Alfred Hübner: Die Leben des Paul Zech. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Leben des Paul Zech: Die gründliche Rekonstruktion des Lebens eines Schwindlers, Bettlers und furiosen Dichters

So ein dickes Buch kommt dabei heraus, wenn sich einer tatsächlich fast ein halbes Jahrhundert mit einem deutschen Dichter namens Paul Zech beschäftigt. Immer wieder beschäftigt, wie der Germanist und Theaterwissenschaftler Alfred Hübner in seinem Vorwort betont. Seit 2005 ist dieser Zech mit Wucht zurückgekehrt in sein Leben. Denn irgendwann muss einmal gründlich aufgeräumt werden.

Ferdinand Schwanenburg: Machtergreifung. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Machtergreifung: Ein Politthriller über die Gefährdung unserer Demokratie durch die machtbesessenen Sehlings

Ferdinand Schwanenburg ist ein Pseudonym. Vielleicht auch deshalb, weil der Autor dieses Politthrillers selbst zwei Jahre lang für verschiedenste Fraktionen der Deutschlandpartei, sorry: der AfD, gearbeitet hat. Aber stünde der richtige Name auf dem Cover, würde sich das Buch wohl auch unter die vielen erschienenen Bücher einreihen, in denen einstige AfD-Mitglieder abrechnen mit der rechtsabdriftenden Partei. Aber das ist es nicht. Es ist auch eine Dystopie. Eine Warnung sowieso.

Auch das Verhältnis der Zuschauer/-innen zur "Glotze" hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Medien

Grüne Fraktion legt Positionspapier vor: Wie weiter mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

Wie weiter mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Welche Rolle sollte er eigentlich spielen in unserer Gesellschaft und welche Aufgaben wahrnehmen? Darüber wurde nicht wirklich diskutiert in den zurückliegenden Jahren, das Thema war irgendwie nicht drängend genug. Und auch die hohe Politik sah nicht so viel Grund für eine Modernisierung, solange die Sender irgendwie ihren gesellschaftlichen Auftrag erfüllten. Nur: Warum liefen ihnen da die jüngeren Zuschauer weg?

Anders Indset: Das infizierte Denken. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das infizierte Denken: Warum unsere Absolutheiten uns daran hindern, eine enkelgerechte Welt auch nur zu denken

Auf Seite 225 fällt dann das schöne Wort „Herdenstupidität“. Willkommen in einer Welt, die 50 Jahre lang den falschen Traum geträumt hat, den Traum einer falschen Sicherheit. Und die nun merkt, dass sich Berge von ungelösten Problemen aufgetürmt haben. Und nicht nur der Philosoph und „Managementvordenker“ Anders Indset wundert sich darüber, dass die meisten Leute sichtlich unfähig sind, einen Weg aus dieser Sackgasse heraus überhaupt zu denken.

Reinhard Münch: 1806 / 1807 - Die Verbündeten Napoleons. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

1806/1807 – Die Verbündeten Napoleons: Wie Napoleons erste Große Armee zusammengewürfelt wurde

Aus technischen Gründen kommt dieses Büchlein schon etwas früher auf den Markt als vom Verlag geplant. Eigentlich sollte es erst 2022 kommen. Es ist die Fortsetzung von Reinhard Münchs Serie zu den verbündeten Truppen, die in Napoleons Grande Armée mitkämpfen mussten. Auch die Sachsen, die noch im Oktober 1806 auf der anderen Seite standen und mit den Preußen gegen Napoleon kämpften.

Harald Kirschner: Abenteuer Platte. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Abenteuer Platte: Bilder ungezähmter Kindheit in der Wildnis von Schlammhausen

Hätten so bald alle Städte im Osten ausgesehen? Die Frage kann man sich durchaus stellen, wen man heute durch Grünau fährt. In seinem Vorwort erinnert der Fotograf Harald Kirschner daran, wie die riesigen Plattenbaugebiete in der DDR aus der Not heraus entstanden. Um dem enormen Wohnungsmangel abzuhelfen, wurden sie auf freiem Feld aus dem Boden gestampft. Zehn Jahre lang hat es Kirschner aus eigener Anschauung dokumentiert.

Karola Hagemann, Sven Kohrs: Walter Zirpins - Ohne Reue. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Walter Zirpins – ohne Reue: Die Karriere des Mannes, der Marinus van der Lubbe zum Einzeltäter beim Reichstagsbrand machte

Es gibt Bücher, in denen lauert das Entsetzen. Auch wenn man sie – wie dieses – eigentlich bestellt hat, um mehr zu erfahren über den Mann, der letztlich die Hauptschuld daran trägt, dass der Holländer Marinus van der Lubbe 1934 vom Reichsgericht in Leipzig als Alleintäter für den Reichstagsbrand verantwortlich gemacht und zum Tod verurteilt wurde. Bis heute hält sich die Alleintäter-These. Doch die basiert vor allem auf den Aussagen des Kriminalbeamten Walter Zirpins, der später im niedersächsischen Polizeidienst in Führungspositionen kommen sollte.

Ach, macht doch, was ihr wollt .. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Medien

Leipziger Zeitung Nr. 95: Leipzig zwischen Bundestagswahl und Klimakrise

Und da läuft sie nun froh und erleichtert in den Sonnenuntergang. „Macht doch, was ihr wollt ...“, lässt Schwarwel die unverkennbare Gestalt sagen, die so sichtlich erleichtert von allen Regierungsgeschäften davonspaziert. Obwohl wir natürlich noch nicht durch sind und eine Menge Parteien und Politiker/-innen jetzt erst recht darüber grübeln, wie man aus dem Ergebnis der Bundestagswahl eine gut funktionierende Bundesregierung machen kann.

·Bildung·Zeitreise

Der Schatz im Leichenbuch: Wie eine Handschrift des berühmten Hrabanus Maurus ins Leipziger Stadtarchiv kam

Mit dem schönen Stichwort „Sensationsfund“ lud das Stadtarchiv am Freitag, 1. Oktober, die Presse ein zum Termin ins Haus auf der Alten Messe. Da und dort wurde schon spekuliert: Findet sich jetzt gar eine noch ältere Gründungsurkunde für Leipzig? Aber dem war natürlich nicht so. Manchmal sind Sensationen auch nur kleine Schnipsel in allen Bucheinbänden, die sich dann bei genauerem Hinschauen als Reste einer richtig alten Handschrift entpuppen, die wohl in den 820er Jahren im Kloster Fulda entstand. Richtig gelesen: 820er Jahre.

Roger Melis: Thea. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Thea: Wenn ein „Wahnsinnstyp“ die Frau seines Lebens immer wieder fotografiert

Roger Melis gehörte zu den eindrucksvollsten Fotografen der DDR. Der Lehmstedt Verlag hat mittlerweile einige Bände mit seinen Fotografien veröffentlicht. Dieser hier ist trotzdem etwas Besonderes, denn er zeigt mehr als nur das sehr persönliche Verhältnis eines außergewöhnlichen Fotografen zu seiner geliebten und bewunderten Frau. Roger Melis hat in Dorothea Melis im Grunde das fotografiert, was der Osten hätte sein können. Hätte er nur mutig sein dürfen.

Amrei Bahr, Kristin Eichhorn, Sebastian Kubon (Hrsg.): #95vsWissZeitVG. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

#95vsWissZeitVG: Eine sehr emotionale Streitschrift zur prekären Beschäftigung in der deutschen Wissenschaft

Mal ein Buchtitel mit Hashtag, auch wenn die meisten Leser/-innen erst mal stutzen werden, weil ihnen das Kürzel nichts sagt. Wesentlich berühmter und folgenreicher war ja der Hashtag #IchBinHanna, der mit jeder Menge Wortmeldungen darauf aufmerksam machte, wie (junge) Wissenschaftler/-innen an deutschen Hochschulen und Universitäten in befristeten Arbeitsverhältnissen regelrecht verbrannt, demotiviert und letztlich sogar aus dem Wissenschaftsbetrieb gedrängt werden. Aber daran ist eben auch ein Gesetz schuld.

Alina Bronsky: Das Geschenk. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Das Geschenk: Eine Weihnachtsgeschichte, die mal die Urangst unserer Moralgesellschaft zum Thema macht

Die Weihnachtserzählungen, die die Edition Chrismon seit ein paar Jahren herausgibt, haben es in sich. Und man sieht es den handlichen Büchern gar nicht an, was einen da erwartet, denn grafisch erinnern sie durchaus an die bekannten Weihnachtsbüchlein in den adventlich zusammengestellten Weihnachtsauslagen der Buchhandlungen. Aber drinnen gibt es jedes Mal ganz andere Weihnachten. Solche nämlich, wie wir sie wirklich erleben.

Dietmar Sehn: Historische Kriminalfälle aus Sachsen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Historische Kriminalfälle aus Sachsen: Edle Räuber, Täter aus Not und einige mysteriöse Todesfälle aus 500 Jahren

Eigentlich kennt sich der Dresdner Autor Dietmar Sehn aus mit den Verbrechen im alten und neuen Sachsen. Er hat über die Jahre fleißig gesammelt und auch schon einige Bücher zum Thema herausgebracht. Und mit den „Historischen Kriminalfällen aus Sachsen“ zeigt er einmal sehr kompakt, dass sich auch andere Räuber mit dem erzgebirgischen Stülpner Karl locker messen konnten. Und seit dem Einbruch ins Grüne Gewölbe weiß alle Welt wieder, wie leicht man hier an Beute kommt.

Michael Haas: Kritische Masse. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Kritische Masse: Ein heftig ernüchternder Parlamentsroman aus der tiefsten deutschen Provinz

„Wer mehr will, als er braucht, zwingt das Bestehende, jedes gesunde Maß aufzugeben und wild zu suchen. Dann kommt der Krebs und schließlich das metastasierende Elend.“ Den Satz schreibt Michael Haas fast am Ende seines Buches, im Epilog seines „Parlamentsromans“, der eigentlich kein Roman ist, sondern eine kluge, bittere und ernüchternde Abrechnung aus dem Innenleben einer Landtagsfraktion in einer deutschen Provinzhauptstadt, die auch anders als Sternheim heißen könnte.

Wer vermittelt den kompetenten Umgang mit medialen Inhalten? Foto: L-IZ
·Bildung·Medien

Linke-Antrag zu Medienkompetenz in den Schulen: Medienkunde muss mehr sein als Technik-Kompetenz

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob es in deutschen Schulen ein Fach Medienkunde braucht. Und zwar nicht nur beim Vermitteln technischer Kompetenzen, worauf sich auch sächsische Medienangebote in den Schulen fast immer beschränkt haben. Sondern mit Blick auf kundiges Nutzen von Medieninhalten. Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag startete jetzt eine neue Initiative.

Industriebau-Ensemble Ludwig-Erhard-Straße 21. Foto: Holger Zürch
·Bildung·Zeitreise

Historisches Industriebau-Ensemble Ludwig-Erhard-Straße 21: Wo Goethe gerne Kuchen aß, entstanden später Druckmaschinen

In der Grenzstraße, die 2001 zur heutigen, beidseitig doppelspurigen Ludwig-Erhard-Straße wurde, war in der Hausnummer 21 die Niederlassung Leipzig der fränkischen Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer zu Hause. Dieses Unternehmen, dessen drei einstige Industrie-Gebäude sich dort hintereinander über das Hofgelände in Richtung Lange Straße reihen, hatte und hat bis heute Bedeutung.

Mit Umwelt-Tracker auf dem Rad unterwegs. Foto: UFZ / Universität Leipzig
·Bildung·Forschung

Umwelt-Tracking: Uni Leipzig und UFZ suchen viele Freiwillige zur Messung von Umweltdaten in Leipzig

Auch in Leipzig macht sich der Klimawandel bemerkbar: Erhöhte Temperaturen in der Innenstadt, schwankende Intensitäten von Luftschadstoffen und Lärm. Solche urbanen Umweltfaktoren werden nur an wenigen Messstationen registriert. Aber jede Person hat ihr individuelles Belastungsprofil. Leipziger Forscher/-innen suchen nun Leipziger/-innen, die bereit sind, beim Sammeln von Umweltdaten aus dem Leipziger Alltag zu helfen.

Vom KIRZL soll das Forschungsnetzwerk in der mitteldeutschen Wissenschaftsregion profitieren. (Symbolbild) Foto: Colourbox
·Bildung·Forschung

50 Millionen Euro: Bis 2026 entsteht an der Universität Leipzig ein Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz

Der Freistaat Sachsen und das Bundesministerium für Bildung und Forschung planen knapp 50 Millionen Euro für den Aufbau eines Rechenzentrums für Künstliche Intelligenz (KI) an der Universität Leipzig ein. Das wurde jüngst auf dem KI-Kongress des Freistaats Sachsen am 10. September in Leipzig bekannt gegeben. Da sollten eigentlich auch die Risiken der KI diskutiert werden. Aber man setzt doch lieber gleich auf die neue Technik.

Ausgrabungsarbeiten in der Bacho-Kiro-Höhle in der Saison 2021. Foto: MPI-EVA/ Tsenka Tsanova
·Bildung·Forschung

Mitten in der Eiszeit: Als der Homo sapiens vor 46.000 Jahren nach Europa kam, war es bitterkalt

Eine bislang sehr beliebte These zur Einwanderung des Homo sapiens nach Europa können die Forscher jetzt wohl aus den Lehrbüchern streichen: Als diese modernen Menschen vor 46.000 Jahren erstmals aus dem östlichen Mittelmeerraum nach Europa einwanderten, war es keineswegs schön warm und freundlich. Im Gegenteil: Sie wanderten ein, obwohl es ziemlich kalt und ungemütlich war. Ein Forschungsergebnis aus Leipzig.

Reinhard Münch: 1809 - Mit Napoleon in Österreich. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

1809 – Mit Napoleon in Österreich: Die Truppen all der kleinen Fürstentümer, die mit in Napoleons Schlachten zogen

Wie passiert eigentlich Geschichte? Oder: Bekommt der kleine, zum Kriegsdienst ausgehobene Soldat überhaupt mit, wie Geschichte „gemacht wird“? Das sind so Fragen, die auch bei Lesen von Reinhard Münchs neuem Buch zu den Soldaten in den Truppen auftaucht, mit denen Napoleon im Jahr 1809 den Versuch Österreichs niederschlug, wieder eine Rolle in der europäischen Politik spielen zu wollen.

Dalibor Marković: Pappel. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Pappel: Die ganz und gar nicht kafkaeske Geschichte eines richtigen Herumtreibers

Eigentlich ist ja kein Kafka-Jahr, jedenfalls kein rundes. Aber irgendetwas liegt da in der Luft, das den 1924 verstorbenen Autor wieder allgegenwärtig macht. Auf einmal sitzen wieder ältere Herren in der Straßenbahn vor einem, die Kafkas „Schloss“ mit ernsthafter Hingabe lesen. Eine Rezension von Tucholsky aus dem Jahr 1928 fällt einem in die Hand, in der er fast flapsig meint, ein Buch müsse überhaupt nicht druckfrisch sein, um es zu besprechen.

Die Tiefseetaucherin. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Tiefseetaucherin: Mit Juli abtauchen in die tiefsten Tiefen der Meere

Auch das gibt es: Kinderbücher in Teamwork. Was aber beim Katapult-Verlag sowieso schon tägliche Übung ist. Die lehrreichen Grafiken zum Zustand unserer Welt entstehen allesamt in so einer Kooperation von Grafiker/-innen, Texter/-innen und Wissenschaft. Die Bücher, die der Greifswalder Verlag inzwischen herausgibt, sowieso. Und nun zeigen die jungen Büchermacher, dass man auf diese Weise auch informative Kinderbücher schaffen kann.

·Bildung·Forschung

Wasser oder Forsten: Was rettet die Eiche, den Auwald, die Artenvielfalt?

Prof. Dr. Christian Wirth hat einen Lehrstuhl für Botanik an der Universität Leipzig und leitet das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). In der aktuellen Initiative „Breathing Nature“ forschen die Uni, das Umweltforschungszentrum, iDiv und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung zur Rolle des Artenreichtums in der Klimakrise.

·Bildung·Bücher

Stilles Franken: Mit Georg Magirius die Stille der Welt im fränkischen Advent entdecken

Mit Stille kennt er sich aus: der Autor. Studierter Theologe und leidenschaftlicher Fußgänger Georg Magirius aus Frankfurt am Main. Jüngst erst lud er mit seinem Buch „Stilles Frankfurt“ die Leser/-innen ein, lauter stille Orte abseits der lauten Mainmetropole zu entdecken. Nun ist er durch Franken gewandert. Oder vielmehr: war dort auf stillen Pfaden unterwegs, als andere Leute im (Vor-)Weihnachtstrubel durchdrehten.

Reinhard Münch: 1812 – Mit Napoleon in Borodino und an der Beresina. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

1812 – Mit Napoleon in Borodino und an der Beresina: Erinnerungen aus den verschiedenen Truppen, die mit Napoleon in Russland kämpfen mussten

Reinhard Münch ist der Autor in Leipzig, der sich am intensivsten mit all den bunt zusammengewürfelten Truppen beschäftigt, die in den napoleonischen Kriegen zum Einsatz kamen. Und verfolgt damit die eigentlich wichtigste Idee, die auch im Leipziger Völkerschlachtdenkmal steckt: zu würdigen, wie viele Menschen unterschiedlichster Nationen sich in diesen Schlachten als „Feinde“ gegenüberstanden.

Thomas A. Seidel, Sebastian Kleinschmidt (Hrsg.): Wegmarken und Widerworte. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wegmarken und Widerworte: 60 Beiträge zum 70. Geburtstag des früh verstorbenen „scharfzüngigen Lutheraners“ Ulrich Schacht

Kann man das Buch besprechen? Geht das überhaupt? Natürlich. Wir haben hier schon ganz andere Kaventsmänner besprochen. Warum auch nicht, Ulrich Schacht oder vielmehr: die 60 Beiträge zum 70. Geburtstag des Mannes, der seinen 70. Geburtstag nicht mehr erlebte. Er starb 2018 mit 67 an einem Herzinfarkt. Ein herzhaft streitbarer Konservativer, dem freilich selbst sein einstiger Arbeitgeber, der Springer-Verlag, zu lasch geworden ist. Oder zu linksliberal?

Beate Schücking will Rektorin der Uni Leipzig bleiben. Foto: Uni/Christian Hüller
·Bildung·Leipzig bildet

Universität Leipzig führt 3G-Regel ein: Für Ungeimpfte könnte es teuer werden

Die Universität Leipzig will im kommenden Wintersemester die sogenannte 3G-Regel einführen. An den im Oktober beginnenden Präsenzveranstaltungen dürfen dann nur Personen teilnehmen, die geimpft, genesen oder getestet sind. Das teilte die Hochschule am Donnerstag, dem 16. September, in einer Mail an alle Student/-innen mit. Weil zudem Schnelltests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos verfügbar sein sollen, dürfte das für ungeimpfte Studierende praktisch den Ausschluss von Präsenzveranstaltungen bedeuten.

Ralph Knobelsdorf: Des Kummers Nacht. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Des Kummers Nacht: Ralph Knobelsdorf lässt in seinem ersten Krimi das Berlin des Jahres 1855 lebendig werden

Das Genre des historischen Kriminalromans blüht. Und man wird den Eindruck nicht los, dass er den historischen Roman gerade etwas ins Abseits stellt. Oder auch mit seinen bewährten Mitteln zeigt, dass der historische Roman viel zu lange auf den überholten Erzählmustern der Romantik schwamm. Zwar passend für tränendrückende TV-Serien, aber nicht für den kriminologischen Umgang mit Geschichte. Und dann heißt der Bursche auch noch Knobelsdorf.

Pflanzenblüten und Gebäude im Hintergrund.
·Bildung·Forschung·Politik·Sachsen

Internationale Biodiversitätsforschung in Leipzig wächst: Neubau des Forschungszentrums iDiv eingeweiht

Die drei mitteldeutschen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, Bodo Ramelow und Dr. Reiner Haseloff haben am Mittwoch, 15. September, gemeinsam mit der DFG-Generalsekretärin Heide Ahrens den Forschungsneubau des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig feierlich eröffnet. Über 100 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, die unter strengen Hygieneschutzmaßnahmen stattfand.

Katrin Göring-Eckardt im Gespräch mit der L-IZ. Foto: LZ
·Bildung·Medien

Katrin Göring-Eckardt besucht die LZ: Da war ja auch noch was mit Medien

Manchmal gibt es auch einen Redaktionsbesuch im Wahlkampf. Am Freitag, 10. September, besuchte Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag und Spitzenkandidatin der Thüringer Landesliste für die Bundestagswahl, Leipzig und auf ein kleines Stündchen auch das Büro der Leipziger Zeitung im Haus der Demokratie. Zeit für ein kleines Gespräch auch über Medien und Politik.

Michael Spyra: Die Berichte des Voyeurs. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Berichte des Voyeurs: 100 Gedichte, die von lauter Aufregendem erzählen, nur nicht von Liebe

Es gibt einige Dinge, die die Sächsische Dichterschule, wie sie vor Jahren mal ein profunder Sammelband aus dem Poetenladen bezeichnete, besonders markant machen. Dazu gehört ihr besonders ausgeprägtes Formbewusstsein genauso wie ihre ganz bewusste Bezugnahme auf klassische Vorbilder. Das ist auch bei Michael Spyra so, der in Halle lebt und arbeitet und auch gern mal poetische Ausflüge nach Leipzig unternimmt.

Matthias Horx: Die Hoffnung nach der Krise. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Hoffnung nach der Krise: Matthias Horx erzählt, wie Veränderung mitten in der großen Krise beginnt

Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wagte sich der Journalist, Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx mit einem Buch an die Öffentlichkeit, in dem er seine Leser/-innen mitnahm in „Die Zukunft nach Corona“. Und bekam entsprechend auch deftige Reaktionen aus der Leserschaft. Eine zitiert er im Nachwort. Denn dass nach Corona auch nur das Geringste anders werden könnte, bezweifeln ziemlich viele Leute.

Carsten Steenbergen: Florance Bell und die Melodie der Maschinen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Florance Bell und die Melodie der Maschinen: Ein Fantasy-Roman aus einem etwas anderen Jahr 1820

In den letzten Jahren hat sich die alternative history als eigenes Genre innerhalb der Fantasy etabliert. Denn da geht es tatsächlich vor allem um Phantasie: Was wäre eigentlich passiert, wenn die historische Entwicklung einen anderen Verlauf genommen hätte? Napoleon also zu Beispiel in der Seeschlacht von Trafalgar 1805 gewonnen hätte und nicht Admiral Horatio Nelson. Und dann England erobert hätte.

Joachim Wagner: Rechte Richter. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Rechte Richter: Warum ist unser Rechtsstaat auf dem rechten Auge so oft blind?

Ist das Problem jetzt neu oder kennt man es eigentlich schon, dass Richter und Staatsanwälte in Deutschland eher konservativ entscheiden? Manche auch eher seltsam, wenn es um den Umgang mit Rechtsextremismus in Deutschland geht. Wobei es natürlich stimmt: Das Thema ist noch nicht wirklich zum großen Diskussionsthema in den Medien geworden – anders als die rechtsextremen Vorkommnisse bei Polizei und Armee.

Bernhard Lichtberger: Unser Planet im Klimawandel. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Unser Planet im Klimawandel: Ein Buch, das alles erklärt, was wir zur Rettung unseres lebendigen Planeten wissen müssen

Der Oekom Verlag in München veröffentlicht nicht nur streitbare Bücher, die etwa den umweltschädigenden Umgang mit Böden, Städten, Pestiziden thematisieren, sondern auch genau die hilfreichen Bücher, die erklären, warum unsere aktuellen Umweltprobleme so brisant sind. Denn das alarmierende Berichten über Naturkatastrophen ist das eine. Aber zu wissen, wie sensibel unsere Lebenswelt auf menschliches Tun reagiert, ist viel wichtiger. Deswegen geht es in diesem dicken Buch um mehr als Klimawandel.

Wenn einem nur noch "Dingsda" einfällt. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Forschung

Leipziger Gehirnforschung: Warum uns mit dem Alter Wörter schlechter einfallen

Irgendwie – so scheint es – ist irgendwann der ganze Speicher voll. Dann stockt man mitten im Gespräch und ärgert sich, weil einem ein Name partout nicht einfallen will, obwohl man ihn doch eben noch fast auf der Zunge hatte. Ist das wirklich nur die Speicherfähigkeit unseres Gehirns? Forscherinnen und Forscher das Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Universität Leipzig haben sich mit diesem „Speicher“-Problem jetzt mal beschäftigt.

Robert Cohen: Anna Seghers im Garten von Jorge Amado. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Anna Seghers im Garten von Jorge Amado: Lohnt es sich denn, in den kühlen Norden zurückzukehren?

Es muss ein Foto geben, das zeigt Anna Seghers unter tropischen Bäumen sitzend mit ihrem Notizbuch auf dem Schoß, aufgenommen 1963 im Garten des Dichters Jorge Amado in Brasilien. Man verbindet ja den Namen Anna Seghers meist nur mit ihren großen Erfolgsroman „Das siebente Kreuz“. Aber mit seiner Erzählung erinnert der New Yorker Schriftsteller Robert Cohen auch daran, welche wichtige Rolle Südamerika im Leben von Anna Seghers spielte.

Beate Schücking will Rektorin der Uni Leipzig bleiben. Foto: Uni/Christian Hüller
·Bildung·Leipzig bildet

Universität Leipzig kehrt nach drei Semestern in die Präsenzlehre zurück

Das Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen haben viele Gruppen hart getroffen, zum Beispiel Schüler/-innen und Bewohner/-innen von Alten- und Pflegeheimen. Über eine besonders stark betroffene Gruppe wurde in den vergangenen anderthalb Jahren jedoch relativ wenig gesprochen: Studierende. Allein an der Universität Leipzig gibt es mehr als 30.000 von ihnen – das entspricht rund fünf Prozent der Stadtbevölkerung. Hinzu kommen rund 5.500 Mitarbeiter/-innen.

Leipziger Zeitung Nr. 94: Nach der Entfremdung. Foto: LZ
·Bildung·Medien

Die neue Ausgabe der Leipziger Zeitung Nr. 94: Klima im Wahlkampf, Polizei im Interview und die Grenzen unserer Seele

Wer jetzt, so knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl, immer noch nicht weiß, was er denn nun wählen könnte, sollte, dürfte, dem gibt auch die jetzt erschienene neue Druckausgabe der „Leipziger Zeitung“ ein paar Tipps. Insbesondere, was die Leipziger Direktkandidat/-innen im Süden betrifft (die im Norden wurden in der Ausgabe Nr. 93 vorgestellt), und was denn nun die Parteiprogramme eigentlich – aus kommunaler Perspektive – unterscheidet.

Bernd Lindner: Über Mauern. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Über Mauern: Das wichtigste Motiv der deutsch-deutschen Zerrissenheit in der Kunst aus Ost und West

Natürlich hat die deutsche Politik im August auch dieses Jahres gedacht: dem Bau der Berliner Mauer vor 60 Jahren. Und es ging fast überall ähnlich melodramatisch zu, während die Republik längst wieder über den Riss debattiert, der wieder – oder immer noch – zwischen West und Ost aufklafft. Genau in dieser Reihenfolge. Da ging fast unter, dass eigentlich die große Kunstausstellung zur „Mauer“ gefehlt hat.

Angelika Arend: Der Himmel aber ist immer blau. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Der Himmel aber ist immer blau: Lauter Lebensgeschichten, in denen Liebe irgendwie gerade nicht auf Lager war

Manchmal ist man ja richtig froh, das man die verkorksten Leben anderer Leute nicht leben muss. Das geht einem oft nach Woody-Allen-Filmen so. Von amerikanischen Vorabendserien ganz zu schweigen. Vielleicht erinnert sich die eine oder der andere auch noch an Robert Altmans Film „Short Cuts“ von 1993, gedreht nach Raymond Carvers Kurzgeschichten. In Angelika Arends Erzählungen fühlt man sich am Ende meist genauso. Wie ausgespuckt.

Buchcover.
·Bildung·Bücher

Die besten Weltuntergänge: Den Kleinen schon mal zeigen, dass unsere Zukunft von unserer eigenen Dummheit bedroht ist

Das hat Andrea Paluch dann doch nicht übers Herz gebracht: Wirklich zwölf Weltuntergänge zu beschreiben, zwölf Arten, wie wir Menschen unseren Planeten zugrunde richten können. Die Hälfte ist es geworden. Es sollte ja doch ein Kinder-Bilder-Buch werden. Also ein Buch für die kleinen Mäuse, die einmal leben werden mit dem Schaden, den wir auf der Erde angerichtet haben.

Künstliche Intelligenz soll jetzt helfen, verschiedene Verhaltensweisen und Reize aus den Signalen vieler Gehirnregionen zu entschlüsseln. Foto: shutterstock
·Bildung·Forschung

Leipziger Forschung: Mit Künstlicher Intelligenz mehr Gehirnsignale entschlüsseln

Nicht nur am Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité Berlin wird emsig an technologischen Lösungen geforscht, wie man das, was in einem menschlichen Gehirn passiert, nicht nur auslesen, sondern auch entschlüsseln kann. Auch am Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften hat man sich auf diesen Weg gemacht und versucht, mit Künstlicher Intelligenz neuronale Prozesse zu entziffern.

Michael Hametner: Deutsche Wechseljahre. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Deutsche Wechseljahre: Michael Hametner nimmt die Folgen von 30 Jahren Ignoranz in Kunst und Literatur unter die Lupe

Im Angesicht der aktuellen Weltprobleme sind die deutsch-deutschen Befindlichkeiten natürlich eher nur eine Fußnote, ein winziger Nebenschauplatz mit viel Gekränktheit. Aber das (teilweise) Misslingen der Deutschen Einheit erzählt eben auch vom Misslingen der europäischen Einheit. Und das wird sogar sichtbar, wenn Michael Hametner nur die zwei Felder untersucht, auf denen er journalistisch tätig ist: Literatur und bildende Kunst.

Hans-Christian Schmidt, Andreas Német: Liebe machen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Liebe machen: Wenn einem selbst die Worte fehlen, wenn die Kleinen die wichtigste aller Fragen stellen

Endlich ist das geklärt. Endlich müssen Eltern ihren Kindern nicht mehr mit Bienen und Schmetterlingen erklären, wie das eigentlich passiert mit dem Kindermachen. Vom Klapperstorch ganz zu schweigen. Sollten ein paar Minderjährige jetzt erschrecken, weil ihnen Papa und Mama erklärt haben, dass der Klapperstorch das immer noch macht, so seien sie getröstet: Nein, das ist wirklich ein Märchen. Und den Prahlhans in Eurer Klasse müsst ihr auch nicht mehr fragen.

Marcus Mötz: Von einem, der sich auszog. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Von einem, der sich auszog: Ein doppelbödiger Roman über die Verführungen des schnellen digitalen Ruhms

Marcus Mötz ist ein Hansdampf in allen Genres. Manchmal schlug er auch bei der Leipziger Internet Zeitung auf. Er arbeitet als Sprecher, Moderator und Videojournalist. Und jetzt hat er auch noch ein Buch geschrieben, eines, das die ganze Verrücktheit unseres heutigen Umgangs mit Medien, Privatleben und Partnerschaft in den Fokus nimmt. Und zwar ganz und gar nicht sprichwörtlich.

Benito Wogatzki: Unter der Sonne von Saint-Tropez. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Unter der Sonne von Saint-Tropez: Benito Wogatzkis letzte Novelle aus dem stillen französischen Süden

Benito Wogatzki gehörte seit seinem 1977 veröffentlichten Roman „Romanze mit Amélie“ zu den bekanntesten Schriftstellern im Osten. Seinen Lebensmittelpunkt hatte er lange in der Nähe von Berlin. Aber zur Jahrhundertwende zog er nach Südfrankreich, wo er 2016 auch starb. Ganz zum Schluss plante er noch einen Band mit drei Novellen, in denen seine Wahlheimat Südfrankreich die Kulisse abgeben sollte. Doch vollendet hat er nur eine.

Biomare in der KarLi. Was ist dran an den Vorwürfen des schlechten Mitarbeiterumgangs und den unberechtigten Kündigungen? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Medien

Pseudolinker Journalismus: Stadtmagazin „Kreuzer“ gegen „Biomare“

Vor einiger Zeit erreichten uns Informationen zu einer möglichen Geschichte für die LZ, welche uns intern einiges Kopfzerbrechen bereitete. Einige ehemalige Angestellte des Leipziger Handelsunternehmens „Biomare“ hätten sich zusammengetan, um Arbeitsbedingungen bei ihrem Ex-Arbeitgeber öffentlich zu problematisieren. Normalerweise: jederzeit. Eines der Probleme jedoch: möglichst anonym, was die Zielrichtung des Ansinnens irgendwie konfus machte. Es roch nach etwas Persönlichem und brachte ohne laufende Arbeitsgerichtsprozesse eine schwierige Faktenlage mit sich.

Malte Reupert - Gründer von Biomare Leipzig zeigt die Richtung an. Foto: L-IZ.de
·Bildung·Medien

Malte Reupert von „Biomare“ im LZ-Interview: „Wer sich darauf konzentriert, die Schuld beim anderen zu suchen, wird sehr schnell wieder in einer ähnlichen Situation sein.“

In der Print-Ausgabe 8/2021 und anschließend auch online thematisiert der „Kreuzer“ eine Gruppe ehemaliger Angestellter des Unternehmens „Biomare“, welche in den vergangenen fünf Jahren das Unternehmen offensichtlich im Streit oder zumindest unglücklich verließen. Dazu führten die Journalistinnen des Stadtmagazins auch ein Interview mit Unternehmensgründer Malte Reupert, welches das Medium bislang jedoch nicht im Original veröffentlichen will. Also hat die LZ einige ergänzende Fragen zu im Artikel fehlenden Angaben an „Biomare“ versandt und nachfolgende Antworten erhalten.

Die neue Filiale von Biomare in Grosszschocher. Quelle: Biomare
·Bildung·Medien

Tobias Prüwer vom Stadtmagazin „Kreuzer“ zu den LZ-Fragen: „Lernprozess ist für uns nicht erkennbar“

In der Print-Ausgabe 8/2021 und anschließend auch online thematisiert der „Kreuzer“ eine Gruppe ehemaliger Angestellter des Unternehmens „Biomare“, welche in den vergangenen fünf Jahren das Unternehmen offensichtlich im Streit oder zumindest unglücklich verließen. Dazu führten die Journalistinnen des Stadtmagazins auch ein Interview mit Unternehmensgründer Malte Reupert, welches das Medium bislang jedoch nicht im Original veröffentlichen will. Also hat die LZ einige ergänzende Fragen zu im Artikel fehlenden Angaben an den „Kreuzer“ versandt und nachfolgende Antworten erhalten.

Reich ausgestattete frühbronzezeitliche Bestattung aus Böhmen, Tschechische Republik. Foto: Michal Ernée, Jarmila Švédová
·Bildung·Forschung

Neue Erkenntnisse der Archäogenetik: Mindestens zwei weitere Umwälzungen im Herzen Mitteleuropas

Die Forscher/-innen des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie geben sich recht unaufgeregt, wenn sie zu ihren jüngsten gemeinsamen Forschungen mit tschechischen Kolleg/-innen mitteilen: „Häufige kulturelle, genetische und soziale Veränderungen prägten die Geschichte Mitteleuropas von der Steinzeit bis zur frühen Bronzezeit“. Dabei haben sie gerade zwei neue Rätsel auf den Tisch der Forschung gepackt.

·Bildung·Forschung

Studie der Universität Leipzig: Woher kommt der Montagsblues wirklich?

Es geht also nicht bloß Büroangestellten, Handwerkern, Schülern und Lehrerinnen so, dass der Wechsel vom Sonntag, an dem man sich irgendwie versucht hat zu erholen, zum Montag mit dem straff durchgetakteten Ablaufplan schwerfällt. Auch Studentinnen und Dozenten der Uni Leipzig kennen das Phänomen und haben ihn jetzt mal genauer unter die Lupe genommen, diesen Montagsblues.

Wolfgang Borchert: Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels: Drei Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert, leicht satirisch illustriert

Da fiel auch Jonathan Hoffboll augenscheinlich sofort die bekannte Fassade der Alice-Salomon-Hochschule Berlin ein, die 2017 zum Spektakel in den Medien wurde, weil der Asta der Hochschule das auf der Fassade angebrachte Gedicht Eugen Gomringers als frauenfeindlich interpretierte. Ein Gedicht, das eigentlich von Bewunderung für Frauen erzählt und sie mit Blumen vergleicht. Und eine Blume spielt auch in Wolfgang Borcherts „Die Hundeblume“ die zentrale Rolle.

Christine Rietzke vom Arbeitskreis zur Aufarbeitung der Hexenverfolgung und der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, Dr. Anselm Hartinger, mit der Gedenktafel am Neuen Rathaus. Foto: Stadt Leipzig / Kulturamt
·Bildung·Zeitreise

Das Unsichtbare sichtbar machen: Mit dem Smartphone auf den Spuren der Leipziger Hexenprozesse

Seit November 2020 gibt es im Durchgang des Alten Rathauses eine Tafel, die an die Hexenverfolgungen erinnert, die es auch in Leipzig gab. Die findet man natürlich nicht so leicht. Und überhaupt ist die Erinnerung an diesen finsteren Teil der Leipziger Geschichte im öffentlichen Raum nicht wirklich präsent. Ein virtuelles Spiel lädt jetzt dazu ein, diese Geschichte in Leipzig mit dem Smartphone zu erkunden.

Warum scheitern so viele Kinder im sächsischen Bildungssystem? Foto: Ralf Julke
·Bildung·Leipzig bildet

Hurra, wieder Erster! Kleine Manöverkritik zum neuen INSM-Bildungsmonitor und einem zufriedenen Bildungsminister

Eigentlich hätten wir in diesem Jahr mal keine Zeile über den neuen INSM-Bildungsmonitor geschrieben. Denn eigentlich ist alles gesagt darüber, auch über die Unfähigkeit der sächsischen Staatsregierung, diesen Monitor zu lesen und zu merken, dass er gar nicht das abbildet, was der jeweilige Kultusminister dann meint, herauslesen zu können. Aber auch Kultusminister Christian Piwarz konnte sich nicht enthalten, das technokratische Ranking für ein gutes Zeugnis für Sachsens Bildungssystem zu erklären

Jeff Montrose: In der Wüste des Wahnsinns. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

In der Wüste des Wahnsinns: Jeff Montroses Buch über den Irrsinn unserer heutigen Kriege

Geschichte muss nicht so stattfinden, wie sie stattfindet. Nicht in Afghanistan, nicht im Irak oder anderswo. Niemand hat die Amerikaner gezwungen, im Irak einzumarschieren und einen ungeliebten Diktator zu stürzen. Ein UNO-Mandat hatten sie ebenfalls nicht. Genauso wenig wie in Afghanistan. Was sie da angerichtet haben, liest sich aus Sicht eines Soldaten aus dem Irakkrieg noch einmal erhellender als in großen Sachbüchern.

Klaus Gietinger: Karl Liebknecht oder: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung! Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung! Das kurze, marginalisierte Leben des Kriegsgegners Karl Liebknecht

Praktisch parallel zur Ausstellungseröffnung von „Held oder Hassfigur?“ im Stadtgeschichtlichen Museum hat der Sachbuchautor, Dokumentarfilmer und Sozialwissenschaftler Klaus Gietinger in Leipzig auch das von ihm herausgegebene Buch „Karl Liebknecht oder: Nieder mit dem Krieg, nieder mit der Regierung!“ vorgestellt. Denn eins ist offensichtlich: Karl Liebknecht ist der große Unerforschte in der Novemberrevolution von 1918.

Nikolaj Gogol: Tagebuch eines Wahnsinnigen. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Tagebuch eines Wahnsinnigen: Eindrucksvoller Auftakt für die „edition de Bagatelle“ mit Gogol

Mit diesem Buch kehrt der Verlag Faber & Faber in gewisser Weise zurück zu seinen Anfängen, zur Sisyphos Presse, mit der die Fabers einst begannen, ihre Liebe zu schön illustrierten Büchern auszuleben. „edition de Bagatelle“ hat Michael Faber diese neue Reihe genannt, zu der er mit den Kunsthochschulen in Leipzig und Hamburg kooperiert. Den unvergänglichen Gogol gibt es quasi als Zugabe.

Anna Maria Praßler: Hinterhoftage. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Hinterhoftage: Ein richtiger Kinderroman aus dem ersten Lockdown mit echten Kindern und verschwundenem Kaninchen

Es passiert den Kaninchen wie den Büchern: Da schickt uns der Klett Kinderbuch Verlag die neuen, liebevoll erarbeiteten Titel aus dem Herbstprogramm. Doch da der Paketbote spät kam, lag das Paket des abends unbeaufsichtigt im Haus der Demokratie und neugierige Zeitgenossen rissen es auf und entführten alle darin verpackten Kinderbücher. Bis auf eins, dieses hier. Ausgerechnet das mit dem verschwundenen Kaninchen Hannibal.

·Bildung·Forschung

Jungsteinzeit und Bronzezeit im heutigen Kroatien: Leipziger helfen mit bei der Rekonstruktion der genetischen Geschichte zweier Grabfelder

Mit modernen Verfahren kann man selbst für die ferne Jungsteinzeit und die Bronzezeit in Mitteleuropa Verwandtschaften und Wanderbewegungen sichtbar machen. Das für sich ist schon ein spannendes Feld und zeigt, wie eng vernetzt die Kulturen Mittel- und Südosteuropas waren. Aber man kann damit auch viel feinere gesellschaftliche Strukturen sichtbar machen. Wie sah die Welt der Menschen damals eigentlich im heutigen Kroatien aus?

Nicolai Boudaghi, Alexander Leschik: Im Bann der AfD. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Im Bann der AfD: Zwei Kronzeugen berichten aus dem radikalisierten Innenleben der Partei

Wer könnte besser über das Innenleben einer Partei wie der AfD erzählen als zwei, die sechs bzw. acht Jahre dabei waren? Und zwar nicht nur als einfache Mitglieder, sondern höchst engagiert im Vorstand der JA. Mit dem Enthusiasmus, mit dem viele junge Leute in Parteien gehen, weil sie wirklich etwas verändern wollen. Oder ein Thema für so überwältigend halten, dass sie unbedingt aktiv werden wollen. Aber in der AfD?

Ohne digitale Endgeräte geht bald gar nichts mehr. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Medien

Postbank-Studie bestätigt: Corona-Jahr hat die Internet-Nutzung der Jugendlichen noch einmal deutlich forciert

Vor ein paar Jahren wäre man noch zutiefst erschrocken, wenn eine Postbank-Jugendstudie zum Ergebnis gehabt hätte: „Jugendliche in Deutschland surfen im Schnitt mehr als 70 Stunden pro Woche im Netz“. Das ist zwar noch immer ein Grund zum Erschrecken, denn die Ärzte können ein Lied singen über die gesundheitlichen Folgen dieses Verhaltens. Aber heute erzählt es auch von einer Lebenswelt, in der ohne digitale Dauerpräsenz praktisch gar nichts mehr geht.

Jan Groh: Colón. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Colón: Ein beklemmender „Narren“-Roman über den Sommer 1989 aus westdeutscher Perspektive

Wenn Arne Born mit seinem Buch „Literaturgeschichte der deutschen Einheit 1989–2000“ 2019 etwas gelungen ist, dann etwas, was der Literaturwissenschaftler eigentlich gar nicht beabsichtigt hatte: zu zeigen, dass es ein deutsch-deutsches Gespräch auf Augenhöhe nie gegeben hat. Literatur ist ein sehr guter Seismograph für die Missstände einer Gesellschaft. Auch dann, wenn die Bücher nie in den „Spiegel“-Bestseller-Listen auftauchen. Gerade dann.

Cerstin Gammelin: Die Unterschätzten. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Die Unterschätzten: Warum der Osten noch heute die Fehler des Einigungsvertrages ausbaden muss

Es ist schon erstaunlich, wie sich in den letzten Jahren die Bücher zum Zustand des deutsch-deutschen Familiendramas gemehrt haben. Der Osten wird begutachtet wie eine Versuchsanordnung, bei der man einfach nicht versteht, was da eigentlich schiefgegangen ist und warum sich ein Haufen Leute dort 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wie „Bürger zweiter Klasse“ fühlen. Manchmal hilft der Blick von draußen zurück.

Uwe Schimunek, Uwe Voehl, Günther Zäuner: Wien morbid. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Wien Morbid: 21 mörderische Geschichten mit durchaus ernst zu nehmenden Hintergedanken

Während die in Leipzig geborene „edition krimi“ vor geraumer Zeit nach Hamburg abgewandert ist, pflegt der hier heimische Lychatz Verlag in aller Stille seine kleine, feine Krimi-Abteilung, die jetzt auch einen Band als Bereicherung erhielt, der durchaus an Klassiker der „edition krimi“ erinnert, solche wie „Mörderisches Sachsen“. Aber diesmal geht es nach Österreich: „Wien morbid“.

Hélia Correia: Tänzer im Taumel. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Tänzer im Taumel: Wie die Welt aussieht, wenn man sie auf der Flucht durch die nicht endende Wüste erlebt

Vielleicht sollten all die Menschen, die sich heutzutage von den schrillen Meldungen in den „social media“ irremachen lassen, einfach mal all die technischen Spielzeuge ausschalten, sich einen Tee zur Beruhigung holen und dann ein Buch lesen. Denn wie es in der Welt aussieht, wissen oft die Dichter/-innen deutlich besser als all die überdrehten Kommentatoren. Sie können sich nämlich noch einfühlen in die Menschen, über die sie schreiben. Auch in die Fliehenden, Vertriebenen, Zufluchtsuchenden.

Prof. Dr. Johannes Quaas ist einer von 230 Wissenschaftler/-innen und Wissenschaftlern, die am Weltklimabericht mitarbeiten. Foto: Katarina Werneburg/ Universität Leipzig
·Bildung·Forschung

Meteorologe der Uni Leipzig zum UN-Weltklimareport: Die Argumente der Kimawandelleugner drehen sich im Kreis

Er gehört zu rund 230 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die jetzt einen neuen Weltklimabericht vorgelegt haben: Johannes Quaas, Professor für Theoretische Meteorologie an der Universität Leipzig. Als Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Klimapolitik beantwortet der Bericht des IPCC Fragen etwa zu Einflussfaktoren des Klimawandels. Und die Leipziger Meteorologen kennen sich aus mit Strahlungsphysik.

Julius Fischer: Ich hasse Menschen. Eine Art Liebesgeschichte. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Ich hasse Menschen: Wie Julius Fischer in Ostsachsen seine Liebe findet

Schon vor drei Jahren hat Julius Fischer ein Buch mit dem herzerweichenden Titel „Ich hasse Menschen“ vorgelegt, damals mit dem Untertitel „Eine Abschweifung“. Das war so eine Art Reiseroman auf die Fischersche Art. Nun folgt ein entsprechender Liebesroman, der eigentlich auch eine Art Reiseroman ist. Denn diesmal verschlägt es den Helden Julius Fischer direkt nach Ostsachsen. In ein Nest namens Sucknitz.

Heinz Härtl: Johann Gottfried Seumes Kampf für ein besseres Leipziger Theater. Foto: Ralf Julke
·Bildung·Bücher

Johann Gottfried Seumes Kampf für ein besseres Leipziger Theater: Warum Privilegien so mächtig und so schwer zu beseitigen sind

Schon 1798 sah er sehr streng aus, etwas verbittert und misstrauisch, dieser Johann Gottfried Seume. Da malte ihn sein Freund Veit Hanns Friedrich Schnorr von Carolsfeld. Das Porträt ziert nun das Cover dieses Buches, das im Grunde einen Kampf schildert, den Seume am Ende eigentlich gewonnen hat. Aber wie das meistens so ist mit armen Wanderern: Die Lorbeeren streichen dann andere Leute ein.

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Scroll Up