Ilse Bähnert hat sich ein Denkmal gesetzt, ein Haus voll sächsischer "Bambuhle"! Tom Pauls läuft vor der Vorstellung mit einem großen Schlüsselbund durch die Etagen wie ein Wärter. Und schwatzt mit den Leuten. Das Tom-Pauls-Theater ist fertig. Ilse Bähnert würde diese "Bubberzche" gefallen, sie wäre höchstwahrscheinlich begeistert und würde mit sächsischem Pathos ausrufen: "Bommfortzjohnös!“ - Maximal! mehr…
"Meine Arbeit als Reporter ist so abwechslungsreich und überraschend, wie das Leben selbst", schreibt Benjamin Weinkauf auf seiner Homepage. Als Bildberichterstatter kam er in der Welt herum. Der 1972 in Leipzig geborene Fotograf hält in Fotos Landschaften, Situationen und Menschen fest. Seine Arbeiten sollen den Anschein erwecken, als wären Leser dabei gewesen. Im L-IZ-Interview spricht er über seine Foto-Einsätze, seinen Lebensweg, sein Engagement. Und natürlich über seine Träume. mehr…
"Nutzeranfrage zu Ihrer Kleinanzeige" steht auf meinem Handy. „Ist der Küchenschrank noch da und was soll er kosten?“, will Madeleine aus Markkleeberg wissen. Das ist eine gute Frage, schließlich ist es das letzte Möbelstück, das ich vor meinem Umzug von Leipzig nach Berlin verkaufe. mehr…
Zusätzliche Verbindungen zwischen den Partnerstädten Leipzig und Addis Abeba wachsen jenseits von Politik und Schulpartnerschaften auch auf anderen Gebieten. Ursula und Siegward Funke von der Thomaskirche besuchten im Rahmen der Bürgerreise die Partnergemeinde der evangelisch-äthiopischen Mekane Yesus-Kirche in Nefas Silk Lafto im Süden der Stadt. mehr…
Gastbeitrag von Katharina Krefft und Co-Autorinnen | 06.11.2011
Leipzig hat 14 Partnerstädte. Die jüngste ist das israelische Herzlyia. In vier Partnerstädten bot die Stadt 2011 Bürgerreisen an: Vom 6. bis 15. Oktober führte eine Bürgerreise in die äthiopische Partnerstadt Addis Abeba. - "Die Augen sehen, der Weg ist weit. Doch die Füße, sie gehen los", lautet ein äthiopisches Sprichwort. mehr…
Gastbeitrag von Katharina Krefft und Co-Autorinnen | 05.11.2011
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er nicht nur was erleben, er muss auch irgendwo schlafen. In England und Irland beziehen Touristen vornehmlich Bed and Breakfasts, landen im Wohnhaus einer wildfremden Person, und lümmeln im Zimmer eines Kindes, was „leider schon längst auf der Universität ist“. Warum auch nicht? Eine Geschichte von verkitschten Zimmern, verängstigten Katholiken und gaaanz viel fettigen Würstchen. mehr…
Die letzte Nacht. Der letzte Traum. Leo Leu von Burgtrümmern erschlagen. Die ganze Nacht hat er geschuftet und die Lauenburg wieder aufgebaut, während der Olle Fritz daneben stand und "Hurtig, hurtig! Kerl!" rief. Bis der Bau über Leo zusammenstürzte. Mitsamt Bücherberg und Nachttischlampe. Nie wieder nach Preußen, schwört er sich. - "Gut geschlafen, Herr Leu?" - Primabestens. - "Und die Beule an Ihrem Kopf?" mehr…
Auf 507 Meter über NN erwacht ein etwas zerkratzter Leo Leu. Eine Schramme schmerzt auf der Stirn. Gestern ist er im Dickicht gelandet und musste sich durchschlagen, weil's keinen Weg mehr gab. Auch das gibt es: Wege, die einfach verschwinden. Schüchterne Wege. Schüchtern wie Leo, wenn er seine kleine Bäckerin lobt für ihre Croissants. Und die Brötchen. Und - ja: das andere sowieso. mehr…
Limerick. Die große Irland-Tour neigt sich langsam dem Ende zu. Zeit, mal wieder was typisch Irisches zu machen. Schafe eintreiben, haben wir leider nicht geschafft, Guinness trinkt nur die Hälfte der Reisegruppe und für eine katholische Messen fand sich auch keine Mehrheit. Ein Glück, dass uns das Wetter mal wieder den Tag versaute … mehr…
Als Leo an diesem Tag erwacht, fühlt er sich selbst wie ein falling stone. Überall Beulen. Das Kreuz schmerzt. Die Füße sind tonnenschwer. Und als er sich ein bisschen bewegt, kommt der ganze Hang ins Rutschen, der Fels kippt über die Kante und drei Sekunden lang hängt Leo in der Luft. Dann schlägt er auf. Mit dem Kopf zuerst. Aber es spritzt nicht. Er ist auf seinen Wandersocken gelandet. mehr…
Geht's nun bergab mit unserm Leo? Ist er geknickt? - Ein bisschen schon. Wenn er unten im Thale anlangt, muss er eine Postkarte schreiben an seine Bäckerin: Allerherzigstes Schnuckiputz! Das Tal ist hübsch. Aber Croissants gibt's hier keine und auch keinen Kaffee. Du fehlst mir zum Zufriedensein. - Achje, seufzt er. Und muss sich ducken. Er hat die Region der "Falling Rocks!" verlassen. Hier unten regnet's Bäume. mehr…
Leo, beschwingten Schrittes, begegnet keinem fallenden Rock. Würde er ja gern. Aber die Zeit, als kühne Brunhilden auf Pferden über das Bodetal sprangen, sind wohl vorbei. Seit 1818, wie seine Wanderkarte verrät. Ohne die tut er seit Tagen keinen Schritt. Er will wissen, wie das alles heißt. Wilhelmsblick. Aber das ist woanders. Da drüben irgendwo. Zwischen Bäumen. Und Bäumen. Und Bäumen. mehr…
England hat ja schon einen schlechten Ruf, wenn es um das Wetter geht, aber was man über Irland hört, lässt einem komplett die Lust am Urlaub vergehen: Es ist nass, es ist windig, es ist neblig. Warum fahren wir dann eigentlich dorthin? mehr…
"Leo! Leo! Aufwachen!" Leo erwacht mit Unbehagen. Er fühlt sich, als hätte er den Brocken bestiegen und mit einer ganz bestimmten Hexe getanzt. Die ganze Nacht. Jetzt glühen seine Füße immer noch. So viel Auf und Ab ist er aus seinem geliebten L. nicht gewohnt. Vielleicht hätte er doch in der Schwebebahn ein bisschen schaukeln sollen? - "Leo!" - Da steht er schon stramm. Putzt sich die Zähne, die Nase und das linke Ohr. mehr…
Hat er tatsächlich nackte Damen erwartet, die hier mit Freudenschreien im Steinkranz tanzen? Hoffen darf man ja. Die Wirklichkeit ist meistens etwas - weniger teuflisch. Mehr mächtig und gewaltig. Leo bekommt, kaum dass er den schützenden Wald verlassen hat, ein Déjavu. Schlank ist er ja selbst nicht mehr. Aber in Leipzig meidet er die Petersstraße schon lange. mehr…
Wohin läuft einer, der aus seiner trauten Umgebung blaue, gelbe und grüne Schilder kennt, auf denen steht, wohin er geht? - Er sucht auch in den Bergen den Schilderbaum. Der steht dort, wo die Mitte von Allem ist - von Himmel, Straße, Wald und Wiese. Jetzt weiß er endlich, wo er gelandet ist. Leo Leu wischt sich den ersten Schweißtropfen von der Stirn. Der Wald steht ihm offen. mehr…
Jedes Jahr, wenn die Sonne fleißig ist, bekommt auch Herr Leo Leu aus Leipzig den Rappel. Dann kann er keine Baukräne mehr sehen, keine verbissenen Hausmeister, die den Rasen quälen, und auch nicht die immer gleiche Blondine an der Kasse. Auch wenn sie nett ist: "Zehn Paar Wollsocken, Herr Leu? Wo soll's denn hingehen? Nach Grönland?" - "Nur ins Grüne", sagt Herr Leu. Und wird rot um die Nase. Wie jedes Jahr. mehr…
Nordirland war für mich während meiner ersten Zeit in England unerreichbar. Zu weit der Weg, zu kurz die Zeit. Beim zweiten Trip nach England ließ sich ein Vorbeischauen in der britischen Enklave gut einbauen, auch wenn die Fährunternehmen unverschämte Preise für eine Touri-Gruppe samt Gefährt haben. Im Land galt dann vor allem: Bloß keinen Fehler machen. mehr…
England meine Perle. Nach ziemlich genau 100 Wochen war ich zurück im so geliebten Land. Noch weit vor den aktuellen Krawallen begab ich mich auf eine Reise in die Vergangenheit. Zurück zu den Schülern, die mich einst quälten. Aber auch auf zu neuen Ufern. Nach Irland etwa oder unfreiwillig an ein anderes … mehr…
Erfurt, zweiter Tag. MORGENS geht’s mit der Straßenbahn zur Messe. Hotels, Theater u.a. werfen ihre Flyer unters Volk. Dann wird es ernst. „Damit Sie nicht denken, dass Sie unser Notnagel sind, das sind Sie nicht, ein paar Zahlen!“ Tourismusmutter Dr. Carmen Hildebrandt vergleicht das Geschäft der vermittelten Stadtführungen und Übernachtungen mit der Stadt Trier. mehr…
Mein schönstes Sommerferienerlebnis. Hausaufsatz von Karsten Pietsch | 09.08.2011