Finster wars. Nacht wars. Die Uhren gingen falsch. Und auf den Straßen trieben sich lauter Hexen herum. Kleine zumeist. Kleine Hexen sind gefährlich, besonders, wenn sie kichern wie Schneewittchen und Rosenrot. "Hihi, ob wir den da mal erschrecken?" - "Klar, machen wir!" - Und schon war ich umzingelt.
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Mitten im Kiez. Mitten da, wo unsereiner sonst die Dackel auf die Bäume jagt! Mit Borstenbesen zeigten sie auf mich, spitze Nasen mit riesigen Warzen, spitze Hüte, Fledermaus-Umhänge: "He, rück was Süßes raus, sonst gibt's Saures!" - Mir schlotterten die Glieder. Und meine Schwanzspitze wollte ihre Ur-Instinkte abrufen: He Kumpel, das sind Hexen! Krall dir eine! Ein echter Kater braucht 'ne Hexe!
Quatsch nicht, säuselte meine Schwanzspitze. Eine Hexe! Und das in diesen Zeiten! Schnapp dir eine und dann - Heidewitzka! - dann zeigen wir's den Pantoffelhelden hier in diesem Kaff!
Öh ...
Äh ...
Und dann ein großes Iiiiieks! - Manchmal denkt meine Schwanzspitze schneller als meine Ohren. Und da saß ich schon der frechsten Hexe auf dem Buckel. Die frechste Hexe quietschte am lautesten. Die anderen rannten einfach davon und kreischten: "Hilfe! Mamiiiiii! Papiiiii!"
Und auf dem ganzen Bürgersteig lagen auf einmal ... naja: Kröten hätte ich eigentlich erwartet, Spinnen, Blutegel und ein paar Schlangenhäute, Kräuter und so Zeugs. - Aber ... bunte Kekse? Schokoriegel? Toffees?
Die Hexe, auf deren Buckel ich saß, schaute mich aus großen blauen Glubschaugen von unten an. Und ich schaute sie von oben an. Und ihre Hakennase hing schief. Da sah man die Sommersprossen. - Ich glaub, hier läuft was falsch, Kleine, mauzte ich ganz höflich. Hätte ich zu einer echten Hexe so nie gesagt. Das sind ja Respektspersonen. Und ich hab wirklich lange keine mehr gesehen.
Diese hier aber schüttelte zaghaft den Kopf.
Aber vielleicht willst du ja mal eine Hexe werden, wenn du groß bist? - Ich gab mir Mühe, das Mauzen nicht ganz so streng klingen zu lassen. Aber sie schüttelte wieder den Kopf, so dass auch ihre Haarpracht verrutschte. Auch die filzigen roten Haare mit Blättern und Käfern und Ästchen drin waren nicht echt. Darunter guckten ein paar blonde Strähnchen vor.
Ich könnte dir beibringen, wie man Leute erschreckt und so? - Kopfschütteln. Sie war noch nicht so weit. Denke ich mal. Sie war noch in dem komischen Alter, in dem Mädchen nur im Zweierpack auftauchen, dieselben Bilder aus der Zeitung schneiden und Kicherabende veranstalten mit dem Zeugs, das jetzt überall auf dem Bürgersteig lag, bis zu dem zitternden Häuflein finsterer Hexen da hinten unter der Laterne, die noch immer "Paaaaapi!!!! Maaaaammmiiiiiii!" riefen.
"Was ist denn los, Kinder? Ist euer Korb schon voll?"
"Ein Ungeheuer!"
"Das sind nur die anderen Kinder. Die haben sich auch verkleidet!"
"Ein richtiges Ungeheuer! Ein grünes!"
"Bestimmt hat sich das Mädchen als Leiche verkleidet. Fragt sie doch, ob sie mit euch mitgeht!"
"Aber es ist eeeeeeecht!"
"Aber ihr seid doch auch echt."
"Nnnnn ...? ....!" Da waren sie dann still. Es gibt eben Tage, da sind sich auch schreckliche Hexen nicht so sicher, ob sie ja sagen sollen oder doch lieber nein. - Meine sagte gar nichts. Nur ihre Milchzähne klapperten ein bisschen, als ich ganz vorsichtig von ihrem Buckel rutschte und meiner Wege ging. Meiner üblichen Wege: Dackel erschrecken und so.
Und kurz mal bei Madame Ming vorbeischauen. Manchmal sitzt sie ja hoheitsvoll am Fenster. Diesmal war's nicht so. Dafür wurde ich neben Herrn Thrans abendlich verriegeltem Gemüseladen von einem weiteren Pulk schrecklicher Hexen überfallen: "Süßes! Sonst gibz Saules!"
Saules?
"Saules! Jawoll: So und so und so! Wil sind schleckliche Saubelinnen!"
Diesmal hab ich mir gleich die größte Hexe geschnappt. Das Ergebnis war dasselbe: "Papiiiiiii! Mamiiii!"
Und du?, hab ich meine große Hexe angemauzt? - Sie schaute mich aus zwei großen schwarzen Mandelaugen von unten her an: "Du dust mir doch nüschd, oder?"
Nein, Fräulein Thran. Das weißt du doch. Aber willst du vielleicht meine Hexe werden?
"Nö, dud meir leid. Isch werd lieber Inschenjör."
Schade. Haste irgendwas zu Futtern in deinem Korb?
"Schogogüsse, magste die?"
Oh ja, die sind lecker. - Wir haben redlich geteilt. Und als sie zu ihren Mithexen hüpfte, begann da ein aufgeregtes Staunen. "Ob er auch saure Drops nimmt?" - "Der frisd alles, den genn'sch."
So mehrt sich der Ruhm der Welt. Als dann auch noch ein Häuflein Babajagas angesprungen kam und "Stoi!" rief, hab ich der dicksten Babajaga mit der Zahnspange einfach den Korb weggenommen und die russischen Bonbons geklaut. Solche Chancen sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn der Kiez schon mal voller Hexen ist. Und russische Bonbons sind fast das Beste, was es im Oktober zu mausen gibt. Vom November reden wir ein ander Mal. Wenn mein Vorrat alle ist.
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…