19.7°СLeipzig

Armut

- Anzeige -
Vorerst bleibt es bei den 1,75 Euro/Stunde Mehraufwandsentschädigung. Foto: Ralf Julke

Stadtratsbeschluss zur Erhöhung der Mehraufwandsentschädigung: Die Entscheidung liegt allein bei der Geschäftsführerin des Jobcenters Leipzig

Im April war es schon einmal Thema. Wie hoch soll die Mehraufwandsentschädigung für sogenannte Ein-Euro-Jobs in Leipzig sein? In Dresden und Chemnitz beträgt dieser Satz längst schon 2 Euro, in Leipzig aber sind es nur 1,75 Euro. Nach Stadtratsbeschluss sollte der Satz in Leipzig eigentlich auf 2,50 Euro steigen. Doch an der Geschäftsführerin des Jobcenters […]

Die unterschiedlichen Anteile von Jungen in verschiedenen Bildungsetappen. Grafik: Stadt Leipzig / Bildungsreport 2021

Eindeutiges Ergebnis des Bildungsreports 2021: Bildungschancen werden auch in Leipzig nach Einkommen verteilt

Auch Leipzig hat das Problem der Bildungsgerechtigkeit noch nicht gelöst. Wenngleich das Dezernat Jugend, Familie und Bildung so ein kleines bisschen stolz war darauf, als es am 12. April meldete, dass Leipzig 2021 den geringsten Wert an „Abgängerinnen und Abgänger ohne mindestens einen Hauptschulabschluss“ seit 1990 erreicht hat. Denn Bildungschancen hängen auch in Leipzig nach […]

Francis Seeck: Zugang verwehrt. Foto: Ralf Julke

Zugang verwehrt: Höchste Zeit, über Klassismus in Deutschland zu reden

Viele Jahre war das Thema geradezu tabu, galt als geradezu nicht existent. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Und da könne jeder alles werden. Wenn er sich nur genug anstrenge. Leistung werde belohnt. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. In der Mittelklasse gehen Ängste vor dem Abstieg um. Und die Kluft zwischen Arm und Reich geht […]

Viele Cent- und Euromünzen liegen auf einem Haufen

Wie geht’s dir, Leipzig? (6): Zahlen für das gute Leben

„Zehn, einhundert, eintausend!“ In der Pandemie haben sich viele von uns zu Graf Zahl aus der Sesamstraße entwickelt. Wir leben zurückgezogen, haben einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus und sind ein wenig schrullig geworden. Aber vor allem beschäftigen wir uns ständig mit Zahlen. Manchmal macht das Spaß, zum Beispiel, wenn die Corona-Inzidenz sinkt oder die Impfquote steigt.

Susanne Schaper (MdL, Landesvorsitzende Die Linke Sachsen). Foto: LZ

Susanne Schaper (Linke): Traurig das Land, das Tafeln nötig hat

Die Tafeln in Sachsen sehen sich aufgrund der aktuellen Teuerung mit einer höheren Nachfrage konfrontiert. Dazu sagt die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper: „Die Arbeit der bei den Tafeln Engagierten ist nicht hoch genug zu schätzen. Dennoch muss ich in Anlehnung an Bertolt Brecht sagen: Traurig das Land, das Tafeln nötig hat!“

Nicht nur in der Gebäudereinigung sind Minijobs und gering bezahlte Beschäftigungen in Leipzig und Sachsen besonders stark verbreitet – und werden für die Betroffenen zu Armutsfalle, inklusive höhere Sterberaten an Covid19. Foto: IG BAU

Todesursache: Sachsen

Wer in Leipzig oder einem anderen Ort in Sachsen lebt, hat ein höheres Risiko an COVID-19 zu sterben als Menschen in anderen Regionen Deutschlands. Das zeigen Daten aus der zweiten Corona-Welle. Gesundheitliche Ungleichheit gibt es allerdings nicht erst seit der Pandemie.

Wenn das Kleingeld für die Stromrechnung nicht reicht. Foto: Ralf Julke

Corona-Jahr 2020: Ein stärkerer Rückgang der Stromabschaltungen in Leipzig

Das erste Corona-Jahr brachte eine leichte Entspannung für all jene Haushalte, die immer wieder in Schwierigkeiten geraten, ihre Stromrechnungen zu bezahlen. Viele Stadtwerke übten Kulanz, verzichteten auf die zeitnahe Vollstreckung und gaben den Betroffenen mehr Möglichkeiten, die Stromschulden zu begleichen. Was sich dann gerade in der Stadt Leipzig als deutlicher Rückgang der Stromabschaltungen im Jahr 2020 bemerkbar machte.

Reicht es noch bis zum Monatsende? Foto: Ralf Julke

Niedrige Tarifbindung: Wie die Armutsgefährdung in Sachsen seit 2019 wieder zunimmt

Eigentlich ist es kein Problem oder eine Folge der Corona-Pandemie. Der Wurm war schon vorher drin. Schon 2019 stieg der Anteil der Armutsgefährdeten in Deutschland und Sachsen wieder an. Trotz gesunkener Arbeitslosenzahlen und Mindestlohn. Jenseits aller schönen Statistiken zu steigenden Löhnen und Einkommen wächst wieder der Anteil jener, die mit mageren Einkommen abgespeist werden.

Daniela Kolbe. Foto: Benno Kraehahn

Menschen mit Armutserfahrung fordern zu Recht demokratischen Streit um Sozialpolitik

Unter dem Titel „Der soziale Notstand ist da. Nicht nur Viren, sondern auch Armut und Ausgrenzung bekämpfen!“ haben Menschen mit Armutserfahrung ein Fünf-Punkte-Papier vorgestellt. Dazu erklärt Daniela Kolbe, SPD-Bundestagsabgeordnete und zuständige Berichterstatterin im Ausschuss für Arbeit und Soziales: „Gerade wenn es um Armut und Ausgrenzung geht, ist es schwierig Betroffene zu erreichen.“

Maria Barankow, Christian Baron (Hrsg.): Klasse und Kampf. Foto: Ralf Julke

Klasse und Kampf: Ein herzhaftes Manifest über die feinen Unterschiede, die unsere Gesellschaft in Oben und Unten spalten

Es soll kein Manifest sein und ist dennoch eines. Gerade weil es von Autor/-innen geschrieben wurde, die ihr Schreiben beherrschen. Die zu den besten gehören, die wir haben im Land, weil sie Geschichten erzählen, die nichts (mehr) zu tun haben mit den ganzen öden Professorenromanen unserer Großdichter, die für ein Feuilleton schreiben. Welches gern so tut, als wäre es nicht privilegiert. Was Privilegien bedeuten, das wissen nur die, die keine haben. Und die sich alles allein erkämpfen müssen. Zu einem hohen Preis.

Quartalsbericht 4/2020: Armut und Reichtum in Leipzig

Nein, Armut ist nicht relativ. Aber wie kann man sie statistisch darstellen? Die Statistiker versuchen es mit errechneten Quoten. Denn natürlich wird das Armsein greifbarer, wenn man weiß, was in einer Stadt wie Leipzig das Normaleinkommen ist. Und wenn man das dann noch mit den anderen 14 großen Städten in Deutschland vergleicht, bekommt man zumindest eine Ahnung davon, ob Leipzig nun besonders arm ist oder vielleicht sogar ganz gut dasteht.

Susanne Schaper (Linke). Foto: DiG/trialon

Schaper kritisiert zum „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“

Zum morgigen „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ erklärt Susanne Schaper, in der Fraktion Die Linke zuständig für Sozialpolitik: „Im Dezember 1992 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut. 27 Jahre später ist Armut in Deutschland immer noch ein wachsendes Problem, von dem immer häufiger auch Erwerbstätige und Rentner betroffen sind.“

Wer den Cent nicht ehrt ... Foto: Ralf Julke

Wer sind denn eigentlich die 13,7 Millionen Armen in Deutschland?

Was passiert eigentlich in einem Land wie Deutschland, wenn der Faktor Arbeit seit Jahren immer weiter entwertet wird, wenn immer mehr Beschäftigungsverhältnisse in etwas verwandelt werden, was zum Leben nicht reicht? Zum „guten Leben“ schon gar nicht? Es entsteht ein wachsender Gesellschaftsanteil von Armen. Doch in der Debatte der politischen Eliten existieren sie nicht. Als wären sie unsichtbar geworden.

Die Verteilung der Armut in Europa. Karte: FES

Wie man Armutsquoten in der EU wirklich berechnen müsste

Das Problem der rechtskonservativen Populisten ist natürlich, dass sie zwar ein Phänomen richtig wahrnehmen – es sind deutlich mehr Menschen auf Wanderung als noch vor wenigen Jahren. Aber sie glauben, das Problem mit einer uralten Lösung aus dem Museumsreservoir des 19. Jahrhunderts lösen zu können: dem guten alten Nationalstaat mit seinen strengen Grenzwächtern und Zollbeamten. Aber sie begreifen den Motor dahinter nicht. Deswegen ist ihre Lösung so dumm.

- Anzeige -
Scroll Up