Leichtathletik-U23-DM: Viele Striche durch Leipziger Rechnung
Jan Kaefer
31.07.2012
Roy Schmidt war mit einem 5. und einem 6. Platz der erfolgreichste Leipziger Teilnehmer.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Die 69. Deutschen U23-Meisterschaften hinterließen auf den Gesichtern der Leipziger Athleten höchstens ein gequältes Lächeln. So richtig zufrieden war kaum einer der nach Kandel gereisten LAZ-Starter. Am dichtesten vorn dabei war Sprinter Roy Schmidt mit einem 5. und 6. Platz.
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Er war die Leipziger Medaillenhoffnung auf der 200-Meter-Strecke, aber das Wochenende hielt für Roy Schmidt einige Tücken bereit. Die Hitze machte dem 20-Jährigen schon auf der Anreise mächtig zu schaffen. 530 Kilometer ohne Klimaanlage kosteten Körner. Doch nach der Ankunft sollte es für Schmidt nicht wirklich besser werden. "Unser Hotelzimmer war unterm Dach und das hieß bei den Temperaturen etwa drei Stunden Schlaf", beschrieb er gegenüber L-IZ.de seine missliche Situation. Dazu kam, dass am Samstag über 100 Meter der Vorlauf (Schmidt: 10,70 sek), der Zwischenlauf (10,77 sek) und das Finale (10,76 sek) innerhalb von nur zwei Stunden abgewickelt worden, was zusätzlich schlauchte. Immerhin reichte es noch für den 6. Platz und die Zuversicht auf einen starken 200-Meter-Lauf an nächsten Tag war noch intakt.
Juliane Haußmann musste unverrichteter Dinge wieder abreisen.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Doch die Hitze unterm Dach ließ nicht nach. "Zwei schlaflose Nächte in einem 35 Grad warmen Hotelzimmer kann man nicht kompensieren", kommentierte Roy Schmidt seinen letztlich medaillenlosen 5. Platz auf seiner Paradedisziplin 200 Meter (21,53 sek). "Mehr war unter den Umständen nicht drin", zuckte er mit den Schultern. "Ich will keine AUsreden suchen, da in diesem Jahr der Umstellung sowieso nicht viel zu erwarten war, aber zusammen haben diese Kleinigkeiten eben doch etwas ausgemacht".
LAZ-Sprinterkollegin Juliane Haußmann hatte derweil ganz andere Probleme. Sie hatte den langen Weg nach Südwesten auf sich genommen, wild entschlossen, trotz einiger Zipperlein, wenigstens die 100 Meter in einer ordentlichen Zeit zu laufen. Doch daraus wurde nichts, denn ihre Oberschenkel-Muskulatur machte schmerzhaft auf sich aufmerksam. Haußmann hatte keine Wahl, sie musste auf einen Start verzichten. "Ich könnte heulen!", verzweifelte sie, "Die Bedingungen waren super, aber mein Beuger hat nicht mitgemacht. Sprinten war unmöglich".
Bei Melanie Apitzsch ging ab 2.000m nichts mehr.
Foto: Jan Kaefer (Archiv)
Gut im Ziel angekommen, aber dennoch nicht zufrieden war auch 3.000 Meter Hindernisläuferin Melanie Apitzsch. Eigentlich hatte sie richtig Lust auf den Wettkampf, war guter Dinge, ihre Bestzeit von 10:43 Minuten zu unterbieten. Auf den ersten 2.000 Metern war auch alles im grünen Bereich, die Zwischenzeiten stimmten. So hätte es weitergehen können - tat es aber nicht. "Im letzten Drittel, ging absolut nichts mehr, und ich hab keine Erklärung dafür", war die frischgebackene 20-Jährige ratlos. "Man kann nach den negativen Wochen leider doch nicht einfach einen Cut machen und von jetzt auf gleich mit nur wenigen Wochen - vielleicht auch zu intensivem - Training so einen Saisonhöhepunkt bewältigen". In 11:29,17 Minuten landete sie auf dem 8. Platz, mit dem sie doch noch so einigermaßen ihren Frieden schließen konnte.
Die Persönliche Bestleistung stand auch auf dem To-Do-Zettel von Kugelstoßer Tobias Esche. So um die 15,50 Meter peilte der 19-Jährige an. Es wurde deutlich kürzer. Schon im ersten Versuch legte er die 7-Kilo-Kugel bei 14,80 Meter ab, was auch sein weitester Stoß bleiben sollte. Platz 12 stand damit zu Buche, und eine Reklamation ging an das Wetter. "Durch das wechselnde Wetter von Schauerregen zu strahlender Sonne, habe ich mich ein bisschen schlapp gefühlt.", erklärt Esche. "Ansonsten bin ich zufrieden, da meine Stöße technisch sauber waren!". Trotz Meldung nicht bei den Meisterschaften am Start war Derk Peters, welcher der einzige Teilnehmer der SG Motor Gohlis Nord gewesen wäre. LAZ-Weitspringer Toni Patke war ebenfalls in Kandel nicht angetreten.
Eine solide, zuverlässige Leistung lieferte hingegen erneut Stabhochspringerin Cassandra Hennig ab. Wie vor Wochenfrist bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft, übersprang sie 3,70 Meter, was diesmal für den 10. Platz reichte. Ihr Ziel war ohnehin "nur", in einem qualitativ hochwertigen Wettkampf weitere Erfahrungen zu sammeln. Einiges an Erfahrung dürfte auch Sascha Strötzel gesammelt haben. Im Vorlauf der 1.500 Meter rannte er dem Feld hinterher um kam mit seinen 4:09,96 Minuten nur auf dem 22. und damit letzten Platz ein.
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