Das Angebot der Bildungseinrichtungen
entspricht in vielen Bereichen nicht den Lebenswirklichkeiten von
Kindern und Jugendlichen. „Alternative“ Mechanismen zur
Lebensbewältigung rücken dadurch in den Fokus und ersetzen
schulische Bildung.
Was sind „Zufallsbürger“? – Zufallsbürger
sind in Mode. Mit dieser Methode realisieren Projektträger oder
öffentliche Verwaltungen eine modere Form der Partizipation in der
Bemühung, dem gesellschaftlichen Mainstream gerecht zu werden,
Bürgerinnen und Bürger mehr in Meinungsbildungs- und
Entscheidungsfindungsprozesse einzubeziehen.
In mehreren dutzend Städten in Deutschland
wollen Frauen am 8. März auf die Straße gehen, um für ihre
Forderungen zu demonstrieren und zu streiken: Gleichberechtigung,
sexuelle Selbstbestimmung, legale Abtreibung und vieles mehr. In
Leipzig rufen für diesen Tag gleich zwei Gruppen zu Demonstrationen
auf. Dabei soll es Aufzüge aus allen Himmelsrichtungen geben.
In Bautzen möchte eine „Bürgerinitiative“
mit Unterstützung aus rechtsradikalen Parteien gegen die
Historikerin Annalena Schmidt demonstrieren. Diese kandidiert im
Mai für die Grünen für den Stadtrat und kämpft seit Jahren gegen
Diskriminierung. Auf Facebook forderte die „Initiative“
zwischenzeitlich die „Ausbürgerung“ der Aktivistin. Mittlerweile
hat sich sogar der Bautzener Oberbürgermeister zu Wort gemeldet und
Ministerpräsident Kretschmer griff zum Telefon.
Für die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke
Petry stehen bald wichtige Entscheidungen an. Bereits im März
möchte das Landgericht Dresden darüber urteilen, ob Petry im
Wahlprüfungsausschuss des sächsischen Landtages unter Eid gelogen
hat. Ende April und Anfang Mai stehen zudem zwei Termine am
Amtsgericht Leipzig an. Hier lautet der Vorwurf:
Steuerhinterziehung, Subventionsbetrug und Untreue.
Als sich Anfang September 2018 etwa 20
rechte Demonstranten vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig
trafen, präsentierten sie die üblichen Feindbilder: Medien,
Geflüchtete und Politikerinnen. Zu letzteren zählte unter anderem
die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel, die als „Terrorpatin der
Antifa“ bezeichnet worden sein soll. Daraufhin erstattete sie
Anzeige – doch nun wurde das Verfahren eingestellt.
Die „Kritischen Einführungswochen“ haben
die Universität Leipzig öffentlich dafür kritisiert, angeblich auf
Druck des Verfassungsschutzes einige Veranstaltungen zunächst
untersagt zu haben. Nun ist klar: Es gab zumindest Gespräche
zwischen dem Präsidenten der Behörde und der Hochschulrektorin. Das
berichtet nun die „Sächsische Zeitung“. Eine Kleine Anfrage im
Landtag könnte bald noch mehr Informationen über den Umfang der
Kooperation liefern.
Im Endeffekt war es wohl die vorläufig
klarste Entscheidung, die das Tiefbauamt an der Inneren Jahnallee
im Sinne der Straßenverkehrsordnung an einem Unfallschwerpunkt
treffen konnte. Denn über den ganzen bisherigen Debatten um
Radwege, Händlerinteressen, Anwohnerparken bis hin zur Luftreinheit
und Lärmbelastung wurde der Ausgangspunkt der fast zweijährigen
Debatte immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Am 1. Mai 2017,
kurz nach 10 Uhr am Morgen geriet eine 23-jährige Radfahrerin
stadtauswärts unter eine Straßenbahn und überlebte nur sehr
knapp.
Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der
katholischen Deutschen Bischofskonferenz, sagte auf der von Papst
Franziskus einberufenen und am Sonntag zu Ende gehenden sog.
Missbrauchskonferenz des Vatikans in Rom einen mehr als
aufschlussreichen Satz: „Der sexuelle Missbrauch von Kindern und
Jugendlichen ist zu einem nicht geringen Teil auf den
Machtmissbrauch im Bereich der Verwaltung zurückzuführen.“
(https://www.sueddeutsche.de/panorama/katholische-kirche-missbrauch-marx-vatikan-1.4342399)
In einer wachsenden Stadt wie Leipzig
werden die Freiflächen immer kleiner. Dass dies beim Thema
Wohnungen und Mieten zum Problem wird, ist bekannt. Etwas weniger
Aufmerksamkeit erhielt bislang die Frage, inwiefern Grünflächen und
Gewässer vom Wachstum betroffen sein werden. Die Stadt hat nun eine
Online-Umfrage gestartet, in der die Bürger auf konkrete Probleme
hinweisen und Vorschläge für neue Projekte einreichen können.
Zum zweiten Mal in diesem Monat haben
Klimaaktivisten einen Kohlebagger im Tagebau Vereinigtes
Schleenhain besetzt. Sie protestierten damit gegen den Kohleabbau,
aber auch gegen die Inhaftierung anderer Aktivisten. So befinden
sich nach mehr als zwei Wochen immer noch drei Personen, die einen
Bagger in der Lausitz besetzt hatten, im Gefängnis. Ein Amtsgericht
verurteilte zudem eine ehemalige Bewohnerin des Hambacher Forstes
in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe.
Unter den zahlreichen rechtsradikalen
„Bürgerbewegungen“, die sich in den vergangenen Jahren im Osten
Deutschlands gegründet haben, gehört „Thügida“ zu den bekanntesten
und aktivsten. Doch die mittlerweile als „Volksbewegung“
auftretende Organisation könnte weiter an Bedeutung verlieren.
David Köckert, eine der Führungsfiguren, sitzt seit Monaten in
Untersuchungshaft. Am Dienstag, den 19. Februar, durchsuchte die
Polizei im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Köckert mehrere
Wohnungen – auch die des Leipziger Neonazis Alexander Kurth.
Schon im vergangenen Jahr sah sich die
Polizei nach einer rechtsradikalen Demonstration rund um den 13.
Februar in Dresden mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Unter
anderem soll ein Beamter die Hinweise von Journalisten auf Gewalt
gegen Gegendemonstranten ignoriert haben. In diesem Jahr waren es
die Journalisten selbst, die während ihrer Arbeit von Polizisten
behindert wurden. Zahlreiche Videos belegen das. Die Opposition
bekräftigt deshalb ihre Forderung nach einer
Kennzeichnungspflicht.
Die ehemalige AfD-Bundesvorsitzende Frauke
Petry möchte im kommenden Spätsommer mit ihrer „Blauen Partei“
erneut in den sächsischen Landtag einziehen. Laut Wahlumfragen
stehen die Chancen dafür nicht gut. Ein am Montag, den 18. Februar,
gestarteter Prozess am Landgericht Dresden könnte ihre Chancen
sogar auf Null reduzieren. Sollte Petry wegen Meineids zu einer
Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt werden, dürfte
sie bei der Wahl nicht antreten.
Roland Mey freut sich ja, wenn seine
Kritiken am Leipziger Kapellmeister Kurt Masur auch mal von
klassischen Medien aufgenommen werden. So wie am Montag, 18.
Februar, ab 20:10 Uhr im „Musikjournal“ des Deutschlandfunks. Ihn
ärgert vor allem der Kult um den 2015 verstorbenen langjährigen
Gewandhauskapellmeister, der in einigen Kreisen bis heute als der
Übervater der Friedlichen Revolution in Leipzig gefeiert wird. Der
er nie war.
Der „Kohlekompromiss“ mit dem auf
spätestens 2038 datierten Ausstieg aus dem Kohleabbau sollte die
Gemüter der Umwelt- und Naturschützer eigentlich abkühlen. Doch
stattdessen sind sie weiterhin ähnlich stark erhitzt wie das
Weltklima. Erneut gingen in Leipzig deshalb mehrere hundert
Menschen auf die Straße, um für Maßnahmen gegen den Klimawandel und
den sofortigen Kohleausstieg zu demonstrieren. Für
Ministerpräsident Michael Kretschmer gabs am Tag der Zeugnisausgabe
in Leipzig auch ein paar Schulnoten für seine Kohle-Politik.
Es klingt wie ein Krimiplot: Drei Männer
sollen ein Drogengeschäft inszeniert haben, um ihr Opfer um 20.000
Euro zu erleichtern. Am Ende fiel ein Schuss, nur durch Glück
überlebte der 28-Jährige Mann den Angriff auf einem Lößniger
Parkplatz. Der spektakuläre Fall beschäftigt seit Mittwoch das
Landgericht.
André Poggenburg und seine neue Partei AdP
durften am Dienstag, den 12. Februar, nicht in Connewitz
demonstrieren. Das ehemalige AfD-Mitglied inszeniert sich nun als
Opfer „linksmilitanter Präsenz“. Dabei ist es eher seine Partei,
die bedrohlich auftritt: Der AdP offenbart inhaltlich und
sprachlich eine deutliche Nähe zum Nationalsozialismus.
Sehr einfühlsam hat Uwe Hitschfeld hier
gerade versucht, eine kluge ostdeutsche Position zu beschreiben zu
einem Diskurs, den derzeit embrassierte westdeutsche Autoren über
einen Text führen, den der ostdeutsche Autor Christoph Hein am 24.
Januar in der „Süddeutschen“ veröffentlicht hat. Es ist eigentlich
ein ruhiger, nachdenklicher Artikel. Einer, in dem Hein möglichst
genau versucht zu beschreiben, warum er seinen Namen aus dem
Vorspann von Florian Henckel von Donnersmarcks Film „Das Leben der
Anderen“ hat entfernen lassen.
Seit einigen Wochen spielt sich in den
Kulturteilen deutscher Medien eine interessante Debatte ab.
Ausgelöst wurde sie durch einen Namensartikel von Christoph Hein in
der Süddeutschen Zeitung, in dem er eine Begegnung mit Florian
Henckel von Donnersmarck und deren Folgen für sich selbst und den
preisgekrönten Film „Das Leben der Anderen“ schildert.
Das ehemalige AfD-Mitglied André Poggenburg
wollte eigentlich mit seiner neuen Partei AdP in Leipzig-Connewitz
demonstrieren. Nach den Medienberichten der vergangenen Tage folgte
dafür die Bestätigung auf Facebook. Doch die Stadt Leipzig hat die
Veranstaltung aus Sicherheitsgründen auf den
Wilhelm-Leuschner-Platz verlegt. Dort soll es zudem eine
Gegenkundgebung geben. Der AdP könnte juristisch gegen die
Entscheidung vorgehen. Eine Entscheidung fällt also wohl erst am
Dienstag.
Als die Pressemitteilung des AdP in der
ersten Morgenstunde des 12. Februar 2019 auf der Webseite
erscheint, ist auf den sonst gern genutzten Facebookseiten der
neugegründeten AfD-Absplitterung nichts Neues zur angekündigten
Demonstration der „Patrioten“ in Leipzig zu lesen. Hier wurde kurz
zuvor ein Rezept für ein „Leichtes Rhabarbergelee mit Kornblumen“
veröffentlicht. Der Verdacht, dass der AdP kein wirkliches
Interesse an einer Demonstration in Leipzig hatte, wird durch die
Pressemitteilung eher erhärtet. Nach dem Auflagenbescheid der Stadt
Leipzig, die Versammlung auf dem Leuschnerplatz abzuhalten, ist nun
vom verlorenen „Bezug zum Protestobjekt“, also dem „LinXXnet“ in
der Braustraße, die Rede.
Auf Einladung der Linksjugend haben am
Mittwoch, den 6. Februar, Vertreter/-innen verschiedener
Organisationen über Islam, Islamismus, Rassismus und eine
Demonstration vor einer Leipziger Moschee kurz vor Weihnachten
diskutiert. Das Gespräch behandelte unter anderem die Frage, ob
Linke überhaupt vor einer Moschee demonstrieren sollten. Und ob der
Islam unter den Religionen eine besondere Stellung einnimmt.
Manche Leipziger werden sich noch erinnern
wie das war in den 1990er Jahren, wie auf einmal der
allgegenwärtige Geruch nach Kohlenrauch verschwand, als die Stadt
umgestellt wurde auf moderne Gas- oder Fernwärmeheizungen, als auch
der penetrante Geruch nach schlecht verbranntem Diesel aus den
Straßen verschwand und die Luft sauberer wurde. Und trotzdem ist
sie auch heute noch voller Schadstoffe – die man eher nicht riechen
kann. Die aber genauso gefährlich sind.
Am Donnerstag, 7. Februar, hat die Stadt
ihren neuen Luftreinhalteplan vorgestellt. Darin wird erstmals auch
ein besonderes Forschungsprojekt vorgestellt, das sich mit dem
Feinstaub aus Öfen und Kaminen beschäftigt. Denn gerade einige der
kalten Winter in den letzten Jahren ließen im Stadtgebiet die
Feinstaubbelastung so stark steigen, dass man selbst im Amt für
Umweltschutz an den eigenen Zahlen zweifelte. Und dann lieber ein
Stadtgebiet besonders unter die Lupe nahm.
Für
FreikäuferLEIPZIGER
ZEITUNG/Auszug Ausg. 63Wer später mal als Medizinerin oder
Mediziner tätig sein möchte, muss zuvor mindestens ein Jahr ohne
Bezahlung arbeiten. So ergeht es zumindest den Studierenden, die
ihr sogenanntes Praktisches Jahr (PJ) am Universitätsklinikum in
Leipzig absolvieren. Dieses kommt am Ende der Ausbildung und dient
dazu, die zuvor über Jahre erlernten theoretischen Kenntnisse in
der Praxis umzusetzen. Im Mittelpunkt steht also der Umgang mit den
Patienten, und zwar in den Bereichen Inneres und Chirurgie sowie
einem dritten Fachgebiet. Das Universitätsklinikum zahlt den
Studierenden, die dort ihr PJ absolvieren möchten, exakt null
Euro.
Oberstaatsanwältin Elke M. muss sich
demnächst vor dem Landgericht verantworten. Das Oberlandesgericht
Dresden teilte am Dienstag mit, die Anklage gegen die frühere
Drogen-Ermittlerin unverändert zugelassen zu haben. Im Falle einer
Verurteilung droht der Juristin der Jobverlust.
Bis 2038 soll das letzte
Braunkohlekraftwerk abgeschaltet werden. Das hat die von der
Bundesregierung beauftragte „Kohlekommission“ entschieden. Doch
zahlreiche Klimaforscher und -schützer verlangen einen sofortigen
Ausstieg, mindestens aber ein höheres Tempo beim Strukturwandel in
der Energiewirtschaft. Um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu
verleihen, besetzten Aktivisten von „Ende Gelände“ am Montag, den
4. Februar 2019, mehrere Kohlebagger in Ostdeutschland. Die Polizei
reagierte mit Verhaftungen.
Es war seit Monaten zu erwarten, besser: zu
befürchten, dass die Trump-Administration aus den sog.
INF-Verträgen (Intermediate Range Nuclear Forces, zu Deutsch:
nukleare Mittelstreckensysteme) von 1987 aussteigen wird. Die
Regierung der Vereinigten Staaten vollzieht den Schritt aber nicht,
um unter veränderten weltpolitischen Bedingungen eine
verlässlichere Abrüstung und die Verringerung atomarer Waffen zu
erreichen. Ihr vorrangiges Ziel ist es, die Rüstungsproduktion im
eigenen Land aber auch weltweit anzuheizen.
Etwa eins von zehn Kindern in den
westlichen Industrieländern ist von Misshandlung betroffen, belegen
aktuelle Untersuchungen. Das kann weitreichende Folgen für die
psychische und körperliche Entwicklung haben. Und eigentlich belegt
auch schon die erste Etappe eines Leipziger Forschungsprojekts,
dass man diese Auswirkungen ernst nehmen sollte. Das wird jetzt
auch für die nächsten Jahre Fördergelder bekommen.
Eine wirksame Beteiligung kann nur
gelingen, wenn die Stufen der reinen Information oder Anhörung
überschritten werden und Fachkräfte sowie Kinder und Jugendliche
von Anfang an Ziele und Prozesse mitbestimmen können.
In der vergangenen Woche legte die
Kohlekommission ihre Vorschläge zum deutschen Kohleausstieg vor.
Nicht ganz billig. 40 Milliarden Euro sollen in die betroffenen
Kohleländer fließen. Andererseits ist das Jahr 2038 ein bisschen
spät als Ausstiegstermin, finde ich so mit Blick auf meine armen
Enkel. Es gab also auch gleich mal Kritik von beiden Seiten. Und
dann auch noch einen Fahnenappell mit Strammstehen.
Nüchtern betrachtet grenzt es an ein
kleines Wunder, dass die von der Bundesregierung eingesetzte
Kohlekommission (Kommission „Wachstum, Strukturwandel und
Beschäftigung“) überhaupt zu einem fast einstimmig verabschiedeten
Ergebnis gekommen ist. Denn der Kommission gehörten Vertreter/innen
von gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen an, die weit
auseinanderliegende Interessen vertreten: von der Energiewirtschaft
über Unternehmerverbände und Gewerkschaften, wissenschaftlichen
Einrichtungen bis zu Naturschutzverbänden.
Eine Kontroverse um die Dokumentation „Lord
of the Toys“ hatte das vergangene DOK-Festival überschattet. Die
Filmemacher hätten diskriminierende Sprache unreflektiert gezeigt,
lautete die Kritik des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ an
der Festivalleitung. Zukünftig wollen beide Seiten konstruktiv
zusammenarbeiten. Unter anderem sei eine gemeinsame Veranstaltung
zum kommenden Dokfilm Festival geplant.
Er hat zwei Frauen getötet und die Leichen
zerstückelt, hat Familien die Tochter, Partnerin und Mutter
genommen. Dafür kassierte er im letzten Jahr lebenslange Haft. Seit
Donnerstag wird eine der Taten am Landgericht neu verhandelt – die
Frage, ob es rechtlich ein Mord war, ist aus Sicht des
Bundesgerichtshofs unklar.
Dass Werner Patzelt, ein Politikprofessor
an der TU Dresden, im März dieses Jahres in den Ruhestand gehen
wird, ist eigentlich keine Überraschung. Paragraph 46 des
sächsischen Beamtengesetzes regelt das so. Dennoch sorgte diese
Meldung in den vergangenen Tagen für Erstaunen – weil viele Medien
aufgeregt darüber berichteten, dass Patzelt keine Seniorprofessur
erhalten wird. Was diese Medien nicht erwähnten: Das ist ein
normaler Vorgang.
Wenn sich in Davos die Elite der Politiker
und Wirtschaftsexperten aus aller Welt trifft, dann verwandelt sich
der Ort in eine Festung. Ganz genauso wie zu all den Treffen der
G8, G7, G20 oder wie immer auch die Treffen der mächtigsten
Politiker der Welt sich nennen. Das ist schon seit Jahren so. Aber
immer deutlicher wird, dass die derzeitige westliche Politik damit
auch ihre riesige Distanz zu den (protestierenden) Bürgern deutlich
macht. Während ihr die Kuschelnähe zu den großen Wirtschaftsbossen
so langsam unangenehm wird. „Es ist für Politiker nicht mehr so
attraktiv, sich vor Kameras mit den Reichen und Mächtigen der Welt
zu zeigen“, sagt Prof. Dr. Gunther Schnabl.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die
AfD zum „Prüffall“ erklärt. Was wie eine politische Sensation
kommuniziert wird, ist an sich völlig unerheblich. Denn alles, was
der Verfassungsschutz über die AfD zusammenträgt, ist frei
zugänglich. Alles, was jetzt über Björn Höcke veröffentlicht wird,
ist seit Jahren bekannt. Dass der Verfassungsschutz sich jetzt erst
darum zu kümmern scheint, zeigt nur, wie getrübt der Blick dieser
Institution seit ihrer Gründung auf den Rechtsradikalismus in
Deutschland war und ist.
Das Amtsgericht Leipzig hat einen
36-Jährigen wegen sexueller Belästigung verurteilt. Der
JVA-Gefangene hatte im vergangenen August einer Mitarbeiterin des
Sozialdienstes ans Gesäß gefasst. Er entschuldigte sich zwar,
rechtfertigte seine Tat vor Gericht jedoch mit dem angeblich tiefen
Ausschnitt der Frau. Während die Staatsanwältin bei dem Angeklagten
ein „bestimmtes Frauenbild“ sah, gab es Verständnis seitens des
Amtsrichters.
VideoBis
kurz vor 19 Uhr war nicht klar, ob die Lage an diesem Abend
eskaliert. Mehrere hundert Menschen hatten sich am Mittwoch, den
16. Januar, am Wiedebachplatz versammelt. Anlass war die
Durchsuchung des bis dahin besetzten „Black Triangle“ am Tag zuvor.
Da sich kurzfristig doch noch ein Anmelder für eine Demonstration
fand, konnten die Anwesenden bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz
laufen. Nach mehreren Flaschenwürfen auf Polizisten sowie einer
Maßnahme gegen etwa 100 Teilnehmende endete der Aufzug jedoch
vorzeitig. Die mancherorts erwarteten massiven Ausschreitungen
blieben aus.
Ein selbstverwalteter Freiraum für Wohnen,
Kultur und Politik – davon träumten Aktivisten im Leipziger Süden
mehr als zweieinhalb Jahre. Doch die Situation rund um das „Black
Triangle“ war von Anfang an kompliziert, da die Deutsche Bahn die
Besetzer nicht dulden wollte. Mittlerweile ermittelt die
Staatsanwaltschaft wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei hat das
Grundstück an der Arno-Nitzsche-Straße nun durchsucht, aber keine
Personen angetroffen. Am Mittwochabend, 16. Januar, soll als
Reaktion auf den Einsatz eine Demonstration in Connewitz
stattfinden.
VideoMit
ungefähr 2.000 Teilnehmenden hatten die Initiatoren des „Aufruf
2019“ gerechnet. Es dürften noch einige Menschen mehr gewesen sein,
die sich am Montag, den 14. Januar, bei eisigen Temperaturen auf
die Straße begeben haben, um für Demokratie, Toleranz und
Solidarität zu demonstrieren. Nach einem Friedensgebet in der
Nikolaikirche folgte ein Aufzug über Teile des Rings und die
Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz. Am Goerdeler-Denkmal
verkündete OB Burkhard Jung, dass über 3.000 Menschen gekommen
waren, bevor es zur Abschlusskundgebung auf dem Markt
weiterging.
Am Donnerstag, 10. Januar, kam Andreas
Goldsteins Film „Adam & Evelyn“ in die Kinos, die Verfilmung
von Ingo Schulzes 2009 erschienenem Roman. Natürlich ploppten auch
überall pünktlich die Filmkritiken hoch. Und sie machten etwas
deutlich, was meist nur ein Gefühl bleibt: Wie grandios das
Medienversagen in Ostdeutschland ist. Knut Elstermann, der MDR
KULTUR-Filmkritiker, brachte es mit seiner „feinsinnigen“ Kritik
auf den Punkt. Der MDR ist nicht von dieser Welt. Aber wie erklärt
man es den Aliens an Bord?
Die AfD hat in den vergangenen Tagen die
Schlagzeilen bestimmt. Erst gab es eine Explosion vor einem
Parteibüro in Döbeln, dann wurde ein Bundestagsabgeordneter in
Bremen schwer verletzt. Am kommenden Wochenende liegt der Fokus
erneut auf den EU-Kritikern: Vom 11. bis 14. Januar treffen sich
die Delegierten in Riesa, um das Programm für die Europawahl zu
beschließen. Ein lokales Bündnis und das Aktionsnetzwerk „Leipzig
nimmt Platz“ rufen zum Protest auf.
Frank Magnitz, Bremer
Bundestagsabgeordneter der AfD, wurde am Montag von bis jetzt
unbekannten Tätern zusammengeschlagen und am Kopf schwer verletzt.
Ein brutaler Überfall, bei dem man zumindest versuchten Totschlag
unterstellen muss. Für eine solch horrende Straftat gibt es keine
Rechtfertigung, schon gar keine politische. Diese Form von
Selbstjustiz ist genauso zu bekämpfen, wie alle Versuche, per
Bürgerwehren das Gewaltmonopol des Staates auszuhöhlen.
Derzeit sorgen vor allem Häuserbrände im
Leipziger Osten für Schlagzeilen. Immer wieder brennen in
Treppenhäusern rund um die Eisenbahnstraße verschiedene
Gegenstände. Dabei starb sogar schon ein Mensch. Doch auch in
anderen Stadtteilen kommt es zu ähnlichen Vorfällen. Im vergangenen
Jahr brannte es viermal im Keller eines Mehrfamilienhauses in
Grünau. Am Landgericht hat nun der Prozess gegen den
Tatverdächtigen begonnen.
Die Handschrift der Attacke war deutlich
und die Bestätigung folgte nun per Indymedia. Am 3. Januar 2019
stellten Unbekannte auf der Plattform im „Open posting“-Bereich ein
politisches Bekennerschreiben zum Brandanschlag auf das Leipziger
Gebäude des 5. Senats des Bundesgerichtshofes (BGH) ein. Neben den
Begründungsversuchen für den Angriff in der Silvesternacht wird
darin klar, dass nur die Sicherheitsscheiben einen Brand innerhalb
der Immobilie an der Karl-Heine-Straße verhinderten.
Laut einer Umfrage, die im Auftrag der
„Leipziger Volkszeitung (LVZ)“ durchgeführt wurde, haben 42 % der
Ostdeutschen wenig bis kein Vertrauen in das Parteiensystem und die
parlamentarische Demokratie. Knapp 30 Prozent der Ostdeutschen
sehen in einem starken Machthaber eine gute Regierungsform; unter
den Männern sind es sogar 36 %. An diesen Zahlen wird deutlich: In
Ostdeutschland hat die Demokratie große Akzeptanzprobleme.
In mehreren sächsischen Städten war es in
den vergangenen Tagen zu Angriffen auf Büros der AfD gekommen,
unter anderem mit Steinen und Farbe. In Döbeln folgte am
Donnerstagabend, den 3. Januar, eine heftige Explosion. Dabei
wurden mehrere Gebäude und Autos beschädigt. Die Polizei hat drei
Tatverdächtige vorläufig festgenommen.
Bei Steemit und D-Tube ist er „Dennis567“,
sein offenbar falsches Profilbild in schwarz/weiß mit 60er-Jahre
Hornbrille. Bei Twitter trug er bis zur Sperre den stolzen Namen
„G0d“, der Account lautete „@_0rbit“. Was die von diesem Netznutzer
seit 2017 ins Netz gestellten Daten letztlich enthalten, schauen
sich gerade Journalisten, Politiker, weitere Betroffene und die
Polizei genauer an. Seit dem 4. Januar 2019 hat die Republik
jedenfalls ein neues Hackerthema, welches bis in die
Bundesregierung reicht.
Eigentlich müsste jetzt schon alles geklärt
sein – zum Beispiel welche medizinische Fakultät ab 2020 die
Hochschulausbildung für Hebammen übernimmt. Aber als Volkmar
Zschocke, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im
Sächsischen Landtag, bei der Staatsregierung nachfragte, war er
entsetzt. Sachsen sieht gar keinen Anlass zu handeln. Man wartet ja
irgendwie mal wieder auf den Bund.
VerlosungSeit Menschengedenken gibt es
Ghettos, denn bereits in der Antike gab es abgetrennte Wohnbezirke
für Juden. Laut Duden werden als Ghettos abgesonderte Wohnviertel
bezeichnet. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der
Begriff aus dem Italienischen stammt und Gießerei bedeutet. Denn
als 1516 in Venedig ein Gesetz erlassen wurde, das jüdische
Einwohner*innen auf das Gheto Nuovo (neue Gießerei) beschränkte,
festigte sich der Begriff.
Am 12. und 13. April findet in der media
city in Leipzig die erste Konferenz für mehr Frauen in Medien und
Politik statt: fem.mit. 45 Sprecher/-innen beschäftigen sich in 15
Workshops mit der nun schon seit Jahren oft gehörten Aufforderung:
„Frauen brauchen Mut und Vorbilder!“ Und Fragen wie: „Was müsste
passieren, damit mehr Frauen in die Politik gehen?“
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein
seltsames Land, zutiefst bürokratisch und geizig genau da, wo es um
Kinder und Familien geht. Beim Thema Unterhaltsvorschuss war es nur
zu offenkundig. Denn bis 2017 wurde der nur für Kinder bis zum 12.
Lebensjahr gezahlt. Seitdem sind die Zahlen der Antragstellungen in
Sachsen deutlich gestiegen. Wieder wurde ein handfestes Stück
Einkommensarmut sichtbar.
VideoWenn
jetzt nicht wieder irgendein Relotius-Verschnitt auftaucht und
erneut auf alle Regeln der lokalen Berichterstattung pfeift, dürfte
es das diesjährige Silvester am Connewitzer Kreuz ebensowenig in
die Tagesschau schaffen, wie der Augustusplatz oder Leipzig
generell. Obwohl dennoch eine Menge los war, nur eben nicht
wirklich da, wo die Reflexe so schön zuschnappen. Die zwei
schlimmsten Ereignisse des Jahresübergangs fanden laut Polizei in
der Georg-Schumann-Straße und der Karl-Heine-Straße statt. Eine
Pizzeria brannte und irgendwer schien in Plagwitz Lust auf
Barrikadenbau und Konflikte mit der Polizei zu haben.
Wünsche sind etwas für den Weihnachtsmann.
Und gelbe Westen bringt der eh nicht. Die kommen vermutlich auch
nicht an, weil bei Amazon mal wieder gestreikt wird. Also versuchen
wir es etwas philosophischer. Und zitieren erst einmal den Barden
Reinhard Mey …
Dass die falschen Eindrücke,
Ausschmückungen und schiefen Bilder eines Claas Relotius im
„Spiegel“ niemals ein Einzelfall waren, zeigt der Rückblick auf die
Silvesternacht 2017/18. In diesem geht es um die Frage „Was man aus
Bildern alles machen kann“. Gleich zum Start des Jahres war Leipzig
oder besser der Stadtteil Connewitz in aller Munde. Und natürlich
fliegt am heutigen Silvesterabend seit Mittag wieder ein
Hubschrauber tief über dem Viertel.
Als Pädagoge zu träumen verbietet sich von
selbst. Das habe ich nach sechs und einem halben Jahr im
Klassenzimmer gelernt. Ich hätte es aber auch schon als Schüler
wissen können, aber da ist die Sicht doch zu eingeschränkt, da hat
man mit sich selbst zu tun. Was der oder die „da vorne“ erzählen,
machen, fühlen, war doch meistens nicht so relevant wie Musik,
Mädchen oder die (Fußball-)Meisterschaft.
Am Freitag, 28. Dezember, starb einer der
ganz Großen und Nachdenklichen in der Literatur: der israelische
Schriftsteller Amos Oz. Der „Spiegel“ veröffentlichte aus diesem
Anlass noch einmal ein Interview mit ihm aus dem Jahr 2017. Mit
einer kleinen Wahrheit, die beschreibt, warum wir die schönste
aller Welten den Trunkenbolden und Westernhelden zum Fraß
vorwerfen.
Im Weihnachtsbrief 2018 von Landesbischof Dr. Carsten
Rentzing an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen
der sächsischen Landeskirche hat er noch geschwiegen: Nichts zu dem
Ansinnen von Wirtschaft und Politik, für die Braunkohle mit
weiteren Dörfern auch Jahrhunderte alte Kirchen abzubaggern; nichts
zu den Ereignissen in Chemnitz, zum Rechtsnationalismus, dem auch
manche Kirchenvertreter verfallen sind. Kein Wort dazu, in welcher
Verantwortung wir Christen im kommenden Jahr stehen bei den
Kommunal- und Europawahlen im Mai sowie bei den Landtagswahlen Ende
August 2019.
Im Sommer 2018 ist ein Ruck durch Leipzig
gegangen. Die steigende Anzahl ertrunkener Menschen im Mittelmeer,
die Kriminalisierung der Seenotrettung und die fehlende
Bereitschaft vieler Anrainerländer, Geflüchtete von den wenigen
Rettungsbooten an Land zu nehmen, hat zu Empörung und Schock
geführt. Aus dieser Empörung heraus ist die Leipziger Seebrücke
entstanden, zu der auch ich gehöre.
Ich träume ziemlich viel. Und von ziemlich
viel. Ich träume von einer Stadt, die mehr will, kann, und ist.
Meine ersten politischen Erfahrungen habe ich im StuRa der Uni
Leipzig gesammelt. Man könnte denken, dass sich dort die zukünftige
gesellschaftliche Elite der Stadt bildet – doch stattdessen war es
eine ausführliche Übung in „Soll nicht, will nicht, geht nicht“.
Außerhalb des Mainstreams zu stehen war schon immer mein Ding.
Unangenehme Fragen zu stellen auch. Das hat mich am Ende bis in den
Senat der Uni Leipzig geführt, wo wir als Liberale nun noch immer
sitzen. Es geht nämlich doch.
„Wir werden sie jagen“. Viele können sich
an die unverhohlene Drohung erinnern, die der Vorsitzende der AfD,
Alexander Gauland, kurz nach Verkündung des Ergebnisses der
Bundestagswahl am 24. September 2017 ausrief. Die Absicht dieser
Ankündigung ist unschwer zu durchschauen: Die AfD will, ganz in der
Tradition der Rechtsnationalisten in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts, das „politische System“, das sich die „Altparteien“
(damit sind die demokratischen Parteien gemeint) aufgebaut haben,
aushöhlen und zerstören.
Wie sehr sich die Arbeitswelt in den
letzten drei Jahrzehnten verändert hat, weiß jeder, der nicht nur
brav jeden Tag stundenlang zur Arbeit pendelt und auf
Lohnforderungen verzichtet. Selbst der Gedanke, aus
Krankheitsgründen mal ein paar Tage auszufallen, ist mittlerweile
mit Schuldgefühlen behaftet. Man schmeißt sich Pillen rein und
schleppt sich selbst dann zur Arbeit, wenn man eigentlich bitter
nötig ausschlafen müsste. Eine Auswertung der BARMER.
Träume und Wünsche sind Bestandsaufnahmen.
Was bereits vorhanden ist, bildet den Rahmen für das Neue. Was
nicht hier ist, wünschst du dir. Da sitzt du nun und bist gefragt,
wovon du in dieser Stadt träumst. Weniger Baustellen. Jaja. Mehr
Radwege, mehr Bäume – schon klar. Wenn du dich von deiner Metaebene
im Traum in die Stadt begibst, in der du lebst, erfasst du es am
besten.
Beim Träumen driften wir zuweilen ins
Unverständliche, völlig Abgefahrene oder Pathetische ab. Vielleicht
ist das aber manchmal sogar eine passende Gelegenheit, den gut
eingeimpften Zynismus zumindest für einen kurzen Moment
abzuschütteln. Also gut – ich träume davon, dass das Wort
Solidarität keine Floskel mehr ist.
2019 könnte Deutschland endlich ein
richtiges Einwanderungsgesetz bekommen. Oder zumindest den
zaghaften Anfang dafür. So zaghaft, wie es die aufgeregte Stimmung
im Land zulässt. Denn wer seiner Bevölkerung jahrzehntelang
einredet, dass Zuwanderung des Teufels ist, dem fällt das Umsteuern
schwer. Selbst dann, wenn die Zukunft des Landes davon abhängt.
Gedanken eines Leipzigers zu Weihnachten
2018: ... die 70 erreicht und ein zufriedener Blick zurück an der
Schwelle zum neuen Jahr. Wir sind glücklicherweise so geschaffen,
dass alles Schlechte irgendwie verschwindet und überwiegend das
Gute in Erinnerung bleibt. Es waren gute Zeiten, die Nachkriegszeit
geprägt vom Aufbau. Man hatte Wünsche, die man sich teils mühevoll
erfüllt hat. Umso größer war die Freude daran, wenn es gelungen
war.
Als zuletzt 150 Menschen aus dem linken
Spektrum vor der Al-Rahman-Moschee in Leipzig demonstriert hatten,
handelte es sich um eine Gegenkundgebung zu einer NPD-Demo. Das war
im August 2013. Mehr als fünf Jahr später sind am Freitag, 21.12.,
wieder etwa 150 Linke vor Ort – diesmal jedoch, um gegen die
Moschee zu demonstrieren. Wegen salafistischer Bestrebungen müsse
der Moscheeverein verboten werden, lautete die Forderung der
„Initiative gegen Islamismus“. In Abgrenzung zu der Veranstaltung
hat sich der Infostand des Netzwerkes „Gegen Islamfeindlichkeit und
Rassismus” mit Kritik an religiösem Fanatismus, aber auch an der
Kundgebung eingefunden. Diese würde alle Muslime verunglimpfen.
Die neue Geschäftsführung und der
Betriebsrat von Halberg Guss, jetzt Gusswerke Leipzig, hatten am
19. Dezember 2018 die Belegschaft und diejenigen, die sich für den
Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt haben, zu einer Weihnachtsfeier
in der Betriebskantine eingeladen. Während der Feier bat mich
Betriebsratsvorsitzender Thomas Juers spontan, doch ein paar
weihnachtliche Worte an die Belegschaft zu richten.
Auch im Jahr 2018 hat das Flüchtlingsthema
die öffentliche Debatte bestimmt. Aus Sicht des Sächsischen
Flüchtlingsrates war es kein gutes Jahr: Es gab viele Angriffe auf
Geflüchtete, auch durch Gesetze, die ihre Situation verschärften.
Im kostenlosen „Querfeld“-Magazin blickt der Flüchtlingsrat auf
2018 zurück und informiert vor allem über die Situation in
Sachsen.
Am späten Mittwochnachmittag versammelten
sich 200 Leipziger am Richard-Wagner-Platz, um für die Abschaffung
des §219a und für die Möglichkeit von freien, sicheren und legalen
Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruch zu demonstrieren.
Bereits am 6. Februar 2016, unmittelbar
nach der Tat, war ein Video des Vorfalls auf Twitter zu sehen: Zwei
Personen warfen von der Brühlschen Terrasse in Dresden einen Böller
auf Pegida-Gegner. Eine Frau erlitt dabei ein Knalltrauma. Wegen
mehrerer Ermittlungspannen vergingen knapp drei Jahre bis zum
Urteil. Die beiden Angeklagten wurden zu Bewährungsstrafen
verurteilt. Einer von ihnen soll zudem am Überfall auf Connewitz
beteiligt gewesen sein.
Während des Fußballspiels zwischen der BSG
Chemie Leipzig und dem BFC Dynamo im April dieses Jahres wurden
drei Polizisten von Spritzern aus einem Bierbecher getroffen. Sie
fühlten sich beleidigt und zeigten einen 45-jährigen Fan der
Gästemannschaft an. Dieser wollte offenbar einen Wasserwerfer
treffen, dessen Lärm ihn störte. Nun muss der Beschuldigte 300 Euro
an einen gemeinnützigen Verein zahlen.
Am 14. Dezember schickte uns auch Amazon
wieder eine hübsche Nachricht. Eine, die davon ausgeht, dass wir
faul, dumm und verführbar sind. Eine, die uns daran erinnert hat,
dass unsere Welt deshalb vor die Hunde geht, weil wir sie dem
Moloch „Muss ich haben“ zum Fressen vorwerfen. Und sie passt
natürlich in die neueste Schiene, mit der Amazon gerade unseren
Einzelhandel zerstört. Gründlich. Und keinen scheint es zu
interessieren.
Unsere Gesellschaft ist schizophren. Mit
martialischer Wucht versuchen Regierung und Konzerne immer mehr
Lebensbereiche zu digitalisieren und damit steuerbar und
kontrollierbar zu machen. Aber in der Gesellschaft geht längst das
Unbehagen um, dass all diese digitalen Aufdringlichkeiten nicht nur
die Kontrollmöglichkeiten ausweiten, sondern auch unsere Lebenszeit
auffressen. Kein Wunder, dass die Deutschen lieber weniger an
digitalen Medien hängen würden. Sie wünschen es sich. Aber der
Wille ...
In dieser Woche brachte die „Zeit“ so eine
Art Glosse, einen recht überdrehten Text, in dem die Autorin sich
mit den Nöten ihrer Bekannten auseinandersetzte, ihrer brüchigen
Lebensfreude und dem, was da unterschwellig bei so vielen
mitzuschwingen scheint. So ein permanenter Zweifel, ob ihr Leben
eigentlich einen Sinn macht. Und die Angst, es könnte sinnlos sein.
Kennen Sie auch? Prima. Es ist eine Denkfalle.
Die „Leipziger Initiative gegen Islamismus”
will am 21. Dezember um 12 Uhr eine Kundgebung in der Roscherstraße
durchführen, um auf die islamistischen Bestrebungen innerhalb der
Al-Rahman-Moschee hinzuweisen. Das „Netzwerk gegen
Islamfeindlichkeit und Rassismus” wirft der Initiative
Islamfeindlichkeit vor und mobilisiert seinerseits seit
Dienstagabend zu einer eigenen Versammlung am gleichen Ort.
Geht es nach der
Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, werden einige Geschenke nicht
rechtzeitig bis Weihnachten ankommen – und zwar jene, die über den
Onlineversandhandel Amazon bestellt wurden. Bis Weihnachten soll
der Standort in Leipzig bestreikt werden. In der Vergangenheit
zeigte sich das Weltunternehmen von solchen Arbeitskämpfen
unbeeindruckt.
Angeblich soll er sich zugespitzt haben –
der Streit um das „Lichtfest“ am 9. Oktober. So jedenfalls ist der
Artikel in der Leipziger Volkszeitung vom 18. Dezember 2018 zu
deuten. Doch scheint es sich zunächst um eine Auseinandersetzung
zwischen denen zu handeln, die 1989/90 die Friedliche Revolution
mit auf den Weg gebracht haben – und nun um ihr jeweiliges Erbe
kämpfen.
Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird
gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk
und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch
Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag
beschlossenen Haushaltes.
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