Ein Blick in die Avenue des Champs-Elysées. Die meisten Deutschen kennen sogar nur den Namen „Champs-Elysées“. Die Pariser sagen einfach nur „Les Champs“. Foto: Patrick Kulow
·Bildung·Zeitreise

Als Heinrich Heine für die Augsburger Allgemeine über die Cholera-Epidemie in Paris schrieb

Im Corona-Shutdown haben doch einige Leute mal wieder Bücher in die Hand genommen, einige auch ganz gezielt jene großen Geschichten aus der Weltliteratur, die von den Epidemien der Vergangenheit erzählen. Manche wurden auch in Büchern fündig, die man unter dem Aspekt gar nicht in Erinnerung hat. Tim Jung zum Beispiel, der bei Hoffmann & Campe jetzt einen „neuen“ kleinen Band Heine vorgelegt hat: „Ich rede von der Cholera. Ein Bericht aus Paris von 1832“. Eine Neuentdeckung? Nicht ganz.

Franziska Reif: Ingolstadt an einem Tag. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ingolstadt an einem Tag: Ein Besuch in Bayerns alter Festungsstadt

Bei Ingolstadt denkt man eigentlich nur an Autos, eine riesige Autofabrik und lauter Audis, zu deren Verteidigung der bayerische Ministerpräsident schon einmal anruft bei der Bundeskanzlerin, weil die schicken Autos für Bayern systemrelevant sind. Für Ingolstadt sind sie es tatsächlich. 44.000 Menschen sind rund um Ingolstadt in der Autoproduktion beschäftigt. Das Audi Forum Ingolstadt ist dann auch die letzte Station in Franziska Reifs kleiner Besuchsempfehlung für das 1.200 Jahre alte Ingolstadt. Eine Entdeckung auch ohne Auto.

Steffen Raßloff: Kleine Geschichte der Stadt Leipzig. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Kleine Geschichte der Stadt Leipzig: Steffen Raßloff versucht, die Bürgerstadt in aller Kürze auf den Punkt zu bringen

Sie kommen ganz bestimmt alle wieder, auch wenn die Leipziger Tourismuszahlen 2020 einbrechen werden. Denn alle großen Festivals sind ja abgesagt. Und große Konzerte und Theateraufführungen sind noch selten. Aber die Stadt ist noch da und lädt ein zum Erkunden. Und fast alle Museen sind wieder geöffnet, die Steffen Raßloff in seinem Büchlein den Leser/-innen auch wärmstens ans Herz legt.

Aron Koban und Annett Groh (Hrsg.): Denkzettelareale. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Denkzettelareale: Der Versuch zu erfassen, was 33 heutige Dichter/-innen eigentlich machen, wenn sie schreiben

Die Lyrik ist tot. Es lebe die Lyrik! Kein Mensch liest mehr Gedichte. Kein Mensch versteht mehr, was Dichter schreiben. Lyrik hat es schon nicht einfach in unseren Tagen. Und trotzdem erscheinen – zumeist in kleineren, mutigen Verlagen – Gedichtbände, liebevoll aufgemacht, in zumeist kleinen Auflagen. Und trotzdem stellen sich Herausgeber alle paar Jahre die weltbewegende Frage: Was ist denn eigentlich die aktuelle zeitgenössische Lyrik? Wie ist der Stand der Dinge. Ja, wo laufen sie denn?

Direktor Prof. Dr. med. Jan Dreßler arbeitet seit 2009 am Leipziger Institut für Rechtsmedizin. Foto: Sabine Eicker
·Bildung·Forschung

120 Jahre Leichzeit: Das Institut für Rechtsmedizin und seine (alltägliche) Geschichte(n)

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelEgal ob Quincy, Bones, Professor Boerne: Die Rechtsmedizin ist fester Bestandteil der Medienwelt. Seit 120 Jahren gibt es auch ein entsprechendes Institut in Leipzig, was einst dem Kultusministerium regelrecht abgeschwatzt werden musste. Spätestens seit 1961 ist das Institut eines der besten in Deutschland. Institutsleiter Prof. Jan Dreßler im Gespräch über seine medialen Ebenbilder, die tägliche Leichenarbeit und den Umgang mit den Grausamkeiten auf der Arbeit.

Franziska Reif: Nördlingen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Nördlingen an einem Tag: Auf runder Stadtmauer mitten im Nördlinger Ries

Egal, wohin man in Deutschland reist, man trifft auf Geschichte. Richtig lange Geschichte. Und gerade jetzt, wo der Massentourismus mit Fliegern und Ferienressorts so ins Zwielicht geraten ist, dürfte sich mancher eher wie Kurt Tucholsky fühlen im Jahre 1912: Um der großen Stadt zu entfliehen, setzt man sich einfach mit Claire in den Zug und fährt vielleicht nicht nach Rheinsberg (was man ja später nachholen kann), sondern beispielsweise nach Nördlingen. Natürlich mit kleinem Stadtführer in der Tasche.

Die Corona-Zeit ist auch für die Lehrer/-innen eine außergewöhliche Situation - und zusätzliche Belastung. Foto: privat
·Bildung·Leipzig bildet

Lehrer-Leben: Drauf auf die Lehrer – Ich kann mich nur entschuldigen

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelWar Ihr Kind auch schon wieder in der Schule? Wenn ja, wie lang? Und wie sind die Tage angelaufen? Gleich volle Bude Notenhatz oder entspanntes Ankommen in der neuen Zeit? Liegen die Schleusenzeiten für Ihre Kinder ungefähr gleich oder müssen Sie eine Weile warten, bis nach Kind eins auch Kind zwei noch ins Gebäude durchhuschen darf? Die Fragen kommen nicht von ungefähr. Die „neue“ Schulzeit – sie hat unterschiedlich an den weiterführenden Schulen in Leipzig begonnen.

Matthias Horx: Die Zukunft nach Corona. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Zukunft nach Corona: Matthias Horx wirft einen Blick in die Zukunft in unseren Köpfen

Kann man die Zukunft voraussagen? Es gibt einen Haufen Leute, die tun so, als könnten sie es. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gibt es kaum noch einen Tag, an dem nicht irgendein Kommentator, Politiker, Ökonom oder sonstiger Kaffeesatzleser aus voller Brust behauptet zu wissen, dass nach Corona alles anders wird. Oder sich gar nichts ändert – was dann sozusagen die Variante für gutverdienende Zyniker ist. Oder für Blender. Aber was kommt wirklich danach? Nur eins ist sicher, stellt Matthias Horx fest.

Uwe Winkler / Kristina Kogel: Pirna an einem Tag. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Pirna an einem Tag: Die Stadt, in der der kleine Tetzel die falsche Berufswahl traf

Wohin nur am Wochenende? Das fragen sich ja viele Leute, die dann aus lauter Verzweiflung wieder am Cossi landen. Oder in der City Schlange stehen für ein Eis. Dabei ist Sachsen voller Reiseziele, für die sich auch ein kurzer Entschluss lohnt. Zug raussuchen, Rucksack packen und einfach mal nach Pirna fahren. Das wäre so ein Zielvorschlag, wenn einem Delitzsch, Torgau und Grimma schon zu nahe sind.

Chaim Noll: Die Wüste. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Wüste: Chaim Nolls Reise durch 4.000 Jahre Wüsten-Literatur

Sie wissen wirklich nichts mit Ihrer Zeit anzufangen? Wirklich nicht? Dann holen Sie sich dieses Buch. Die Dicke trügt nicht. Es ist ein echter Dauerbrenner. Und das macht nichts. Man kann sich Zeit lassen beim Lesen, Kapitel für Kapitel vornehmen, denn jedes einzelne ist ein Schlüsselloch in einen Abschnitt der großen Weltliteraturgeschichte, deren Besichtigung Chaim Noll natürlich im alten Babylon und in Ägypten beginnt, dort, wo die Schriftkultur unserer Zivilisation begann.

Prof. Dr. Thorsten Quandt. Foto: WWU - Matthias Hangst
·Bildung·Medien

Deutschlands klassische Medien haben auch in der Frühzeit der Coronakrise kühlen Kopf bewahrt

Anfang April haben die Kommunikationsforscher der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) (ja, das ist die Universität, die jetzt endlich versucht, ihren Namenspatron Wilhelm Zwo loszuwerden) schon eine erste Auswertung vorgelegt zum Umgang der sogenannten „Alternativen Medien“ mit der Coronakrise. Ausgewertet wurden die Monate Januar bis März. Und auch da wurde schon deutlich, wie die Verschwörungsmythen waberten. Jetzt haben sie auch eine Untersuchung zu den klassischen Medien vorgelegt.

Tomke Stiasny: Speyer an einem Tag. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Speyer an einem Tag: Einfach mal Geschichte schnuppern zwischen Kaiserdom und Hasenpfuhl

Auf die Idee, da mal hinzufahren, wären Sie nie gekommen? Dann wird es Zeit. Sparen Sie sich das Gedränge und Schlangestehen an den überlaufenen Küsten, fahren Sie einfach mal dahin, wohin Sie Ihr Geschichtslehrer gelockt hätte, wenn Geschichtslehrer an sächsischen Schulen entscheiden dürften, wohin die Exkursionen führen. Denn um ein Gefühl für die winzige Dimension des eigenen Lebens zu bekommen, muss man Geschichte ganz real erleben. In Speyer geht das.

Wohin mit dem Knaben? Foto: Marko Hofmann
·Bildung·Leipzig bildet

Sächsische Bildungsempfehlungen erzählen noch immer von Benachteiligung nach Wohnort und Herkunft

An Schulen, die wirklich die Bildung und die Förderung von Kindern zum Ziel hätten, gäbe es keine Bildungsempfehlungen. Jedenfalls nicht solche wie in Sachsen, wo auch die Entschärfung der alten Sortierregeln nicht wirklich etwas am System der Auslese geändert haben. Auch wenn das Kultusministerium am 10. März stolz meldete: „Von rund 31.400 Grundschülern der 4. Klassen an öffentlichen Schulen haben 48 Prozent (14.959 Schüler) in diesem Jahr eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium und 51 Prozent (16.147 Schüler) für die Oberschule erhalten.“

Gottfried August Bürger: Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Herrlichstes Kopftheater: Zum 300. gibt es die Münchhausen-Geschichten mit den phantasievollen Zeichnungen von Thomas M. Müller

Dieses Geburtstagsfest fiel gründlich ins Wasser, oder besser: dem Corona-Ausnahmezustand zum Opfer. Am 11. Mai hätte Bodenwerder so gern den 300. Geburtstag seines berühmtesten Einwohners gefeiert. Aber die Feier musste ausfallen. Vielleicht wird sie im Herbst noch nachgeholt. Dafür hat sich der Leipziger Verleger Michael Faber einen großen Wunsch erfüllt: Er hat die Geschichten des Lügenbarons von Thomas M. Müller illustrieren lassen.

Marc-Uwe Kling, Zachary Tallent: QualityLand, Band 1.1. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

QualityLand 1.1: Der erste Teil des Erfolgsromans von Marc-Uwe Kling als mitreißende Graphic Novel

Es ist eigentlich das Jahr von Marc-Uwe Kling. Aber dann kam Corona. Als die Verfilmung seiner „Känguru-Chroniken“ ins Kino kommen sollte, schlossen die Kinos. Und nicht nur die Känguru-Chroniken machen Furore (und finden auch trotz Corona zu Zuschauern und Lesern), sondern auch sein 2017 veröffentlichter Roman „QualityLand“, für den Kling just 2020 den Folgeband angekündigt hat. Wer „QualityLand“ noch nicht kennt, dem hilft jetzt der erste Comic dazu auf die Sprünge.

Andrea Reidt: Heidelberg an einem Tag. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Heidelberg an einem Tag: Die Neckarstadt mit der berühmtesten Burgruine Deutschlands

Wohin fährt man eigentlich jetzt in den Urlaub, wenn so viele Urlaubsländer noch immer mit den Nachwirkungen von Corona zu kämpfen haben? Oder selbst dann, wenn sie wieder einladen wie Italien, dort aber mit einem riesigen Ansturm der befreiten Touristen zu rechnen ist? Vielleicht sollte man die seltene Chance nutzen, einige deutsche Städte zu besuchen, die sonst von ausländischen Besuchern überlaufen sind. Heidelberg zum Beispiel.

Kulturstiftung Leipzig (Hrsg.): Leipzig Automobil. F
·Bildung·Bücher

Leipzig Automobil: 140 Jahre Leipziger Auto-Geschichte und ein mutiger Blick in die mögliche Mobilitätszukunft

Eigentlich ist ja „Jahr der Industriekultur“. Aber davon war aufgrund der Corona-Beschränkungen bislang wenig zu spüren. Außer, man besucht zum Beispiel die bis August verlängerte Ausstellung „Silber auf Glas“ im Stadtgeschichtlichen Museum, die eine Menge Fotos aus der frühen Zeit der Leipziger Industrialisierung zeigt. Oder man schnappt sich jetzt diesen Themen-Sonderband, den die „Leipziger Blätter“ herausbringen und der die Leipziger Automobilgeschichte einmal in hunderten Bildern und vielen Facetten zeigt.

Svante Pääbo mit dem Schädel eines Neandertalers. Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie
·Bildung·Forschung

Leipziger Forschungsergebnis: Frauen mit Neandertaler-Gen bringen mehr Kinder zur Welt

Es war nur eine kleine Meldung, die das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie am Dienstag, 26. Mai, herausgab. Aber sie macht doch nachdenklich. Denn dass die späte Vermischung von modernen Menschen und Neandertalern vor ungefähr 47.000 bis 65.000 Jahren in Europa Folgen bis in unser Erbgut hatte, das haben schon mehrere Untersuchungen aus dem Institut belegt. Aber selbst auf die Fruchtbarkeit von Frauen soll eine kleine genetische Veränderung aus dem Erbe der Neandertaler Auswirkungen haben.

Leipziger Zeitung Nr. 79: Liebe in Zeiten von Corona. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Medien

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 79: Von Gier, Maßlosigkeit, Liebe und Homeschooling in Corona-Zeiten

Zeitungen leben davon, dass sie den Blick schärfen, dass sie uns aufmerksam machen – und zwar ohne Geschrei, ohne das bunte Flackern im Internet und das dortige Gebuhle um Aufmerksamkeit. Zeitungen könnten der Ruhepol in einer zunehmend irrelaufenden Welt sein. Wenn sie denn nicht selbst auch noch anfingen, die Welt irre zu machen und jedes Problemchen zum Skandal aufbliesen, wie es die LVZ jüngst mit dem Brief einer empörten Mutter eines Schulkindes tat.

Uwe Backes, Steffen Kailitz (Hrsg.): Sachsen - Eine Hochburg des Rechtsextremismus? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Sachsen – Eine Hochburg des Rechtsextremismus? Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme für ein Bundesland, das nicht aus den Schlagzeilen kommt

Die Frage lag in der Luft, spätestens seit 2015/2016 und den verstörenden Ereignissen in Freital, Heidenau, Bautzen usw. Ein ganzes Land schien völlig vom Weg abzukommen, radikalisiert und gewalttätig gegen Menschen, die doch eigentlich nur hofften, in Sachsen Zuflucht zu finden. Ist Sachsen also eine Hochburg des Rechtsextremismus? Eine Frage, mit der sich jetzt die Wissenschaftler beschäftigt haben, die es wissen können.

Nicht nur Knaben haben so ihre Probleme mit Sachsens Schulen. Foto: Marko Hofmann
·Bildung·Leipzig bildet

Sachverständigenanhörung zum Volksantrag Gemeinschaftsschule bleibt voller Widersprüche

Es war noch nicht die Entscheidung, auch wenn Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, sich nach der am Montag, 25. Mai, durchgeführten Sachverständigenanhörung zum Volksantrag „Längeres gemeinsames Lernen in Sachsen“ sicher war: „Schulfrieden wird endlich hergestellt“. Tatsächlich konnte sie ja selbst beobachten, dass es nach wie vor große Widersprüche gibt – auch zwischen Volksantrag und Regierungskoalition.

Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands. Foto: UFZ
·Bildung·Forschung

Auch die Verluste sind drin: Der erste gesamtdeutsche Atlas der Tagfalter und Widderchen ist erschienen

Seit 2017, seit der Veröffentlichung der sogenannten Krefeld-Studie, sind die deutschen Umweltforscher hellwach. Sie wussten zwar schon vorher, dass es überall Verluste an Insekten gab, massive Rückgänge und Totalverluste. Aber seit der medialen Berichterstattung zur Krefeld-Studie wissen sie auch, dass sie mit ihren Erkenntnissen nicht hinter dem Berg halten dürfen. Sie brauchen die Öffentlichkeit, um die Politik endlich zu echten Reformen zu bringen. Dazu gehört auch ein neuer Schmetterlingsatlas, den es so vorher nicht gab.

Armin Nassehi: Das große Nein. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das große Nein: Warum eine Demokratie ohne Protestbewegungen zu einer müden Amtsverwaltung werden würde

Es wird wieder demonstriert in Deutschland. Auf sogenannten „Hygiene-Demos“ protestieren allerlei Leute gegen allerlei – gegen Corona-Maßnahmen, einen befürchteten Impfzwang, Bill Gates und Angela Merkel. Und irgendwie auch fürs Grundgesetz. Aber Proteste leben vom großen Nein, stellt der Soziologe Armin Nassehi in diesem Essay fest, den er zwar schon vor Corona geschrieben hat. Aber die Protestphänomene haben alle dieselbe Wurzel, stellt er fest.

In diesen Zeiten, in denen der Mensch sich zurückgezogen hat, bekommen wir einen Eindruck, wie viel Natur uns die kommende UN-Dekade der Wiederherstellung von Ökosystemen bringen kann. Foto: AB Photography/stock.adobe.com
·Bildung·Forschung

Die Corona-Pandemie hat auch die wichtigste Tagung zur Biologischen Vielfalt in China ausgebremst

Der 22. Mai ist der Internationale Tag der Biodiversität. Ein Tag, der seit 2001 daran erinnert, dass die biologische Vielfalt auf unserem Planeten in höchstem Maße bedroht ist. Und 2020 war von der Forschergemeinschaft eigentlich zum politischen „Superjahr“ ernannt worden. Im Oktober sollte die Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD), die COP-15, in China die Weichen für den internationalen Naturschutz der kommenden zehn Jahre stellen. Doch die Corona-Pandemie hat auch beim sogenannten Post-2020-Prozess die Pausetaste gedrückt.

Peter Lemar: Die Geschichte von Rainer Zufall. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Geschichte von Reiner Zufall: Eine leicht phantastische Geschichte um das Drama des vielbegabten Kindes

Reiner hat es nicht einfach. Mal abgesehen davon, dass er die Schwerkraft aufheben kann, Airbusse anstelle der Piloten landen kann und auch locker mal ein großes Konzert dirigiert, hat er ein Problem: Er denkt zu viel nach, hat zu viele Talente und erlebt immer wieder harsche Konfrontationen mit der Welt, weil er die Dinge zu gut beherrscht. Da fühlen sich die Leute, die er mal kurz vertreten hat, in ihren edelsten Persönlichkeitsrechten verletzt.

Gustav Brecher. Foto: Rudolf Dührkoop (1848-1918)
·Bildung·Zeitreise

Auch nach Leipzig gehört ein Stolperstein für Gustav Brecher!

Vor der Hamburger Staatsoper liegt schon einer seit 2007. – Im Mai 1940, vor 80 Jahren also, soll sich im fernen belgischen Ostende der einst erfolgreiche und um die Leipziger Oper so verdienstvolle Generalmusikdirektor Gustav Brecher gemeinsam mit seiner Frau Gertrud (Tochter des AEG-Vorstandsvorsitzenden Felix Deutsch) aus Furcht vor den Nazis (beide waren Juden) das Leben genommen haben.

Prof. Dr. Dirk van Laak. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig
·Bildung·Forschung

Der Leipziger Historiker Dirk van Laak: Die Corona-Pandemie verändert unsere Einstellung zur Globalisierung

Die jüngste Umfrage des „Spiegel“ belegt es ja nur zu deutlich: Die bislang eher positive Deutung der Globalisierung ist in den letzten zwei Jahren rasant ins Negative umgeschlagen. Daran ist nicht erst die Corona-Pandemie schuld. Und womöglich unterbricht die Pandemie nicht einmal die weitere Globalisierung der Welt, sagt Prof. Dr. Dirk van Laak über die aktuelle Situation.

Albert T. Lieberg: Der Systemwechsel. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Der Systemwechsel: Albert T. Liebergs Skizze einer Welt, in der sich die Menschen wieder um die Zukunft des Planeten kümmern

Am Montag, 18. Mai, freute man sich beim Büchner Verlag in Marburg ganz mächtig gewaltig. Da trudelte per E-Mail die Nachricht herein, dass der Verlag in diesem Jahr zu den Gewinnern des Deutschen Verlagspreises gehört. Auch sechs sächsische Verlage wurden gewürdigt. Der Büchner Verlag hat sich zu einem Verlag gemausert, der Bücher zu den wirklich drängenden Fragen unserer Zeit veröffentlicht. Eins haben wir uns extra noch zukommen lassen. Es erschien schon 2018, beschäftigt sich aber auch mit der Frage, die jetzt viele beschäftigt: Was wird nach Corona aus der Welt?

Vorsicht, Schule! Foto: Ralf Julke
·Bildung

Das sächsische Experiment der geöffneten Grundschulen wird aufmerksam beobachtet

Seit Montag, 18. Mai, ist ja wieder Hochbetrieb an Leipziger Schulen. Nachdem vorher schon die Abschlussjahrgänge zurückkehrten, wurden diesmal die Grundschulen geöffnet. Mit einer heftigen Diskussion auch um die Frage, wie bei den vielen Kindern die Abstandsregeln eingehalten werden sollen. Besorgnisse gab es schon vorher. Denn was passiert eigentlich, wenn Lehrer/-innen oder Schüler positiv auf das Coronavirus getestet werden?

Dr. Matthias Rößler und Doreen Taubert, Vertrauensperson des Volksantrags „Längeres gemeinsames Lernen in Sachsen“. Foto: Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“
·Bildung·Leipzig bildet

Das Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“ befürchtet neue Hürden durch Änderungsanträge im Sächsischen Landtag

Es wäre ja auch zu schön gewesen: Über 50.000 Sächsinnen und Sachsen unterschreiben einen Volksantrag, mit dem der Wunsch zur Einführung von Gemeinschaftsschulen in Sachsen formuliert wird, der Landtag nimmt ihn an und beschließt ihn dann. Aber das wird wohl nicht passieren, befürchtet das Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen – Länger gemeinsam Lernen“. Am 25. Mai berät der zuständige Ausschuss.

Neue Ufer Nr. 12. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Medien

Noch einmal kompaktes Wissen zu Pleißemühlgraben, archäologischen Funden, einem Badehaus und dem Ende der Bürgerstadt Leipzig

Es hätte noch ein Happy End geben können. Aber vom bürgerschaftlichen Leipzig des Jahres 1990, als auch die Verwaltung sich für das Engagement der Bürger öffnete, ist nicht viel übrig geblieben. Die Machtgewichte haben sich verschoben. Aus der Kooperation ist eine Art Duldung geworden. Und das haben Leipziger Amtsträger die Engagierten aus den Vereinen auch immer öfter spüren lassen. Das Heft Nr. 12 der „Neuen Ufer“ ist ein Abschiedsheft geworden. Eins, das noch einmal von verschenkten Visionen erzählt.

Grundschulbesuch vorerst freiwillig. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Nach Entscheidung des Leipziger Verwaltungsgerichts schreiben die Elternvertreter eine lange Forderungsliste für das Kultusministerium

Elternvertretungen und bildungspolitische Sprecher mahnten: Diese Hauruckaktion ist gefährlich. Die meisten forderten eine stufenweise Öffnung auch der Grundschulen in Sachsen. Doch Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz wollte irgendwie zeigen, dass Sachsen mal wieder Vorreiter ist, und ließ die Grundschulen am 18. Mai forsch komplett öffnen. Obwohl die Corona-Regeln der Allgemeinverfügung nicht einzuhalten sind. Am Donnerstag, 15. Mai, setzte das Verwaltungsgericht Leipzig ein Stopp-Zeichen. Piwarz musste zurückrudern. Doch der Ärger der Eltern schwelt weiter.

Andreas Barthelmess: Die große Zerstörung. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die große Zerstörung: Was der (nicht nur) digitale Bruch mit uns und unserem Leben anrichtet

Immer mehr Autoren stellen fest: Man kommt an diesem Thema nicht mehr vorbei. Man muss es ernst nehmen und sich Gedanken darüber machen, wie man es entschärft. Denn der „digitale Bruch mit unserem Leben“, wie es Andreas Barthelmess nennt, zerstört nicht nur unsere Kommunikation, die Medienfreiheit und Arbeitsgrundlage ganzer Branchen, sondern auch die Demokratie. Und dabei hat Barthelmess sein Buch noch vor Corona geschrieben.

Auszug Cover. Quelle: Hoffmann und Campe
·Bildung·Bücher

Überm Schreibtisch links: Geprüfte Menschlichkeit

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im Handel„Es ist wahr, ich setze meine Personen oft dem Druck einer besonderen Lage aus, bei der sie dann auf diese oder jene Weise reagieren müssen.“ Äußert der damals 40-jährige Siegfried Lenz 1966 gegenüber der Schriftstellerin Geno Hartlaub. Das passt gut zum Schreiben, meint man, damals und heute. Damals? Den im ostpreußischen Lyck geborenen Lenz zwingt man 17-jährig – wie so viele Unwissende und vom „nationalistischen Ressentiment“ (Lenz im Roman „Der Überläufer“) Angesteckte – in den Waffenrock des Soldaten und in den schlimmsten aller Völkerkriege. In das „grausam-lächerliche Abenteuer, in das sich Männer einlassen, wenn sie der Hafer des Wahnsinns sticht“.

Porträt Jens-Uwe Jopp.
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Eine leicht pädagogische Kolumne: Über sieben Brücken der Paradoxie

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelIn einem Sonett der Frührenaissance heißt es in den letzten drei Zeilen: „Von Wellen umgejagt nicht kann zu Rande finden. Ich weiß nicht was ich will, ich will nicht was ich weiß, im Sommer ist mir kalt, im Winter ist mir heiß.“ Sie stammen vom italienischen Humanisten Francesco Petrarca (1304–1374), womöglich auch in einer Zeit des Umbruchs, im Wechsel von Wetter und Stimmung geschrieben, im Zustand des Verlorenen und in neuer Erwartung des Kommenden … Paradox klingen die Worte. Widersprüchlich.

Volker Sielaff: Glossar des Prinzen / Selbstporträt mit Zwerg. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Glossar des Prinzen / Selbstporträt mit Zwerg: Die unerhörte Ungewissheit des Lebens im unfassbaren Jetzt

Kürzlich haben wir an dieser Stelle den neuen Gedichtband des Dresdners Volker Sielaff „Barfuß vor Penelope“ besprochen. Die Edition Azur hat bei der Gelegenheit auch zwei ältere Gedichtbände von Sielaff in diesem Band neu veröffentlicht. Sie erschienen 2011 und 2015 und sind vergriffen. Zuweilen wirken sie wie ein Vortasten für den „Penelope“-Band. Denn dazu musste Corona gar nicht erst kommen, damit Dichter merken, wie unsicher das Leben auf der Erde ist.

Henner Kotte: Der Hingerichtete lebt! Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Der Hingerichtete lebt! Henner Kotte erzählt die knackigsten (Kurz-)Geschichten aus der Leipziger City

Mit Henner Kotte wird es immer spannend, egal, ob man einen seiner Leipzig-Krimis liest, seine Sammlungen echter Kriminalfälle, oder ob man mit ihm auf Stadtführung geht – zu echten Leipziger Tatorten oder auch als Knirps zur Kinder-Krimi-Tour. Er weiß an jeder Ecke eine aufregende Geschichte. Und gerade deshalb wird dieser gedruckte Stadtführer etwas Besonderes: Er zeigt – erstmals in dieser Art – wie viele Geschichten in so ein einer kleinen, kompakten City stecken.

Nachweis von Turteltauben. Karte: Nationalatlas / IfL
·Bildung·Forschung

Auch in Sachsens Agrarlandschaften wird die Turteltaube regelrecht vertrieben

Die großen Städte im Lockdown waren für einige Wochen auch Orte der Ruhe, der leeren Straßen und der sauberen Luft. Und so mancher Großstädter sah auf einmal Tiere in der Stadt, die sich sonst tagsüber gar nicht zu piepsen trauen. Eine eher friedliche Erinnerung daran, dass die Corona-Pandemie gar nicht unser größtes Problem ist. Klimawandel und Artensterben gehen unvermindert weiter. Nun gibt es im Nationalatlas mal eine besondere Würdigung für die immer rarer werdende Turteltaube.

Ausgrabungsarbeiten in der IUP-Schicht I in der Bacho-Kiro-Höhle. Aus dieser Schicht wurden vier Homo sapiens-Knochen sowie zahlreiche Steinwerkzeuge, Tierknochen, Knochenwerkzeuge und Anhänger geborgen. Foto: Tsenka Tsanova, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
·Bildung·Forschung

Der moderne Mensch tauchte schon 5.000 Jahre früher in Südosteuropa auf

Bisher ging die Forschung davon aus, dass der moderne Mensch frühestens vor 41.000 Jahren in Europa auftauchte. Davon erzählten die bislang ältesten bekannten Funde von der iberischen Halbinsel, wo er dann natürlich auch dem Neandertaler begegnete. Doch frisch datierte Funde aus Bulgarien zeigen jetzt einen völlig anderen Verlauf. Danach kamen unsere direkten Vorfahren schon Jahrtausende früher nach Europa.

Erle C. Ellis: Anthropozän. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Anthropozän: Warum Wissenschaftler seit 20 Jahren über eine neue geologische Zeiteinheit diskutieren

In den letzten Jahren hat die Diskussion so richtig Fahrt aufgenommen, debattieren Wissenschaftler darüber, ob man ein gänzlich neues geologisches Zeitalter einführen sollte, das nach dem Menschen benannt ist. Denn längst ist es unübersehbar, dass die Menschheit die Erde in einem Ausmaß verändert, wie es zuvor nur große geologische Katastrophen getan haben. Mit Erle C. Ellis erläutert einer die große Debatte, der selbst mittendrin steckt.

Anja Stiller: Die besten Öle für die Küche. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die besten Öle für die Küche: Alles Wissenswerte über eine ziemlich wichtige Zutat zu unserer Ernährung

Die Welt der Öle ist ja so eine Welt der falschen Werbeversprechen, der Jubelarien und wilden Verdammungen. Die einen werden als supergesund angepriesen, die anderen als total schädlich niedergemacht. Das hilft natürlich niemandem, wenn man vorm Regal mit dem Ölangebot steht und einfach nicht weiß: Was nehmen? Und was bedeuten die ganzen Bezeichnungen von Güteklasse 2 bis nativ? Da hilft dann wirklich nur ein Büchlein, das das alles mal erklärt.

Zumindest am Schulgebäude hübsch getrennt. Foto: Marko Hofmann
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Die Fragezeichen, ob die Regeln des Kultusministeriums auch eingehalten werden, bleiben auch bei Landtagsabgeordneten

„Ab dem 18. Mai sollen Kinder wieder ihre Kitas und Schüler der Klassenstufen 1 bis 4 wieder ihre Schulen regelmäßig besuchen dürfen. Auch für alle übrigen Schüler weiterführender Schulen soll ab dem 18. Mai ein zumindest zeitweiser Besuch ihrer Schulen möglich sein“, meldete am Freitag, 8. Mai, das sächsische Kultusministerium und gab damit den nächsten großen Schritt bei der Lockerung der Allgemeinverfügung bekannt.

Michael Schweßinger: In Buxtehude ist noch Platz. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

In Buxtehude ist noch Platz: Michael Schweßingers tieftraurige Reisenotizen von den Rändern Europas

Man kann auch anders reisen. Darüber schreibt Michael Schweßinger schon seit Jahren. Die Leipziger kennen ihn noch als emsigen Stadtteil-Ethnologen aus dem Leipziger Westen, wo er mit der Edition PaperOne auch einen kleinen Independent-Verlag mitbegründete. Aber der in Franken geborene Bäcker ist kein Mensch, der es wirklich lange an einem Ort aushält. Und ausgerechnet Buxtehude ist nun ganz und gar kein Ort, den er tatsächlich besuchen wollte.

Petra Steps: Sachsen. Schlösser und Burgen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Sachsen. Schlösser und Burgen: Eine kenntnisreiche Einladung zu den beeindruckenden Zeugen sächsischer Geschichte

Es ist nur eine kleine Auswahl. Hätte Petra Steps wirklich alle Burgen und Schlösser in Sachsen (die es noch gibt) porträtieren wollen, wäre das ein dicker 1.000-Seiten-Band geworden. Aber auch ihre kleine Auswahl mit zwei Dutzend Attraktionen gibt ein Gefühl dafür, was für Kleinode es da in Sachsen zu entdecken gibt – von den großen Weltberühmtheiten bis hin zum Schloss Netzschkau, für das sich Steps ganz besonders engagiert.

Abwasserbeprobung. Foto: UFZ / Jürgen Loesel
·Bildung·Forschung

Aus Abwasserproben soll jetzt der SARS-CoV-2-Infektionsgrad der Bevölkerung ermittelt werden

Zuletzt konnte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht bremsen: Die 16 deutschen Bundesländer befinden sich gerade in einem Überbietungswettkampf, was das Aufheben der Corona-Einschränkungen betrifft. Da hilft auch alles warnen der Virologen nicht, dass man damit eine zweite, viel größere Infektionswelle riskiert. Aber was kann man tun, um beim nächsten Ausbruch rechtzeitig reagieren zu können? Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) setzen jetzt eine bewährte Idee um: Jetzt sollen die Abwässer systematisch getestet werden.

Ute Scheffler: Kleines Käse-Buch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Kleines Käse-Buch: Eine kurzgehaltene Einführung in die europäische Käsevielfalt

In gewisser Weise schafft die Mini-Bibliothek des Buchverlags für die Frau mit der Zeit so eine Art Handbibliothek des Alltagswissens, insbesondere, was Küche und Ernährung betrifft. Und je mehr kleine Spezialthemen behandelt werden, umso mehr fällt auf, was uns heute an ganz normalem Wissen für einen selbstbestimmten Alltag fehlt. 350 Büchlein sind in den letzten 35 Jahren schon in dieser Mini-Bibliothek erschienen.

Helmut Loos (Hrsg.): Wolfgang Amadeus Mozart in Dresden und Leipzig. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wolfgang Amadeus Mozart in Dresden und Leipzig: Akribische Spurensuche am Wegrand einer legendären Musikerreise

Dieses Buch hatte schon einen Vorgänger im Jahr 1991: „Mozart in Kursachsen“. Doch mittlerweile haben die Beteiligten emsig weitergeforscht und viele kleine Spuren weiterverfolgt, weil ihnen das Nacherzählen von Mozarts Besuch im Frühjahr 1789 in Sachsen einfach zu wenig war. Denn das ließ spannende Fragen völlig unbeantwortet. Zum Beispiel: Warum kam Mozart ausgerechnet nach Sachsen? Und warum nach Leipzig? Und was hat es mit der Glasharmonika auf sich?

Universität Leipzig. Foto: Alexander Böhm
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Landesstudierendenvertretung geht mit eigenem Forderungskatalog in die Verhandlungen zur sächsischen Hochschulreform

Die Coronakrise hat an einigen Stellen offengelegt, welche verheerenden Folgen die neoliberale Spar- und Privatisierungspolitik in den letzten Jahren angerichtet hat. Nicht nur im Gesundheitswesen, auch in Schulen, Gesundheitsämtern, in der Kultur. Fast übersieht man dabei, dass auch Bereiche wie die Hochschulen diesem wilden Kürzungsdiktat unterworfen wurden, in Sachsen 2011 mit dem sogenannten „Hochschulfreiheitsgesetz“, dessen Reform die Landesstudierendenvertretung jetzt dringend anmahnt.

Andreas M. Sturm: Blutrausch. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Blutrausch: Wolfs Team bekommt es mit einem eiskalten Serienmörder zu tun

Es ist vielleicht kein guter Zeitpunkt, diesen Krimi ausgerechnet jetzt zu besprechen, wo viele Leute wieder früh aufstehen und zur Arbeit müssen. Noch vor wenigen Tagen hätte man sich guten Gewissens in diesen sechsten Kriminalroman des Dresdner Autors Andreas M. Sturm mit seinem unverwechselbaren Ermittlerinnenduo Wolf und König stürzen können, einfach riskierend, dass man ihn vor dem ersten Hahnenschrei nicht würde aus der Hand legen können.

Susanne Straßburger: Kinder gestalten die Natur. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Kinder gestalten die Natur: Wie Kinder in der freien Natur zu kleinen Künstlern werden und die Vielfalt des Lebendigen entdecken

Die Kontaktsperren werden nach und nach gelockert. Viele Menschen haben schon vor Ostern begonnen, wieder mehr ins Freie zu gehen. Manche Familien ja auch aus purer Verzweiflung, denn Kinder brauchen Bewegung. Sie halten das Stillsitzen über Wochen am schwersten aus. Aber man muss ja mit den Kleinen nicht unbedingt gleich zum überfüllten Spielplatz gehen. Da draußen gibt es eine ganze Welt zu entdecken. Und Susanne Straßburgers Buch lädt dazu ein, das mit den Kleinen tatsächlich zu tun.

Paul Braunsteiner: Die fremde Ausländerin. Foto: Ralf Julke
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Die fremde Ausländerin: Eine Kriminalgroteske, die ganz zufällig in der österreichischen Provinz spielt

Der Österreicher Paul Braunsteiner ist Maler, Musiker, Filmemacher, Schauspieler und auch Autor. Einer, der sich in seiner Lust am Kunstmachen nicht bremsen mag. Und der ein mittlerweile sehr angespanntes Verhältnis hat zu dem, was einem in deutschsprachigen Landen so als Krimi vorgesetzt wird, egal, ob als Buch oder als Abendfilm, wo Kommissare auch noch in der entlegendsten Provinz agieren, als wären sie ein Klon von Inspektor Columbo, mufflige Supergehirne, die mit stereotypen Sprüchen davon ablenken, dass sie den Täter längst im Visier haben.

Frieder Burkhardt: Weinberg. Foto: Ralf Julke
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Weinberg: Frieder Burkhardt erweckt die legendären Treffen auf dem Weinberg in Dresden zu neuem Leben

Hoppla: Den Begriff kennst du doch! Da war doch was. Der ist dir doch schon einmal untergekommen. Stimmt. In Thomas Mayers Biografie von Christoph Wonneberger, dem Mann, der die Friedensgebete nach Leipzig gebracht hat. Dort gibt es das Kapitel „Im Weinberg im Dresden“. 1977 wurde Christoph Wonneberger Pfarrer an der Weinbergkirche in Dresden und wurde damit zum Nachfolger eines Mannes, den nur wenige im Zusammenhang mit der Friedlichen Revolution kennen. Doch alles begann im Herbst 1970 auf dem Weinberg in Dresden.

Heike Mohr: Köstliche Birnen. Foto: Ralf Julke
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Köstliche Birnen: Heike Mohr lädt ein, die faszinierende Fülle der Birnenwelt zu entdecken

Vielleicht kriegen wir ja die Kurve und es gewinnen nach Abflauen der Corona-Epidemie nicht wieder die Hektischen und Gedankenlosen, sondern die Nachdenklichen, die sehr wohl wissen, dass diese Epidemie mit unserer gedankenlosen Weltübernutzung zu tun hat, gern als „Globalisierung“ verharmlost. Dabei wächst alles, was wir für eine gesunde Ernährung brauchen, direkt vor unserer Haustür. Wenn es noch wachsen darf und nicht plattgemacht wird.

Georg Diez, Emanuel Heisenberg: Power to the peaople. Foto: Ralf Julke
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Power to the People: Wir brauchen eine neue, digitale Demokratie

Wir erleben gerade nicht nur eine Krise, auch wenn das in der ganzen Corona-Berichterstattung manchmal so aussieht. Doch egal wie schlimm sie ist: Diese Krise ist nur ein Symptom und erzählt von der multiplen Krise einer Wirtschaftsordnung, die gerade dabei ist, unser Klima zu zerstören, die Artenvielfalt auf der Erde, die Lebensgrundlagen der Menschheit und auch die Demokratie. Aber wie kommen wir da raus? Nur gemeinsam, sagen Georg Diez und Emanuel Heisenberg.

Nora Gomringer: Gottesanbieterin. Foto: Ralf Julke
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Gottesanbieterin: Nora Gomringer erkundet den seltsamen Raum unserer Endlichkeit

Sie liebt die Doppelbödigkeit unserer Sprache und die unseres Lebens. Denn der Mensch ist gern ein bisschen schein-heilig, maskiert sich gern, tut so, als sei nichts, obwohl Leben nun einmal heißt: Es passiert ständig was, Unerwartetes, Ungewolltes, manchmal auch schrecklich Peinliches. Und nichts ist dem modernen Konsummenschen so peinlich wie das Ertapptwerden dabei, doch nur ein ganz normales Lebewesen zu sein, das einfach so von jetzt auf gleich auch sterben kann. Denn: Nichts ist sicher.

Auch die Computer in den Unterrichtsräumen der Schulen bleiben derzeit aus. © Marko Hofmann
·Bildung·Leipzig bildet

Lehrer-Leben: Lernen in der Coronakrise

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelDie Umfrage war nicht sonderlich repräsentativ, aber immerhin: Ich hatte verschiedene Geschlechter und verschiedene Altersstufen gefragt. „Herr Hofmann, ich vermisse die Schule“, „Herr Hofmann, ich hätte nie gedacht, dass ich mal lieber in die Schule will“, „Ich hab Schule nie so zu schätzen gewusst, wie jetzt“. Das sind nur drei von circa 13 ähnlichen Antworten, die ich von den 20 9., 11. und 12. Klässern erhalten habe, die ich fragte, wie es denn zu Hause mit dem Lernen klappt.

Der Rasen ist gemäht, die Blumen sind gegossen. Nun ist Zeit! Fred Gimpel in seinem Garten. © privat
·Bildung·Zeitreise

Wende-Gespräche: Der wohltuende Sprung ins kalte Wasser

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelHeute lebt Fred Gimpel als Rentner, Ehemann, Großvater und passionierter Gärtner ein recht ruhiges Leben. Vor 30 Jahren hatte er selten vor 22 Uhr Feierabend. Gemeinsam schaue ich mit ihm auf diese Zeit zurück. Ein Gespräch mit Fred Gimpel über seine Neuerfindung als Versicherungsvertreter.

Ekkehard Vollbach: Dichter, Denker, Direktoren. Foto: Ralf Julke
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Dichter, Denker, Direktoren: 17 Geschichten darüber, wie Menschen sich entfalten, wenn ihre Gettoisierung beendet wird

Wir leben ja in einer Zeit, in der die Besitzstandswahrung und die Angst vor Veränderungen die Gesellschaft regelrecht lähmt. Populisten trommeln für ein Zurück in abgeschottete Provinzialität und die Barrieren zwischen den Schichten werden immer schwerer überwindbar. Ein Land aber wird erst lebendig, wenn Menschen darin wirklich Aufstiegschancen sehen und sie auch ergreifen. Und die Geschichte der deutschen Juden im 19. Jahrhundert ist dafür exemplarisch.

Holger Kretzschmar: Dresden. Foto: Ralf Julke
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Dresden: Ein Büchlein, das erzählt, warum die Dresdner so von ihrer Stadt schwärmen

In der Mini-Bibliothek des Buchverlags für die Frau finden auch immer wieder kleine kompakte Städteporträts ihren Platz. Sie werben nicht nur für einen touristischen Besuch der Stadt, der ja gerade jetzt in der Corona-Ausnahmesituation eher nicht möglich ist. Auch Dresden wird in diesem Jahr keine Rekord-Besucherzahlen melden. Aber Holger Kretzschmar mag die Stadt eigentlich aus ganz anderen Gründen. Sie ist deutlich mehr als das, was Touristen für gewöhnlich sehen.

Die Tafel bleibt in Zeiten von Corona vorerst leer. Foto: Marko Hofmann
·Bildung·Leipzig bildet

Leipzigs Grüne fordern zügige Beschaffung von Leih-Tablets für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten

Im März wurden auch alle Schulen in Leipzig geschlossen. Lehrer/-innen und Schüler/-innen mussten lernen, wie Unterricht auch im „Homeschooling“ funktioniert. Und es funktionierte gerade in den höheren Klassen und an den Gymnasien recht gut. Aber echte Probleme bekamen gerade Kinder aus armen Haushalten, die nicht über die nötigen Geräte verfügen. Der Bund will zwar 150 Euro pro Kind zur Verfügung stellen, damit die Technik beschafft werden kann. Aber das dauert viel zu lange, kritisieren die Grünen.

Viele Insekten erfüllen wichtige Funktionen in unseren Ökosystemen, z. B. die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Das Foto zeigt eine Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Foto: Gabriele Rada
·Bildung·Forschung

iDiV meldet: Bislang umfassendste Studie bestätigt den massiven Rückgang landlebender Insekten

Seit drei Jahren hat das Thema Insektensterben ja endlich die Aufmerksamkeit der Medien erreicht. Wichtigster Auslöser war die berühmte Langzeitstudie aus dem Raum Krefeld, die eigentlich nur bestätigte, was alle längst erlebten: Die Insektenmasse im Naturschutzgebiet ist massiv zurückgegangen, genauso wie in Städten und Landwirtschaft. Doch weil es nur eine Studie war, bestimmten auch gleich wieder die Kritiker das Feld, die die Aussagekraft der Studie abstritten. Das iDiV hat jetzt einen ganzen Berg von Langzeitstudien ausgewertet. Und die bestätigen, was in Krefeld offenkundig wurde. Und zwar weltweit.

Jutta Allmendinger, Jan Wetzel: Die Vertrauensfrage. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Vertrauensfrage: Ohne Chancengleichheit und echte Solidarität bröckelt der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält

2015 war das, da gab es auf einmal eine erstaunliche Verwirrung in deutschen Medien. Da gab es nicht nur die große Hilfsaktion für 1 Million Flüchtlinge, die Asyl in Deutschland suchten, sondern auch die heftige Gegenbewegung: einen massiven Auftrieb für die populistischen Bewegungen, anschwellende Pegida-Demonstrationen und vor allem eine ausufernde Debatte, ob die Ostdeutschen nun völlig durchgedreht wären. 2015 startete deshalb auch eine große Studie, die als „Vermächtnisstudie“ in die Forschung einging.

Eileen Christ: Schöpfung ohne Krone. Foto: Ralf Julke
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Schöpfung ohne Krone: Eileen Crists vehementer Appell, unseren Wachstumswahn endlich zu beenden

Die Coronakrise überdeckt zurzeit die eigentlich viel drängenderen Krisen, die die Zukunft der Menschheit auf der Erde tatsächlich bedrohen: die Klimaerwärmung, die Überbevölkerung und das Artensterben. Auch wenn sie alle miteinander zu tun haben, mit dem menschlichen Machbarkeitswahn, dem falschen Wachstumsdenken und dem, was Eileen Crist das menschliche Überlegenheitsdenken nennt.

Buchstabensalat. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Forschung

Der Millionen Jahre lange Weg bis zur menschlichen Sprache

Nicht nur Wissenschaftler staunen ja über den Menschen, der so erstaunliche Fähigkeiten hat, dass er scheinbar mit der ganzen sonstigen evolutionären Entwicklung nichts (mehr) zu tun hat. Aber das Staunen relativiert sich, je intensiver sich die Forschung mit der Menschwerdung beschäftigt. Denn bevor der Mensch all diese Fähigkeiten entwickelte, verging doch eine gewaltige Menge an Zeit. Auch was unsere Sprachentwicklung betrifft.

Syndikat (Hrsg.): Tod unterm Schwanz. Foto: Ralf Julke
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Tod unterm Schwanz: Die Krimi-Anthologie, die zur ausgefallenen CRIMINALE in Hannover erschien

In der Woche nach Ostern sollte die CRIMINALE 2020, das jährliche Krimifestival des Syndikats mit fast 300 Krimiautoren, in Hannover stattfinden. Doch aufgrund der Corona-Beschränkungen musste auch dieses Lesefest ausfallen. Selbst der Glauserpreis musste online verliehen werden. Die extra für die CRIMINALE in Hannover geplante Anthologie mit Kurzkrimis ist natürlich trotzdem erschienen.

Abo Alsleben: Mayhem live in Leipzig. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Mayhem live in Leipzig: Abo Alsleben erinnert sich an seine Begegnung mit der norwegischen Black-Metal-Band Mayhem

Das ist nun schon ganz schön lange her. 2008 und 2009 war das, als Abo Alsleben in der mittlerweile verschwundenen Leipziger Independent-Edition paperOne seine beiden Connewitz-Bücher „Tschüss Deutschland“ und „Ahoi Connewitz“ veröffentlichte, so richtige Connewitzer Alternativ-Szene-Kracher mit dem unerschütterlichen Helden Steingrimm Knaute. Bevor die Bände im Bookra Verlag wieder auftauchen, gibt es jetzt einen Alsleben-Band, der geht noch tiefer hinein in die Geschichte, ins rustikale Jahr 1990. Als eine Band namens Mayhem auch in Leipzig spielte.

CDU-Plakat mit dem ersten deutschen Bundeskanzler und Vorsitzenden des Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer, 1949 bei der Unterzeichnung des Grundgesetzes. Foto: Wikimedia Commons/Konrad-Adenauer-Stiftung
·Bildung·Zeitreise

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (2): Sind wir in guter Verfassung?

Vorschau auf die LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, ab Freitag, 24. April 2020 im Handel2019 feierte das Grundgesetz seinen 70. Geburtstag. Seit 3. Oktober 1990 sind ehemals zwei deutsche Staaten unter seinem Schirm wieder vereinigt. Welcher Weg führte dorthin? Hätte es nicht einer komplett neuen Verfassung bedurft, um einstigen Bürgerinnen und Bürgern der DDR einen fairen Start auf Augenhöhe zu signalisieren statt überhebliche Siegermentalität? Wurde eine einmalige Chance versäumt?

Kreuzung Goerdelering. Archivfoto: Ralf Julke
·Bildung·Forschung

Wird Covid-19 gerade in jenen Regionen tödlich, wo es vorher schon hohe Luftbelastung durch Industrie und Verkehr gab?

Die Coronakrise ist ja nur eine Krise, die gerade viele andere Krisen aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt. Vor den ganzen Allgemeinverfügungen standen ja Dutzende westdeutscher Städte davor, ein Fahrverbot für Dieselautos verhängen zu müssen. Höchst widerwillig, obwohl sie allesamt die von der EU gesetzten Grenzwerte rissen. Mit dem Lockdown sind die Schadstoffwerte aber deutlich gesunken. Und das verhilft einem Hallenser Forscher zu einem unerwarteten Forschungsergebnis.

Juliette Michelet: Punch Needle. Foto: Ralf Julke
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Punch Needle: Noch eine faszinierene Handarbeitstechnik, mit der man sich die Welt verschönern kann

Nicht alle Menschen haben in den vergangenen fünf Wochen mit den Füßen gescharrt und aller Welt verkündet, dass sie in diesem Lockdown nicht zur Ruhe kommen. Manche haben den Hamster im Kopf tatsächlich zur Ruhe gelegt und die auf einmal zur Verfügung stehende Fülle der Zeit dazu genutzt, Dinge zu tun, die sonst nie in den Tagesplan gepasst haben. Zum Beispiel mal diese besondere Stickerei-Technik ausprobiert: Punch Needle.

Olaf Jacobs (Hrsg.): Die Treuhand. Ein deutsches Drama. Foto: Ralf Julke
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Die Treuhand. Ein deutsches Drama: Eine erste Skizze, die weit über den engen Fokus Treuhand hinausgeht

Im Osten gärt es – seit ein paar Jahren wieder heftiger. Man fühlt sich wieder als „Bürger 2. Klasse“. Die Nach„wende“geschichte wird wieder aktuell, als wäre das nicht alles vor über 20 Jahren passiert. Und auch Fernsehsender wie NDR und MDR haben die Geschichte der Treuhand in mehreren Beiträgen neu thematisiert. Denn so mancher Bürger macht das Wirken der Treuhandanstalt von 1990 bis 1994 verantwortlich für die Benachteiligungen des Ostens. Ist also die Treuhand der Sündenbock?

Großer Andrang bei der Volkskammer-Wahl am 18. März 1990, hier in der Gemeinde Lobetal. © Bundesarchiv/Bernd Settnik
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Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (1): „Es wird keine DDR mehr geben“

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im Handel1990 erwachte die Gesellschaft in der DDR zu einem nie gekannten Leben. Nach der Revolution schien auf einmal alles möglich, Aufbruchstimmung paarte sich mit Unsicherheit, der Verfall alter Strukturen der kommoden Diktatur sorgte gleichermaßen für Jubel und Zukunftsangst. Der vertraute Mief des Mauerstaats machte einer kapitalistischen Verwertungslogik Platz. Arbeitslosigkeit wurde zum Thema, Alltagsleben und politische Kultur waren auf den Kopf gestellt.

Nancy Hünger: 4 Uhr kommt der Hund. Foto: Ralf Julke
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4 Uhr kommt der Hund: Nancy Hüngers berührende Geschichte vom Verlorensein und Der-Welt-Abhandenkommen

In den vergangenen vier Wochen haben viele Menschen erstmals etwas erlebt, was sie so aus ihrem Leben noch nicht kannten: eine wochenlange Ausgangssperre, Lockdown auf englisch. Auch wenn sie natürlich zu wichtigen Besorgungen trotzdem raus durften. Aber einige haben dieses Abgeschottetsein als höchst belastend empfunden. Dabei gehört es für einige Mitmenschen zur Lebenserfahrung. Nancy Hünger erzählt in poetischer Verdichtung so eine Geschichte.

Gedenktafel an der Runden Ecke. Foto: Gernot Borriss
·Bildung·Zeitreise

Vor 75 Jahren befreite die US-Armee Leipzig von der NS-Diktatur

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Leipzigs von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft durch amerikanische Truppen sollte am heutigen Samstag, 18. April 2020, um 11 Uhr vor der Gedenktafel an der „Runden Ecke“ die offizielle Gedenkfeier stattfinden, zu der Oberbürgermeister Burghard Jung und US-Generalkonsul Timothy Eydelnant gemeinsam mit dem Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Tobias Hollitzer einladen wollten.

Michael Ptok: Die Hildegard-Hausapotheke für die ganze Familie. Foto: Ralf Julke
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Die Hildegard-Hausapotheke für die ganze Familie: Das Heilwissen des 12. Jahrhunderts und seine Bedeutung für unsere zerrissene Gegenwart

Noch so ein Buch, das genau zu passen scheint zum aktuellen Corona-Lockdown, der mindestens noch bis zum 3. Mai andauern wird, auch wenn die ewig Rastlosen jetzt schon wieder die Straßen unsicher machen. Aber viele Bücher, die eigentlich für eine Leipziger Buchmesse ohne Kontaktverbot produziert wurden, regen jetzt zum Nachdenken an. Und sie passen, weil diese Auszeit dazu animiert, über das wirklich Wichtige im Leben nachzudenken. Und das war ja das Lebensthema von Hildegard von Bingen.

Matthias Platzeck: Wir brauchen eine neue Ostpolitik. Foto: Ralf Julke
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Wir brauchen eine neue Ostpolitik: Matthias Platzeck fordert endlich wieder eine mutige Friedenspolitik nach dem Vorbild von Willy Brandt

Er gehörte zu den größten Talenten der SPD und war kurzzeitig ihr beliebtester Vorsitzender, bevor er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste: Matthias Platzeck. Viele kennen ihn noch als couragierten Ministerpräsidenten von Brandenburg, vorher war er OBM in Potsdam. Die Friedliche Revolution machte er als Grüner mit. Und nun schreibt er so ein mahnendes Buch, das wie aus der (Corona-)Zeit gefallen wirkt. Und fast ein bisschen verboten klingt. Ja, darf man denn mit Russland reden?

Alexander Querengässer: 1719. Hochzeit des Jahrhunderts. Foto: Ralf Julke
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1719. Hochzeit des Jahrhunderts: Alexander Querengässer rekonstruiert die teuerste Hochzeit, die Dresden je erlebt hat

Geschichte ist ein Sammelsurium aus Chancen und vergeigten Gelegenheiten. Nicht nur, wenn es um den „richtigen Moment“ zum Beispiel für Erfindungen oder Revolutionen geht. Manchmal schüttelt die Nachwelt dann den Kopf. Zum Beispiel über diesen überambitionierten Kurfürsten Friedrich August I., den die Sachsen bis heute als den Starken verehren. Der hatte tatsächlich vor 300 Jahren mal die Kaiserkrone im Visier.

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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