Ist doch ganz einfach: Man denkt sich ein fluschiges Thema aus, schreibt eine fetzige Präambel, und dann fetzt man die Arbeit an einem Nachmittag runter. Mein Thema war ganz einfach: "Die Populationsentwicklung großstadtresistenter Katzen in einem stark von Hunden durchsetzten Verdichtungsraum unter besonderer Betrachtung der olfaktorischen und phonetischen Begleiterscheinungen."
Anzeige
1.500 Seiten. 36.000 Quellenangaben (GPS-geprüft, ich lass mir da nichts unterjubeln), ausführliche Zitate mit eindeutigen Autorenangaben (ich hab mir auch die verdammte Hundesteuernummer geben lassen, damit jeder Prüfer nachvollziehen kann, welcher bescheuerte Köter in diesem Kiez wann was gebellt hat), 8.245 Querverweise auf andere strukturelle Arbeiten zum Thema (etwa den genialen Karl-Theodor Schnapp von Beißzu, der die unvergleichliche Arbeit über den "ursächlichen Markierungsreflex urbanisierter Kleinhunderassen am Beispiel mitteleuropäischer Straßenbäume" geschrieben hat) - und 36 eigenhändig gezeichnete Diagramme und Grafiken. Darauf bin ich besonders stolz. Und wahrscheinlich ist mir dafür der Nobelpreis für Mathematik sicher: Allein 22 Random-Diagramme über die Verflechtung ungesteuerter Gassi-Gänge in einem Areal hyperaktiver Hundebesitzer - mit erstaunlichen Verknotungen am Schaltkasten der Straßenbahn und an Ingos Straßenausschank - und das Ganze korreliert mit den Markierungsversuchen stark alkoholisierter Hundebesitzer auf der Suche nach ihren abhanden gekommenen Wuffis und Wauzis ...
Ich hab den ganzen Bembel nicht mal selbst recherchieren müssen, sondern nur einfach beim LKA anrufen müssen und mir die ganzen Handydaten geben lassen. Als ich gesagt hab, dass ich hier im Kiez einer kriminellen Vereinigung der Dackelbesitzer auf der Spur bin, haben die Jungs heiße Ohren gekriegt und mich auch noch gefragt, ob ich noch viel mehr Daten haben will.
Hab ich aber nee gesagt. 1.500 Seiten sind für eine Doktorarbeit, die dann noch von VroniPlag geprüft werden muss, doch schon eine Menge Holz. Die Gänsefüßchen hab ich gar nicht gezählt. Manche Zitate musste ich zusammenfassen. Man kann das wirklich nicht mehr trennen, wenn sich ein Mops und eine Connewitzer Promenadenmischung sich beim Verdauungsspaziergang freundlich "Guten Tag!" zubellen und dabei ohne Punkt und Komma in eine wissenschaftliche Diskussion ihrer Stammbäume übergehen, um das bei der Erörterung ihrer möglicherweise gemeinsamen Urgroßmutter zu einem auch visuell nicht mehr trennbaren Streitgespräch überzugehen, bei dem die Fellteile fliegen und die Menschen am Ende der Leine ratlos versuchen, ihren Teil Hund aus dem Knäuel zu entfernen.
Das Zitat lautet ungefähr so: "Grrrrm Phfff Wrauuu Auuu Ieegruu Hammmaahamma Lossslassn Dusau Dirwerdich Aulassdas duelenderbastaRRRRD selberbastard DasIstmeinbein lasslosdumistvieh Auuuuiiieee..."
Und so weiter. Wobei ich das mit dem "staRRRRDsel" noch mal nachprüfen muss. Es gibt auch andere Expertenmeinungen, die behaupten, an dieser Stelle seien die Äußerungen wesentlich detailreicher gewesen und hätten sich auf Dr. Zuckerschleckers großen Band "Heimliche Leiden im Leben des Mannes", Seite 345 bezogen: "Gefährdete Regionen der männlichen Konstitution."
Hab ich noch nicht nachgeprüft.
Das wäre ein Thema für begabte Forschungsstudenten. Worauf ich in Fußnote 4.567 besonders hinweise - auch mit Erwähnung des genialen Prof. Dr. Patschmagarniz, der in einer seiner nicht gekennzeichneten Stellen in "Eine Reise durch die Welt der Mischlinge, Bastarde und Hundeähnlichen" ebenfalls von schmerzvollen Erlebnissen im zeugungsträchtigen Alter berichtet und die Probleme der Pubertät mit einer EU-Studie zu den "Ertragsgrenzen holländischer Pflaumenzüchtungen" abgleicht.
Was ich dann auch getan habe. Aber was mich besonders erstaunt: Pflaumen haben augenscheinlich keinen nachweisbaren Einfluss auf die randomisierten Gassi-Schleifen der betrachteten Hundearten und ihrer Halter. Alle enden sie irgendwann am Fensterchen von Ingos Straßenausschank, schließen dort unverbrüchliche Freundschaften, während zu ihren Füßen Hunde verschiedenster Farben, Größen und Bildungsgrade sich an der Vermehrung der Population im Revier versuchen.
Meist ohne Ergebnis.
Was mein Doktorvater mir freilich etwas kritisch anmerkte. Denn während es unmöglich war, in der kompletten Laufzeit der Studie auch nur einen einzigen Welpen in einem x-beliebigen Reifezustand zu ermitteln, hat sich die Hundepopulation innerhalb der sieben Forschungsmonate trotzdem verdoppelt.
Doch der Schein trügt wohl.
Nach Angaben des Stadthundeamtes haben sich die Einnahmen aus der Hundesteuer ebenfalls nicht erhöht. Was natürlich den zwingenden Schluss nahelegte, dass sich die Population lediglich um imaginäre Exemplare vermehrt haben kann, die auf imaginären Random-Kurven imaginäre Hinterlassenschaften auf die Gehwege legten.
"Hab ich aber nichts von bemerkt", wollte mich mein Betreuer etwas strenger befragen.
"Aber ich", hab ich gesagt. "Einer von uns wäre heute morgen vielleicht doch lieber nicht zu Fuß gegangen."
"Wie meinen Sie das?"
"So, wie ich's rieche. Krieg ich jetzt das summa cum laude?"
"Es riecht hier tatsächlich etwas eigenartig."
"Sag ich doch. Die Arbeit hat Hand und Fuß."
"Aber was riecht hier nur so komisch?"
"Summa cum laude, und ich nehm das Tütchen wieder mit."
"Was für ein Tütchen?"
"Summa cum laude?"
Seitdem führe ich den Doktortitel. Man muss sich nur die richtigen Themen aussuchen, möglichst handfeste und jederzeit von jedem reproduzierbare. Die erörterten Experimente sind leicht nachzuprüfen. Nur reintreten sollte man nicht.
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…