Artikel zum Schlagwort Gedichte

In einer Welt, in der Menschen ohne Moral bestimmen, was Moral ist

Erstaunlich vertraute Töne von jungen Dichtern aus dem Ostseeraum

Foto: Ralf Julke

Der Untertitel stimmt – und führt doch erst einmal in die Irre. Denn so ein wenig erwartet man bei „Gedichten aus dem Ostseeraum“ eine Anthologie von jungen deutschen Dichtern aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Von denen hat man wirklich lange nichts gehört. Aber in diesem Fall ist das Ganze viel größer gedacht. Anmelden und weiterlesen.

Ein neues Heft für lesende Menschen

Über Tugenden, die keine sind, und Sünden, die uns erst lebendig machen

Foto: Ralf Julke

Besonders üppig ist die sächsische Literaturförderung nicht. Ein paar Festivals, ein paar wenige Zeitschriften und Vereine, das war’s dann eigentlich schon, was die Kulturstiftung des Freistaats unterstützt. Die seit 2007 erscheinende Reihe „Poesiealbum neu“ gehört nicht dazu. Und trotzdem schafft es ein ambitioniertes Heft ums andere ans Licht der noch lesenden Öffentlichkeit. Anmelden und weiterlesen.

Die Bühnenlyrik des Dalibor Markovic gedruckt und auf Scheibe

Satte Beats gegen die Angst, die Dummheit und die Heimatlosigkeit der Welt

Foto: Ralf Julke

Unsere Sprache ist Musik. Beat hat sie auch, wenn man sie zu benutzen weiß und nicht lyrelt und säuselt. So wie Dalibor Markovic, Dichter, Lautpoet und Beatboxer mit kroatischen Wurzeln, was auch der Verlag betont, weil damit alle Irritationen anfangen. Denn geboren ist er als echter Hesse in Frankfurt. Und erst wenn die Leute seinen Namen hören, stellen sie sich doof: „Und Sie schreiben auf Deutsch?“ Anmelden und weiterlesen.

Ein echter Holländer als Trostbüchlein für Malträtierte

Euphrasia Augentrost – Wer weiß denn schon, wie blind er lebt und strebt?

Foto: Ralf Julke

Es gibt ihn tatsächlich, diesen Huygens. Constantijn mit Vornamen, nicht Christiaan. Den Christiaan gab es natürlich auch, den berühmten Physiker, Astronomen und Mathematiker. Nach dem ist ja die Huygensstraße in Möckern benannt. Da denkt man beim Vorbeifahren immer: Es kann nur einen Huygens geben. Ein Irrtum, wie dieses Büchlein von Reinecke & Voß klarmacht. Anmelden und weiterlesen.

Bienen über Brooklyn und die Hälfte des Mondes

Ralph Grünebergers Amerika-Gedichte als Hörbuch für Kopfreisende und Freunde des freudigen Verweilens

Foto: Ralf Julke

Man kann Amerika lieben und trotzdem seine eigene Sicht auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten haben. Beobachter bleiben, Gast, Passant in einem großen Gewimmel. Und alle Stimmungen und Eindrücke wirken lassen. O ja, auch ganz kritische. Ob das diese narzisstischen Amerika-Versteher verstehen? Und die Amerikaner? Für die gibt’s die Extras natürlich auf Amerikanisch. Anmelden und weiterlesen.

Ralph Grünebergers neue Gedichte aus einer Zeit der billig gewordenen Worte

Von Ernte, Erinnerung und der immerfrischen Lust auf lebensfrische Anfänge

Foto: Ralf Julke

Hinter Leipzig gibt es auch noch Leben. Görlitz, Oberlungwitz, Berlin, Unterwellenborn. Dichter reisen gern. Zum Glück. Sonst gebe es wirklich nur die skandalösen Meldungen der Nachrichtenagenturen. Und kein Bild vom Sein und Bleiben da draußen in einer Welt, die immer erst nachrichtentauglich wird, wenn Häuser brennen oder seltsame Provinzbewohner den Aufstand proben. Geht es um Provinz? Anmelden und weiterlesen.

Paul Ernsts Gedichtband „Polymeter“ neu aufgelegt

Wenn sich die Sehnsucht nach einer leiseren Welt noch heute so modern liest wie 1898

Foto: Ralf Julke

Der kleine Leipziger Verlag Reinecke & Voß mausert sich in einigen Sparten zum Wieder-Entdecker-Verlag. Das betrifft die Lyrik des Barock genauso wie die Lyrik jener Übergangszeit, die meist „vergessen“ wird, wenn von der „Moderne“ die Rede ist. Die Dichterschule des Arno Holz war schon Thema. Jetzt wird ein Mann gewürdigt, den Holz gern als „seinen Schüler“ begriffen hätte. Dabei hatte Paul Ernst das Zeug, selbst ein ganz Großer zu sein. Er hatte Pech. Anmelden und weiterlesen.

Gräme dich nicht

Carl-Christan Elzes Gedichte aus einem Kosmos, in dem gar nichts sicher ist

Foto: Ralf Julke

Wahrscheinlich war es wirklich der Tod eines Freundes, der Carl-Christian Elze ins Grübeln brachte. Und mit dem 40. Geburtstag fiel das wohl auch irgendwie zusammen. Vorher glaubt man meistens noch felsenfest daran, dass unser Sein auf Erden unendlich sein könnte. Und dann begegnet man auf einmal dem Tod. Zuerst dem der anderen. Anmelden und weiterlesen.

Wie schreibt man über Arbeit in Zeiten von Jobcenter, Ich-AG und Hartz IV?

Das stille Hoffen der Dichter: Gebt der Arbeit ihre Würde zurück!

Foto: Ralf Julke

Frag mal die Dichterinnen und Dichter, was sie von Arbeit halten. Das ist ja ein okkupiertes Thema, über das in der Regel Leute reden, die den arbeitenden Menschen an sich nur als Last, Stör- und Kostenfaktor betrachten und dafür gern behaupten, es sei das Geld, das „arbeite“. Eigentlich hätte man da eine Gedicht-Anthologie aus lauter Hohn und Spott erwartet. Anmelden und weiterlesen.

Dichter bei einer freudvollen Grenzüberschreitung

Das Literaturheft „Ort der Augen“ schlägt erstmals die Brücke zwischen Halle und Leipzig

Foto: Ralf Julke

Es gibt ihn tatsächlich, den Gasthof „Zur Landesgrenze“ in Schkeuditz: Äußere Leipziger Straße 104, es ist nicht weit zur Weißen Elster, die Straßenbahn hält fast um die Ecke. Das Ganze ist also vorstellbar, dass Hallenser und Leipziger Dichter sich hier zum versöhnlichen Umtrunk treffen und alle Zerwürfnisse der vergangenen Jahrzehnte im Bier ersäufen. Anmelden und weiterlesen.

Thomas Böhmes Gedichte aus den letzten zehn Jahren

Verloren im Niemandswo oder noch immer leichtfüßig zu Hause im großen Fließen der Zeit?

Foto: Ralf Julke

Man kann nicht sagen, dass der Leipziger Dichter Thomas Böhme nicht präsent ist. Aber es geht ihm als Dichter wie anderen Autoren in diesem Genre auch: Man muss ihn suchen im Lyrikregal (wo er nicht immer steht) oder in den kleinen, fachkundigen Buchhandlungen, in denen Lyrik und insbesondere Lyrik aus hiesigen Regionen noch gepflegt wird. Und dabei ist er so produktiv wie kaum sonst einer von den Dichtern in diesem Land. Anmelden und weiterlesen.

Lebst du schon oder träumst du noch?

Die unverkennbar physikalische Sicht eines deutsch-chilenischen Dichters auf die Welt, das Leben und die Vergänglichkeit

Foto: Ralf Julke

Manchmal darf man sich einfach nicht abschrecken lassen, auch nicht von Vorworten. Raul Zurita, einer der bekanntesten und kontroversesten Dichter Lateinamerikas, gibt sich zwar alle Mühe, Mario Markus einzuordnen in die grandiose Landschaft chilenischer Dichtung. Aber am Ende wird es eine Art mythische Beschwörung, die mit den Gedichten des 1944 in Chile geborenen Wissenschaftlers eigentlich nicht viel zu tun hat. Anmelden und weiterlesen.

Mitten in den Landschaften Homers

In Homerika verbinden sich Mythen, Irrfahrten und die Täuschungen des Lebens zum Großen griechischen Gesang

Foto: Ralf Julke

Es gibt Bücher, die wirken, als wären sie genau fürs aktuelle Drama der Zeit geschrieben. Und dabei sind sie in ganz anderen Zeiten erschienen. Der Gedichtband "Homerika" von Phoebe Giannisi schon 2010 in Athen, sogar noch vor Beginn des großen Troika-Dilemmas, erst recht vor dem großen Beginn der Flüchtlingsströme. Aber genau diese Szenerie ist ja der Schauplatz der Dramen des Jahres 2015. Eine homerische Szenerie. Anmelden und weiterlesen.

Grüner Winter in D.

Die klugen und satyrischen Gedichte Andreas Reimanns aus seinem Dresdner Winter-Aufenthalt

Foto: Ralf Julke

Drei Leipziger Dichter waren die ersten, die jeweils drei Monate als "poet in residence" in Dresden residieren durften: 2013 Carl-Christian Elze, 2014 dann Bertram Reinecke. Und im warmen Winter 2015 dann Andreas Reimann. Seine Gedichte aus diesen drei Monaten an der Elbe sind jetzt als Publikation erschienen. Und am Donnerstag, 14. Januar, liest er daraus in der Leipziger Stadtbibliothek. Mal so gesagt: ein Heidenspaß. Anmelden und weiterlesen.

60 Gedichte aus 35 Jahren

Die kleine Frage „Was bleibt?“ und der erinnerungsreiche Tummelplatz von Schrödingers Katze

Foto: Ralf Julke

Große Verlage strampeln sich ab, immer wieder mal völlig sinnfreie Sammlungen von "100 Gedichten von XY" zu veröffentlichen und gutgläubige Leser mal wieder mit einer zumeist dubiosen Auswahl über den Löffel zu balbieren. Kleine Verlage kümmern sich dann um die noch lebenden Dichter und verlegen eine richtige Werkauswahl. Damit wenigstens etwas bleibt in den Bibliotheken. Anmelden und weiterlesen.

Plädoyer für ein irdischeres Leipzig

Jutta Pillats Gedichtauswahl zu einem Leipzig, wie man es mit Dichteraugen wirklich sehen kann

Foto: Ralf Julke

Über Leipzig kann es gar nicht genug Gedichte geben. Das dachten sich nicht nur Frauke Hampel und Peter Hinke, als sie 2006 den beeindruckenden Band "Mit einem Reh kam Ilka ins Merkur" herausbrachten. Das dachte sich nicht nur die Lyrikgesellschaft, die gleich zwei dicke Poesiealben zum 1.000-jährigen der Stadt herausbrachte. Das dachte sich auch Jutta Pillat. Anmelden und weiterlesen.

Am Ende der Zeilen: Das ferne Wetterleuchten des Zeitalters der Pacemaker

Foto: Ralf Julke

Seit geraumer Zeit erleben auch die USA, wie das ist, wenn Entwicklungen enden, einstmals boomende Landschaften in die Krise geraten und Städte sich entvölkern. Auf einmal bekommt auch dieses scheinbar so geschichtslose Land eine Patina - und wirkt dabei hilfloser als die alten Europäer, die dieses Auf und Ab nun schon mit Dutzenden Weltreichen und Imperien hinter sich haben. Echter Stoff für Dichter also. Anmelden und weiterlesen.