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Leben
Manchmal kann man ja gar nicht weit genug weglaufen. Da spaziert man fröhlich durch die schönen Spätsommernachmittage - und wird beim Schlendern von einer Leuchtsäule erschlagen, die einen mit "Du" anquatscht und einem scheußliche Zigaretten, ein billiges Brausegetränk oder eine Versicherung aufschwatzt.
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Leo Leu | 01.09.2010
Dieses traurige Gefühl zwischen Regenrinne und Wohlgefühl im Bauch, wenn ein sorgender Erdenbewohner gerade Schwung genommen hat, um in die unbewachte Küche von Oma Blümchen zu segeln, weil dort auf dem Herd zwei unbescholtene Würstchen in der Pfanne liegen und arglos vor sich hin sprutzeln.
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Der Kater | 01.09.2010
Es ist die Zeit zwischen Hunger und Gänsebraten, zwischen Pantoffel und "Wo ist das Mistvieh?!!", zwischen Sprung aus dem Fenster und der kleinen Überlegung: "Reicht der Schwung oder wird's diesmal eine harte Landung auf der Biotonne?" Fragen über Fragen. Jede drei Millisekunden lang.
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Der Kater | 25.08.2010
Gute Frage: Wie kriegt man den Kater wieder trocken, wenn er nass geworden ist? - Holt man den Fön aus dem Bad und bläst ihn mit heißer Luft an? - Probieren Sie es aus - wenn Sie sich trauen.
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Der Kater | 18.08.2010
Mir gefallen diese Nächte im August. Geb ich gern zu. Sie sind nicht alle gleich. Manchmal knüllt es Wolken, manchmal strippt es Regen. Manchmal aber zieht der Himmel auch blank, und dann sieht man sie vorüberzischen. Von links nach rechts, von oben nach unten. Eine kesser als die andere.
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Der Kater | 11.08.2010
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| Gestalter im Handwerk |
|
Zweijähriger berufsbe-
gleitender Studiengang
|
Dreh dich nicht um: Der Kater geht um. - Hält sich zwar keiner an den Spruch. Aber man muss ja nicht immer gleich einen Strafzettel verteilen. Freundlich Lächeln reicht in der Regel. Etwa dann, wenn Fleischermeister Krause mit dem Gehacktesschaber in die Wurstauslage stürzt.
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Der Kater | 04.08.2010
Von oben sieht die Welt beherrschbar aus. Irgendwie. Oma Blümchen wackelt friedlich mit ihrem Beutel zum Markt an der Ecke, um leckeren Thunfisch für ihre Isabella zu kaufen. Isabella sitzt an Fenster und äugelt mit Giacomo. Giacomo sitzt auf dem Auto von Oliver M., der am Heck das Bild seines Bullterriers aufgeklebt hat.
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Der Kater | 28.07.2010
Was macht man eigentlich an schönen Sonnentagen, wenn die Quecksilbersäule mal ein bisschen übermütig wird und die Bahn ihre Fahrgäste bei 70 Grad im Polsterstuhl röstet? - Bahnfahren wäre ja Quatsch. Wer will denn schon zur Röstwurst werden, wenn das ganze Leben noch vor einem liegt?
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Der Kater | 21.07.2010
Sie wissen ja, wie das ist in Deutschland. Die einen liegen in der sozialen Hängematte, rasieren sich nicht und werden auch noch frech, wenn Politiker sie fragen, warum sie unrasiert in der Hängematte liegen. Und die anderen rennen schweißgebadet rum und wissen nicht, wohin mit der Penunze.
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Der Kater | 14.07.2010
Da haben sie nun geforscht und geforscht und doch nur rausgefunden, was eine gewöhnliche Katze sowieso weiß: Wer länger schläft, ist ausgeschlafener. Nix da mit "Früher Kater fängt den Wurm." Was soll ich mit dem Wurm? Bin ich ein Huhn?
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Der Kater | 07.07.2010
Um hier ein paar Unterstellungen zu entschärfen: Nein, Katzen sind keine besonders verfressenen Tiere. Sie fressen weder alles noch hecheln sie dabei. Und: Katzen sind saubere Tiere. Sie benutzen in der Regel das Klo. Außer, wenn sie wütend sind, beleidigt oder wenn sie ein bisschen schmollen.
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Der Kater | 30.06.2010
Lieber Herr Gonzo, zu vörderst - vielen Dank für Ihre Antwort-Datei, welche mich am gestrigen Tage erreichte. Leider ließ sich diese nicht öffnen, weshalb ich erfreut feststellen konnte, dass Sie unseren Briefwechsel parallel in der Leipziger Internet Zeitung veröffentlichen. So kann man mit den doch sehr engen Datenschutzbestimmungen in unserem blühenden Land natürlich auch umgehen.
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Gonzo | 28.06.2010
Gestern erhielt ich einen Brief von Erwin Schmidt (L-IZ-Stammleser). Nur für mich. "Lieber Herr Gonzo. Gern habe ich immer Ihre absurden Vorschläge zur Weltverbesserung gelesen. Seit einiger Zeit hatten sie scheinbar wenig Zeit, neue zu unterbreiten. Wie geht es Ihnen? Und wann kann ich mit einer Antwort rechnen?" Ich habe den Brief umgehend eingescannt.
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Gonzo | 27.06.2010
Das macht keinen Spaß. Wenn die alle vorm Fernseher sitzen und Trööööt machen, dann braucht man sich gar nicht mal anzustrengen, um an die Würstchen zu kommen. Da kann man mit wedelndem Schweif quer über den Teppich marschieren - und die merken es nicht mal. Man kann ihnen die Würstchen aus der Hand fressen, und sie merken es nicht.
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Der Kater | 23.06.2010
Giacomo war es, der mich jüngst nach einer unserer Partys fragte: Wo ist eigentlich Hans geblieben? - Hans, Sie erinnern sich, war die Gans, die uns im letzten wirklich scheußlichen Herbst besucht hat und dann Richtung Süden gedüst ist. In wärmere Gefilde.
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Der Kater | 16.06.2010
Ja, was war das denn nun? Ein Herr Klose schießt ein Tor und einer Fernsehbilderklärerin fallen dazu diese seltsamen Worte ein: "Das ist für Miro Klose doch ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute hier trifft." Ich habe mich nicht gewundert. Ich wundere mich beim Zweiten Deutschen Fernsehen über gar nichts mehr.
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Leo Leu | 15.06.2010
Ein paar von Ihnen wissen, wie das ist, wenn man mit Prosecco und Heringshäppchen reingefeiert hat. So richtig reingefeiert. Und dann ist man zufrieden, froh und glücklich auf seine Lieblingsmatratze gefallen, hat alle Viere lässig von sich gestreckt ... und dann wird der Vorhang aufgerissen und ein Chor stimmt an:
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Der Kater | 09.06.2010
Wenn ich so durch Leipzig spaziere - Sie wissen schon, die hübsch sanierte Heldenstadt an der Pleiße - dann erinnert gar nichts an den Herbst 1989. Oder alles. Es kommt wohl auf die Perspektive an. Vielleicht hätten wir ein paar Ruinen stehen lassen sollen, sag ich mir immer. Für die Deppen, die was zum Stehenbleiben brauchen.
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Leo Leu | 08.06.2010
Da fühlt man sich wie so ein irischer Polizist bei Flann O'Brien: Regenwetter am Samstag, Gepladder am Sonntag, Wasser von oben am Montag, Bindfäden am Dienstag ... Oma Lieschen schaut verzweifelt aus dem Fenster: Ihre Blumenkästen sind nur noch Matsch.
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Der Kater | 02.06.2010
Pfingsten sind alle Katzen – nee, nicht grau. Schwarz, meine Lieben. Da wird der schwarze Stetson aufgesetzt, kommen die schwarzen Stulpenhandschuhe an die Pfoten und die schwarze Rüschenweste wird angezogen. So geht man Pfingsten auf die Straße und zum Katzenkonzert.
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Der Kater | 26.05.2010
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