünsche? So ne richtig fette Harley? Wieder Haare auf dem Kopf? Einen mitputzenden Mann im Haus oder einen Mann im Haus? Vielleicht ganz viel Glück (und die Gefahr es zu übersehen)? Gesundheit - dass wärs vielleicht. Aber Gesundheit ... hat man irgendwie oder hat man irgendwie nicht? Viel Geld? Ach, und dann die Sorgen in der Nacht und der Neid und die Gier der Anderen? Buntes Geläut am Himmel und doch so eine Ahnung von keiner Ahnung. Hauptsache, alles wird wieder mal besser als es bisher war.

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Schweinevogel von Schwarwel (214): Zukunftsangst

Da geht es langsam dahin das Jahr. Die beste Zeit, so richtig an den eigenen Ängsten für 2014 zu feilen. Was ist da nicht alles Hübsches drin. Jobverlust, Krankheiten, Trennungen, der Big Bäng der Wirtschaft und Weltkrieg. Es könnte einen auch aus heiterem Himmel treffen - so ein Sturz auf der Treppe und vorbei ist die schöne Zukunft. Es soll tatsächlich Leute geben, die sich mit diesen Gedanken bestens gewappnet fühlen.

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Schweinevogel von Schwarwel (213): Kartoffelschäler

Kummt da Moor noch oder kummt da net mehr? Ja muss man denn hier alles allein machen? Wo bei Reichens der Automatenmäher durch den Garten schneidert, ist doch am Horizont der Freizeitmensch mehr als nur a Vater Morgana? Nur wo bleibt bei allem der menschliche Kontakt in der häuslichen Nahdistanz? Kummt da Moor nu noch oder kummt da da ach net mehr? Restansage: Kartoffel. KARTOFFEL!

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Schweinevogel von Schwarwel (212): Putzen

Wann ist etwas endlich mal so ganz sauber? So spiegelrein wie frisch gefallener Eiskristall auf einem glitzernden Berg puren Weißes? Schillernd im güldenen Licht eines aufgehenden Tages in Immerland, mit klarster Sicht von Horizont zu Horizont. Und das schmetternde Wiehern eines Einhorns auf sattem Grün im Tal sendet eine Vibration direkt ins Kleinhirn. Vom Himmel fällt ein Tropfen Durchsichtigkeit auf ästelnde Baumkronen, die kraftvoll an den Himmel fassen. Und wie fad wäre das Leben dann?

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Schweinevogel von Schwarwel (211): Babo

Ach diese junge Sprache. So frisch und locker und so schön weltoffen. Nur Vorsicht! Nicht jeder ist deshalb auch gleich bereit, bestehende häusliche Machtverhältnisse auf den Kopf zu stellen. Und die sind ja traditionell andere, als so manch Hereinkommender ahnen kann. Kulturverständigung im Hause Schweinevogel - da wird manche Chefchen-Attitüde trittfest beschieden.

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Schweinevogel von Schwarwel (210): Gewimmel

Na, wieder mal der nächsten flotten Verkündung nachgerammelt? Von wichtigsten Neuigkeiten geflutet worden, auf das im Hirn das Nachsummen brummt? Mal wieder gut Zeit damit verbracht, Hurra! zu rufen, zu liken, zu verteilen und vor allem zu kommentieren, was das Zeug verspricht und nie hält? Schön anonym natürlich und allwissend? Wie viel Zeit blieb eigentlich dabei für anderes?

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Schweinevogel von Schwarwel (209): Schlaf

Ist es Freiheit oder Last? So scheint dem einen sonniges Arschgewitter im Angesicht der minderbezahlten Vollzeitanstellung. Mit Beiträgen in die Sozial-, Renten-, Kranken- und Vorsorgekassen. Mögen sie auch noch so schmal hin und einst erneut geschmälert durch die verwaltenden Hände zurückfließen. Dem anderen ist der Wonnesang gegeben, wenn er schafft, wozu er vielleicht gemacht ist. Ganz ohne Zahlung und dem ehrlichen Versprechen, dass es ihm statt Manna eventuell nur Vogelschiss aufs Haupt regnet. Aber beide streben - Ausgang offen.

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Schweinevogel von Schwarwel (208): Kälte

Es wird mal wieder kalt, ganz gegen den Trend. Und unverhofft natürlich, denn einen Winter erkannte man einst am weißen Pulver auf der Straße und den schwarzen Spuren an den Kellerluken rings ums Haus. Aber! Was manchen die überraschende November-Kälte ist, sollte doch in funktionierenden Familiengebilden auch heute noch preiswert zu lösen sein. Wo Preise steigen, ist die Tradition gefragt. Nicht nur, weil die allzuoft sträflich unterlassene Bewegung nun das Herz beflügeln kann, nein! Sie wärmt auch Hand und Stirn.

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Schweinevogel von Schwarwel (207): Dokumentarfilm

Verblöden ist nichts für Weicheier. Erst findet man ohne Navi die Garageneinfahrt nicht mehr, um anschließend ziellos durch die Reihenhaussiedlung zu tappern und kurz darauf googelt man seine eigene Frau, weil im Rahmen einer Spontandemenz der Name einfach nicht mehr auf den Innenmonitor kommt. Irgendwann, wenn die Technik einem durch sanftes Gegenvibrieren beim gänzlich überraschenden Sexualkontakt an die Pille danach erinnert und am Morgen pünktlich statt einem Selbst zur Arbeit erscheint, ist ein alter Menschheitstraum wahr geworden: Das Paradies auf Erden ist gefunden.

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Schweinevogel von Schwarwel (206): Halloween

Halloween - eine Nacht, die purer Stress ist und natürlich einst als Kulturattacke ersten Ranges über den Teich kam, um Rituale abzulösen, welche es auch schon zu Odins und Thors Zeiten gab. Schrecklich, dieses neue plastikbunte Geplärr überall, ein Hüpfen und Kreischen, das ganze Gebastel und Kürbisgefresse und überhaupt - wo bleibt denn da die Tradition! Diskussionen, wie sie wohl nur Erwachsene führen können.

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Schweinevogel von Schwarwel (205): Urlaubsende

Na alle wieder da und schlechte Laune? Woran das wohl liegt? Kluge Köpfe mit Burnout-Abo haben längst herausgefunden: Wer den Urlaub komplett weglässt, dem droht zumindest nicht dieses Neustartsyndrom. Und mal ehrlich: dieses demonstrativ ausgeruhte, hyperaktive "Jetzt gehts aber los hier!", das scheinheilige "Das ist aber schön da, wo ihr wart" und vor allem der bekannte Geruch treiben einen letztlich in den Wahnsinn. Bis die Abstumpfung wieder auf Normallevel läuft.

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Schweinevogel von Schwarwel (204): Pommes

Es ist der Sommer, der einem wohl unmissverständlich klar macht, was man im Winter alles vergaß. Da schnauft und keucht unter der Hitzelast, was an kuscheligen Kältetagen zuviel auf den Ranzen wanderte. Und nun? Egal - bis zum ersten Herzinfarkt ist noch ein weiter Weg! Und der sollte auf keinen Fall hungrig angetreten werden.

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Schweinevogel von Schwarwel (203): Heiß

Wetta, Wetta, Wetta. Mal Sahara, mal Regenwald. Und eh man sichs versieht, friert wieder die große Zehe und die Nase ist rot. Europäische Schwankungsbreite also von plus 40 bis minus 40 Grad. Haben wir wenigstens immer ein Thema.

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Schweinevogel von Schwarwel (202): Baustelle

Und geht Dein Fuß auch noch so flott, auf Bremse, Kupplung, Gaspedal, so macht des Alltags täglich Trott Dir dennoch gern das Leben schal. Dann stellt Dir höhrer, kluger Geist gern Ungewohntes in den Weg - auf dass Dir die Routine reißt. Siehs frohgemut als den Beleg, dass Umweg neues Denken heißt.

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Schweinevogel von Schwarwel (200): Jubiläum

Was? 200 mal der Schweinevogel auf der L-IZ? In Worten dreieinhalb Jahre und das Vieh wird keinen Tag älter, während man selbst ganz langsam vor sich hinoxydiert und die Plautze drei neue Jeans gefordert hat. Da muss man das Herz aber ganz weit öffnen, alle Gelassenheit, die einem der Alltag gelassen hat, zusammensuchen und rufen: Hossa! Wer sich hier über Jubiläen freut, ist doch selbst schuld!

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Schweinevogel von Schwarwel (199): Neuland

Hat sie wirklich Neuland gesagt? Das ist immer der mystische Moment, wo der Adrenalinspiegel steigt und die Fußsohle juckt. Pamm, das Bein rammt sich nach bedrohlicher Fahrt auf hoher See in den Sand, die Gischt reißt an der Wade. Und dann beginnt es dieses Neue. Ausladende Ebenen bis zum Horizont, nur besiedelt von einigen Glasperlensüchtigen. Fremde Kulturen, unbekannte Gebräuche, neues Wissen. Das Netz - unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer der M.. Aber man sollte skeptisch bleiben! Ob es sich jemals durchsetzen wird - dieses Internet?

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Schweinevogel von Schwarwel (198): Papagei

Einmal in der Woche ist der Schweinevogel zu Gast auf der L-IZ.de. Mal mit, mal ohne Begleittext - heute ohne. Denn dem tiefen Einblick in das Heim des Leipziger Originals ist soweit nichts hinzuzusetzen. Außer vielleicht, dass das Ganze sicherlich auch für die Beziehung zwischen Menschen und Rechnern gelten könnte. Ist also doch noch ein kleiner textlicher Begleiter geworden. Macht ja nix. Das Wort hat nun ein Papagei.

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Schweinevogel von Schwarwel (197): Umzugskarton

Hats geregnet? Gar nicht mitbekommen. Aber woanders solls geregnet haben. Ach wirklich, naja ist doch nur Wasser halt, solang es nur von oben kommt ... Es wird wohl mal höchste Zeit für eine nette Landpartie, so mit hoch auf dem güldenen Kremserwagen und frohem Lied. Mit Verdeck, am Fuß die luftige Wandersandalen und den lustigen Mützen vom letzten Sommer. Am Wochenende gehts los.

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Schweinevogel von Schwarwel (196): Regen

Wir wünschen allen vom Hochwasser betroffenen Menschen alles Gute. Da es gerade Sachsen erneut sehr hart trifft, werden wohl ab jetzt viele wieder einmal zusammenstehen müssen, um das zu bewältigen, was sich uns darbietet. Nur unterkriegen lassen wir uns nicht. Apropos Nörgeln. Regen ist das eine. Begradigte Flüsse, Klimawandel und "Talsperrenmanagement" etwas ganz anderes.

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Schweinevogel von Schwarwel (195): Diskussion

So mancher braucht die Meinung des Anderen gar nicht, wenn er mit ihm diskutiert. Wie das kommt? Na wenn man eh weiß, dass man Recht hat. Äh Moment. Eigentlich wohl eher, wenn man weiß, dass man beste Argumente sein eigen nennt? Oder vielleicht doch genau dann, wenn der andere gar kein Recht mehr hat? Ein kompliziertes Ding, so eine wirklich offene Diskussion.

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Schweinevogel von Schwarwel (194): Nashorn

Es dürfte so mancher in den vergangenen Tagen dieses obskure Konzept eines vegetarischen Lebens mal in Betracht gezogen haben. Ist ja auch nicht schön zu hören, dass jahrelang schockgefrosteter Ackergaul im Finish doch noch den Sprung in die Lasagne schafft. Muss wohl am Doping liegen. Aber Obacht! Man hat es nicht automatisch leichter im Alltag, wenn man darauf verzichten möchte, gehackten Tierabfall mit Interrail-Garantie zu futtern.

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Schweinevogel von Schwarwel (193): Frühlingsbote

Wetter, Wetter, Wetter - es schneit! Da ist doch die Frage nur allzuverständlich, wo denn nun eigentlich mitten im Februar der Frühling bleibt. Also die Zeit, wo die Füße endlich wieder in diesen ausgetrenen Turnschuhen lümmeln und man als Mann auf der Straße die zukünftige Sexualpartnerin schon auf der Straße erkennt. Ja wo bleibt er denn nun? Erste Vorboten zumindest scheint es auch bei Minusgraden zu geben.

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