Kater an Erde, bitte kommen! Kater an Erde, bitte kommen! Erde antwortet nicht. Oder? Erde winkt mit kleinem roten Fähnchen. Wenn ich die Lauscher aufspanne, dann hört man ein kleines Pieps im Äther. Die Erde hat nicht viel Sendeleistung. Aber wenn ich das Fähnchen richtig deute, kann's losgehen. Hau ruck! mehr…
"Pieps", sagte Pieps jüngst. Irgendwann drei Tage nach dem Geballer. Die Hausmeister haben es wirklich geschafft, den ganzen Explosionsmüll von den Bürgersteigen zu kratzen. Die Stadt sieht wieder so sauber aus, als hätten sich die Menschen gar keine neuen Kalender gekauft. Und einige schleppen doch tatsächlich mit geduckten Häuptern ihre nagelneuen Fichtenbäumchen zum Sperrmüllplatz. mehr…
Vorsorge ist die Mutter der Porzellankiste. Sagte Schröder. Am Sonntagmorgen, drei Schlucke nach Sekt (an dem er sich verschluckt hatte, Amalia musste den Rotangelaufenen erst mal wieder auf ruhiges Erdenmaß klopfen). "Ächzchrrrbrachszsch... äch... achjachach ... äch ... Vors ... äch ... Vorsorche ..." mehr…
Die Tür zum Wohnzimmer ist verrammelt. Nur durch die Ritze untendrunter fällt ein gelbes Licht in den Flur. Man kann sehen, wie Schröders ausgewetzte Hauslatschen hin und her watscheln. Das Baumungetüm vom Balkon hat er in einen selbstgebastelten Ständer gespannt. Eine Lichterkette hat er drangebammelt. Aber wenn unsereiner "Mauz!" sagt, knurrt er. "Nein, du kommst hier nicht rein!" mehr…
Hier isses nich. Hier isses auch nich. Weihnachten ist mühsam. Das weiß jedes Kind. Die Alten verraten einfach nicht, wo sie die Geschenke versteckt haben. Die Armbanduhr für Schröder war leicht zu finden. Sie liegt bei Amalia zwischen den Seidennachthemdchen, die sie nur im Sommer trägt. Im Winter schwört sie auf Omas frottierte Nachthemden. mehr…
Leipzig, den 16. Dezember 2011. Am Dienstag hat das Rektorat die Streichung von 48 Stellen an der Uni Leipzig bekanntgegeben. Dem war als Geniestreich die Fristsetzung von einem Monat von der Staatsregierung vorausgegangen, weil nur so die demokratischen Strukturen der Hochschule außer Kraft gesetzt werden können. mehr…
Mirco Knof, Prorektor für Dings der Hochschulgruppe Die Hochschulgruppe | 18.12.2011
Auf dem Balkon steht ein Wald. Ein kleiner zumindest. Eingewickelt in ein Netz. Mit Preisschild. Schröder will nichts anbrennen lassen. Er freut sich seit Tagen auf das Fest aller Feste, steht Abend für Abend mit dampfendem Glühweinbecher an der Balkontür und summt: "Schöner Baum. Was für ein schöner Baum." mehr…
Wir hatten uns ja schon alle hier auf einen nächtlichen Einsatz der Jungs mit ihren Helmen, Schutzwesten und überzeugenden Missionen eingerichtet. Aber sie kamen nicht. Auf einmal haben sie zu tun. In Zwickau und so. Wir wundern uns nur. Dabei hatten wir alles so schön vorbereitet. Saure Gurken gekauft als Wurfgeschosse, Mega-Packs frische Eier (natürlich von frei laufenden Hühnern, ein paar auch von Straußen). mehr…
"Kommst du wohl raus, du fauler Sack? Du kannst doch nicht den ganzen Winter da drin verbringen?" - Kann ich wohl. Ich bin doch kein Eisbär. Ich muss mich nicht mit Eisschollen, Schnee, Hagel, Nebel, Frost und Eisbrechern beschäftigen. Eiszapfen von der Reling kloppen und so ein Quatsch. Ich bin auch kein Rentier und kein Polarfuchs. Ich habe ein Recht auf Faulheit. Vom 1. November bis zum 31. Februar. mehr…
Finster wars. Nacht wars. Die Uhren gingen falsch. Und auf den Straßen trieben sich lauter Hexen herum. Kleine zumeist. Kleine Hexen sind gefährlich, besonders, wenn sie kichern wie Schneewittchen und Rosenrot. "Hihi, ob wir den da mal erschrecken?" - "Klar, machen wir!" - Und schon war ich umzingelt. mehr…
Es hat vier Zipfel, einen Klecks Marmelade in der Mitte und sieht aus wie eine Lutherrose. So heißt es. Kluge Leute sind sich ja sicher, dass es gar nicht wie eine Lutherrose aussieht und auch keine ist. Aber lecker ist's und meine Bäckerin schmollt. Denn sonntags muss sie Brötchen verkaufen. Lutherische und andere. Ihr ist es egal, ob Luther eine Naschmaus war oder ein Miesepeter. mehr…
Hallo Giacomo, hast du auch so ein Knacken in der Leitung? - Knacken? Nö. Mein Empfang ist gut. - Wirklich? Ich dachte, ich hätte was gehört. So'n Husten. - Ich hab nicht gehustet. - Und das Piepen? - Bei mir ist kein Piepen. - Dann ist ja gut. Dann werden es wieder die Mäuse sein. mehr…
Rabbarazong, rattatapäng. In einer ungenannten Straße von Connewitz spielt sich in einer geschwärzten Nacht Unheimliches ab. Eine Kolonne dunkler Fahrzeuge hält mit quietschenden Reifen mitten auf der Straße. Blaulicht kreist durch die Straße, Türen werden aufgerissen, vermummte Gestalten mit Helmen und Schusswesten springen heraus. Befehle schnarren in Funkgeräten. "Rechts? - Gesichert". "Links? - Gesichert!" - "Mitte? - Bereit!" mehr…
Der Sommer geht zur Neige. Die Gastronomen greifen zu Hammer und Nagel und packen sich ein. Die Freisitze verwandeln sich in Bretterbuden. Der alte Geist der sächsischen Werkelmeister feiert fröhlich Urständ. Noch ein Gasboiler rein, fertig ist die Laube. Nur Ingo musste nun dicht machen. Keiner hat seine Kneipe mehr gesehen hinter all den Schirmen und Planen. Ich auch nicht. mehr…
Ich geb's ja zu. Der letzte Ausflug war ein bisschen feucht. Ich wollte eigentlich Madam Ming besuchen. Sie wissen schon. Die Kleine mit den grünen Augen. Gegen grüne Augen kann ich nicht. Ich hab's ja versucht. Hab mir die Augen zugehalten: Ich bin nicht da. - Abel ich seh' Sie doch, Hell Katel! mehr…
Wie enden eigentlich Sommermonate? Immer mit diesem komischen Aufbruchgefühl? Familie Schwalbe übt für den Afrika-Flug. Die Amsel-Bande ist schon längst verstummt. Hubert krächzt vom Dach, als gehöre ihm schon die ganze Stadt allein: Winta! Winta! Winta! - Nur Alexej hält noch tapfer aus im Park. mehr…
Sie kennen ja diese Tage: Man wacht auf, die Sonne quält sich durch dicke Wolken, 'ne dicke Tüllgardine und müde Augenlider, es ist nicht richtig Sommer und auch nicht richtig Weltuntergang. Und eine fette gelbe Spinne glotzt einen an, fünf Millimeter von der Nasenspitze entfernt. Heidewitzka. mehr…
Sehr geehrter Herr Dr. Kater, als KaterPlag müssen wir Sie darauf hinweisen, dass wir Ihre jüngst eingereichte Doktorarbeit gespickt mit Eigenzitaten gefunden haben. Sie wissen, dass das in unseren Kreisen unzulässig ist und Ihre wissenschaftliche Leistung in Frage zieht? mehr…
Ist doch ganz einfach: Man denkt sich ein fluschiges Thema aus, schreibt eine fetzige Präambel, und dann fetzt man die Arbeit an einem Nachmittag runter. Mein Thema war ganz einfach: "Die Populationsentwicklung großstadtresistenter Katzen in einem stark von Hunden durchsetzten Verdichtungsraum unter besonderer Betrachtung der olfaktorischen und phonetischen Begleiterscheinungen." mehr…
Da hat man gedacht, bei dem Wetter kommt Oma Blümchen mal raus, setzt sich wieder mit ihrem Nähkörbchen auf die Bank unterm Lindenbaum, schnasselt ein bisschen mit Oma Butz und Fräulein Pietzsch. Und es ergibt sich eine gewisse Gelegenheit, durchs Fenster mit Felicitas zu flirten. Aber nix da. mehr…