Gesellschaft

Landeskoordinator von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage Mathias Brauneis. Foto: privat
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit dem sächsischen Landeskoordinator von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Mathias Brauneis

Mathias Brauneis versucht tagtäglich und auch sonst, das humanistische Menschenbild in die Köpfe der Menschen zu bringen. Weil, wenn dies nicht geschieht, die einzigen Richtungen, in die die Menschen dann marschieren, Mord und Totschlag sind. Da gibt es auch nichts dran herumzudeuten. Es geht um Entscheidungen: Humanismus oder Untergang. Tanner sprach mit ihm.

Auszeichnung zum 12. "Ur-Krostitzer Jahresring": Torsten Bonew, Peter Schwarz, Michael Liebmann, Tobias Müller und Wolfgang Welter. Foto: Westend-PR/Dieter Grundmann
·Leben·Gesellschaft

Autoren zur Leipziger Stadtgeschichte gewinnen gleich doppelt beim Ur-Krostitzer Jahresring 2015

Da haben wir fast schon eine Wette drauf abschließen wollen - haben es dann aber doch gelassen, auch wenn Michael Liebman mit seinem Buch "Connewitz – Vom Werden eines Leipziger Stadtteils“ natürlich alles vorlegte, was einen Sieg beim mitteldeutschen Historikerpreis „Ur-Krostitzer Jahresring“ ausmachen sollte. Und dann kam der 17. Dezember und bei Pro Leipzig, wo das Buch erschien, dürften die Korken geknallt haben.

·Leben·Gesellschaft

Social Center Leipzig: Besetzungsaktion endet nach einem Tag

Nach weniger als 24 Stunden hat die Besetzung der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät ihr Ende gefunden. Nach einer Besetzung des leerstehenden Gebäudes am Mittwochabend hatte am Donnerstagabend eine spontane Demonstration stattgefunden. Dabei demonstrierten etwa 150 Menschen in der Innenstadt für ein dauerhaftes „Social Center“ in Leipzig. Mit weiteren Aktionen ist Anfang nächsten Jahres zu rechnen.

Die Bibel in den Originalsprachen. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
·Leben·Gesellschaft

Christen und Juden in Leipzig erstellen am 4. Advent eine Bibelhandschrift für Leipzig

1000 Jahre soll Leipzig sein, also deutlich jünger als der Codex Sinaiticus. Der ist 1600 Jahre alt, griechisch und nicht an einem Tag entstanden. Heute ist ein Stück davon in Leipzig. Der Codex Lipsiensis entsteht am kommenden Sonntag. Der Text der Heiligen Schrift ist dazu auf die christlichen Gemeinden und die jüdische Gemeinde aufgeteilt. Die Blätter werden gebunden und ins Museum gegeben - als Geburtstagsgeschenk der Leipziger Christen und Juden.

An vielen Stellen brannte es. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Hier auch Krieg – oder ein ganz normaler Samstag?!

Samstagmorgen: Mein 9-jähriger Sohn und ich sitzen noch etwas verpennt am Frühstückstisch, da summt mein Telefon. Unsere Elternvertreterin der Schule schickt eine SMS: Guten Morgen allerseits, viele Bewohner in der Notunterkunft sind sehr aufgeregt, wegen der Demos heute. Wer hat heute Nachmittag spontan Lust auf Kinderbetreuung, damit wenigstens die Kids ein bisschen Ablenkung haben? LG Manuela.

Freier Journalist und Muslim. Eren Güvercin. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel
·Leben·Gesellschaft

“Nicht jede kritische Frage an den Islam ist eine Diskriminierung der Muslime”

Seit dem Wintersemester 2013/14 gibt es an der Universität Leipzig die Muslimische Hochschulgemeinde. Sie ist das Netzwerk muslimischer Studenten und bringt ihre Perspektiven in den gesellschaftlichen und interreligiösen Dialog ein. Nun veranstalteten sie einen Abend zum Islambild in den deutschen Medien. Referent war Eren Güvercin. Der freie Journalist und Autor schreibt für überregionale Zeitungen. Muslime fordert er zur aktiveren Medienarbeit auf.

Blick über die damalige Asylunterkunft auf dem Messegelände Leipzig. Foto: Alexander Böhm (Archiv)
·Leben·Gesellschaft

Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Messegelände

In Anbetracht der Witterungsverhältnisse wurden in Sachsen bereits mehrere Unterkünfte geschlossen. Winterfeste Quartiere für die ankommenden Flüchtlinge werden dennoch benötigt. Die Landesdirektion Sachsen zeigte am Montag die neu entstandene Zeltstadt auf dem Leipziger Messegelände, die als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt werden soll.

Als könnten allesamt ein paar Wochen Urlaub, eine Kur, eine warme Hand gebrauchen, die ihnen mal über die Wange streicht .... Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Ich komme aus Leipzig …

„Ich komme aus Leipzig, damit bin ich automatisch cooler als du“ heißt eine frische kleine Facebookseite, auf der man sowohl einem ausgewachsenen Stadtpatriotismus als auch einer kleinen Leipzig-Liebe vorwiegend mittels Fotografien nach Herzenslust frönen kann. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, was es genau heißt, "Leipziger" zu sein. Ich habe nur diffuse Vermutungen.

Tränengasschwaden, Randale, brennende Barrikaden und Steinwürfe am 12. Dezember 2015 in der Südvorstadt. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: Unerträglich

Eigentlich erübrigt sich jeder Kommentar zu den Gewalt- und Zerstörungsorgien von sogenannten "Autonomen" am vergangenen Samstag. Denn dieses Schrecken, Angst und Wut verbreitende Auftreten schwarz uniformierter Menschen, die sich anmaßen, uns per Pflasterstein "richtige Politik" aufzuzwingen, hat mit einer politischen Auseinandersetzung nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Die Polizei stürmte einen Hotspot: Die Kurt-Eisner-Straße
·Leben·Gesellschaft

Live aus Connewitz/Südvorstadt: Konnte das gutgehen? Videos, Statements & Bildergalerien

Die Frage wird wohl mit dem heutigen Tage im Raum stehen. Nachdem bereits gestern bis zu 1.000 Teilnehmer von linker Seite an einer Vorabdemonstration durch den Süden teilgenommen hatten, ist heute gefühlt Großkampftag im Leipziger Süden und Connewitz. Nach derzeitiger Lage wegen gerade einmal maximal 200 Rechten, die zeigen wollen, wie es sich so im Süden von Leipzig demonstriert. Oder wegen linker Randale. Oder wegen einer Polizei, die sich ebenfalls auf ihre Art vorbereitet hat.

Thura beim Training. Hier wird ihr der Sand vom Rücken gebürstet. Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

2016 werden im Zoo Leipzig ein kleiner Elefant, zwei Nashörner und ein paar niedliche Koalas erwartet

Immer dieses Wetter. Mal ist es zu kalt, zu windig, zu nass, zu trübe. Ostern 2015 zum Beispiel war es zu kalt für einen Zoobesuch in Leipzig. Dann wurde es im Juni zu wechselhaft. Und ab Juli kochte Europa, kochte Leipzig - und bei fast 40 Grad im Schatten zog es weniger Besucher in den Zoo. Ein Wermutstropfen, sagt Zoodirektor Dr. Jörg Junhold. 2015 werden die Besucherzahlen wohl um 11 Prozent niedriger sein als 2014.

Abschluß in der Wolfgang-Heinze-Straße. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Der kleine Rest einer großen Provokation

Seit Wochen wird zu einem großen Ereignis nach Leipzig mobilisiert. Mehrere Neonazi-Aufmärsche sollten nach dem Willen der Anmelder in der Nähe und teilweise durch den linksgeprägten Stadtteil Connewitz verlaufen. Doch mehrere Veranstaltungen am Tag veranlassten die Stadtverwaltung dazu, die Aufzüge weit vom ursprünglichen Ort weg zu verlegen. Derweil zeigen sich Polizei und Nazi-Gegner schon aktiv.

Stifte- und Papiersammlerin Linda Lachetta. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit der Stifte- und Papiersammlerin Linda Lachetta

Da saß der Tanner in seinem Büro und dann ging die Tür auf. Sonne strahlte herein, die gedankenschwere, konfliktschwangere Luft der Dauerkonferenzen und Gespräche drang nach draußen und Linda Lachetta nach drinnen. Und sie brachte eine Idee mit, die ganz einfach umzusetzen ist. Mit Charme und viel positiver Energie. Tanner fragte nach.

Constanze John. Foto: Gabi Waldeck
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit der Schriftstellerin Constanze John

Im literarischen Bereich des hiesigen Kulturlebens sind die meisten Kameras und Mikrophone immer wieder auf einen Herrn Meyer gerichtet, dessen Output bei genauerer Sichtung gar nicht so fulminant ist. Da gibt es andere, die mehr und anders schreiben und auch Preise bekommen. Constanze John zum Beispiel hat gerade zwei Bücher in die Läden gebracht. Tanner hakte nach.

Die Polizei am 07.12. in Leipzig: Von hinten Blendlicht und vorn die Fahrradlampe zum Ausflippen. Foto: Video L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Video – Legida aus Sicht der Gegenproteste: Eine Polizei mit klarem Fokus

Es war ruhiger geworden rings um die Themen, wie die Polizei in Leipzig sich gegenüber den Gegenprotesten bei Legida-Veranstaltungen verhält. Doch der alte Korpsgeist ist natürlich nie weg gewesen und der Feind steht für manche sächsischen Polizisten konsequent auf der Anti-Legida-Seite. Auch wenn eine Fahrradfunzel gegen Schlaglichter von Legida und polizeiliche Blaulichtlampen antritt.

Legida-Gegner begleiten den Abmarsch von Legida. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Legida-Liveticker 7.12.: Mindestens zwei Wochen Ruhe in Leipzig

Nun hat sich Legida also doch mit seinem neuen Kundgebungsort arrangiert. Nachdem Markus Johnke in der Vorwoche mit Nikolausmütze und einigen Anhängern eine Tour über den Weihnachtsmarkt einer Kundgebung am Rande der Innenstadt vorzog, möchte Legida heute Abend wieder demonstrieren. Das Ordnungsamt der Stadt Leipzig hatte den erheblich besorgten Bürgern untersagt, sich während des Weihnachtsmarktes auf dem Richard-Wagner-Platz zu versammeln.

·Leben·Gesellschaft

Verbindungsbahn Connewitz-Plagwitz im Fokus

Am Dienstag, den 15. Dezember 2015, in der Zeit von 13:00-16:00 Uhr, steht die ehemalige Verbindungsbahn Connewitz-Plagwitz thematisch im Mittelpunkt der Präsentationsveranstaltung im Stadtteilladen Leipziger Westen in der Karl-Heine-Straße 54. Die Autoren Anne Tienelt und Frank Baacke haben interessante Fakten, historische Postkarten, aber auch aktuelle Fotografien zu besagter Bahn zusammengetragen. Diese stellen die in Buchform gebrachte Wanderung entlang der ehemaligen Bahnstrecke nun erstmals der Öffentlichkeit vor.

Opi ist dann "mal weg". Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Kein Schwein ruft mich an

Klick. Klick. Klick. Mehrere Millionen Mal. So ging es dem EDEKA-Werbespot mit dem einsamen Opi, der mit List das eigene Ableben inszenieren muss, damit ihn die Mischpoke zu Weihnachten dann doch noch aufsucht. Alle haben wir ihn angesehen, den Spot. Mindestens einmal. Und mindestens eine Träne im Knopfloch verdrückt. Das ist auch kein Wunder. Der Spot ist perfekt: die Menschen darin schön, Opa immerhin noch appetitlich, und die Musik, die pfeift direkt ins Epizentrum unserer Emotionen. Geil gemacht. Wenn nicht sogar supergeil.

Frauke Petry,hier noch bei einer AfD-Veranstaltung. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: Was war denn das? – Frank Plasberg, Frauke Petry und die Brandstifter

Ein Thema müsste dringend und umfassend debattiert werden: die vor allem rechte Gewalt; der Terror gegen Menschen, die bei uns Zuflucht suchen; das ekelhafte, schändliche montägliche gezielte und bewusste Aufheizen der Ressentiments und die entsprechende Hetze gegen Flüchtlinge (Invasoren, islamistische Überflutung, Asylbetrüger) und Politiker/innen in Regierungsverantwortung (kriminelle Bande) durch Pegida/Legida (oder eben mittwochs in Erfurt oder Magdeburg durch die AfD); die Brutalität und Schamlosigkeit, mit der in vielen Städten auf Menschen losgegangen wird, die auch äußerlich als Nicht-Deutsche auszumachen sind.

Bei Legida läuft heute Abend nur der Alkohol. Foto: Sebastian Beyer
·Leben·Gesellschaft

Legida trifft sich auf dem Weihnachtsmarkt – Update

Zum ersten Mal seit mehreren Monaten erlebt Leipzig aller Voraussicht nach eine Woche ohne rassistische Demonstration. Entgegen anderslautender Spekulationen verzichtet Legida morgen Abend wohl auf eine Ersatzveranstaltung für die am Montag ausgefallene Kundgebung. Wie es in den kommenden Wochen weitergeht, ist derzeit unklar.

Ayleena Wagner. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit der Ausstatterin und Gesundheitstag-Schirmherrin Ayleena Wagner

Eine eigenartige Angewohnheit vieler Menschen ist, sich über andere Menschen, die sie meist überhaupt nicht kennen, das Maul zu zerreißen. Dazu ein Kübel Häme und Neid und eine gehörige Portion Intrigantentum - und fertig ist unzivilisiertes Sich-Besser-Fühlen. Leider scheint dieser Trend zuzunehmen. Dem etwas entgegenzusetzen ist Aufgabe von Journalisten - und deshalb fragt Tanner die Menschen, über die in den Kneipen hergezogen wird, nach ihrem Handeln und Sein. Ayleena Wagner erlebte der Tanner dabei als eine intelligente, warmherzige und bedachte Frau. Doch lest selber.

Bei Legida läuft heute Abend nur der Alkohol. Foto: Sebastian Beyer
·Leben·Gesellschaft

Legida trifft sich auf dem Weihnachtsmarkt

Das Rätselraten um den Kundgebungsort von Legida am heutigen Montagabend hat ein Ende: Es wird überhaupt kein Aufmarsch stattfinden – zumindest kein angemeldeter. Stattdessen möchte Orgachef Markus Johnke mit seinen Anhängern auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein trinken. Die Gegenkundgebung an der Moritzbastei startet dennoch wie geplant um 18 Uhr.

Connewitz bereitet sich auf die Neonazidemos am 12. Dezember vor. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Eine rechtsextreme Provokation

In zwei Wochen ist es so weit: Neonazis der Partei „Die Rechte“, der „Offensive für Deutschland“ und von „Thügida“ wollen am 12. Dezember ausgerechnet im linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz aufmarschieren. Die Planungen für den Gegenprotest laufen ebenfalls schon auf Hochtouren. Auf beiden Seiten ist eine überregionale Mobilisierung zu erwarten. Ob der rechtsextreme Sternmarsch überhaupt in gewünschter Form stattfinden kann, ist jedoch noch offen.

Wie kann das Böse eine Frau sein? - Warten auf die Erleuchtung … Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Wie kann das Böse eine Frau sein?

Als wenn es nicht schon reichte an Schreckensszenarien: Mit der 26-jährigen Hasna Ait Boulahcen hat sich auch noch die erste Selbstmordattentäterin in unser Bewusstsein gesprengt. Gut, das also auch noch. Das ließ natürlich auch nicht Franz Josef Wagner kalt, der sich in einem seiner täglich erscheinenden "Herzlichst"-Texte mit dem Fall und den Fragen beschäftigte, die dieser auch zweifellos aufwirft: Wie kann das Böse eine Frau sein?

Erik Schober. Foto: Schober PR
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit dem Dirigenten Erik Schober

Der Tanner lebt ja schon eine Weile auf diesem Planeten. Und so wundert es kaum, dass er Menschen kennenlernt, sie dann wieder aus den Augen verliert und dann, manchmal ist es ein Zufall, wieder vor Augen bekommt. Zum Beispiel auf Plakaten. So geschehen mit Erik Schober, der einst schräg gegenüber vom Tanner wohnte und nun ein Weihnachtskonzert zugunsten des Bärenherz e.V. organisiert. Grund genug, mal wieder zu schnattern.

Universität Leipzig am Augustusplatz. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: Warum so schweigsam?

Am 2. Dezember 2015 ist es wieder soweit: Die Universität Leipzig begeht aus Anlass ihres 606. Geburtstages den "Dies academicus". 1409 wurde sie im Refektorium des Thomasklosters gegründet - ungefähr dort, wo sich heute die Linkskurve in der Tiefgarageneinfahrt zur Marktgalerie auf der Nordseite der Thomaskirche befindet. Am 02.12.2015 kommt es zu einem herausragenden Ereignis: Zum ersten Mal wird die Universitätsvesper, sonst mittwochs um 18:00 Uhr in der Thomaskirche gehalten, in der neuen Universitätskirche St. Pauli gefeiert.

Social Center Leipzig. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Social Center Leipzig lädt zur weiteren Diskussion

Im Rahmen der Flüchtlingsdebatte wollen einige nicht länger untätig sein und abwarten. Das Projekt „Social Center Leipzig“ will eine selbstverwaltete Unterkunft auf die Beine stellen. Wie das geschehen soll, will das Projekt am 26. November nun weiter diskutieren.

Das „Wir“ merkt nicht (mehr), dass ganze Gruppen der Gesellschaft abgehängt sind. Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: … unsere Art zu leben

Es war ein Angriff auf unsere Art zu leben. So die Kurzanalyse in unzähligen Kommentaren in Medien und Statements von Politikern nach den Terroranschlägen in Paris am Abend des 13. Novembers 2015. Wenn Menschen genau da ermordet werden, wo sie Vergnügen, Ablenkung, Zerstreuung suchen: in Cafés, bei einem Rock-Konzert, vor dem (und beabsichtigt im) Fußballstadion, dann soll damit unsere Art zu leben getroffen werden – die Freiheit, da zu verweilen, wo man möchte; sein Leben zu gestalten, ohne auf religiöse oder politische Normen zu achten; immer auch das Gegenteil von dem tun zu können, was andere erwarten. Aber erschöpft sich darin unsere Art zu leben?

·Leben·Gesellschaft

Demo – Liveticker 23.11.: Protest mit Hindernissen

Ohne Erfolg: Die Demo gegen Legida und in Erinnerung an die Mordopfer von Mölln darf nicht wie geplant über den nördlichen Innenstadtring ziehen, sondern läuft vom Südwesten aus in die Innenstadt. 19 Uhr startet Legida wie üblich auf dem Refugees-Welcome-Richard-Wagner-Platz.

Sportwettkämpfe - bereit für den Krieg? Foto: Jan Kaefer
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: “No sports?”

Weltpolitisch war dies erneut eine aufrüttelnde Woche. Besonders in Leipzig ist etwas Epochales passiert. Der Bürgermeister, genauer gesagt sein Fahrer, hatte auf einem Gehweg geparkt und wurde vom Ordnungsamt zur Räson gerufen. Man kann sich vorstellen, dass solch ein Jahrhundertereignis natürlich in die Zeitung musste, mit Bürgermeistern darf man nämlich nicht zu zaudernd umgehen. Da achten wir drauf!

Carmen Hüttl von den Leutzscher Zwergen. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit Carmen Hüttl von den Leutzscher Zwergen

Derzeit scheint es, dass, wer nur laut genug kräht, die volle Aufmerksamkeit in den Medien bekommt. Das langweilt bewusste Menschen schnell - und da wir für bewusste Menschen schreiben, hängte sich der Tanner an eine Leutzscher Zwergin dran. Die krakeelt nämlich nicht, die Carmen - nein, die macht und hilft von Herzen. Und kittet damit, was die Schreihälse auseinander reißen - unsere Gesellschaft. Was dies nun ist, so ein Leutzscher Zwerg, das erfahrt Ihr hier.

Die AfD und ihre Redner in Leipzig. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Die AfD zu Gast in Leipzig: So schlimm wie die Nazis?

Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Mittwochvormittag für und gegen die Alternative für Deutschland. Während Frauke Petry und andere AfD-Politiker die Meinungsdiktatur in Deutschland beklagten, fanden sich wenige Meter entfernt 57 Protestierende in einem Polizeikessel wieder, nachdem sie zuvor friedlich demonstrierten und ihren Platz nicht räumen wollten.

Screenshot der Homepage vom "Social Center Leipzig".
·Leben·Gesellschaft

Aktivisten fordern ein selbstverwaltetes soziales Zentrum

Ein Haus, in dem alle Menschen leben, diskutieren und entscheiden können - selbstverwaltet, ohne Einfluss der Behörden. Unter dem Eindruck der massenhaften Unterbringung von Geflüchteten in Turn- und Messehallen fordern Aktivisten nun ein „Social Center“ in Leipzig.

Gegenprotest bei Legida: Wir haben uns eine Platte gemacht - lieber solidarisch als solide arisch. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Legida-Liveticker 16.11.: Der Montag nach Paris + Video Legida & NoLegida

Drei Tage nach den terroristischen Anschlägen in Paris möchte Legida in Leipzig und Pegida in Dresden politisches Kapital aus den Mordtaten des IS schlagen. Allein sind sie damit nicht, bereits am Wochenende war auch seitens der CSU bereits versucht worden, das Thema Flucht nach Europa mit den Anschlägen in der französischen Hauptstadt zu verbinden. "Leipzig nimmt Platz" und "Legida? Läuft nicht." rufen unterdessen erneut zum Gegenprotest auf. Zudem findet am Abend eine Solidaritätsmahnwache für die Opfer in Frankreich statt.

Anteilnahme für die Opfer der Anschläge von Paris. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: Krieg? Nein! Aber Umkehr zu den Grundwerten

Es war mehr als makaber: Im ZDF lief am 13.11.15 der Krimi "Wem gehört die Stadt" aus der Serie "Soko Leipzig". Ein Baudirektor wird von jungen Leuten entführt, um den Abriss von besetzten Häusern zu verhindern. Unter den Entführern ist Henner, ein gewalttätig agierender Protestler. Während dieser sich immer mehr in seinem Richtigkeitswahn verrennt, läuft ein rotes Band über den Fernseher "Schießereien in Paris. Mehrere Tote. Näheres im Heute Journal".

Ein Blick auf die zur Auktion vorgesehenen Stücke aus dem Nachlass von Erich Loest. Screenshot: L-IZ
·Leben·Gesellschaft

Der Nachlass von Erich Loest wird am 21. November versteigert

Was passiert eigentlich mit dem, was für einen Menschen zeitlebens vertraute Umgebung war? Manchmal übernehmen es die Erben, manchmal landet es unbesehen in einer Haushaltsauflösung. Manchmal aber kommt es auch in eine Versteigerung, erst recht, wenn die Erinnerungen an einen berühmten Zeitgenossen drin stecken. Am Sonnabend, 21. November, wird in Barthels Hof der Nachlass von Erich Loest versteigert.

Foto: L-IZ.de, Text: The green mile
·Leben·Gesellschaft

Kommentar: #notinmyname „Ich bin müde …“

Was geschieht da eigentlich warum schon wieder? Es tickert und rattert und dröhnt. Es ist Krieg – titeln nicht wenige Zeitungen bereits, ein uns aufgezwungener? Der erste Anschlag in Deutschland „muss“ doch nun bald folgen? Wann ist es soweit, wer ist als Nächstes dran? Müssen wir Angst um unsere Kinder haben? Und die Hetzer sind auch längst wieder in ihrem Geschäft unterwegs, nun die Themen Flucht und Vertreibung umzudeuten, die Panik weiter anzuheizen. Und die Angst vor den Flüchtlingen zu schüren, die vor eben jenem Krieg zu fliehen suchen. Der ihnen nach Europa längst vorausgeeilt ist, nach London, Paris, Madrid. Ja, es ist unser Krieg. Und er tobt nun seit fast 15 Jahren. Mindestens.

"Schule ohne Rassismus"-Koordinatorin Nathalie Linares Ramón. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit der “Schule ohne Rassismus”-Koordinatorin Nathalie Linares Ramón

Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage. Ein Ziel, an dem zu arbeiten sich in jedem Fall lohnt. Denn, wenn wir uns nicht gegen den Hass stemmen, ist die Alternative eine äußerst düstere Zukunft, geprägt von Gewalt, diktatorischen Maßnahmen und der permanenten Angst vor dem Gegenüber. Das hatten wir doch schon. Also, Ärmel hochgekrempelt und angepackt, wie Nathalie Linares Ramón.

Gastwirtschaft "Frau Krause" bald beheimatet in Die Frau Krause ihre Straße 1? Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

Wie die Simildenstraße zu ihrem neuen Namen kommt

Der Partei „Die PARTEI“ ist es zu verdanken, dass der Wille der Connewitzer seinen Ausdruck findet. Am Mittwoch organisierte der schlagkräftige Kreisverband Leipzig, der ebenfalls den Politikansatz der „extremen Mitte“ vertritt, eine Demonstration in Connewitz im Rahmen einer eingereichten Petition zur Umbenennung eines Teils der Simildenstraße in „Frau Krause ihre Straße“.

Legida-Teilnehmer warten am Durchgang, dass der Weg frei wird. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Legida-Liveticker 09.11.: Kein Tag wie jeder andere

Der 9. November ist kein Tag wie jeder andere. Während Legida an den Mauerfall vor 26 Jahren erinnern möchte, steht für die Gegendemonstranten das Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 im Mittelpunkt. Dabei muss das rassistische Bündnis heute auf einen Spaziergang verzichten.

12 Uhr halt. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Kommentar: Wo bleibt das Bürgertum Leipzigs? Eine Antwort auf Christian Wolff

In einem durchaus berechtigten Kommentar fragt Christian Wolff auf L-IZ.de am Vorabend des „Schicksalstages der Deutschen“, wo das Leipziger Bürgertum bleibt, wenn es um den Widerstand gegen neu-faschistische und fremdenfeindliche Tendenzen in meiner Heimatstadt geht. Dazu vielleicht zwei Einstiegsthesen eines hier Geborenen. Es, dieses Bürgertum, hat sich nie wirklich für so etwas interessiert, da es anderes zu tun hatte. Und: Es gibt kein solches „Bürgertum“ in Leipzig. Die „Mitte“ ist eine eingebildete, welche sich niemals wirklich offen einmischt. Bis heute.

Die Rose - heutzutage die Diddle-Maus unter den Blumen in der Damenwelt. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Kann Spuren von Nüssen enthalten!

Vergangene Woche lief mir ein mir sehr sympathischer Bekannter über den Weg. Wir plauderten ein bisschen unter dieser gerade so wohlig frühlingshaft wirkenden Sonne und kamen bald aufs Wesentliche zu sprechen - auf ihn. Und siehe: Der junge Mann war frisch verliebt.

Der Dalei Lama als Zitat bei Leipzig nimmt Platz am 2. November. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: Quo vadis Bürgertum in Leipzig?

Am kommenden Montag, am 9. November 2015, wird sich zeigen, wie weit es her ist mit dem viel gepriesenen Leipziger Bürgertum. Denn bis jetzt hält es sich in der Auseinandersetzung um Legida und den in Sachsen wachsenden Rechtsextremismus mehr als zurück. Während sich OBM Burkhard Jung in den vergangenen Wochen sehr klar und unmissverständlich zu rechtsextremistischen Gruppierungen wie Legida geäußert hat und dementsprechenden Bedrohungen ausgesetzt war, während er aktiv den Aufbau einer Willkommenskultur für die Flüchtlinge unterstützt und gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Fabian tatkräftig das Konzept einer über die Stadt verteilten Unterbringung der Flüchtlinge in festen Unterkünften umsetzt, hört man aus dem sogenannten bürgerlichen Lager sehr, sehr wenig.

Timo Löwenstein vom Label Unter Schafen. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit Timo Löwenstein vom Label Unter Schafen

Wenn die verwirrten Hassmenschen Raum um Raum besetzen, sich breitmachen in den Medien und auf den Straßen, ist es die hohe Pflicht, Aufmerksamkeit auf Bewegungen zu lenken, die dem Irrsinn versuchen etwas entgegenzusetzen. So hat Timo Löwenstein mit seinem Unter Schafen Records Stimmen eingefangen, die der Menschlichkeit ein Lied singen. Kein Mensch ist illegal. Diese Welt ist ein Garten. Und Menschsein bedeutet zuallererst Mitmenschsein. Tanner hing sich in die Line.

Heiko Bernardy hat gesellschaftliche Probleme. Und fordert "geschlossene Lager". Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Legida-Liveticker 2.11.: Die einen hetzen, die anderen machen

Am Abend möchte Legida ein weiteres Mal über den Ring laufen. Als Redner ist Heiko Bernardy angekündigt, der dank eines Auftrittes bei "Sügida" selbst für die thüringischen AfD untragbar wurde. Wie in der Vorwoche soll sich an vier Stellen der Gegenprotest formieren, die Route ist die gleiche wie immer und der Rest der längst ritualisierten Aufmärsche auch. Und irgendwo in Sachsen brennt wieder ein Asylbewerberheim. Routine im November 2015.

Madlén Bohéme. Foto: VonBerg Photography
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit der Lifestylebloggerin Madlén Bohéme

Wer viel schreibt, sollte viel lesen. Denn Meinung bildet sich nicht im luftleeren Raum. So stolperte Tanner auch einst über eine junge Dame, die sich gerade unter dem Namen Madlén Bohéme zur Diskussion stellt, zum Beispiel über Mode, Blogs und den Sinn des Ganzen. Tanner fragte nach.

Seid wachsam! Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Zur Täuschung geeignet

Die Berliner Kondomfirma "Einhorn" sitzt mal wieder in der Tinte. Oder besser - vor Gericht. Sie muss sich nämlich wegen eines besonders gemeinen Täuschungsversuchs verantworten: Auf einer Packung mit sieben Kondomen hatten die hippen Einhörner aus der Hauptstadt nämlich den werbeträchtigen Zusatz "Eine Tüte à 7 Stück entspricht 21 Orgasmen" drucken lassen.

Die Chefin vom Lindencafé, Steffi Hennings. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit der Chefin vom Lindencafé Steffi Hennings

Eines Tages kam eine junge Frau bei Tanner im Büro vorbei. Sie hatte Flyer in der Hand, die Haarfarbe war optimal aufs Kleid und die Augenfarbe optimal auf das Oberteil ihres Outfits abgestimmt. Dazu hatte sie etwas wirklich Interessantes zu erzählen. Es ging um Menschen, ein Café und Wege, neue Wege. Tanner fragte nach.

Klaus Petermann und Annekatrin Michler. Foto: Ralf Julke
·Leben·Gesellschaft

Lene-Voigt-Gesellschaft feiert das 20-jährige mit durchaus verständlichem Stolz

Alles begann am 2. Mai 1891. Da wurde dem Schriftsetzer Karl Bruno Wagner und seiner Frau Alma Maria Wagner in der Sidonienstraße Nr. 14 in Leipzig ein Kind geboren, das nannten sie Helene Alma. Lene war ein wildes Kind. Doch weder Karl noch Alma konnten ahnen, dass dieses wilde Kind einmal die Mächtigen zweier Staaten erzürnen würde. Und das auch noch mit Gedichten.

Anfang des Jahres war es voll auf Leipzigs Straßen. Seitdem bleiben viele Studenten lieber daheim. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Studentischer Protest soll wieder lauter werden

Das Bündnis "Legida? Läuft nicht." sorgte Anfang des Jahres dafür, dass sich bis zu 7.000 Studenten an den Protesten gegen nationalistische Aufmärsche in Leipzig beteiligten. Seitdem war es weitgehend ruhig um die Aktivisten geworden. Doch nun wollen sie wieder angreifen - und planen für November gleich zwei große Kundgebungen.

Gegenprotestler bei NoLegida. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Liveticker 26.10.: Legida kehrt mit prominenter Unterstützung aus der Pause zurück + Videos

Theoretisch hatten die Menschen in Leipzig eine Woche lang Ruhe vor Legida. Praktisch jedoch gab es stattdessen die „Offensive für Deutschland“, die nach voller Aufmerksamkeit rief – und sie zumindest von der eigenen Klientel nicht bekam. Nun ist Legida zurück auf dem Refugees-Welcome-Platz. Und hat mal wieder Jürgen Elsässer mitgebracht, den Chefredakteur des Monatsmagazins „Compact“, das aktuell vor allem mit Stimmungsmache gegen Geflüchtete Ausgaben verkauft.

Aus dem Umfeld dieser Versammlung heraus sollen Steine geflogen sein. Foto: L-IZ
·Leben·Gesellschaft

Ein Polizeibericht wirft Fragen auf

Die Polizei vermeldete im Nachgang zur gestrigen OfD-Demo in Markkleeberg 134 Straftaten. Nicht erwähnt wird dabei, dass sich die Mehrheit von ihnen wegen einer Blockade strafbar gemacht haben soll. Zudem widerspricht ein Mitarbeiter einer Ministerin der Behauptung, dass aus einer Gegenveranstaltung heraus Steine geflogen sind.

Dem Leben entfremdet - Sind wir nur noch Schatten unserer selbst? Foto: Daniel Thalheim
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: Gruen hinter den Ohren

Gott sei Dank, die Herbstferien sind endlich vorbei und damit auch die misslich nasskalte Wetterlage, bei der man unweigerlich das Gefühl gebiert, man müsse Gedichte schreiben, in denen Wörter wie Bausparvertrag, Diaphragma, Niedriglohnsektor, Nasenscheidewand, Nickelallergie und Brigitte-Diät vorkommen. Fast folgerichtig stirbt auch noch Arno Gruen - einer, der viel zu unbekannt ist, um jetzt schon sterben zu dürfen, obwohl dies mit 92 möglicherweise sein gutes Recht gewesen ist. Der Tod des deutschen Psychoanalytikers Arno Gruen, der sich zeitlebens mit den Ursachen für Fremdenhass und Gewalt auseinandergesetzt hatte, wirkt wie ein Signal.

·Leben·Gesellschaft

Aktivisten erinnern an ermordeten Kamal Kilade und verkürzen OfD-Aufmarsch

Am Samstag, 24. Oktober, gab es gleich mehrere Facetten rechten Gedankengutes zu besichtigen. Erst die Opfer, dann das Heute. Zunächst beteiligten sich mehrere hundert Menschen am Gedenken für den von Neonazis in Leipzig ermordeten Kamal Kilade. Ein Leipziger Opfer von Rassismus, denn 19-jährig starb Kilade am 24. Oktober 2010 ohne Grund nach einer Messerattacke gegenüber des Leipziger Hauptbahnhofes. Anschließend ging es für viele der Gedenkenden zum Protest gegen einen Aufzug der rechtsextremen "Offensive für Deutschland" nach Markkleeberg. Die L-IZ war mit der Kamera dabei.

"ernte-mich"- Gründer Richard Hagedorn. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit dem Gründer von “ernte-mich” Richard Hagedorn

Tanner ist Kleingärtner. Als er Punkrocker war, hätte niemand gedacht, dass er jemals Komposthaufen wenden würde. Trotzdem macht er das jetzt. Es gibt aber auch andere Versionen des Lebensmittelanbaus in der Stadt. Und irgendwann werden diese Anbaumethoden auch lebenswichtig sein fürs Stadtmenschsein. Tanner traf Richard Hagedorn, einen Vorwärtsblickenden mit einer Idee, die Schule machen darf.

·Leben·Gesellschaft

Ticker 19.10. zu OfD, Legida, Pegida: Happy Birthday?

Ein Jahr soll das jetzt schon wieder her sein, als die ersten Dresdner unter dem Namen Pegida um die Häuser zogen? Bald nachgeahmt in Leipzig von Legida, welche am 12. Januar 2015 aktiv wurde. Seither hat sich einiges vor allem in Sachsen verändert. Es brennen Asylunterkünfte, im Netz gibt es Anti-Hass-Initiativen, 16 Bürgermeister der Umgebungsgemeinden von Dresden schreiben "Es reicht" und heute nun ist Jubiläum. Für eine Bewegung, welche als "islamkritisch" begann, um sich sehr bald um alle Deutschen und die Nation zu sorgen. Während Legida heute wohl eher geschlossen nach Dresden gefahren sein dürfte, ist die Splittergruppe "Offensive für Deutschland" als "Platzhalter" in Leipzig unterwegs.

Willst das Große du erreichen, fange mit dem Kleinen an; deine Tadler werden schweigen, ist das Kleine groß getan. (Friedrich Hornfeck). Foto: Daniel Thalheim
·Leben·Gesellschaft

Gastmanns Kolumne: From Sarah with love

Die Zeiten sind gerade ja höchst interessant: Die Krise, die Europa soeben durch die Zuwanderungssituation erlebt, zerrt auf sehr aufschlussreiche Weise den Schleier weg von all unseren Scheinproblemchen und hochgeputschten Konflikten der vergangenen fetten Jahre. Zur Stunde gilt es zu handeln, sich irgendwie zu bewähren. Überraschenderweise befinden sich jedoch viele noch immer im Stadium des Zögerns, beschäftigen sich zaudernd und händeringend mit der schwierigen "Bob-der-Baumeister-Frage": Können wir das schaffen? Ja? Nein? Vielleicht?

Ein Tag bei der OfD - ein klarer Blick nach Rechts. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Video: Die Offensive für Deutschland in Grünau – Ein Tag in Bildern

Irgendwie ein surrealer Tag mal wieder, dieser 17. Oktober in Leipzig. Auch für Journalisten, die berichteten, vor Ort waren und dem Geschehen rings um die „Offensive für Deutschland“ so gut folgten, wie es eben ging - an einem wenig konstruktiven Tag. Manche Augenblicke blieben versperrt, entfernt oder nicht sichtbar. Wie die Randale am Rande der Demonstrationen oder die Brandsätze an den Kabelsträngen der Bahnstrecke zwischen den S-Bahn-Stationen Lindenau und Plagwitz. Andere, wie die Demonstrationen und Momente fanden den Weg in die Kameras. Ein Tag in Leipzig-Grünau in Bildern und Videos.

Polizisten im Demo-Einsatz. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Liveticker 17.10.: Rechte Herbstoffensive für Deutschland – Feuer an Bahnanlagen & Übergriff auf die Polizei

Zwei Tage vor dem ersten Geburtstag der Pegida-Nationalisten in Dresden, zu dessen Gegenveranstaltungen auch zahlreiche Aktivisten aus Leipzig anreisen werden, steht am heutigen Samstag zunächst ein weiterer Rassistenaufmarsch in der Messestadt auf dem Programm. Die „Offensive für Deutschland“ wagt einen zweiten Versuch – erneut hat sich Protest angekündigt.

Ziemlich karge Lebensbedingungen erwarten Flüchtlinge in den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen. Foto: Sebastian Beyer
·Leben·Gesellschaft

General-Olbricht-Kaserne soll Platz für über 2.000 Flüchtlinge bieten

Anfang Oktober teilte die Landesdirektion Sachsen mit, dass 200 Flüchtlinge vorübergehend in einer Turnhalle auf dem Gelände der General-Olbricht-Kaserne untergebracht werden sollen, da die Erstaufnahmeeinrichtungen ausgelastet sind. Bis Dezember werden weitere Plätze für 900 Personen zur Verfügung stehen. Am Donnerstag teilte die Behörde mit, dass aufgrund der anhaltend hohen Flüchtlingszahlen eine weitere Erhöhung auf über 2.000 Plätze im Bereich des Möglichen wäre, dies aber noch nicht endgültig entschieden sei.

Fanny Kniestedt. Foto Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit der Organisatora von “Am Fuße der Festung” Fanny Kniestedt

Auf der Suche nach Themen, die bewegen, trifft Tanner auf Menschen, die bewegen. So Fanny Kniestedt, die die Veranstaltungen "Am Fuße der Festung" mit Johannes Bühler organisiert. Die Welt ist eben kein stillstehender Stein, alles dreht sich - und wer das nicht sehen möchte, hat eben ein Problem mit seiner Wahrnehmung. Tanner fragte Fanny und Fanny sagte viele bedenkenswerte Sätze. Weil Zuhören nämlich eine große Kunst ist heutzutage.

Der ganz normale Faschismus. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Gastkommentar von Christian Wolff: Der ganz alltägliche Faschismus – oder: Das sind doch nicht alles Nazis

Nun sollen sie also aufgehängt werden: Angela Merkel und Sigmar Gabriel. Jedenfalls wurde auf der letzten Pegida-Demonstration in Dresden schon einmal ein Galgen mitgeführt. Offensichtlich hat das niemanden gestört - weder die Männer und Frauen, die den selbst ernannten Volksvertretern Lutz Bachmann und Tatjana Festerling hinterherlaufen noch die Polizei. So weit ist es nach einem Jahr montäglicher Aufladestation für Hetze und Hass gekommen. Da werden nicht nur wöchentlich Flüchtlingsunterkünfte in Brand gesetzt, da organisiert sich nicht nur in vielen Ortschaften "Heimatschutz", nun wird zur Ermordung der Bundeskanzlerin und des Wirtschaftsministers aufgerufen.

Legidateilnehmer auf dem Heimweg. Mal wieder 3 Stunden Lebenszeit rumgebracht ... Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Liveticker 12.10.: Für Legida-Teilnehmer gehts wieder nach Hause – denn sie haben eins

Die Temperaturen fallen so langsam wieder ins Bodenlose. Aber emotional betrachtet, konnten die Montagabende in Leipzig sowieso kaum noch kälter werden. Was Legida an blankem Hass auf einige Bevölkerungsgruppen von sich gibt, ist allerhöchstens noch von Lutz Bachmann und Tatjana Festerling in Dresden zu unterbieten. Weil jene Oberbesorgten nächste Woche mit Pegida Geburtstag feiern und der Leipziger Ableger nicht fehlen möchte, findet heute der letzte montägliche Rassistenaufmarsch vor der einwöchigen Pause statt.

2015: Demonstranten forderten Frieden in der Türkei. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

120 Menschen forderten Frieden in der Türkei

Die Zahlen über die Toten schwanken noch, dennoch kann davon ausgegangen werden, dass fast 100 Menschen bei einem Bombenanschlag in Ankara ums Leben gekommen sind. Am Sonntagnachmittag zogen circa 120 Menschen vom Willy-Brandt-Platz zum Augustusplatz, um ihre Solidarität zu zeigen.

Ca. 400 Menschen demonstrierten gegen die Verschärfung des Asylrechts. Foto: Alexander Böhm
·Leben·Gesellschaft

400 Menschen demonstrierten gegen Verschärfung des Asylrechts

Das kommende Gesetzespaket zum Thema Asylrecht steht kurz vor seiner endgültigen Verabschiedung. Am Mittwoch soll es den Bundesrat passieren. Mehrere Parteien und Flüchtlingsverbände kritisieren den Vorschlag als zu ineffektiv und nicht zielführend, so auch 400 Menschen am Samstagnachmittag in der Leipziger Innenstadt. Begleitet wurde die Demonstration erstmalig von Gegendemonstranten aus dem LEGIDA-Umfeld.

25.000 Menschen kamen 2015 zum Lichtfest auf den Augustusplatz. Foto: L-IZ.de
·Leben·Gesellschaft

Das Leipziger Lichtfest 2015 gehörte den Flüchtlingen und der alten Idee von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Am Freitag, 9. Oktober, war Leipzig mal wieder im Feiertagsmodus. Der Tag ist tatsächlich offizieller Feiertag in Leipzig, auch wenn das nicht heißt, dass nicht gearbeitet wird. Aber gefeiert, mit Lichtfest auf dem Augustusplatz. Doch was feiert man in so einem Jahr 26 nach der Friedlichen Revolution? Revolution natürlich, fand Jürgen Meier, der beim Lichtfest die künstlerische Leitung inne hat.

Der Tabernakel der neuen Propstei am Ring kurz vor dem ersten Gottesdienst. Foto: Ernst-Ulri
·Leben·Gesellschaft

Kommentar: Erzbischof Heiner Koch berichtet der Synode in Rom über seine Erfahrungen in Sachsen

Viele Leipziger existieren in der selbstverständlichen Überzeugung, dass die Welt auch völlig ohne großen Schöpfer existiert und funktioniert. Das ist für einen katholischen Theologen nicht beängstigend. Seine eigene Erfahrung ist einfach nur komplett anders. Gott hat nichts mit geheimnisvollen Kräften zu tun. Die Unauflöslichkeit der Ehe engt ihn nicht ein. In Rom tagen Vertreter einer Weltkirche. Erzbischof Heiner Koch berichtete dort von Sachsen.

Der Projektleiter von selbst & ständig Frank Lemloh. Foto: Volly Tanner
·Leben·Gesellschaft

Tanners Interview mit dem Projektleiter von selbst & ständig Frank Lemloh

Selbstständig sein, eigenverantwortlich leben, gestalten, handeln, miteinander agieren. Diese Schlagbegriffe klingen doch erst einmal richtig gut, sagt der Tanner in uns allen - doch um die Inhalte auf den Weg zu bringen, braucht es hin und wieder Hilfe. So einer wie der Frank Lemloh kann da die Steigbügel halten, wenn es ins wahre Leben geht. Tanner fragte nach.

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Scroll Up